Presented by TFM.rocks: The Reunion Of Pyracanda – am 08.02.2020 live im JUZ in Andernach

Pyracanda sind zurück und geben ihren Reunion Einstand im JUZ in Andernach

Bands: Pyracanda, Metal Inquisitor, Angel Dust, Addict

Ort: JUZ Andernach, Stadionstr. 88, 56626 Andernach

Datum: 08.02.2020

Kosten: 20 € VVK, 25 € AK

Genre: Thrash Metal, Speed Metal, Power Metal, Heavy Metal

Besucher: ca. 500 Besucher

Veranstalter: A Chance ForMetal www.acfm.info

Link: https://www.facebook.com/events/774170056343737/

Setlisten:

Addict

  1. Endtime
  2. We Are Antisocial
  3. Bang Or Die
  4. Sick Masses
  5. Abaddon
  6. I Want More

Angel Dust

  1. Let Me Live
  2. The One You Are
  3. Never
  4. Nightmare
  5. Addicted To Serenity
  6. Sick
  7. Border Of Reality
  8. Bleed
  9. Cross Of Hatred (Zugabe)

Metal Inquisitor

  1. Free Fire Zone
  2. Persuader
  3. Beyond Nightmares
  4. Call The Banners
  5. Discipline and Punish
  6. Infamia
  7. Bernardo
  8. Zombie
  9. Run For Your Life
  10. Daze Of Avalon
  11. Confession (Zugabe)

Pyracanda

  1. Challenge Cup
  2. Two Sides Of A Coin
  3. Delirium
  4. Terror
  5. Dragons Cult
  6. Don’t Get Infected
  7. Dreamworld
  8. Rigor Mortis
  9. At The Abbyss
  10. Top Gun
  11. Skandal Im Sperrbezirk (Zugabe)

Heute ist es endlich soweit! Der 08.02.2020 wird in die Annalen des JUZ in Andernach eingehen, denn an diesem Tag kommt es zum Reunion-Konzert von Pyracanda. Bereits im Sommer 2019 wurde die Reunion von Pyracanda bekannt gegeben. Ich durfte mit der Band ein Shooting machen und somit für die offiziellen Bilder der Band sorgen.

Früh ist über diverse Foren/Facebookgruppen bekannt, dass es heute Abend im JUZ in Andernach richtig voll wird. Da wird kräftig die Werbetrommel gerührt!

Früh genug vor Konzertbeginn sind die „üblichen Verdächtigten“ bereits anwesend. Ein Hallo da, ein Hallo dort. Klar, es ist wieder die Koblenzer Metalszene vertreten, aber auch überregional sind eine Menge Fans angereist, die sich die Reunion von Pyracanda natürlich nicht entgehen lassen wollen.

Fast pünktlich beginnt der heutige Abend mit den Thrashern Addict aus Mülheim-Kärlich/Koblenz. Addict bringen den Spirit der Achtziger und Neunziger in Verbindung mit klassischem Thrash Metal auf die Bühne. Richtig schöner, geiler oldschool Thrash, der die Headbanger aufwärmt und die Haare (so sie noch da sind) zum Fliegen bringt. Heute sind auch eine Menge Jungs mit Glatzen da, was nicht politisch gemeint ist, sondern dem Durchschnittsalter des Abends Tribut zollt.

Addict bringen die Meute gleich von Beginn an in Wallung. Die Formation um Frontmann Patrick Schöne hat es drauf und spielt heute einen richtig geilen Gig. Sie sind in Wahnsinnsform und können hier vor heimischem Publikum richtig aufheizen und punkten. Auf der Setlist sind einige Songs des kommenden Albums, aber auch die Klassiker Abaddon und I Want More vom ersten Album Storm Of The Dead (2015). Auf das neue Album bin ich jetzt richtig gespannt, denn dazu möchte ich dann doch ein Review zu machen. Das sage ich nach dem Gig auch Patrick Schöne.

