Bands: Accept, Alestorm, Alpha Tiger, Arkona, Akrea, Audrey Horne, Avantasia, Dark At Dawn, Dark Tranquillity, Delain, Der Weg Einer Freiheit, Devin Townsend Project, Dr. Living Dead, Dragonforce, Eisbrecher, Eluveitie , Emergency Gate, Ensiferum, Excrementory Grindfuckers, Feuerschwanz, Finntroll, Fiddlers Green, Furious Anger, Grailknights, Iced Earth, JBO, Kreator, Mustasch, Melechesh, Mono Inc, Moonspell, Ohrenfeindt, Orden Ogan, Psychopunch, Schwarzer Engel, Soulfly, Subway To Sally, Tankard, The Bones, The Resistance, Toxpack, Unearth, Vader, Van Canto

Location: Flugplatz in Ballenstedt

Homepage: http://www.rockharz-festival.com/

Datum: 11.07. – 13.07.2013

Kosten: 76,90 € + Gebühren / Abendkasse 80,00 €

Besucher: ca. 12.000

Veranstalter: VERUGA GmbH / http://www.irock-netzwerk.de

Mittwoch:

Bereits am Anreisetag haben es sich knapp 90 % der Besucher bis in den frühen Abend auf dem Campinggelände in Ballenstedt am Flugplatz gemütlich gemacht. Durch die sehr zahlreiche Anreise – sogar noch vor offizieller Öffnung des Campgrounds um 14 Uhr – wurde vom Veranstalter ab 12 Uhr – sprich zwei Stunden früher – mit dem Einlass begonnen. Dieser erfolgte in mehreren Spuren, verlief sehr reibungslos und recht schnell, wenn man bedenkt, wie viele Autos abgefertigt werden – besonders zu Beginn und zu den Stoßzeiten am Abend.

Mit Gerstensaft gestärkt, kann man seinen Augen kaum trauen, wie ordentlich alle Besucher sich ihren Platz gesucht haben, ohne von den Ordnern dafür explizit eingeordnet zu werden. Nur selten werden Campgrounds übermäßig abgesteckt und selbst das schluckt der groß angelegte Zeltplatz ohne Probleme. Für das mittlerweile viertgrößte Metal Open Air in Deutschland eine wirkliche Meisterleistung von den Besuchern, da andere Events dieser Größe auf genaue Anweisung der Ordner angewiesen sind.

Um 16:30 Uhr öffnet dann zum ersten Mal die zwanzigste Auflage des ROCKHARZ Festivals ihre Pforten zur Warm Up Party. Wer also nicht gerade sein Zelt aufbaut, verschafft sich den ersten Überblick vom Bühnenbereich, der erst einmal nur zur Hälfte freigegeben ist und die Devil’s Wall Stage als Herzstück hat. Zu Beginn sind nicht nur die beiden Opener Victorius und Volksmetal ein Hingucker, sondern auch die limitierten Festival Shirts, die das Hauptshirt in geringer Stückzahl unterstützen. Weitere liebevolle Merchandise-Highlights sind das Handtuch und der in ROCKHARZ-Optik gestaltete Kapuzenpulli, die allesamt weggehen wie warme Semmeln.

Nach kleinen technischen Problemen mit dem Mikrophon von Frontmann Martin LeMar geben Nachtgeschrei wie gewohnt Vollgas und wissen, wie man das Publikum ohne Probleme gewinnt. Mit dem starken Longplayer Aus Schwärzester Nacht im Rücken, der erst im März 2013 erschienen ist, beflügeln sie alle Beteiligten zum Kopfnicken, Mitgrölen und dazu, sich die ersten Biere auf die Leber zugießen. Ein positiver Gig, der die Freude auf die drei Haupttage enorm steigert. Gleiches gilt für die Dimple Minds, die viele der feierfreudigen Draufgänger im weiteren Verlauf des Events gesehen hätten. Da jedoch schon viele Lust auf Party haben, wird es bei den Evergreens schön voll. Während z.B. Durstige Männer aus den Boxen dringt, werden die Krüge geschwungen und aus voller Kehle mitgesungen. Da kann man nur erahnen, was uns die nächsten Tage erwarten wird: Fucking Heavy Metal bei bester Stimmung! Während der wunderbar warme Sommerabend sich dem Ende neigt, ziehen Megaherz alle Register – natürlich im positiven Sinne. Für eine Warm Up-Party extrem feuchtfröhlich, wird bis ins Morgengrauen gefeiert, warum auch schlafen gehen? Die Grailnights warten schon als erstes am Donnerstagmittag und da will mit Sicherheit keiner nüchtern sein!

Donnerstag:

Die Chaoten von Grailknights verschonen einen dieses Jahr auf fast keinem Festival und das ist auch gut so! Die Paradiesvögel lassen sich in ganzer Farbpracht bewundern, ohne dabei nur ansatzweise Schamgefühl zu verspüren. Für die Narren ist es immer wieder ein voller Erfolg, wenn sich hunderte – bzw. wie in diesem Fall tausende – Metalheads früh aus dem Zelt quälen, um was auf die Lachmuskeln zu bekommen. Neben den Songs Namless Grave, Sea Song und Moonlit Masquerade sorgen der böse Dr. Skull und die zuckersüße Bierstute Zapf Beauty auf, vor und neben Bühne immer für grinsende Gesichter.

