Secutor – Executor

Die Koblenzer Thrasher im neuen Outfit

Artist: Secutor

Herkunft: Koblenz, Deutschland

Album: Executor

Genre: Thrash Metal, Heavy Metal

Spiellänge: 43:23 Minuten

Release: 25.01.2020

Label: A Chance For Metal Records

Link: https://www.acfm.info/records-2/

Bandmitglieder:

Gesang – Peter Cüsters
Gitarre – Florian “Foemb” Herzog
Gitarre – Fabio “Axecutioner” Baulig
Bass – Tobias ”Dobby” Best
Schlagzeug – Andreas “Mu” Hübinger

Tracklist:

1. Into Danger
2. Destination Intoxicatition
3. Between Gods And Man
4. Fire In The Hole
5. Executor
6. Wiskeytrain
7. Speedkings
8. Strung Out
9. Shapeshifter
10. To The Gallows

Innerhalb des letzten Jahres ist einiges im Hause Secutor passiert. Am 29.12.2018 wurde man Teil des legendären und äußerst erfolgreichen DVD Live Recordings im JUZ in Andernach (hier geht es zum Review). Zwei Wochen später verkündete man im Januar 2019 bereits vor der Fertigstellung der DVD die Trennung von Sänger Bobby Bald. Im März 2019 dann die Vorstellung von Peter Cüsters als neuen Sänger, der seine Feuertaufe bereits am 02.05. im JUZ Andernach im Rahmen der DVD Release Party auf der Bühne hatte. Nun der neue Longplayer, der gleichzeitig das zweite Album der Koblenzer Truppe darstellt.

Erscheinen wird Executor am 25.01.2020 beim Andernacher Label A Chance For Metal Records, welches auch für die grandiose DVD verantwortlich war. Das tolle Artwork stammt übrigens vom international anerkannten Künstler Timo Würz, der der Koblenzer/Andernacher Szene allgemein sehr verbunden ist!

Ganz ehrlich muss ich gestehen, dass ich nicht ganz unvoreingenommen an dieses Review rangegangen bin, denn mit Buddy Boby Bald fehlt ja schließlich der Sänger, der die letzten Jahre das Bild von Secutor maßgeblich gestaltet hat.
Fairerweise muss ich sagen, dass Peter Cüsters da auch kein Ersatz für Bobby Bald sein kann und wohl auch nicht will. Peter Cüsters versucht dann auch gar nicht, der Ersatz auf dieser Platte zu sein. Da haben er und die Band alles richtig gemacht. Peter Cüsters setzt auf dieser Scheibe direkt seine eigene Note und diese führt zu einer Veränderung der Mucke. Secutor entfernen bzw. entwickeln sich etwas weiter weg von ihren ursprünglichen Thrash Metal Wurzeln hin zum klassischen Heavy Metal, können trotzdem ohne Thrash nicht. Sogar vereinzelte Power Metal Einflüsse vermag ich zu vernehmen.

Klar gehen die scheppernden und räudigen Thrash Elemente, die die Band in der Vergangenheit auszeichneten, nicht verloren. Am stärksten ist das im Opener Into Danger und dem folgenden Destination Intoxication zu vernehmen.

Spätestens mit dem dritten Song Between Gods And Man merkt man, dass Secutor sich nun in einem etwas anderen Fahrwasser bewegen. In diesem Song höre ich sogar einen starken Power Metal Anteil heraus. Der Song ist stark und kräftig im Sound und hier kann sich Peter Cüsters ganz klar ins Rampenlicht singen. Hier zeigt er uns seine Stärke. Eigentlich überhaupt kein typischer Secutor Song. Zunächst denke ich: Was ist das denn!? Nach mehrmaligem Hören würde ich beinahe sagen, dass dieser Song mit einer der stärksten auf diesem Album ist!

Die Thrash/Speedkeule wird in Fire In The Hole direkt im Anschluss wieder rausgenommen und es gibt gewaltig was auf die Nüsse!
Thrashig hymnisch, mit im Mittelteil heraus genommenem Tempo, kommt der Titelsong Executor daher, bevor der Whiskeytrain als traditionelle Heavy Metal Nummer davontreibt.

Nimmt man dann Speedkings als Vorlage, kommt einem der vorangegangen Whiskeytrain wie die alte Dampflok Berta vor.

Mit Strung Out covern die Koblenzer eine Koblenzer Heavy Metalband! Das dürfen sie in diesem Fall auch. Denn mit Mu sitz am Schlagzeug bei Secutor der Bassist von Steelpreacher. Zudem steigt in diesem Song zusätzlich noch Steelpreacher Sänger Jens „Preacher“ Hübinger ein und gibt ihm die restliche Steelpreacher Partymischung, die wir von dieser Koblenzer Heavy Metal Band gewohnt sind.

Knatternd thrashig geht es bei Shapeshifter zu, bevor das abschließende To The Gallows einen überproportionalen Bay Area Anteil hat, aber in einigen Passagen traditionellen Heavy Metal Einfluss nicht leugnen kann!

Insgesamt erreicht Executor einen höheren Partymucke Anteil und wird die Thrash/Heavy Metal Fans erfreuen.

Die Releaseparty zu Executor steigt am 25.01.2020 im altehrwürdigen Florinsmarkt in Koblenz. Wir werden dabei sein und uns von der Live-Umsetzung persönlich überzeugen!

Weiter Livedates wird es anschließend hier geben:
06.03. – Medusa, Kiel (mit Tyson)
07.03. – Lauschbar, Itzehoe (mit Tyson)
04.04. – Schwarzer Bär, Worms (mit Act Of Creation)
15.05. – 17.05. – Ironfest (Festival, Schönenberg)

Secutor – Executor
Fazit
Secutor überraschen und verblüffen mit ihrem neuen Longplayer Executor. Zunächst muss man sich einmal daran gewöhnen, dass Buddy Bobby Bald nicht mehr dabei ist! Das hört man und das kann man auch nicht wegreden. Es wäre fatal gewesen, wenn man jetzt einfach so weitergemacht hätte, als ob die alte Frontsau Bobby Bald noch dabei gewesen wäre, denn dann hätte der neue Frontmann Peter Cüsters diesen imitieren müssen. So kommt es ganz anders und Secutor machen das Beste draus. Sie definieren sich irgendwie anders und nutzen so die Stärken von Peter Cüsters, die eindeutig in den Heavy Metal Passagen liegen. Wenn man die alten Secutor noch in den Ohren hat, fällt es zunächst etwas schwer sich hier rein und durch die Songs zu hören. Hat das Album erst einmal die Ohren durchgepustet, wird es bei jedem Hören geiler.

Anspieltipps: Destination Intoxicatition, Between Gods And Man und Speedkings
Juergen S.
8.5
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