Party.San Open Air vom 08.08.2013 – 10.08.2013 in Schlotheim

Autoren: Rene, Gordon, Arkona1988 und Lotusbluete86

Bilder: Rene

”Party.San Open Air vom 08.08.2013 – 10.08.2013”

Bands: Alcest, Alchemyst, Anaal Nathrakh, Attic, Bleeding Red, Bombs of Hades, Carcass, Carpathian Forest, Coffins, Deathronation, Demonical, Denial Of God, Desaster, Deserted Fear, Destruction, Deströyer 666, Dr. Living Dead, Dying Fetus, Erazor, Farsot, Fragments Of Unbecoming, Grand Supreme Blood Court, Graveyard, Heaven Shall Burn, Helrunar, Hooded Menace, Hypocrisy, Impaled Nazarene, JIG-AI, Korpiklaani, Legion Of The Damned, Magrudergrind, Obscura, Primordial, Procession, Purgatory, Skeletal Remains, Suffocation, Sulphur Aeon, Tsjuder, Unleashed, Venom, Vomitory, Wound

Location: Schlotheim, Flugplatz

Homepage: http://www.party-san.de

Datum: 08.08.2013 – 10.08.2013

Kosten: 62,50 €

Besucher: ca. 10.000

Wie letztes Jahr macht sich das Time For Metal-Team auch 2013 auf, um eins der dunkelsten Sommer Open Airs des Jahres zu stürmen. Nach bereits unzähligen Festivals freut man sich endlich wieder auf dem Party.San zu sein, auf dem das Motto gilt: „Nur hart und brutal ist schön.“ Für Weicheier ist kein Platz zwischen Death, Thrash und Black Metal, der mit Gore- und Grindcore veredelt wird.

Auf dem Campground angekommen, wird schnell klar: Die meisten Anhänger der dunklen Kunst sind bereits am Mittwoch angereist und haben es sich auf ihren paar Quadratmetern gemütlich gemacht, viel mehr Kapazität ist nicht mehr vorhanden. Sollten noch mehr Besucher das traditionsträchtige Festival besuchen, müssen definitiv weitere Flächen bereitgestellt werden.

Festival-Touristen wie auf manch anderen Open Airs sind zum Glück nicht zusehen. Fasching mitten im Hochsommer ist nur unter den Core-Fans beliebt – zum Glück, wir sind ja schließlich nicht hier, um Spaß zu haben, sondern um die brutale Metal Kunst drei Tage lang zu feiern!

Donnerstag:

Den Anfang als Opener machen Bombs Of Hades, die gleich mächtig loslegen. Aggressive Riffs ergießen sich im gewohnt lauten und bestechenden PSOA-Sound, der im Festivalkalender die Note 1 verdient. Mit ganz guter Bühnendynamik stimmen Bombs Of Hades die Songs Ice Cod Grave und Forgotten In Graves an. Mir guten Druck im Klangbild ist das kein schlechter Start für die erste Kombo, die schon beachtlich viele interessierte Metalhaeds vor die Bühne locken kann. Nach rund 45 Minuten ist dann das Party.San offiziell eröffnet, ein guter Grund, sich das kalte Köstritzer, das zum Dauertiefpreis von 2,50 € angeboten wird, auf die Leber zu gießen!

Farsot sind eine Überraschung – derart stark hätte ich die melancholische Band aus Deutschland nicht eingeschätzt. Sie werden zwar durch ihre soften Züge etwas verhalten aufgenommen, jedoch hat sich das Party.San seit Jahren mit progressivem und melodischem Death bzw. okkulten Rock vereint, so dass auch Farsot unter ihrem weichen Anstrich nicht leiden müssen. Kopfnickend werden die Klänge der Instrumente aufgesogen, die mitten am Tag etwas an Emotionen verlieren, dafür aber noch immer interessant bleiben. Wer Enslaved, Nachtmystium oder alte Katatonia-Sachen mag, kann Farsot entspannt genießen. Von der überschäumenden Bühnendynamik vom Vorgänger Bombs Of Hades bleibt leider kaum etwas über: Recht starr bewegt sich die Truppe,was das einzige Manko an Farsot heute Nachmittag ist!

Die erste Band, die unser Kollege Gordon auf diesem Festival sehen möchte, da ihre Auftritte rar gesät sind und das ein oder andere Magazin diese Band als eine Art „Offenbarung“ feiert, sind Denial Of God. Unter dem Motto „Carpe Diem“ geht’s ab zur Bühne, die sich im Vergleich zum letzten Jahr (zum Glück) nicht verändert hat, und auf der die Gruppe auch schon im Begriff ist, loszulegen. Gemächlich geht’s los und zur Überraschung soll es auch den ganzen Auftritt lang gemächlich bleiben. Von der Mischung aus Black und Heavy Metal hört man nicht viel, es ist eher langsamer bis mittelschneller Black Metal mit sehr langsamen Melodien. Auf einem anderen Slot wäre die Band ein Ruhepol gewesen, um die Leute etwas runterzubringen, so ärgert sich Gordon ein wenig, dass er nicht mit Farsot oder Bombs Of Hades begonnen hat, da ihm ohne Kontext eine Menge Qualität bei Denial Of God flöten gegangen ist. Von der Bühnenpräsenz kann man insgesamt nicht allzu angetan sein: Die Musiker wirken stets so ruhig wie ihre Musik.