Ernster wird es mit Toxpack, die mit deutschprachigem Streetpunk auf Beutezug gehen. Der Harz scheint für die Berliner ein gutes Pflaster zu sein. Eine deutliche Fanbase ziehen auch die Rocker mit, die von Toxpack noch nichts gehört haben. Nicht extravagant, aber in ihrem Können klar strukturiert, wirken die Musiker zu jeder Zeit sehr tight und auf der Höhe des Geschehens. Ihre Musik wird mit satten Streetpunk-Klängen sowie Streetcore und Rock aufgehübscht, ohne dabei in Formen zu geraten, die in langweilige Klischeeschienen abdriften.

Aus verschiedensten Gründe sind uns Audrey Horne in der jüngsten Vergangenheit immer wieder verwehrt geblieben. Das ROCKHARZ Open Air macht es dann endlich möglich, dass die Time For Metal Redaktion endlich auch ihren Senf dazu abgeben kann, was die Skandinavier live drauf haben. Die Norweger aus Bergen einfach als „Hardrocker“ zu bezeichnen, wäre echt zu billig. Vielmehr sind sie Künstler, die alte Tugenden mit frischem Wind versehen. Das Resultat ist ein dichter Soundteppich, der live noch mehr als auf Platte fetzt! Wer, wie wir, die spannenden Refrains, die interessanten Gitarrenriffs und den markanten Gesang genießt, hat es richtig gemacht, seinen Allerwertesten vor die Bühne zu bewegen. Mit kräftigem Applaus im Rücken verlassen Audrey Horne zu Recht zufrieden die Stage.

Die Dampfwalze The Resistence kommt da eher nur bei ihren Liebhabern an, die in keiner geringen Zahl den Weg aufs Festivalareal unternommen haben. Kernig lassen die gewittrigen Melodien den Flugplatz beben. Kräftig Feuer untern Arsch gemacht, lassen die Haudegen von The Resistence die Puppen tanzen. Kein schlechter Auftritt, nachhaltig bleibt er trotzdem wohl nur bei den eingefleischten Fans hängen.

Mit runderneuerter Truppe am Start lassen Ohrenfeindt keinen im Regen stehen. An der Gitarre ist Thorsten Mewes (Die Happy) mit von der Partie. An den Fellen kämpft sich Hein Altenbroxter durchs Leben, der mit seinen 52 Jahren kein Unbekannter in der Szene ist. Gesanglich kann Chris Laut, der Mastermind, gute Akzente setzen – Motorenmädchen kommt genauso gut an wie die Nachricht, dass es am 30.08.2013 über AFM Records die nächste Scheibe der Urgesteine geben wird. Das gute Stück wird auf den Namen Auf Die Fresse Ist Umsonst hören, kleine Kostproben – wie z.B. die neue Single Jetzt Oder Nie – werden gebührend, gleichermaßen wie älteres Material abgefeiert.

Nach dem bislang sehr rockigen Einstand lassen die polnischen Death Metaler von Vader die Fraktion der harten Riffs und brachialen Growls vor die Bühne ziehen. Erst einmal in Fahrt gekommen, hält Piotr „Peter“ Wiwczarek nichts mehr auf. Come And See My Sacrifice, Reborn In Flames und Back To The Blind scheppern über Ballenstedt wie eine Armada wildgewordener Orks hinweg. Konzentriert und professionell wie eh und je animieren die Polen die Besucher das erste Mal an diesem Wochenende sich Richtung Bühnengraben tragen zu lassen. Einziger Negativpunkt: Gerade wo man anfängt ins Schwitzen zu kommen, ist der Spuk schon wieder vorbei, ohne ein paar Hits zu hören, die eigentlich zu jedem Vader-Gig dazugehören!

Was die Stimmung auf dem ROCKHARZ angeht, machen Unearth da weiter, wo die Vorgänger Vader aufgehört haben. Technisch brillant können die Amerikaner auch genrefremde Headbanger ohne Probleme durch die Raffinesse an den Instrumenten begeistern. Sehr bewegungsintensiv wirbeln die Bandmitglieder wie kleine Wirbelstürme herum, ohne sich dabei gegenseitig im Weg zu stehen. Hardcore- sowie Metalcore-Sympathisanten kommen aus dem Feiern gar nicht heraus. Die Herzschlagzahl beim Maximum angekommen, werden Unearth förmlich angebetet und auf Händen getragen.

Mono Inc. werden ihr neues Schlagwerk Nimmermehr am 09.08.2013 auf die Reise schicken – vorab verzücken sie mit tanzbaren Parts, entspannten Mitsing-Aktionen und groovigen Gothic Rock/Metal Melodien, die durch geistreiche Lyrics aufgewertet werden. Dabei mixen sie natürlich alte Dauerbrenner und die ein oder andere Hörprobe von Nimmermehr, die bereits mehr als deutlich ihre Schatten auf das Releasedatum wirft. Heute stimmt ihr Auftritt, der mit einer kleinen Feuershow versehen ist, auf weitere tolle Momente in den nächsten Wochen ein. Also aufgepasst: Mono Inc. rocken den Sommer!

