Sorehead – Infect

„Who knows ,.. who knows what’s wrong!“

Artist: Sorehead

Album: Infect

Spiellänge: 39:23 Minuten

Genre: Melodic Thrash Metal / Metalcore

Release: 17.06.2011

Label: Thunderblast Records

Link: http://www.sorehead.at

Klingt wie: Across The Sun & Caliban

Band Mitglieder:

Gesang – Pascal Greiner
Schlagzeug – Andreas Peter
Bassgitarre – Sebastian Längle
Gitarre – Michael Geuze
Gitarre – Daniel Keckeis

Tracklist:

  1. Her Own Shadow
  2. Black Letters
  3. Bloodhound[/]
  4. The Cage
  5. Beyond This World
  6. Forlorn Mind
  7. VII
  8. Living Conditions
  9. Our Darkest Valley

Nach ein paar Minuten Nachdenken, was das Wort „sorehead“ bedeuten könnte, entschied ich mich, mein Onlinewörterbuch nach Rat zu fragen. „He is a sorehead“ bedeutet also so viel wie „Er ist eine beleidigte Leberwurst!“.
Okay, was das jetzt mit der Band zu tun haben soll, werde ich ja evtl. während des Reviews verstehen. Sorehead kommen aus einem Städtchen mit 33.146 Einwohnern (Stand vom 30.06.2011), das auf den Namen Feldkirch hört. Wer noch nichts von dieser Band gehört hat, muss sich nicht vor Scham in der Ecke verstecken, denn die fünf Österreicher bringen mit Infect ihr Debütalbum auf den Markt.

Das CD-Cover ist ähnlich „verstörend“ wie der Name der Band. Also ich kann mir bei Weitem nichts darunter vorstellen. Ist das, was ich da auf dem Booklet sehe, ein Elefantenfuß, ein Baumstumpf, eine Mauer, einer Ruine oder vielleicht doch nur eine sehr komische Aufnahme aus dem Werkunterrichtsraum der Schule, in der ich die Schulbank gedrückt habe? Das einzige, was ich ohne Zweifel identifizieren kann, ist einmal der Bandname, der in einer serifenlosen Schrift mittig auf der rechten Seite des Covers prangert und darunter der Albumname in gleicher auf „alt gemachter“ Schrift.
Auch, wenn ich damit nichts anfangen kann, finde ich, dass das alles optisch gut ausschaut. Hmm, ich nenne das Cover einfach: „harmonische Disharmonie“. 🙂

Aber wen interessiert (außer uns) schon das Cover, wenn er/sie doch eine ehrliche Meinung über den Datenträger hören möchte?

Mit Her Own Shadow startet Infect direkt sehr Metalcore-typisch: ein Beatdown jagt den nächsten. Alles bleibt sehr rhythmisch und wechselt nur ab und an mal in einen kurzen melodischen Part. Da dachte ich mir gerade noch, alles bleibt rhythmisch, da mischen die fünf Österreicher doch noch eine Melodie unter die Riffs. Pascal Greiner singt ausschließlich in einer Mischung aus Growl und Shout, ohne dabei unverständlich zu klingen.

Im zweiten Lied der Platte kommen (ab etwa 5:05 Minuten) klar gesungene Parts dazu, die zum Teil eher gesprochen als gesungen wirken. Klingt jetzt nicht überragend, aber in der Kombination mit dem Riff bildet dies die Abwechslung, die das Stück braucht, um nicht so zu klingen wie das Erste.

The Cage startet mit galoppierenden Schlagzeugklängen und bringt nach hartem Start und Mittelteil einen sehr gut abgepassten ruhigen Part in das Album. In der Bridge werden die Noten nur angespielt und dann ausklingen gelassen. Das Ende hingegen hätte auch weggelassen werden können, da es eher so wirkt, als musste da jetzt unbedingt noch etwas folgen, obwohl das Lied schon zu Ende ist.

Mit „who knows,.. who knows whats wrong!“ beginnt Forlorn Mind. Der Anfang des Lieds setzt sich von den anderen Liedern sehr stark ab: die 32tel des Gitarristen klingen einfach mal nicht so wie der Rest der CD.

Das kürzeste Lied auf Infect ist das Siebte, welches als Interludium die Melodie bringt, die mir in den anderen Stücken fehlt. Instrumental und ruhig klingt es wie eine echte Erholung nach sechs relativ eintönigen Stücken.

Our Darkest Valley beendet das Album doch noch mit einer kleinen Überraschung. Der Refrain bekommt eine sehr schön getappte Tonfolge der Gitarre als Untermalung.

Fazit:: Sorehead haben keinen Grund die "beleidigte Leberwurst" zu spielen. Auch wenn das Album mit Sicherheit nicht das abwechslungsreichste ist, kann sich das Debüt des Quintetts dennoch sehen lassen. Immerhin mischen die fünf Österreicher noch nicht so lange im Business mit. Also: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und dass sie etwas drauf haben, zeigen sie immer wieder. Auch wenn es jetzt noch keinen direkten Kauftipp gibt, sollten alle Fans des Genres den Namen Sorehead nicht aus ihrem Kopf streichen. Hört euch doch einfach die EP an, die die Band kostenfrei zur Verfügung stellt (unter http://www.sorehead.at/) und entscheidet selbst. Anspieltipps: Forlorn Mind und Our Darkest Valley
Kai R.
6.5
6.5
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