Die Franzosen Alcest starten direkt mit ihren Klassikern Autre Temps und Là Où Naissent Les Couleurs Nouvelles und ziehen damit eine begeisterte Masse vor die Bühne, die für ordentlich Stimmung sorgt. Ihre Lyrics sind in der Landessprache gehalten und wirken leicht befremdlich für das deutsche Ohr, werden aber von Sänger Neige echt stark umgesetzt. Der männliche Gesang, der teilweise sehr weiblich performt wird und die melodischen Klänge, die harmonisch umgesetzt werden, kommen bei der Frauenwelt besonders gut an. Auch an Black Metal-Einflüssen mangelt es nicht, die Männerherzen u.a. bei Summer´s Glory schneller schlagen lassen. Alcest könnte man sehr wohl als progressiv bezeichnen, da sie für etwas vollkommen Neues und Modernes stehen, ohne an Power und Spaßfaktor einbüßen zu müssen. Ein gelungener Auftritt, der gerne wiederholt werden darf!

Hektisch wird es bevor Deströyer 666 überhaupt loslegen können: Während der Umbaupause müssen kleine technische Probleme ausgemerzt werden, die nur einer kleinen Verzögerung von ca. zwei Minuten führen. Die bis in die Haarspitzen motivierten Musiker beherrschen wie immer ihre Instrumente und versetzen ihren Songs einen kernigen Sound, der aus den Boxen schmettert. Die technisch einwandfrei gespielte Show ist ohne große Highlights und wird gut vom tanzwütigem Publikum angenommen. Schade ist lediglich das etwas schmale Set, welches den ein oder anderen Hit vermissen lässt. Wie dem auch sei, für einen Festivalauftritt hämmern Deströyer 666 ein gutes Death Thrash Metal-Brett in die Schlotheimer Abend Luft, die mit Carpathian Forest, Legion Of The Damned und Heaven Shall Burn noch drei weitere Hochkaräter zu bieten hat!

Die „konservativen“ Norwegian Black Metaller Carpathian Forest bieten dem Publikum eine brachiale, düstere und kompromisslose Vorstellung. Ihr kreischender Gesang unterlegt von gelungener Lichttechnik kommt gut an. Das Publikum ist von diesem seltenen Gast höchst erfreut. Lediglich die kultigen Carpathian Forest-Tänzerinnen, die auf der Live-DVD zu sehen sind, werden von den einem oder anderen Metalhead vermisst, was wohl daran liegen mag, dass das Festival nicht in Tschechien stattfindet. Als Überraschung erweist sich die Setlist: Sie hat fast NICHTS mit der des Ragnarök Festivals zu tun und ist trotzdem ähnlich stark. Dass eine Band mit verschiedenen Setlists tourt, ist mittlerweile gar nicht mehr so häufig und hebt den Auftritt für mich auf ein hohes Niveau. Auch schön ist, dass Frontmann Nattefrost weniger betrunken ist, wodurch er sogar die Namen seiner Bandmitglieder noch weiß und nicht vom Schlagzeuger erschreckt wird. Ein gelungener Co-Headliner!

Legion Of The Damned – diese Band ist eine Achterbahn: Nicht nur, dass die Musik rasend schnell ist, auch das Niveau der Auftritte schwankt von sehr gut zu schlecht: Letzte Woche in Wacken noch extrem frisch wirkend, ist davon heute nicht mehr allzu viel zu sehen, die Stimme des Frontmanns wirkt erneut angeschlagen und hat längst nicht mehr die Power, die sie zu Beginn der Karriere im Jahre 2006 hatte. Die Setlist ist mittlerweile etwas ausgeleiert und auch die beiden neuen Lieder, die in Wacken noch Lust auf Neues machten, sind – zumindest in der Form, wie sie auf dem Party.San präsentiert werden – eher austauschbar. Insgesamt also ein eher schwacher Auftritt, wobei die Stimmung vor der Bühne nicht nur bei den Evergreens Werwolf Corpse und Legion Of The Damned gut ist. Ein weiterer Pluspunkt: Die Bandmitglieder laufen am folgenden Tag als normale Besucher des Festivals durch die Gegend und amüsieren sich ebenso prächtig wie die Fans und schießen Fotos von rumliegenden Alkoholleichen. Niederländer… 😉

Heaven Shall Burn, die nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal auf dem Party.San Open Air auftreten, headlinen den diesjährigen Donnerstag. Auch wenn im Vorfeld wieder von einigen Seiten wegen der Bandauswahl gemeckert wurde, finden sich viele Festivalgänger zur Late Night Show von Frontmann Marcus Bischoff und seinen Genossen vor der Bühne ein. Heaven Shall Burn nehmen die Situation sportlich und bedanken sich bei den treuen Fans, die wirklich zahlreich erschienen sind. Die leichte Metalcore-Note im sonst so gewaltigen Death bzw. Melodic Death Metal-Sound erweist sich nicht als Nachteil. Zwar war bei manchen Headlinern in der Vergangenheit mehr los, die Stimmung bei den Thüringern ist dennoch blendend. Songs wie Endzeit, das Edge Of Sanity-Cover Black Tears oder Hunters Will Be Hunted werden standesgemäß abgefeiert!

