Pitch Black Summer – Carach Angren und Support am 26.06.2019 im Turock, Essen

Eine sehr eigenwillige Show des Headliners

Eventname: Pitch Black Summer 2019 

Headliner: Carach Angren

Vorbands: Wolfheart, Thy Antichrist, Nevalra 

Ort: TurockViehofer Platz 3, Essen 

Datum: 26.06.2019

Tickets: AK 25€, VVK 20€ 

Genre: Black MetalSymphonic Black Metal  

Veranstalter: Turock GmbH https://turock.de/

Link: http://www.carach-angren.nl/

 Ziemlich spät an diesem Mittwoch Abend betrete ich das leider nicht gut gefüllte Turock in Essen. So spät, dass ich sowohl die Kolumbianer von Thy Antichrist mit ihrem klassischen Black Metal, als auch die aus den USA stammenden Nevalramit ihrer gelungenen Mischung aus Death und Melodic Black Metal, verpasse. Die Luft ist sowohl draußen als auch in der Halle unerträglich heiß und stickig, was auch die meisten Nichtraucher während der Umbaupause dennoch nach draußen treibt, denn dort zirkuliert die Luft wenigstens noch. Als dritte Band des Abends kommen Wolfheart aus Finnland auf die Bühne. Unter doch starkem Applaus schmettern die Jungs ihre ersten Songs den Hörern um die Ohren. Zwar entschuldigt sich Bassist Lauri Silvonen schon vorab, dass alle durch die Hitze müde und erschöpft seien, davon kann man zu späterer Stunde nichts mehr merken. Ein knallhartes Stück folgt dem anderen, und die Performance der Finnen lässt nichts zu wünschen übrig. Gut gelaunt und doch voller Energie liefern sie eine geniale Show ab, die einige dazu verleitet, doch die Köpfe kreisen zu lassen.  

So gut angeheizt warten die tapferen Gäste nun auf den lang ersehnten HeadinerCarach Angren! Majestätisch, wie man sie kennt, betreten die drei Limburger die Bühne. Mit ihren düsteren Kostümen und Masken, welche Frontmann Seregor selbst herstellt, beginnen sie direkt mit einer Show die nichts zu wünschen übrig lässt. Nach ebenfalls kurzer Ansage – sogar auf deutsch – und Danksagungen an die Fans, die trotz des Wetters unter der Woche zum Konzert erschienen sind, geben die Niederländer Vollgas. Ob bedrohlich marschierend zu Pitch Black Box, theatralisch leidend zu The Funerary Dirge Of A Violinist oder verschwörerisch zu Bloodstains On The Captains Log – jede Geste, jeder Gesichtsausdruck sitzt perfekt. Das Publikum weiß die Show sehr zu schätzen, besonders als Seregor hinter der Bühne seine Blood Queen hervorholt. Alle ahnen, welche Morbidität den Zuschauer erwartet, als das Tuch fällt und eine massakrierte Schaufensterpuppe preisgibt. Bevor das nächste Lied beginnt, geht eine Frage an die Damen im Publikum :”Wer möchte meine nächste Blood Queen sein?” Eine junge Dame scheint diese Frage schon zu erwarten, denn keine meldet sich so schnell freiwillig wie sie. Während des darauffolgenden Songs wird der stillen Dame auf der Bühne die Kehle durchgeschnitten, dass das Blut nur so spritzt und in einer sehr hingebungsvollen aber etwas fragwürdigen Art durch den Frontmann abgeleckt, nur um es dann der nächsten Blutkönigin in den Mund laufen zu lassen. Ein wenig kontrovers ist dies bestimmt, aber den Fans und ganz besonders der überaus flinken Freiwilligen, scheint auch dieser Teil der Show zu gefallen. Allgemein kann man über die Dekoration und die Kostüme der heutigen Hauptakteure sicherlich viel diskutieren, aber die Passion, mit der sie jede Bewegung auf der Bühne vollführen und ihre Instrumente spielen, überzeugt schlichtweg. Auch von der zunehmend stickigen Luft in der Halle lässt sich die Band nicht beeindrucken und spielt weit über eine Stunde ohne große Pausen oder Unterbrechungen, lediglich die Masken werden passend zu den Songs gewechselt. So viel Energie wünsche ich mir in letzter Zeit besonders von den Größen der Szene zunehmends und freue mich somit umso mehr, dass eine neue, individuelle Generation des melodischen Black Metal bereit ist, die Nachfolge anzutreten. Für mich ein rundum gelungenes Konzert, welches definitiv Lust auf mehr gemacht hat. 

 

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