Franco Amenta, der alte Gitarrist, hat die Band leider im Frühjahr des letzten Jahres aus familiären/persönlichen Gründen verlassen, steht der Addict Family jedoch immer noch nahe. Für ihn ist an dem Sechssaiter neu hinzugekommen ein junger Mann namens Loc. Jener Loc Tran dürfte zumindest im regionalen Raum kein Unbekannter sein, denn er war der Zerstörer bei Six Reasons To Kill. Mein Gott, von denen habe ich zu Hause im Plattenschrank auch noch was stehen. Mike Wiederstein (Bass) und Ronny Zeche (Schlagzeug) komplettieren das saustarke Quartet. Dass Loc Tran ein Zerstörer an der Gitarre ist, wird von der ersten Sekunde an klar. Apropos Six Reasons To Kill: Da war der heutige Pyracanda und Caliban Drummer Patrick Grün auch schon mal Bandmitglied.

Sehr, sehr geil, was das Quartett hier in der bereits richtig gut gefüllten Halle anstellt. In der hiesigen Szene bekannt, konnten sie bei ihren bisherigen Auftritten immer überzeugen. Mich haben Addict, seitdem ich sie das erste Mal gesehen habe, auf jeden Fall permanent begeistert. Heute hat man noch einen drauf gesetzt, alles voller Leidenschaft! Das kommt beim Publikum super an.

Nicht nur ich bin vom heutigen Auftritt von Addict fasziniert! Das hört man in der Umbauphase überall, was die Jungs heute doch für ein Brett gespielt haben! Das sage ich auch Patrick Schöne. Der einzige Makel ist leider, dass die Band nur ca. 30 Minuten Zeit hatte. Patrick meint nur: „Das ist eben so, wenn vier Bands spielen und man die erste Band ist.“ Sehr cool, das nächste Mal will ich aber ein längeres Set sehen und hören.

Weiter geht es mit Angel Dust. Angel Dust aus Dortmund (es gibt mindestens noch vier weitere Angel Dust im Metal) haben mit Alben wie Border Of Reality, Bleed und Enlighten The Darkness Metalgeschichte geschrieben. Für viele Fans die beste Phase der Band. Die Alben entstanden in der Zeit von 1998 bis 2000 und wurden allesamt vom renommierten Label Century Media veröffentlicht! Von 2010 bis 2016 war es erneut still um die Band, die ursprünglich aus dem Speed/Thrash Metal kommt und ihre Flügel bis hin zum Melodic Power Metal geschlagen hat. Aus den Anfängen der Speed/Thrash Metal Zeit ist bei der Band, die schon einige Line-Up Wechsel vollzogen hat, heute Abend kaum was zu hören. So gibt es ein stark Power Metal lastiges Set der oben erwähnten Alben aus der Zeit von 1998 bis 2000 heute Abend. Lichttechnisch ist die Band sehr gut in Szene gesetzt. Auch heute Abend gibt es wohl wieder etwas Bewegung im Line-Up. Man munkelt, dass am Bass heute nicht das Gründungsmitglied Frank Banx steht. Keine Ahnung, ich kenne die einzelnen Bandmitglieder nicht. Man ist es ja gewohnt in der Band, durchzuwechseln. Aus den Anfangstagen der Band ist heute nur noch Dirk Assmuth an den Drums dabei.

Die Setlist spaltet die Fans doch ein wenig. Die Stimmung ist zwar richtig gut, wobei es im Anschluss einige Fans jedoch bedauern, dass aus ihrer Sicht einfach kein Speed/Thrash Metal aus den Anfängen auf der Setlist stand. Speed/Thrash Metal mit Keyboard ist aus meiner Sicht auch ein wenig schwer rüberzubringen. Daher bin ich gar nicht so verwundert. Die Fans der Band warten auf ein neues Album, denn das letzte Album der Band ist immerhin schon von 2002. Viele der Fans fühlten sich jedoch vorhin bei Addict besser aufgehoben, so jedenfalls der Tenor in der Umbauphase. Merch ist am Stand kaum was von der Band vorhanden. Tonträger sind komplett fehl am Platze.