Freitag:

Oh my f***ing goodness! Auf dem Extreme Fest habe ich es dem Alkohol in die Schuhe geschoben, dass ich die Band (Gutalax) unfassbar geil fand, aber dieses Mal stehe ich mit 0,0% Promille im Blut vor der Bühne und FEIERE diese Band wie kaum eine Band in meinem LEBEN zuvor. Dass ich an einem Freitagmorgen DIE Band des Festivals sehen würde, hätte ich nicht erwartet, zumal die Musik, nun ja, nicht gerade hochwertig ist. Maty ist der beste Frontmann, den ich je gesehen habe. Es ist schon schwer vorstellbar für mich, wie sich eine Grind Core-Band regelmäßig zu Proben trifft, um Lieder wie Robocock oder das neue Rektal Oracle einzuproben, um dann ein Feuerwerk der Begeisterung abzufeiern. Die gute halbe Stunde wird von Gutalax in zugekotet wirkenden Schutzanzügen und Klobürsten bzw. Klodeckeln, die als Halskette getragen werden, zelebriert, Maty weiß jederzeit zu 100%, welcher Ton oder welch kleinere Besonderheit folgen wird und hat dafür eine passende Gestik parat. Im Sekundentakt wechselt er also vom Moonwalk zu lustig aussehenden Grimassen, um das Schlagzeug oder den Bass oder die Gitarre hervorzuheben, was in seiner Masse einfach der Hammer ist. Getoppt wird das Ganze von einer Hommage an den „Math Metal“ (wahrscheinlich Math Core), einem 2 Sekunden-Lied und einem gegrunzten Old MacDonald. Bei einem Rollenspiel wäre die Band bestimmt im Schweinestall zu Hause. Selbst meine nicht gerade dem Grind Core verfallenden Mitfahrer waren von der Band mehr als nur überzeugt, so dass wir einstimmig zu dem Ergebnis gekommen sind: Komme, was wolle, aber das toppt keiner mehr!

Gutalax haben gerade eine Schneise der zerstörerischen Freude hinterlassen und die nächsten Grinder stehen am Start: Magudergrind gehen trotz gleichen Genres in eine gänzlich andere Richtung als Gutalax, nämlich in Richtung Napalm Death. Aus meiner Sicht ist die Gruppe sehr ungünstig platziert, was aber nicht an der Band an sich, sondern an dem Slot liegt: Wer nach Gutalax spielt, hat verloren. Die Band lässt sich nicht beirren und zieht einen soliden Auftritt durch und erinnert in ihren stärksten Momenten auch vom musikalischen Niveau her an ihre geistigen Väter. Die Band werde ich mir noch einmal zu Gemüte führen, wenn nicht gerade der Gott des Liveauftrittes zuvor gespielt hat.

Dr. Living Death, die Band mit den lustigen Masken und der Affinität zu Trashfilmen, ist optisch immer ein Hingucker (frei nach dem Motto: „Masken gehen immer“) und stechen aus der Masse der unmaskierten Bands heraus. Auch wenn Masken mittlerweile ausgelutscht sind, der Auftritt ist es nicht und so legt die Gruppe einen soliden Auftritt mit einer Menge Spielfreude hin. Solide ist bei Dr. Living Death das beste Schlagwort: Nach dem recht schwachen Auftritt auf dem ROCKHARZ Open Air vor rund vier Wochen zeigen die Schweden eine verbesserte Leistung. Mit mehr Kontinuität würde der ungeliebte „Wundertüten-Faktor“ entfallen, der noch über Dr. Living Death kreist.

Die Spanischen Graveyard, die keinesfalls mit der schwedischen Progressive Rock-Band zu verwechseln sind, haben ihren Slot mit den Vorgängern Dr. Living Death getauscht. Die Anreise aus Südeuropa hatte sich verzögert und es unmöglich gemacht, pünktlich die Stage zu entern. Für die Fans beider Lager etwas unglücklich, jedoch logistisch die richtige Lösung, um eine längere Pause zu Beginn oder gar einen Komplettausfall von Graveyard vorzubeugen. Die warme Hasskeule zu Beginn mit Faces Of The Faceless erzeugt einen tropischen Sturm der Zerstörung. Julkarn kann gesanglich Boden gut machen, seine Leistung ist top, auch wenn die große Party vor der Bühne ausbleibt. Dieses kann auch an der unangenehmen und drückenden Schwüle liegen, die über Schlotheim liegt und sich mit wenig Hang zur Bewegung aufs Gemüt schlägt. Blood Of Vengeance untermalt einmal mehr die schleppenden Segmente, die durchwegs mit harten Auswüchsen unterlegt werden.

Auf Asphyx-Pfaden wandern Coffins sehr nach Martin Van Drunens (Asphyx, Hail Of Bullets und Grand Supreme Bloodcourt)-Geschmack, der heute Abend mit Grand Supreme Bloodcourt auftritt und sich den Gig der Truppe live im Publikum zu Gemüte führt. Was er und alle anderen von den Japanern zu sehen bekommen, ist makelloser Doom Death Metal auf einem hohen Level. Nur die Tatsache, dass Uchino die schöne Flasche Jack Daniels die ganze Dreiviertelstunde in der geballten Faust hält und auch zum Ende davon noch trinkt, ist leicht ekelig bei der Vorstellung, dass diese bereits handwarm sein muss. Ansonsten kommen die Asiaten von Beginn an auf eine hohe Drehzahl und lassen verzweifelte Doom Death-Atmosphären im Pit mit Toture versinken. Eine wunderbare Möglichkeit, Coffins live zu sehen, die nur selten in Deutschland unterwegs sind.

