Revolt! Die Erste 2012! Am 20.01.2012 im Bambi Galore, Hamburg

“Revolt! Die erste 2012!

Bands: Headshot, Tragic Cause, Seita

Location: Bambi Galore, Hamburg/Billstedt

Homepage: http://www.bambigalore.de/

Datum: 20.01.2012

Kosten: VVK: 8 Euro, AK: 10 Euro

Besucher: ca. 60 Leute

Es geht wieder los!. Das Bambi öffnet zum ersten Mal im Jahr 2012 seinen Konzertsaal und es geht direkt mit einem hammer Programm los. Harten Thrash wird man heute kredenzen, der nicht zuletzt durch den starken Headliner Headshot einen gelungen Abend verspricht. Man hat keine Kosten und Mühen gescheut, um auch die Holländer von Seita sowie die mittlerweile sehr bekannte Hamburger Truppe von Tragic Cause ins Boot zu holen. Der Saal ist geputzt und gebonert, sodass die Besucher zahlreich erscheinen können. Die Bands stillen ihren Hunger beim bereitgestellten Essen und knüpfen Kontakte zum internationalen Act.

Die Vorfreude ist allen anzumerken und man geht positiv ins neue Jahr. Die Besucher erscheinen nach und nach, sodass sich die Location langsam fühlt. Die erste Band schickt sich an, ihren Soundcheck zu vollführen, damit es mit sattem Sound losgehen kann.

Seita ist eine sympathische Band, die in den Niederlanden ansässig ist, aber dessen Mitglieder aus Brasilien sind. Dennoch sind sie eine sehr offene Truppe, die ein freundliches Auftreten hat und sich den Fans nah präsentiert. Ihre Machart ist wirklich außergewöhnlich, denn sie bringen mehrere Genres zusammen und vergessen auch die heimatlichen Klänge nicht. Der Sound ist ein wenig verunglückt, denn der Sänger ist etwas leise zu hören, dafür krachen die Gitarren und die Drums umso heftiger. Brachial und aggressiv sind die meisten Songs, die im rasanten Tempo begonnen werden, aber genauso ruhige Passagen besitzen. Wechsel im Rhythmus sowie zahlreiche Breaks lockern die Titel auf und machen enorm Spaß. Das Publikum ist begeistert von den Niederländern und feiert ordentlich mit. Sänger Michel Gambini animiert die Zuschauer zum Mitmachen und zeigt eine große Bühnenpräsenz. Das brasilianische Feuer ist deutlich zu spüren, obwohl die Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt ist, da die Bühne heute etwas klein gehalten wurde. Gesanglich bietet der Frontmann ein breites Spektrum und beherrscht aggressives Growling in Kombination mit hohem Scream. Ein wunderschönes instrumentallastiges Stück ist Reborn In Fire, welches das grandiose Zusammenspiel der ganzen Band zeigt. Vielseitiges Riffing, dazu heftige Doublebass und stetige Wechsel in der Melodie zaubern ein brillantes Klangerlebnis. Als Opener ist die Band perfekt gewählt und lockert die gesamte Atmosphäre im Saal auf. Die Zuschauer applaudieren, moshen oder grölen Zuspruch, sodass die Truppe mit diesem Auftritt mehr als zufrieden sein darf.

Nach einer guten Stunde – oder auch weniger – ist ihre Show vorbei und man geht ausgepowert, aber mit glücklichen Gesichtern von der Bühne. Als nächstes wird die Hamburger Thrash Metal-Band um Frontmann Alex Hoffmann die Bühne entern. Die Fans sind bester Laune und sind wohl gerade wegen den Nordlichtern ins Bambi gekommen.

In der letzten Zeit gab es etwas Trubel in der Band, denn es stieß ein neuer Gitarrist hinzu, der allerdings nach kurzer Zugehörigkeit wieder ausstieg. Somit bleibt die Formation beim Trio, wie man Tragic Cause auch kennt und ihre Qualität ist bleibt auf hohem Niveau. Der Sound wurde besser angepasst und die aggressive Stimme des Frontmannes wirkt satter und wird nicht überlagert von den Instrumenten. Planet Thrash bildet den Auftakt einer kraftvollen Darbietung, die mit viel Humor gespickt ist. Die Fans gehen ab, bilden einen Crazytrain und rennen wie bei einer Polonaise durch die Massen. Bassist Sandro mischt sich unters Volk und schrammelt sein Riffs in Begleitung der Audienz. Die Jungs haben extreme Lust zu spielen, denn sie wirken locker und gelöst. Natürlich dürfen Titel wie Hail und Rise nicht fehlen, die jeder Fan mittlerweile mitsingen kann und die echte Ohrwürmer sind. Ich habe schon öfter über die Band berichtet und man kann es nie oft genug sagen, aber Tragic Cause ist ein Trio, welches die harte Richtung lebt und liebt. Sie bringen viel Herzblut in die Songs und verbinden persönliche Ereignisse mit sozialkritischen Themen in ihren Texten.

