Bands: Solstafir, Iron Horses

Location: Blackland Ost, Berlin

Homepage: http://www.blackland.eu

Datum: 01.07.2011

Kosten: AK: 5 Euro

Besucher: 200-300

Wer einmal Berlin entdecken will, sollte unbedingt dem Blackland Ost einen Besuch abstatten. Die Metalbar lockt jeden Monat mit attraktiven Angeboten wie Konzerten, Partys oder hauseigenen Veranstaltungen. Das schwarze Mobiliar aus Holz, die kleine Bühne und eine einladende Terrasse geben der Location einen gemütlichen Touch. So wird man sich bei dem heutigen Konzert sicher auch wohlfühlen.

Nach einiger Verspätung starten Iron Horses mit dem Powersong The Game in den Abend. Nach einem kurzen Gitarrensolo setzt die starke Stimme des Frontmannes Sebastian ein. Die „Horses“ bieten Heavy Metal im Stil von Motörhead oder Tank. Eine attraktive Bühnenshow mit viel Bewegung ist der Garant. Ebenso spielt die Band mit dem Publikum und bindet es in die Show ein. Renegade nimmt den Zuhörer mit auf eine Reise auf der Route 666. Man bekommt das Gefühl, als säße man auf einem Motorrad und fahre dem Horizont entgegen. Der Tempowechsel des Schlagzeugs bildet einen fliessenden Übergang zu Stom´n attack. Das Feuer wird in dem Song mitgenommen und noch weiter ausgebaut. Mystische Klänge und ruhige Riffs prägen das Stück. Ein kleiner Vergleich mit Slash ist beim Gitarristen Manuel schon angebracht, da er sein Instrument in Perfektion beherrscht und es in allen gängigen Spielarten bedienen kann. Um den Vergleich komplett machen zu können, fehlt nur der Zylinder. Horse to the Sun ist das ruhigste Stück der Band und verspricht Gänsehautfeeling. Die Stimme Sebastians kommt hier enorm zum Ausdruck. Mit ruhiger Musikführung und einem passenden Gitarrensolo wird jedes Herz erreicht. Danach geht’s mit dem aktuellen Albumtitel Black Leather weiter. Schnelles Schlagzeug, harte Riffs und ein Refrain zum Mitsingen erwartet das Publikum. Die Fans lassen die Haare kreisen und gröhlen kräftig mit. Den Abschluss bildet der Kracher Steammachine, der das ganze Können der Iron Horses widerspiegelt.Nach einer guten Stunde beendet die Band ihren Auftritt und eine lange Umbaupause folgt.

Nach ca. 45 Minuten Aufbau plus Soundcheck wird das Publikum bereits unruhig. Die isländische Band Solstafir lässt auf sich warten. Das Blackland ist bis auf den letzten Platz gefüllt und so ertönt lautes Gejubel, als die Band endlich die Bühne betritt. Das erste Stück beginnt sehr ruhig und wird ein rein Instrumentales sein. Es klingt sphärisch und man kommt ins Träumen. Tempowechsel bieten Abwechslung und machen die Songs lebendig. Das Schlagzeug leitet diese Wechsel immer wieder ein und ein Aufbau, ähnlich eines Dramas, ist das Konzept Solstafirs. Ob schneller oder langsamer Einstieg, während des Spielens wird immer zwischen verschiedenen Rhythmen gewechselt. Neben ihres spielerischen Könnens fallen Solstafir durch ihre verschiedenen Charaktere auf. Ihr Kleidungsstil ist nicht einheitlich, dennoch ergibt das gesamte Arrangement eine Einheit. Auch in den Songs kann man viele Elemente finden: von psychedelisch über verträumt bis hin zum schnellen Rocksound. Die schnelleren Parts sind direkt beim zweiten Song zu finden. Er beginnt schon wesentlich härter, gleitet aber ins Ruhige ab, sobald der Gesang Aðalbjörn Tryggvasons einsetzt. Durch Hall verstärkt bekommt die Stimme einen Ausdruck, der ab und an etwas verzweifelt oder gar wie ein Schrei klingt. Vorrangig wird das rein Instrumentelle betont und der Gesang unterlegt die Musik lediglich. Eine große Rolle spielt das Schlagzeug, da es jeden Wechsel einleitet und sich teilweise kurz ganz heraus nimmt, um dann kraftvoller einzusetzen. Der dritte Song klingt ähnlich wie der Erste. Langsamer Beat, sanftes Einsetzen der Gitarren ergeben einen Fluss, der durch den Taktwechsel der Drums erneut schneller wird. Ein kurzes Stück, welches aber sehr gut umgesetzt ist. Der nächste Song ist dafür umso länger. Teilweise geht es in Richtung des Thrash, sinkt dann wieder ins Sanftere ab, sobald der Gesang einsetzt. Die Stimme wird durch den Hall noch kraftvoller und die Intonation hat einige Höhen. Alles in allem ist dieser Song mit mehr Gesang bestückt und weist doch viele Facetten auf. Abschließend kann man sagen, dass die Band das Genre des psychedelischen Rocks erfüllt und man sich als Zuhörer auf sehr lange Songs einstellen kann. So hat die Zugabe schon eine Länge von über 10 Minuten. Die Wechsel der Rhythmen, die hohe Stimme des Sängers und die tragende Musikführung ergeben Solstafir. Das Gesamtkonzept geht auf und die Fans toben nach Ausklingen der Instrumente. Mit einem Programm von fast zwei Stunden bieten sie gute Unterhaltung, aber leider wenig Bühnenarbeit. Solstafir wirken etwas starr und die langen Pausen zwischen den Songs sind ungünstig. Die Songs klingen alle ziemlich gleich und es könnte mit der Zeit doch etwas eintönig – wenn nicht gar langweilig – werden. Dem Berliner Publikum hat es jedoch gefallen, denn die meisten sind nur wegen den Isländern gekommen.

Fazit: Der Sound war in Ordnung und der ganze Abend war sehr schön. Zudem kann man sich bei dem günstigen Eintrittspreis in keiner Weise beschweren. Das Blackland Ost ist definitiv einen Besuch wert!

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