Der von vielen T-Shirt-Trägern heißersehnte Gig der Depressive Black Metaller Shining naht. Das Publikum tobt bereits bevor Niklas Kvarforth (wie gehabt mit einer Flasche Whiskey) auf der Bühne erscheint. Weiter geht es mit reichlich Monotonie und einer Selbstdarstellung in eigener Sache. Nicht alle Festivalbesucher können vor der Bühne gefesselt werden. Auch seine respektlose und asoziale Art gefallen nicht jedem. Spuckend und mit dem Mittelfinger wild herum wedelnd, lebt er seine Kompositionen Krossade Drömmar Och Brutna Löften, Förtvivlan Min Arvedel und Lat Oss Ta Allt Fran Narandra gewohnt gewaltbereit. Auf dem Party.San jedoch ohne große Zwischenfälle und Selbstverletzungen. Musikalisch beweist der Ausnahmemusiker mit seiner Band ein Gefühl zu starken Melodienbögen und aggressiven Gefühlswechseln.

Grand Supreme Blood Court, ein Nebenprojekt der etablierten Genregrößen Asphyx und Hail of Bullet, betreten die Bühne. Allem Anschein nach weiß noch nicht jeder, wer sich hinter dieser neu kreierten Band versteckt, sodass anfangs nur sporadisch Festivalbesucher vor der Bühne stehen. Dieses ändert sich bei eingängigen Rhythmen und der Tatsache, dass viele den Sänger Martin von Drunen erkennen, schnell. Dieser lässt das Publikum zum Ende seines Gigs wissen, dass er gerne jährlich mit einer seiner Bands auftreten würde. Die begeisterten Fans jubeln frenetisch und können eine weitere Bestätigung einer Martin von Drunen-Band für 2014 kaum abwarten.

Die Band mit dem kontroversen Namen („Die haben Anal im Namen, ihhhh…“), der eigentlich eine ganz solide, anusfreie Bedeutung hat (Schlangenatem), ist eine der Top-Hinfahrgründe für mich. Ich habe Anaal Nathrakh schon gefeiert, als es noch ein reines Studioprojekt war und habe mich immer gefragt, wie man diese Musik live rüberbringen könnte und ob das überhaupt möglich wäre. Spoiler: Ja, ist es. Und zwar VERDAMMT gut. Nicht, dass die Lieder der Band in meinen Ohren der Hammer sind und ohne Verlust live präsentiert werden, nein, auch der Frontmann Dave Hunt ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit auf der Bühne. Wer mit britischem Humor etwas anfangen kann, wird von den Ansagen des Frontmanns auf jeden Fall begeistert sein. Wenn Hunt z.B. ganz euphorisch fragt, ob man Person XXX kennt und die Massen jubeln und er sich dann für das „Fair Play“ bedankt, dass man, weil er so euphorisch gewirkt hat, gejubelt hat, obwohl die Person aus seiner Sicht ein totales Arschloch ist, hört man schon einige Lacher, die einen netten Kontrast zur sonst ernsten Musik bieten. Oder die Frage, ob man etwas Neues will und dann aber etwas Altes spielt. Das zieht sich den ganzen Auftritt durch, vor allem bei den Liedern Forging Towards The Sunset und Todos Somos Humanos, letzteres weil Frontmann Kvarforth von Shining mitmischt. Was durchaus überraschend ist, da seine eigene Musik NICHTS mit Anaal Nathrakh zu tun hat und er selber Schwede ist. Wie die Zusammenarbeit zustande gekommen ist, wüsste ich gerne… Und wieso das Zusammenspiel so gut funktioniert, auch. Leider ist sein Gesang etwas zu leise, aber rein optisch wirkt Kvarforth mit seiner Maske echt seltsam passend. Hunt schien wohl nicht allzu begeistert, seiner Ansicht nach war es nicht ganz das, was er erwartet hat, was man aber fairerweise auch positiv auslegen kann. Die Jungs werde ich mir auf jeden Fall noch mal angucken!

Irgendwann muss auch mal der Merchandise-Bereich überprüft werden, weshalb ich mich während den Arbeitstieren Vomitory dazu entscheide, nebenbei die Stände abzuklappern. Im Vorfeld habe ich viele T-Shirt-Träger der Band gesehen, weshalb es auch vor der Bühne recht voll wird. Gespielt wird klassischer Death Metal, der eine schöne Begleitung beim Einkauf ist. Die Blicke auf der Bühne zeugen von einer klassischen Performance einer Death Metal-Truppe, weshalb ich über die Entscheidung, nebenbei Geld auszugeben, gar nicht mal so traurig bin. Ein solider Auftritt, aber halt nichts Überragendes.

Als die Iren Primordial die Stage betreten, kommt gute Stimmung auf. Die Celtic/ Folk/ Black Metal-Band um Sänger Alan Averill bringen ihre Songs voller Energie und Leidenschaft rüber und man spürt förmlich, dass der Primordial-Frontmann seine Musik lebt und eine spirituelle Person verkörpert. Als Einstiegssong wird uns No Grave Deep Enough präsentiert und die Meute geht völlig auf die Iren ein. Bei dem Stück As Rome Burns gehen alle völlig mit und niemand kann still stehen – die Stimmung ist einfach unfassbar und es macht riesigen Spaß, Primordial zuzugucken. Nach Bloodied Yet Unbowed folgt The Coffin Ships, welches von der Hungersnot in Irland in den 1840er Jahren erzählt. Primordial beehren uns bereits das vierte Mal auf dem Party.San Open Air und beenden ihren grandiosen Auftritt mit Empire Falls, wo jeder nochmal lauthals mitsingt.