Eine Danksagung, die eigentlich zu selten kommt, ist die für unseren Veranstalter, den Flo. Tragic Cause spricht ihm ein großes Lob aus und wünscht ihm viele gute Konzerte für dieses Jahr. Flo ist sichtlich angetan und wirkt etwas verlegen, zollt aber auch den heutige Bands seinen Respekt und das Publikum applaudiert und bedankt sich so auf seine Art. Da immer eine Menge Spaß im Bambi herrscht, lässt Flo es sich auch nicht nehmen, ein paar Seifenblasen auf die Bühne zu pusten, was doch sehr niedlich aussieht. Ich muss auch lachen, denn er freut sich wie ein Kind an Weihnachten.
Die Hamburger Jungs absolvieren derweil ihr Programm und haben noch zwei Leckerbissen im Gepäck. Da schon fleißig am kommenden Album gearbeitet wird, hat man schon zwei fertige neue Titel im Gepäck. The End In Line und I Know heißen die beiden Stücke, die genauso brutal und aggressiv sind, wie die sonstigen Kompositionen. Nach einer guten Stunde ist auch dieser Auftritt beendet und man kommt zum Höhepunkt des Abends.

Die Braunschweiger von Headshot hatten eine längere Anreise und kommen etwas verspätet. Das Konzert verschiebt sich um ca. 30 Minuten nach hinten und so ist dann nicht schon um halb eins Feierabend. Dennoch freut sich der gesamte Saal auf die Thrasher, die ihr neues Album Synchronicity vorstellen. Ihre Machart glänzt durch hartes Riffing, aber auch durch melodische Abschnitte und so entsteht eine bunte Mischung aus Rhythmen, die extrem in die Ohren geht. Sängerin Daniela hat eine einnehmende Ausstrahlung und schmettert die Texte den Fans nur so um die Ohren. Dem Publikum gefällt es sichtlich, denn es wird gemosht und gegrölt. Aggressiv und rasant ist das Stück Hell Remains, welches durch perfektes Drumspiel glänzt und eine düstere Aura schafft. Das grandiose Solo zaubert ein Lachen auf die Gesichter und zeigt dazu die technische Versiertheit der Band. Der neue Bassist Max ist zum ersten Mal live mit der Truppe unterwegs und wirkt, als wäre er schon immer dabei. Die Zuschauer toben und überall herrscht rege Bewegung. Wenn die Bühne größer wäre, würde sicher die Band auch mehr durch die Gegend springen. Trotz der spannenden Darbietung verlassen einige Leute die Location und es bleibt eine Handvoll Fans zurück. Aber man kann sagen, dass die Dagebliebenen die wahren Fans sind und vor allem die Musik verstanden haben und sichtlich Freude auch ohne Mosphit oder Ähnlichem haben. Das Publikum animiert sich selbst und stachelt sich gegenseitig zur Bewegung an. Der Band gefällt das sichtilich und so herrscht eine ausgelassene Stimmung.

Nach dem Gig hole ich ein paar Stimmen der Band ein, der der Auftritt im Bambi sehr gefallen hat und die sich freuen, dass alles reibungslos ablaufen konnte. Dem kann ich nur so zustimmen und das Publikum konnte sich definitiv freuen, dass Headshot eine Megashow gegeben haben. Es dürfte Lust auf mehr gemacht haben und wir hoffen, die Braunschweiger besuchen Hamburg bald wieder!

Fazit: Der Abend ist rundum gelungen und hat gezeigt, dass es noch einige Bands gibt, die Aufmerksamkeit erregen können. Gerade Seita und Headshot waren die Highlights als Opener und Headliner. Die Stimmung war ausgelassen und das Partyvolk war feierwütig und hat jeder Band den gehörigen Applaus gezollt. Natürlich ist es immer etwas schade, wenn Menschen während eines Auftrittes gehen, aber das gehört wohl dazu. Der Auftakt ins Jahr 2012 ist gelungen und verspricht ein granatenstarkes Jahr an Konzerten. Also seid dabei und lasst euch von der Atmosphäre im Bambi begeistern!

Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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