Devin Townsend Project dürften nicht alle auf dem Zettel gehabt haben, Gleiches gilt für das Time For Metal-Team. Devin Garrett Townsend, der Herzblut-Musiker und Produzent, bringt mit seiner Kunst die Saiten seiner Gitarre zum Schwingen und setzt ganz klare Maststäbe. Gesanglich kein Überflieger, jedoch immer noch in der Champions League anzusiedeln, kann er vor allem durch seine charismatische Art und Weise punkten, wie man es auch bei Strapping Young Lad kennt. Vor der Show hieß es aus einigen Ecken, dass das Devin Townsend Project Fear Factory förmlich auf der Tour an die Wand gespielt hat. Nach diesem emotionalen Kraftakt kann man das glatt nachvollziehen, wer also noch die Möglichkeit hat, die Band live und in Farbe zu sehen, sollte diese Chance schleunigst nutzen!

Ab dem Album Nord Nord Ost-Album werden Subway To Sally in zwei Lager geteilt: Zum einen die Jünger der ersten Stunde und zum anderen die neuen Fans. Zwanzig Jahre ROCKHARZ und Subway To Sally sind für die Mittelalter-Metaler scheinbar ein Grund, alle wegblasen zu wollen. Leicht skeptisch am Anfang lässt die Pyroshow zu Beginn alle Zweifel verschwinden. Mit Das Schwarze Meer kreischt die jüngere Generation auf, während sie sich bei unzähligen Medleys Klassikern wie z.B. Henkersbraut, Falscher Heiland oder Knochenschiff den Old School-Fans in die Arme schmeißen. Die Idee dieser Medleys hat Subway To Sally heute Nacht unsterblich gemacht. Wie kann man sonst in kürzester Zeit alle Anwesenden glücklich machen? Kleines Manko: Der vermeintliche Lieblingssong ist auch dementsprechend nicht vollständig gespielt, bei der breiten Palette an Mega-Hits aber wohl verschmerzbar.

Während Subway To Sally noch munter ihre Liedchen spielen, wird für Kreator schon die Bühne präpariert: Böse rotfunkelnde Dinosaurier Augen springen einem direkt ins Gesicht. Im grellen Licht der Scheinwerfer stürmen Mille und Co. auf die Harzer Schlachtbank, auf der Mille noch grellere Ansagen macht, um das Publikum in Extase zu bringen. Eigentlich total unnötig, da sich die ROCKHARZ-Besucher auch ohne Animation zu körperbetonten Huldigungen hinreißen lassen. Crowdsurfer erblickt man soweit das Auge reicht, die Haare wehen bis in die letzte Reihe im Wind und Phantom Antichrist oder Pleasure To Kill werden zum wilden Gemoshe genutzt, als wäre Kreator die erste Band des Tages und der Kraftverlust durch die Bands davor nicht vorhanden.

Allein die beiden Headliner Subway To Sally und Kreator haben für einen grandiosen ersten Tag gesorgt, an dem auch alle Bands davor ihren Anteil hatten. Der große Unterschied zwischen Rock Stage und Dark Stage vom Vorjahr ist auf Null geschrumpft. Zwei total identische Bühnen schaffen ein stimmiges und einheitliches Bild. Für meinen Geschmack eine Weiterentwicklung, die den allgemein hohen Festivalkomfort auf dem ROCKHARZ weiter ausbaut.

Freitag:

Dass Opener Slots auf einem Open Air nicht immer undankbar sein müssen, beweisen Alpha Tiger. Mit viel Spaß an der eigenen Musik ziehen sie alle Frühaufsteher auf ihre Seite. Lockere Ansagen, recht frischer Speed Metal und eine bunte Tracht lassen die Freiberger zum Morgenschreck wachsen. Neben dem ersten Kaffee…pardon… Bier macht vor allem die Tatsache Laune, dass sich Alpha Tiger durch nichts aus der Ruhe bringen lassen, technisch hingegen immer den richtigen Griff beweisen und damit im Speed Metal-Sektor in Deutschland eine ernstzunehmende Bereicherung darstellen.

Die Gewinner des Devil’s Wall Trophy Contest – Furious Anger dürfen sich als nächstes beweisen. Wie ich finde, haben sie zu Recht den Entscheid gewonnen – die Konkurrenz von der Veranstaltung kenne ich zwar nicht, aber wenn man sieht, welche Freude die jungen Musiker haben, auf einer großen Bühne des viertgrößten Metalfestivals Deutschlands spielen zu dürfen, hat sich der Weg zur Bühne schon gelohnt. Wer jetzt denkt Furious Anger spielen nur vor einer handvoll Leuten, soll sich irren. Fast schon überrascht wirken die melodischen Death Metal-Krawallbrüder, dass es vor der Stage bereits mit allerhand Schaulustigen gefüllt ist. Technisch kann man Furious Anger nichts vorwerfen, sie treten einen zwar nicht mit Anlauf „aus den Bild“, hinterlassen aber bei vielen Skeptikern eine ordentliche Duftmarke.

Diese brauchen Orden Ogan nicht mehr versprühen, ihr Folk Power Metal steht spätestens mit dem letzten Longplayer To The End für sauber ausgeklügelte deutsche Wertarbeit. Mit Raffinesse werden heiße Riffs und sanfte Hymnen zu grandiosen Kompositionen geformt, die durch die Bank weg Spaß machen. Der Titeltrack vom aktuellen Langeisen To The End zeigt sich ähnlich stark wie der des Vorgängers Easton Hope. Wer Orden Ogan nicht mag, hat entweder keinen Hang zum spannend inszenierten Power Metal oder kein Gefühl für epische Konzertschlachten.