Die heidnischen Pagan Death Metaler, die als Dauergäste wie ihre Vorgänger Primordial alle paar Jahre auf dem Party.San für geschichtsträchtige Auftritte sorgen, wollen auch heute Abend wieder die Sau rauslassen. Mit einem breiten Set aus Klassikern und neuen Werken versüßen sie allen Fans der ersten Jahre und auch der Neuzeit den Abend. Fimbulwinter schreddert eiskalt durch den Thüringer Spätabend und läutet säbelrasselnd mit Wir Kapitulieren Niemals die Nacht ein. Johnny, Tomas, Fredrik und Anders, die sich mit Unleashed mehrfach ein Denkmal gesetzt haben, legen mit Victims Of War und To Asgard We Fly nach. Unglaublich alleine schon die Tatsache, dass einzig und allein Gitarrist Fredrik Lindgren 1995 die Gründungsband verlassen hat: Das zeigt, welchen Zusammenhalt Unleashed als Eckpfeiler in der Death Metal-Brandung für die ganze Szene bilden. Abschließend und zur Freude aller gibt es als Nachschlag Hammer Battalion und den Unleashed-Song schlechthin: Death Metal Victory.

Born In A Casket war das ERSTE Death Metal-Lied, das ich jemals gehört habe, allerdings nicht im Original von Cannibal Corpse, sondern von Dying Fetus. Umso erfreulicher, die Band endlich mal live sehen zu können. Lieder wie Homicidal Retribution oder Kill Your Mother, Rape Your Dog (zieht euch die Texte rein, Leute…) sind Evergreens in meiner Playlist, ebenso wie Praise The Lord und das Beste: Sie spielen die drei Lieder sogar live! Bemerkenswert ist, dass die Band zu dritt auftritt und trotzdem ein technisches Feuerwerk ablegt, das seinesgleichen sucht. Wie bei Tsjuder später, überzeugt die Idee, beide Saiteninstrumentbediener auch als Sänger einzusetzen, schön ist auch, dass es nur leichte Abstriche in Sean Beasleys Gesang gibt (auf Platte werden ALLE Wörter betont, live nicht) und die Lieder ansonsten von Platte kommen könnten. Ich habe mir die Band wesentlich schlechter live vorgestellt und auch die typisch amerikanischen „verfuckten“ Ansagen schmälern das Gesamtbild nicht, auch wenn ich britische Ansagen weiterhin präferiere…

Den Freitagabend abschließen dürfen die Death Metaler Hypocrisy aus Schweden. Zuerst fällt das fantastische Bühnenbild ins Auge, man findet das Schlagzeug auf einer Empore mit dem Bandlogo. Richtig eingeheizt durch eine Feuershow, beginnen die Schweden um Sänger Peter Tägtgren ihr Set mit dem Song End Of Disclosure vom gleichnamigen aktuellen Album. Die Köpfe sind ordentlich am wackeln und die Haare fliegen zu neuen und alten Klassikern wie The Eye und War Path. Wie immer überzeugen Hypocrisy durch ihr fantastisches musikalisches Können und die Party.San-Besucher feiern gewaltig unter anderem zu Roswell 47 ab, abschließend kann man zu Erazer die letzten Muskeln auspowern. Zuletzt haben die Schweden 2006 auf dem Paryt.San Open Air gespielt und Peter Tägtgren äußert sich positiv zum Zuwachs der Metalheads, die diesem Festival frönen. Der Band wird mit Applaus und Mitsingen der Songs gedankt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Samstag:

Am Samstag fungieren Skeletal Remains als Opener, die Death Metal-Band aus den Staaten, die im Jahr 2011 unter dem Namen Anthropophagy gegründet wurde, hat als absolutes Highlight des kurzen Intermezzos den Gastauftritt von Marc Grewe (Morgoth), der zum Abschluss mächtig Gas gibt. Vereinzelt wird eine Zugabe gefordert, die jedoch leider im festen Festivalrahmen nicht gegeben werden kann. Für das sympathische deutsche Label F.D.A. Rekotz sind Skeletal Remains ein Glücksgriff, da sie sich selbst in der heißen Mittagssonne den Arsch aufspielen.

Procession, die Doom Metaler aus Chile, die derzeit in Schweden ansässig sind, wurden u. a. von Candlemass inspirtiert und legen in der Mittagszeit einen soliden Auftritt hin. Ihre dreißigminütige Session vergeht wie im Fluge, wobei der Sound teilweise aufgrund von zunehmenden Windböhen leidet. Ansonsten ist bei Procession recht wenig los und der bekannte Funke will einfach nicht überspringen.

Nach verkürztem Soundcheck legen Hooded Menace nach, die ebenfalls dem Doom Metal hingezogen sind, sich im Gegensatz von Procession jedoch auf harte Death Metal-Vocals spezialisiert haben, was beim Publikum des Party.San Open Air besser ankommt. Die Band wurde im Sommer 2007 von Lasse Pyykkö in Joensuu gegründet und konnte sich in der europäischen Underground Szene immer weiter etablieren. Ein Grund genug, um auf der Hell Is Here Stage ihr Können zu zeigen – mit Erfolg!