Weiter geht es mit den nächsten Lokalmatadoren. Die Kult-Inquisitoren Metal Inquisitor aus Koblenz rocken den heutigen Abend. Es dauert etwas, bis tonmäßig alles stimmt. Dann gibt Frontmann El Rojo das Zeichen: „Also bei mir ist alles klar, es kann losgehen.“ Sie haben schon mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel, trotzdem sind sie voller Spielfreude am heutigen Abend. Wir hätten sie ja eigentlich schon beim Ironhammer Festival im letzten Jahr hier sehen sollen. Das mussten sie leider kurzfristig absagen, da Gitarrist Blumi ausgefallen ist. Ohne ihn geht es nun mal nicht. Metal Inquisitor spielen heute Abend so auf, als wenn sie den letztjährigen Ausfall hier doppelt nachholen müssten. Das ist schon recht geil, wie die Jungs hier abgehen. Solch eine Spielfreude hätte hier wohl kaum einer erwartet. Man merkt den Jungs Blumi, El Rojo, T.P., Cliff Bubenheim und Havoc die Energie und den Ehrgeiz an, heute Abend hier unbedingt abzuliefern. Einige Bandmembers sind auch bei anderen Bands noch sehr aktiv. So zum Beispiel Havoc an den Drums noch bei den Heavy Doomern von Moontowers. Havoc hat bereits leider den Austritt bei Metal Inquisitor bekannt gegeben. Er wird nach 20 Jahren die bei Massacre Records unter Vertrag stehende Band verlassen. Heute ist also nochmals die Gelegenheit, Metal Inquisitor in der Besetzung mit Havoc zu erleben.

Im Januar letzten Jahres haben sie ihr neues, mittlerweile fünftes Album mit dem Titel Panopticon herausgebracht. Songs von diesem Album stehen, neben alten Klassikern, natürlich auf der heutigen Setlist. Metal Inquisitor machen klassischen Metal, stark an den 80ern- und NWOBHM orientiert (Saxon und Iron Maiden lassen grüßen). Live nochmals etwas flotter gehen sie heute richtig ab. Songs aller bisherigen Alben der Schaffensphase werden dargeboten.

Umbauphase, einige Fachgespräche vor der Tür und weiter geht es mit Pyracanda. Ich muss an dieser Stelle noch mal auf die Geschichte der Band eingehen. Pyracanda wurden im Jahre 1987 gegründet und veröffentlichten 1990 ihr Debüt Two Sides Of A Coin bei Charly Rinne’s No Remorse Records (Blind Guardian, DimpleMinds, Grinder).
Nach der Auflösung von No Remorse Records erschien 1992 das zweite Album Thorns bei Aaarrg Records.

Beide Alben werden heute als Klassiker deutschen Thrash/Speed Metals betrachtet. Nach zahlreichen ausverkauften Livekonzerten kam Ende 1992 Patrick Grün, heute Caliban, als neuer Drummer in die Band. Als Gitarrist Sven Fischer 1994 ein Angebot von Rage annahm, entschied man, Pyracanda ruhen zu lassen. Noch einmal, nämlich 2010, gab es ein schnell ausverkauftes Konzert zum 20. Jubiläum des teutonischen Thrash/Speed Klassikers Two Sides Of A Coin. Dann wurde es wieder still.

Im Sommer 2019 gab es mehrere Bandproben, zu denen Patrick Grün seinen Caliban Kollegen Denis Schmidt mitbrachte. Die Chemie stimmte von Anfang an, sodass Patrick Grün schließlich auf seinem Facebook-Account verlauten ließ: “My blast from the past is re-united again and we are doing things again from now on!”