Wie dem auch sei, Emergency Gate haben es im Anschluss schwerer, neue Fans zu gewinnen. Ihr moderner Death Metal aus dem Melodicsektor ist weiß Gott nicht schlecht, zudem haben sich die Herren in den letzten zwei Monaten eindeutig gesteigert, der Aha-Effekt will sich dennoch bei vielen nicht einstellen. Dafür wandert die Band auf zu ausgelatschten Pfaden, die nur eine sanfte Frischzellenkur abbekommen haben. Wie schon gesagt: Nicht schlecht, nur der Wiedererkennungswert ist bei Emergency Gate leider nicht der höchste.

Über einen Wiedererkennungswert brauchen sich die Excrementory Grindfuckers keinen Kopf mehr machen. Denn wer kennt die verrückten Chaoten nicht, die David Hasselhoff und viele mehr durch den Kakao ziehen, sich für nichts schämen und wahlweise – wie soll es anders sein – bei dem ganzen Blödsinn hemmungslos in ihre Instrumente schlagen? Auf einem Open Air immer gern gesehen, ziehen die Grindfuckers ihre Kreise, wem es gefällt, der lässt sich auf den unbeschreiblichen Blödsinn ein. Alle anderen trinken warmes Bier, essen kaltes Fleisch oder machen andere Schandtaten, über die wir uns hier nicht auslassen wollen. Die Excrementory Grindfuckers sind wie sie sind und das ist auch gut so. Amen!

Melechesh haben mit vielem was am Hut, wenn es aber etwas gibt, was sie überhaupt nicht präsentieren, dann sind ist es Spaß. Eiskalt schlagen die Niederländer, die eigentlich aus Jerusalem stammen und seit einiger Zeit in Europa ihr Unwesen treiben, zu. Neben dem frostigen Sound dominiert die Band mit einer perversen Walztechnik, die am geilsten bei ihrem Werk Grand Gathas Of Baal Sin herauskommt. Ohne Kompromisse wird Hass im Überfluss versprüht, ein dunkles Manifest beschworen – es ist nur eindeutig zu hell für die Höllenreiter, die zwar vieles können, aber die Sonne zum Explodieren bringen, schaffen sie noch nicht – höchstens die Köpfe der Headbanger!

Der russische Exportschlager Arkona ist schon lange kein Geheimtipp mehr, dafür spielen Masha und ihre Männer viel zu oft in Deutschland. Für meinen Geschmack in den letzten zwölf Monaten ein wenig zu oft. Das Interesse an der Band spricht dennoch für die heidnischen Spielleute, die in Ballenstedt gewohnt herzlich aufgenommen werden. Goi, Rode, Goi! facht die Stimmung, bei der ausschließlich Masha wie ein Berserker abgeht, in der prallen Mittagssonne an – alle anderen lassen ihre Frontfrau im Mittelpunkt stehen und ziehen lieber aus dem Hintergrund die Fäden. Verschwitzt, staubig und glücklich machen sich die Tänzer vor der Bühne auf, um sich ein kühles Getränk zu kredenzen. Eine gute Entscheidung, die bei den subtropischen Temperaturen, die nur durch den Wind auszuhalten sind, vor einem Kreislaufzusammenbruch schützt.

„An jeder Steckdose spielen“, wer kennt dieses Sprichwort im Metalbusiness nicht? Der Titel geht dieses Jahr mehr als deutlich an die Newcomer Delain, die einen mehr als deutlich auf jedem Festival diesen Sommer verfolgen. Als gern gesehener Filler, was in diesem Fall wirklich nicht negativ gemeint ist, schaffen sie durch einen Hauch von Nightwish bzw. Tristania ein nettes Female Metal Feeling. Als Verschnaufpause für das, was der lange Abend noch bringt, eine gelungene Abwechslung, die von vielen gerne angenommen wird.

Episch wird es bereits im Anschluss als Moonspell in der glühenden Sonne, die Harzer Luft in atmosphärische Soundgewänder hüllen. Die Portugiesen, die seit mehreren Jahren fester Bestandteil der Dark Metal-Szene sind, brennen ein Feuerwerk ihrer beliebtesten Tracks ab. Neben Opium und Vampiria kommt das neueste Bollwerk Lickanthrope zum Einsatz. Alle Dämme lässt Alma Mater brechen. Die magnetischen Melodien erzeugen fette Gänsehaut, wer jetzt noch nicht überzeugt ist, wird mit Moonspell niemals warm werden. Alle anderen feiern ihre Helden aus Südeuropa euphorisch ab.

Den Griff von der Rumflasche kann Christopher Bowes, Sänger und Keyboarder der schottischen Pirate Metal-Band Alestorm, nicht lassen. Partytime ist die Devise, die von der ersten Sekunde unter anderen mit Wolves Of The Sea in Angriff genommen wird. Tiefenentspannt und ohne krampfhaft ihre gute Laune auf die Besucher zu übertragen zu müssen, starten Alestorm alkoholisiert mit viel Spaß im Arsch durch. Vergleichen kann man die Erfolgsgeschichte mit den schwedischen Power Metalern Sabaton, die einen ähnlichen Aufstieg in den letzten Jahren hingelegt haben. Im Partymodus fest verankert ist Keelhauled, der auf Keyboardspielereien basierende Kassenschlager. Ohne die abschließenden Stücke Captain Morgan’s Revenge, Wenches And Mead und Rum werden Alstorm nicht von der Bühne gelassen. Eein guter Grund für Christopher Bowes, sich noch was von seinem hochprozentigen Spaßmacher zu genehmigen.