Eine Band, die definitiv zu früh spielen muss, ist Demonical aus Schweden, die zur Mittagsstunde einen beachtlichen Pulk vom Zelt zum Bühnenbereich ziehen können. Auf den heiligen Brettern angekommen, ziehen die Skandinavier alle Register, um tödlichen Death „Fucking“ Metal zu leben. Angeschlagen von der letzten wohl heftigeren Nacht, hämmert das Schlagzeug von Ronnie Bergerståhl wie ein Uhrwerk, während die Gitarre von Johan Jansson hart vibriert und Martin Schulmans Bass den gewünschten Druck in die Mixtur bringt, die von Sänger Sverker „Widda“ Widgren in höllische Richtungen geleitet wird. Ältester Song des Sets ist Unholy Desecration von der Demo aus dem Jahre 2006. Ein wirklich fetter Auftritt der immer wieder genialen Demonical!

Tsjuders True Norwegian Black Metal begeistert das Publikum u.a. mit den Tracks Holy Pentagram und Bathory. Das es richtig böse wird, konnte jeder frühzeitig aufgrund des Corpse Paints erahnen. Trotz ihres Slots am Nachmittag und einer schlichten Bühnengestaltung, mangelt es nicht an Atmosphäre, auch wenn es für Black Metal eigentlich VIEL zu heiß ist. Nicht zu unterschlagen ist hierbei, dass es sich lediglich um drei Musiker handelt und E-Bassist Nag und Gitarrist Draugluin sich die Vocals teilen – ähnlich wie bei Dying Fetus – und dass das Ganze besser klappt als bei vielen Bands mit mehr Mitgliedern. Diese Gruppe hat sich ihren guten Ruf im Untergrund wirklich verdient!

Die nachfolgenden Obscura sind in der Vergangenheit nie richtig im Gedächtnis hängengeblieben, das ändert sich heute auf einen Schlag. Schon vor Beginn werden Obscura-Rufe laut und die Pommesgabel bis zum Anschlag in die Höhe gestreckt. Von Steffen Kummerer hätte man sich niemals vorstellen können, dass er einen fiesen Growl-Gesang perfekt beherrscht. Doch man wird mal wieder eines Besseren belehrt: Steffen Kummerer haut eine Salve harter Shouts nach der anderen im sehr technisch angehauchten Death Metal heraus, der auf starke Melodien setzt, die auf Höchstgeschwindigkeit heruntergespielt werden. Stampfende Riffs, ein mitreißender Track Omnivium zu Beginn und die ein interessantes Set von Anfang bis Ende sorgen für einen sehr guten Auftritt seitens Obscura.

Die Geschichte Helrunars und meine Beharrlichkeit, diese Gruppe live zu gucken, erinnert mich an die von Sysiphus: Immer wenn ich denke, dass es diesmal klappt, werde ich kurz vorm Ziel mehr oder weniger enttäuscht. Das Liedmaterial von Helrunrar ist so unglaublich gut, aber die Livepräsenz ist nach wie vor… ausbaufähig. Mich persönlich ärgert es, das so offen sagen zu müssen, aber mir sagt die Ausstrahlung von Frontmann Skald Draugir nicht zu. Außerdem kommen die Lieder auf Platte besser rüber, da sie von vielen Nuancen leben, die live durch den Qualitätsverlust verloren gehen. So werde ich mir wohl auch in Zukunft die Band live angucken, wenn sie auf Festivals spielen und die Musik zu Hause hören (wobei Árstíðir Lífsins mittlerweile mehr Spielzeit einnimmt) und weiterhin hoffen, dass man an den Liveauftritten arbeitet.

Letztes Jahr auf dem Summer Breeze mit Kabelproblemen gesehen, darf ich die Truppe von Desaster heute ohne technische Schwierigkeiten, aber mit viel mehr Spielzeit als erwartet erleben: Die Umbauphase wird von der Band nach fünf Minuten beendet, so dass sie zehn Minuten länger spielen können und dann überzieht die Gruppe auch noch eine ganze Weile, weil Impaled Nazarene Probleme mit dem Auto haben. So entwickelt sich Desasters Auftritt zu einem kleinen Marathon, der aber so wirkt, als ob er von vornherein so geplant war. Die Jungs haben mit diesem Auftritt auf jeden Fall eine Menge Pluspunkte gesammelt: Einerseits die Motivation, früher anzufangen, anderseits die Bereitwilligkeit, dann auch noch länger zu spielen, ohne jammern zu müssen, hat mich sehr überzeugt. Hinzu kommt dann natürlich noch gutes Songmaterial. Klasse!

Die gepflockten Nazarener haben ein kaputtes Auto und einen Auftritt, den sie unmöglich rechtzeitig beginnen können. 15 Minuten sollte der Auftritt nun schon gehen, da kommt der Veranstalter und klärt die wartenden Fans auf: Die Band ist 8 Kilometer vom Party.San entfernt. 5 Minuten(!) später stürmen Impaled Nazarene in Freizeitkleidung auf die Bühne, Frontmann Slutti666 entschuldigt sich kurz, setzt ein „Scheiß aufs Intro, scheiß auf die Show, wir fangen jetzt an“ hinterher und legt DIREKT los (bei dem „an“ setzt die Band schon ein). Keine Flaggen, eine kahle Bühne und eine rasende Band. Geil! Der mit Abstand authentischste Auftritt. Damit hat die Band sich eine Menge Pluspunkte gesammelt, zumal auf lange Ansagen verzichtet wird. Würden andere Bands nicht auf Spielzeit verzichten, ist nach 35 Minuten Schluss, man hat aber nicht das Gefühl, als hätte man Material rausgeworfen, sondern einfach schneller gespielt. Sympathischer geht’s kaum. Ärgerlich jedoch: Aus den 20 Minuten Verzögerung werden im Laufe des Tages 60! Unter dem Motto „Jetzt ist der Zeitplan eh kaputt“ scheint man mit Freude die Gelegenheit zum Trödeln genutzt haben…

Endlich ist das Werk vollbracht: Ich habe mit Destruction ALLE großen Thrash Metal-Bands live gesehen, ebenso mein 16-jähriger (!) Bruder. Die Welt geht übrigens nicht unter, auch wenn ich damit gerechnet habe. Der Auftritt erinnert mich, wer hätte es gedacht, an die Shows von Sodom oder Kreator. Frontmann Schmier findet es scheinbar „sehr geil“, so wie er mehrfach sagt. Die Ansagen wirken insgesamt ein wenig hilflos, aber sympathisch. Ein guter Auftritt, der auch dem Publikum gefällt.