Pyracanda haben sich nun also offiziell reformiert! Neben den beiden bereits erwähnten Caliban Musikern Patrick Grün (Schlagzeug) und Denis Schmidt (Gitarre) gesellen sich Dennis Vaupel (Gitarre), Dieter Wittbecker (Bass) und Hansi Nefen (Gesang) als Pyracanda Urgesteine dazu. Ich durfte die Band schon im Sommer letzten Jahres anlässlich eines Fotoshootings kennenlernen. Dabei kamen die aktuellen Bandfotos und ein Interview mit Dieter Wittbecker heraus (hier nachzulesen).

Die Fans erwarten die fünf Musiker natürlich voller Ungeduld. Mit Hansi Nefen und Dieter Wittbecker habe ich vorhin zwischen den Umbauphasen bereits gesprochen. Und klar, die sind schon etwas nervös und mindestens genauso gespannt ihre Fans.

Im Dunklen geht es dann schlagartig mit Challence Cup vom Album Two Sides Of A Coin los. Das ist nur der Songtitel und das Ganze hier ist natürlich keine Challenge/kein Wettbewerb. Aber genauso legen die fünf Männer auf der Bühne los, als ob das hier die Challange Of Life wäre!

Da kracht und donnert es richtig. Immer wieder blitzt es und lässt die Silhouetten der Musiker aufleuchten. Lichttechnisch, neben dem Sound, glänzend in Szene gesetzt. Patrick Grün, im Hintergrund an seiner Maschinerie etwas erhöht sitzend, treibt die Jungs wie die Wildsäue vor sich her. Die Musiker geben in allerbester Speed Metal Manier richtig Gas. Voller Gitarrensound, tolle Bassläufe und ein stimmlich sehr gut aufgelegter Hansi Nefen lassen den Gig hier förmlich explodieren. Bereits nach dem ersten Song frenetischer Jubel beim Publikum. Dem Quintett auf der Bühne merkt man regelrecht an, dass es sich mit dem ersten Song etwas gelöst hat. Jetzt geht es anschließend richtig zur Sache. Mit Two Sides Of A Coin geht es weiter. Dieser Song ist übrigens nicht der Titelsong des gleichnamigen Albums, sondern ein Song vom Album Thorns, von dem auch noch Dragons Cult und At The Abyss am heutigen Abend hier gespielt werden. Spätestens jetzt ist bei allen die Stimmung gelöst. Zwischendurch wechselt Patrick Grün für einen Song die Drumsticks mit seinem Vorgänger bei Pyracanda. Songs des Albums Two Side Of A Coin stehen auf der to To List und werden gefeiert. Die Fans sind heute wegen Pyracanda hier und kennen natürlich die Songs, die sie abfeiern.

Das Ding wird heute Abend natürlich zerlegt. Wenn Pyracanda schon einmal entfesselt sind, dann eben richtig. Das hat sich dann auch richtig gelohnt für die Fans, die aus nah und fern dabei gewesen sind. Unter den Fans sind wohl auch zwei Fans extra aus Spanien angereist, wenn ich es richtig verstanden habe. Hansi Nefen bedankt sich bei allen, die der Band diesen großartigen Reunionabend hier ermöglichen. Im Anschluss geht es für einige noch zur After Show Party in den Florinsmarkt nach Koblenz.

Fazit: Sehr gelungenes und fantastisches Reunionkonzert von Pyracanda im JUZ in Andernach. Pyracanda kamen, wie eigentlich nicht anders erwartet, bei ihren Fans außergewöhnlich gut an. Der erste Gig hier in Andernach macht Lust auf mehr. Mehr wird es auf jeden Fall geben. Bereits am 12.09.2020 werden Pyracanda erneut im JUZ zu sehen und zu hören sein. Denn dann treten sie auf dem jährlichen Ironhammer Festival auf. Ein weiterer großer Name dort werden die legendären Jag Panzer sein.

Weitere Beiträge
1. A.R.A. Open Air in Ahe bei Rinteln