Ein immer wieder gerngesehener Gast im Melodic Death Metal-Sektor sind Dark Tranquility aus dem schönen Göteborg in Schweden. Mit ihrem neuen Album Construct unterm Arm kommen nicht nur die neuen Werke Uniformity oder The Science Of Noise gut beim Metalkollektiv an. Vor allem die alten, unzerstörbaren Seelenbrecher wie Therein, Final Resistance oder Misery’s Crown lassen ihre Muskeln in sanfter Weise spielen. Mikael Stanne, der mit seinen Kollegen vorher ein Sonnenbad im Metal.de-Autogrammstand genossen, hat zeigt sich sichtlich bewegt von der Euphorie, die seiner Band entgegengebracht wird.

Die Gitarrenakrobaten Dragonforce stellen im Anschluss an Dark Tranquility einen Geschwindigkeitsrekord auf, an den wohl keine Band der letzten zwanzig Jahre herankommt. Mit Highspeed Power Metal lassen sie die Saiten glühen und die Gitarristen unter den Besuchern große Augen bekommen. Herman Li und Sam Totman zeigen auf, wo Genie und Wahnsinn aufeinander treffen, jedenfalls was die Kunst an den Saiteninstrumenten anbetrifft. Auf Platte kann man sich Dragonforce nur mit viel Mühe länger auf die Ohren geben, live hingegen bekommt das Auge so viel Input, dass die Show wie im Flug vergeht. Den bekannten i-Punkt setzten sie mit Through The Fire And Flames, ein Meisterwerk, das wohl alleine durch diverse Videogames noch viele Epochen überdauern wird.

Erst bei Eluveitie kommt die Spucke wieder, die einem bei Dragonforce verloren gegangen ist. Ich will jetzt nicht sagen, dass die Schweizer langsam herüberkommen, aber nach der Highspeed Show der Vorgänger wirken sie etwas träge. Dieses Gefühl lockert sich nach einigen Minuten zunehmend. Christian „Chrigel“ Glanzmann hat seine Mädels und Männer fest im Griff und bekommt trotz kurzem Soundcheck einen positiven Sound aus den Boxen gedrückt. Mit diesem machen sie das, was sie am besten können: Folk Metal mit facettenreichen Melodien aufs Volk jagen, die im Ohr bleiben. Highlight, wie bei fast jedem Gig von Eluveite, ist ihr niemals sterbender Evergreen Ines Mona. Ein guter Auftritt, der den Anforderungen an die Truppe gerecht wird.

Höhere Anforderungen werden wie selbstverständlich an Iced Earth gesetzt. Mit einem normalen bzw. guten Konzert ist man einfach nicht zufrieden. Erster positiver Gesichtspunkt für alle, die Iced Earth auf dem Metalfest 2013 sehen wollten und von geplanten 60 Minuten durch technische Probleme ein abgespeckte Show von nur einer knappen halben Stunde hinnehmen mussten, ist, dass auf dem ROCKHARZ alles reibungslos klappt. Stu Block, der neue Frontmann seit 2011 lässt die Heavy Metal-Legende zur Hochform auflaufen und präsentiert sich selber immer mehr als passenden Sänger der Band. Was bei einem guten Iced Earth-Konzert nicht fehlen darf, sind die Songs Watching Over Me, I Died For You sowie ein offenes Herz für emotionale Momente ohne einen Hauch von Klischees.

Auch ein wunderbarer Sommertag wie dieser geht langsam zu Ende: Drei Bands warten noch auf das immer hungrige Publikum. Den Anfang machen die Headliner Accept, für die schon bei der Autogrammstunde eine hundert Meter lange Menschschlange über das Festivalareal wanderte. Wie Iced Earth sind Accept einfach nicht tot zu kriegen. Wer nach den Weggang von Udo Dirkschneider die Band beerdigt hat, wird mit Mark Tornillo jedes Mal wieder eines Besseren belehrt. Als wären sie junge Hüpfer wird die Bühne ohne Rücksicht auf Verluste gerockt. Restless And Wild ist geil wie vor zwanzig Jahren, Stalingrad passt super mit ins Set, Fast As A Shark will man einfach nicht missen, während Balls To The Wall Accept zum x-ten Mal die Krone aufsetzt. Da kann man nur auf viele weitere Jahre hoffen!

Max Cavalera macht Soulfly immer wieder zur Familienangelegenheit und bindet jüngere Generationen mit ein. Die Brasilianer mit dem exotischen Klang können sich auf eine immer wiederkehrende Fanschaar verlassen. Im ROCKHARZ-Programm sind u.a. alte Sepultura-Nackenbrecher wie Arise oder Roots Bloody Roots, die Herr Cavalera bei seiner alten Band geschrieben hat. In diesen ohnehin gefährlichen Cocktail mischen sich die bandeigenen Hymnen Back To The Primitive oder Eye For An Eye. Wer Sepultura bereits letztes Jahr auf dem ROCKHARZ geil fand, bekommt jetzt bei Soulfly einen O(h)rgasmus.

Zum Ausklang des zweiten Tages dürfen Feuerschwanz mit ihrer Mittelalter-Comedy die Rocker, Metalheads und Punks ins Bett bringen. Noch ist es aber nicht so weit, ohne Met und Miezen kommt keiner davon. Eine Dreiviertelstunde bekommt die Leber noch einmal den letzten Schwung Arbeit für den Tag, bevor sich ein gelungener musikalischer Sommertag dem Ende neigt.