Richtige Tanzstimmung und Lust zum Schunkeln kommt bei den Finnen Korpiklaani aus Lahti auf. Die Pagan Folk Metal-Band spielt ein insgesamt hartes Party.San-Set mit unter anderem Journey Man und God Of Wind (als „harte“ Version). Die Einflüsse aus der traditionellen Volksmusik lassen die Besucher vor der Bühne das Tanzbein schwingen und animieren zum Mitfeiern. Abwechslung kommt auch immer wieder durch die Klänge der reinen Instrumentalstücke auf. Sänger Jonne Järvelä springt, tanzt und singt fröhlich auf der Bühne rum und begeistert die Fans mit ihrer Musik. Die letzten beiden Songs bringen nochmals ordentlich Schwung in den Auftritt. Bei Vodka und Beer Beer gehen schließlich alle gewaltig ab und Korpiklaani werden mit Geschrei nach Applaus verabschiedet.

Wenn die Erwartungen zu hoch sind… Bei Carcass gehen die Meinungen schon während des Auftrittes auseinander: Die einen jubeln, die anderen sind enttäuscht. Ich selbst kann es gar nicht genau sagen, ob das, was ich sehe, jetzt supertoll oder grottig ist; es schwankt. Ich kann beide Seiten sehr gut verstehen: Das neue Album ist noch nicht auf dem Markt und es wird scheinbar einiges vom neuen Material gespielt. Die Soundsamples nach JEDEM Lied nerven, dafür sind vor allem die Lieder Corporal Jigsore Quandary und Heartwork extrem gut gelungen. Die Tempiwechsel in vielen der Lieder, die teilweise nur zwei Takte lang sind, empfinde ich nach drei Tagen Festival um die Uhrzeit eher als stressig und die Band insgesamt etwas zu statisch. Obwohl die Band sich im Laufe ihrer Karriere musikalisch weiterentwickelt hat, merkt man davon live nichts: Die Lieder klingen bisweilen sehr ähnlich, eine Ausweitung wäre eine gute Sache gewesen, um mehr Abwechslung ins Ganze zu bringen. Nach dem Konzert stehe ich, wie gesagt, mit gemischten Gefühlen da: Ohne den großen Namen und die hohen Erwartungen würde ich den Auftritt im oberen Mittelfeld einordnen, aber dafür, dass es Carcass war, war es mir zu wenig.

Venom beginnen, als sie eigentlich aufhören sollten und trotzdem ist es extrem voll vor der Bühne: Die historisch gesehen unfassbar wichtige Band ist der absolute Headliner des Festivals, dass es ohne die Gruppe nicht geben würde. Quasi jeder extremere Stil hat seinen Ursprung in Venom und auch wenn die Musik nicht die meine ist, möchte ich zumindest Cronos einmal live sehen, dem, dem ich meine Musik in gewisser Weise zu verdanken habe. So geht es übrigens vielen Besuchern des Party.Sans, wie ich in den Tagen zuvor erfahren habe: Einmal Venom live sehen! Die Musik ist eigentlich gar nicht so passend fürs Festival – böse gesagt spielt die Gruppe Heavy Metal mit satanischen Texten. Dafür, dass Cronos 51 Jahre alt ist, hat er sichtlich viel Freude an dem, was er tut und auch wenn ich nicht allzu viele Lieder kenne, liefert das Dreigespann einen gelungenen Abschluss des Party.San Open Airs 2013.

Wie schon im Vorjahr ist bei der durch die Bank weg guten Musik auf der Hauptbühne die Tent Stage beim Time For Metal-Team etwas untergegangen. Öfter mal haben wir dennoch einen Blick ins Innere gewagt und dort meist ein Dutzend Headbanger betrachtet, die zu den Newcomern und Underground-Größen beachtlich gefeiert haben. Auch wenn wir die zweite Bühne kaum genutzt und nur punktuell etwas vom Geschehen mitbekommen haben, möchten wir behaupten, dass sich diese stattlich etabliert hat und vom Party.San Open Air nicht mehr wegzudenken ist!

Fazit Rene: Zuallererst: Ein Festival muss nicht teuer sein, um den ganzen Tag mit guter Musik versorgt zu werden und trotzdem ordentlich was in die Figur bzw. auf die Leber zu bekommen. Bester Freund beim Food: Die Gerichte bei Brathahn statt Satan! Getränke waren wie immer Top, kaltes Köstritzer hell sowie dunkel für 2,50 Euro – das ist doch ein Traum! Brutz und Brakel haut auch 2013 den schlimmsten Säufer aus dem Leben, was echt abgefahren ist! Auftritte, die man bei den Newcomern Farsot, Graveyard und Skeleton Remains so schnell nicht vergisst. Im Mittelfeld starke Shows von Carpathian Forest, Primordial, Tsjuder und Demonical. Bei den Top Acts haben sich Hypocrisy und Venom ganz klar unsterblich gemacht: 2014 kann also kommen!

Fazit Gordon: Ich habe viel vom Party.San erwartet und viel bekommen: Die Fahrt hat sich gelohnt. Nicht nur, dass das Line-Up großartig war (ein gesunder Mix aus guten Genres und eine gelungene, fast perfekte Running-Order) und man maximal über die Länge der Spielzeiten meckern könnte (30 Minuten sind für egal welche Band zu wenig…), auch das ganze Drumherum war perfekt. Meine Gruppe und ich hatten wirklich Glück gehabt, von coolen Zeltnachbarn (Grüße an Bautzen, Frankfurt, Frankreich und die Band Ahnengrab!) umgeben zu sein und auf einer Veranstaltung zu sein, deren Veranstalter nicht der Raffgier erlegen zu sein scheint und dafür gesorgt hat, dass alles wirklich BEZAHLBAR war (2,50€ für 0,4 Liter Bier ist sogar unter Kneipenniveau). Das Party.San gehört auch im 19. Jahr zu den Vorzeigefestivals, das zeigt, was Besucherfreundlichkeit ist: Erreichbare Bühnen, die Möglichkeit, alles zu sehen, was man sehen will, ein für Festival prädestiniertes Gelände und angenehme Besucher. Was will man mehr?

Fazit Arkona1988: Das Party.San Open Air 2013 ist erneut gut besucht und auch Metalheads aus unseren Nachbarländern sind zahlreich vertreten. Viele Besucher nahmen eine weite Anreise auf sich und wurden mit guten Gigs wie z.B. von Carpathian Forest, Tsjuder, Unleashed und Alcest belohnt. Abgerundet von gutem Wetter und fairen Preisen im Allgemeinen zeigte sich das Party.San Open Air von seiner besten Seite.

Fazit Lotusbleute86: Am 8. August 2013 geht’s Richtung Schlotheim, genauer zum Flugplatz Obermehler, um das Party.San Open Air zu genießen. Dort angekommen, bin ich sofort von der Location und der guten Organisation begeistert, alles passt perfekt. Das Wetter spielt bestens mit und auch Sonnenbrandgefahr ist gegeben, also können die langen Sachen im Gepäck bleiben. Für ausreichend Sanitäranlagen sowie Speis und Trank ist gesorgt. Von Pizza über Döner bis hin zu Vegetarischem ist alles vorhanden und auch die Getränkepreise können sich sehen lassen, leckere Cocktails – welche es in sich haben – bekommt man bei Brutz und Brakel, wo der Strohhalm durch den guten Alkoholgehalt von selbst im Becher steht und für 4 € definitiv zu empfehlen ist. Die Metalheads haben genug Platz zum Campen und auch auf dem Festivalground verteilt sich die Menge gut, man steht sich also vor der Bühne nicht auf den Füßen und hat nebenbei auch noch die Möglichkeit, es sich auf der Rasenfläche gemütlich zu machen. Durch einige Merchandise Stände kommt man auch in den Genuss, manche Entdeckungen zu guten Preisen zu machen.

Am Donnerstag beginnt der musikalische Teil um 16:30 Uhr mit Bombs Of Hades. Überraschend sind Carpathain Forest und auch der heutige Headliner Heaven Shall Burn hat eine gute sowie solide Show gespielt – die Saalfelder aus der deutschen Metalcore-Szene zeigen musikalisches Können und sind aus gutem Grund ganz oben mit dabei – das merken auch die Party.San-Gänger dieses Jahr und feiern ordentlich mit ab.

Am Freitag beginnt nach gutem Frühstück und Kaffee aus dem Frühstückszelt (zu fairem Preis) die Party mit Gutalax, die wider Erwarten gute Stimmung in die Meute bringen und alle sofort munter machen. Einfach fantastisch und stimmungsvoll bringen Primordial aus Irland ihre musikalische Darbietung rüber und jeder einzelne vor der Bühne gerät ins Mitfeiern. Abschließen dürfen diesen ereignisreichen Tag Hypocrisy, welche mit einem eingängigen Bühnenbild und einem mal wieder sehr präsenten Peter Tägtgren einfach nur geil sind und durch ihre Musik jeden Metalhead zum Mitgrölen animieren, sodass man danach fix und fertig ins Zelt fallen kann.

Auch am Samstag kann man bereits um 12:00 Uhr den Bands auf der Bühne lauschen und feiern. Am heutigen Tage fallen Tsjuder durch ihre Gesichtsbemalung ins Auge. Gute Partylaune und Tanzstimmung kommt mit Korpiklaani auf, die mit Pagan/Folk Metal zum Tanzbeinschwingen animieren. Das Party.San Open Air schließt mit einiger Zeitverzögerung von Venom ab, deren zweites Album Black Metal der Namensgeber für die gleichnamige Musikrichtung war und viele zum Wachbleiben angeregt hat. Nach einem insgesamt gut gelungenem Festival und viel Erlebtem kann man mit ruhigem Gewissen den Samstag bei der Metaldisco ausklingen lassen, wo jedoch ABBA-Songs den Vorrang haben. Aber zumindest herrscht dadurch gute Partystimmung und ein jeder Metaller kann auch diese Songs mitsingen. Sonntag treten wir den Heimweg an und sind froh, dem Party.San Open Air gefrönt zu haben.

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