Samstag:

Heute im Programm: Schwarzer Engel, die erst vor wenigen Wochen bei Massacre Records einen Vertrag unterschrieben und die Schwarze Sonne EP herausgebracht haben. Der Stil von Gründer Dave Jason und seinen Sessionmitgliedern lässt sich als Neue Deutsche Dark Metal Härte bezeichnen. Aus beiden Genres werden Elemente zu einer Masse geformt, die auf der aktuellen EP ungewohnt klingt, aber gut ankommt. Vergleichen kann man Schwarzer Engel am besten mit ASP und Tanzwut, die live aber eindeutig prägnanter auftreten. Irgendwie fehlt bei Dave Jasons Projekt Eigenständigkeit und Pepp, ansonsten geht die Mucke ganz gut herunter.

Akrea haben sich wieder überraschend viele auf die persönliche Running Order gesetzt, dementsprechend wird es voll, als die Bayern aus Erbendorf zum Frühshoppen bitten. Schon mit dem Debütalbum Lebenslinie aus dem Jahre 2009 haben sich die Melodic Death Metaler in der deutschen Szene etabliert und gelten als die Hoffnungsträger für den deutschsprachigen Genrebereich. Imperium, die Videoauskopplung vom gerade erwähnten Silberling Lebensline, treibt einem den letzten Schlafsand aus den Augen. Einzig und allein Sänger Sebastian Panzer muss weiterhin mit den fiesen Körnern im Auge kämpfen. Die Schlacht gewonnen, neue Fans an Land gezogen und bis Van Canto am meisten begeistert – Hut ab, Akrea!

Eine kleine Durststrecke zeichnet sich in den Mittagsstunden ab. Drei Tage gehen nicht spurlos an allen Liebhabern der harten Musik vorbei. Das müssen am heutigen Tag Psychopunch, die wie Mustasch aus terminlichen Gründen mit Dark At Dawn getauscht haben, erfahren und vor geringeren Besucherzahlen ihr Bestes geben. Der stürmisch markante Rock von Mustasch bleibt da noch mehr haften als die schwedische Punk’n‘Roll Band.

Ein gutes Gespür Extreme Metal zu veredeln, haben Der Weg Einer Freiheit. Beeinflusst von Dissection, Emperor und Nocte Obducta, verstricken die noch jungen Musiker kernigen Black Metal mit schönen pechschwarz angehauchten Atmosphären. Tiefe emotionale Passagen werden durch filigrane Gitarrenarbeit zu einem Strudel der Totenseelen. Knackpunkt bei der ganzen Sache: Sommer, Sonne pur, Schweiß im Auge und verklebte Haare bei leichten Nackenmuskelübungen. Der rote Ball am Firmament ist einfach kein Black Metal.

Was an Dark At Dawn und Thorsten „Buddy“ Kohlrausch besonders ist, ist die alleinige Tatsache, dass diese Band wohl von allen als erste das ROCKHARZ beehrt haben. Wie soll es auch anders sein, wenn Buddy der Strippenzieher vom ROCKHARZ ist und in regelmäßigen Abständen selber auf die Bühne springt. Pünktlich zum zwanzigjährigen Festival-Geburtstag kommt die Reunion von Dark At Down im September 2012. Glücklicher kann es für Buddy, der kein künstliches Lächeln aufsetzen muss, sondern sein eigenes Festival auf ganz einzigartige Weise genießen kann, nicht laufen. Nebenbei spielen Dark At Dawn souveränen Heavy Metal, der den Alkoholkonsum hitverdächtig antreibt.

Von meiner Kollegin und vielen weiteren nationalen und internationalen Pressemenschen wurde der Death Thrash Metal aus dem Hause Dr. Living Dead hochgelobt. Dieses kann man heute in Ballenstedt nicht ganz nachvollziehen, es ist erschreckend wenig los, die Band versucht vergebens Spannung aufzubauen – da helfen auch die Masken nicht. Der ziellose Dauer-Pit beinhaltet ausschließlich Jogger im Kreisel-Modus, die bei ruppigen Riffs in Kombination mit eintönigem Growl-Gesang feiern. Vielleicht durch die hohen Erwartungen enttäuscht, sind Dr. Living Dead bislang der Flop des Open Airs.

Das Prädikat „Top Liveband“ verdienen sich Van Canto, die wie auf Knopfdruck tausende Anhänger mobilisieren können. Der einzige deutsche Song Neuer Wind der Metal A Capella-Genossen puscht die Stimmung ungemein Crowdsurfer werden Richtung Bühne getragen. Von dieser sucht Philip Dennis Schunke den Weg über die Hände in die andere Richtung – nach dem Abstecher gibt es kein Halten mehr. Weitere Höhepunkte: Rebellion, das Meisterwerk von Grave Digger, Fear Of The Dark von Maiden und Water Fire Heaven Earth aus der eigenen Feder. „Lauter, lauter“-Rufe sind nicht unberechtigt, nur lieber einen guten Sound wie auf der heutigen Rockstage als hochgeschraubter Rakkatakka-Matsch der einzelne Stimmen verschluckt. Der explosiven Stimmung tut diese Tatsache eh keinen Abbruch. Ausgelassen wird die Pommesgabel in die Höhe gereckt sowie im Takt geklatscht. Ein Top Gig von einer spitzen Liveband!

Über den Status „ganz nett“ kommen The Bones weiß Gott nicht heraus. Nach Van Canto ist in wenigen Minuten die Personenstärke im Bühnenbereich auf die Anzahl von vor ein paar Stunden geschrumpft. Ob das am harten Vortag liegt oder die letzten Reserven für spätere Bands gesammelt werden, weiß der Teufel. The Bones machen das Beste aus der Situation und wirken lässig, ohne sich zu verbiegen.

Party Goes On! Tankard destroy the stage. Gerre hat seine Diät scheinbar an den Nagel gehangen. Kilos purzeln beim Marathon, den der gute Mann immer und immer wieder auf den Brettern der Welt hinlegt. Man muss ihm nur Bier, ein Mikrophon und euphorische Thrasher vor die Bühne karren, dann ist das Fest geritzt. Zombie Attack bringt die Toten in Wallung, Rules For Fules spült die Regeln des Alltages hinfort, während Freibier der tödliche Gnadenschuss ist. Gerre nimmt davon keine Notiz, wie von einer Tarantel gestochen, bewegt sich sein Körper wie eine Dampfmaschine über die Bühne. Der Titel „Partykönig“ geht einmal mehr unangefochten an Tankard, die in dreißig Jahren noch mit Krücken Krawall machen!

Mit Unsung Heroes durften Ensiferum weitere Stufen der Karriereleiter hinaufsteigen. sattsehen kann man sich an den Finnen kaum: Stets episch mit einem breiten Spektrum an möglichen Songs, die oft variiert werden, macht einen Auftritt der Heiden unvergessen. Zwischen From Afar und Iron befinden sich ausschließlich Wellenbrecher, die Luftsprünge verursachen. Mittlerweile wohltemperiert, bringt nicht mehr jede Bewegung einen Schweißausbruch mit sich.

JBO spalten wie keine andere Band die Lager. zwischen „geiler Scheiß“ und „verdammter Blödsinn“ ist alles von den Besuchern auf dem Campground zu vernehmen. Pünktlich um 19:35 Uhr wird es bunt, Rosa verdrängt die schwarze Tracht und die Metalfanatiker, die den Humor von JBO nicht teilen können. Der kleine Rest, der überbleibt, zerlegt bei der fünften ROCKHARZ-Show alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Während Jetz isser drin eine kleine Fraueneinlage beinhaltet, erfüllen I Don’t Like Metal und Verteidiger des Blödsinns alle Wünsche und schließen das Set erfolgreich ab.

Eisbrecher als Rammstein-Verschnitt zu bezeichnen, klingt härter als es ist, schließlich setzen sie Akzente um, die von einer der bekanntesten deutschen Bands aller Zeiten stammen. Laut halt „Eisbecher“ und nicht Eisbrecher über den Platz. Alexander „Alexx“ Wesselsky ist sehr berührt – er scheint den Joke der Fans auf der Bühne nicht herauszuhören, mehrfach bedankt er sich für die Unterstützung. Ein buntes Set durch viele interessante Neue Deutsche Härte Stücke, zeigt auf, dass Eisbrecher nicht nur der kleine Bruder von Rammstein ist und die Siegergene inne hat, sondern auch durch eigenständige Handschriften mehrere tausend Fans auf dem ROCKHARZ beglücken kann.

Super Headliner auf dem einzigen Metalfestival Auftritt 2013 ist Tobias Sammets Avantasia. Logistisch ist es die größte Herausforderung, die alle Mitwirkenden des Open Airs jemals hatten, denn allein die Anreise erfolge aus mehreren Städten. Die kurze Umbaupause inklusive Soundcheck beinhaltet keinen Platz für Fehler im Aufbau sowie in der Technik. Chef „Buddy“ bedankt sich im Namen von allen ROCKHARZ-Mitarbeitern sehr herzlich bei allen Helfern und dem wichtigstem Punkt: Den Besuchern. Das abschließende Gruppenfoto fällt gigantisch aus und kann auf der Homepage des Festivals angesehen werden.

Die Zeit ist reif für Avantasia. Die Spannung liegt elektrisierend in der Luft – mit The Great Misery gefolgt von Avantasia verheizt das Starensemble früh zwei bahnbrechende Kompositionen, die Gänsehaut auslösen. Künstlerisch lässt sich über die Truppe nicht viel Negatives sagen, aber aufgrund der Selbstbeweihräucherung von Tobias Sammet, die er wirklich nicht nötig hat, werden teilweise die mitmischenden Musiker, die Namen wie Eric Martin, Michael Kiske oder Oliver Hartman tragen, für meinen Geschmack zu weit hintenangestellt. Am Set von fast zwei Stunden lässt sich nichts rütteln, bei bestem Sound werden aus allen Alben Hymnen präsentiert. Die Gesangskünste der Herren sind einmalig und duellieren sich in einem sagenhaften Format, während Amanda Somerville den weiblichen Gegenpol überzeugend auf die Bühne bringt und immer wieder selber Akzente setzten kann. Neben den am Anfang genannten Werken lassen es sich weitere Tracks wie Farwell, Sign Of The Cross, Spectres und Shelter From The Rain nicht nehmen, Power Metal auf allerhöchstem Niveau zu zelebrieren.

Das ROCKHARZ endgültig beenden dürfen die beiden After Headliner Late Night Slots Finntroll und Fiddler´s Green. Die Black Metal angehauchten Finnen lassen nichts anbrennen, trotz der späten Stunde sind sie hellwach. Hochmotiviert bis zur Haarspitze sind sie ein würdiger Abschluss auf der Dark Stage, die ein allerletztes Mal in dunkle Kunst gehüllt wird. Fiddler´s Green haben auf der anderen Seite nach Finntroll die Ehre, die Rock Stage als Letztes zu bespielen. Der Wehmut nach Fiddler´s Green wird blitzschnell nach den letzen Melodien in Vorfreude auf 2014 umgewandelt. Schließlich erwarten die Fans die bereits auf dem Open Air bestätigten Children Of Bodom, Soliwork und Arch Enemy.

Fazit Rene: Das ROCKHARZ 2013 war wieder wunderbar friedlich, das Wetter für das Festival an der Teufelsmauer erschreckend gut und darf 2014 gerne wieder als Ehrengast auf ein Bier vorbeikommen. Neben den logistischen Vorzügen ist das familiäre Feeling nicht verloren gegangen. Die zweitausend Besucher mehr als 2012 fallen kaum auf und haben sich perfekt eingegliedert. Musikalische Highlights waren ganz klar Subway To Sally, die eine wahnsinnige Show zum doppelten zwanzigsten Geburtstag hingelegt haben, Moonspell mit enormem Gänsehautfaktor sowie Avantasia, die gesanglich und technisch eine unvergessliche Show hingelegt haben, Herrn Sammets Überdosis an Selbstbewusstsein nicht mitgerechnet. Als Flop sind bei dem durch die Bank weg starken Line-Up nur Dr. Living Dead hängengeblieben, ansonsten spricht alles für sich, 2014 die Tradition fortzuführen und das ROCKHARZ Festival zu besuchen! Guter Sound, interessante Kombos und zwei qualitativ hochwertige Bühnen sprechen einfach Bände!

Fazit Lotusbluete: Am Mittwoch machen wir uns auf den Weg Richtung Harz, voller Freude auf das 20. Jubiläum dieses Festivals. Nach kurzer Wartezeit gelangen wir auf unseren Campground, wo schon an diesem Abend rund 90 % der Besucher auf dem Gelände ihre Zelte aufschlagen. Nachdem unseres steht und das erste Getränk genehmigt ist, machen wir uns auf den Weg Richtung Gelände, um den Abend mit Dimple Minds und Megaherz ausklingen zu lassen. Am Donnerstag beginnt der musikalische Teil um 14:00 Uhr mit den wunderbaren Grailknights, wo sofort gute Laune aufkommt, abschließen darf man diesen Tag mit Kreator und Subway To Sally, die beide eine solide Show abliefern. Es gibt die ganzen Festivaltage herrliches, wie gemaltes Sommerwetter – was will man mehr? Man bekommt tolles Wetter, gute Musik und natürlich auch leckeres Essen im VIP-Bereich geboten, was ich besonders betonen möchte. Auch die Preise für Speis und Trank sind angebracht und nicht überteuert. Einzig ein wenig negativ zu erwähnen ist, dass es zwar Spültoiletten gibt, aber keine Seife anzufinden ist. Auch zum Händetrocknen ist nichts vorhanden und der einmalige Preis von 1 € pro Nutzung der WC-Anlage ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Äußerst positiv hingegen ist zu erwähnen, wer seinen Müllsack abgibt, bekommt zur Belohnung eine einmalige Erinnerung – ein Luftbild des RockHarz 2013 im A1-Posterformat – diese Gunst haben wir natürlich auch gleich genutzt. Am Freitag bekommen wir ein höchstes Aufgebot einmaliger Bands, für mich besonders hervorzuheben sind die Auftritte von Moonspell, Dark Tranquillity und Iced Earth. An diesem Abend bleiben für mich keine Wünsche offen und man kann sich beruhigt schlafen legen. Schön für alle Fans sind natürlich auch die angebotenen Autogrammstunden von metal.de mit unter anderem Van Canto, Accept, J.B.O usw.. Organisatorisch kann man nicht meckern und allen Besuchern wird ein gelungenes Festival geboten, dem ich ganz sicher auch im nächsten Jahr wieder frönen werde, hinzukommt natürlich auch noch der wunderbare Ausblick auf die umliegende Landschaft. Der Samstag beginnt auch wieder mit herrlichem Wetter und leckerem heißen Kaffee. Man kann neben startenden und landenden Flugzeugen des Ballenstedter Flughafens den Klängen von u.a. J.B.O und Van Canto lauschen. Auch heute kommt nochmals gute rockige Stimmung bei den Headlinern Avantasia auf. Das ganze Festival musikalisch abschließen dürfen Fiddler´s Green. Alle Bands, die uns auf diesem Festival die Ehre geben haben, haben sich ihren Applaus mehr als verdient. Danach geht es für uns in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder Richtung Heimat mit vielen schönen Erinnerungen im Kopf. Insgesamt ist es für diese Größe ein sehr familiäres Festival mit unverwechselbarem Flair. Man hat beim Ablaufen des Festivalgeländes nie das Gefühl, dass es überladen ist oder man seinem Nachbarn auf den Füßen steht. Die technischen Voraussetzungen sind perfekt und auch der Sound ist gut abgestimmt, dass man am Rande der Bühne auch noch zu einem Plausch mit seinem Gegenüber angeregt ist. Also bleibt einfach nur zu sagen, dass das ROCKHARZ 2013 ein rundum erfolgreiches und gelungenes Festival für uns war.

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