Sweet: Gründungsmitglied und Ex-Bassist Steve Priest verstorben

Glam-Rocker wurde 72 Jahre alt

The Sweet gründeten sich 1968 im englischen Middlesex unter dem Namen Sweet Shop und bestanden aus Brian Francis Connolly (Gesang), James Paul Andrew „Andy“ David Scott (Gitarre), Stephen „Steve“ Norman Priest (Bass, Gesang) und Michael „Mick“ Thomas Tucker (Schlagzeug). Nach einigen erfolglosen Aufnahmen (Lollipop Man/All You’ll Ever Get From Me/Get On The Line) und einem geplatzten Plattenvertrag benannte sich die Band in The Sweet um und ging mit dem Schlagzeuger und Produzenten Bill Wainman ins Studio. Das Debütalbum Funny Funny How Sweet Co-Co Can Be erschien 1971. Diese Zusammenarbeit sollte von Erfolg gekrönt sein, denn mit einer Serie von Songs aus der Feder des australischen Produzenten Mike Chapman und des englischen Songwriters Nicky Chinn gelang der Einstieg in die deutschen Charts. Mit der zweiten Single Co-Co kletterte man bereits bis auf Platz eins der deutschen Charts und in England bis auf Platz zwei. Mit Poppa Joe, Little Willy und Wig Wam Bam folgten weitere erfolgreiche Singles, doch man war musikalisch vom Zeitgeist entfernt.

Der Band wurde ein härteres Glamrock-Image mit extravaganten Outfits und entsprechenden Songs verpasst, welches den ganz großen Durchbruch mit sich bringen sollte. Nummern wie Block Buster!, Hell Raiser, The Ballroom Blitz und Teenage Rampage wurden entsprechend mit Sirenen und Donner aufgepeppt und stürmten die Charts. Als der Erfolg dann etwas nachließ, versuchten die Musiker sich immer mehr im Songwriting-Prozess einzubringen. Die erste komplett selbst verfasste Single hieß Fox On The Run und erschien auf dem Album Desolation Boulevard (1974). Mit dem Album strich man auch das „The“ im Bandnamen und nannte sich fortan einfach nur Sweet.

Ganze 16 Hits konnten Sweet in den deutschen Top Ten platzieren, von denen acht Songs bis auf Platz eins kletterten. Bis 1978 veröffentlichten sie insgesamt sechs Alben, dann zerbrach die klassische Bandbesetzung aufgrund des alkoholbedingten schlechten Gesundheitszustandes von Frontmann Brian Connolly. Der Sänger verließ die Band 1979, während die restlichen Bandmitglieder Cut Above the Rest (1979), Water’s Edge (1980) und Identity Crisis (1982) veröffentlichten, bevor die Band sich auflöste.

Brian Connolly veröffentlichte ein paar erfolglose Singles und ein mittelprächtiges Album und gründete die Band New Sweet, mit der er bei Oldie-Shows auftrat und auch alte The Sweet Songs aus der Frühphase spielte. Sweet spielten mit Mick Tucker und Andy Scott weiterhin auf den großen Bühnen, Steve Priest verließ die Band. 1991 verließ auch Mick Tucker aus gesundheitlichen Gründen die Band und Andy Scott trat zukünftig als Andy Scott’s Sweet auf und veröffentlichte weiterhin Singles, Alben und DVDs. Brian Connolly starb am 10. Februar 1997 an einem Herzinfarkt. Mick Tucker verstarb am 14. Februar 2002 an Blutkrebs.

Seit 2008 gab es zwei verschiedene Sweet Formationen, denn auch Steve Priest betrieb wieder eine eigene Sweet-Band. Am 4. Juni 2020 verstarb nun auch Steve Priest, die Todesursache wurde bisher nicht bekannt gegeben. Er hinterlässt seine Frau, drei Töchter und drei Enkelkinder. Gitarrist Andy Scott ist nun das letzte überlebende Mitglied der klassischen Bandbesetzung und hält die Fahne von Sweet weiter hoch.

Hier das Statement von Andy Scott zum Tod von Steve Priest:

Then there was one!

I am in pieces right now. Steve Priest has passed away. His wife Maureen and I have kept in contact and though his health was failing I never envisaged this moment. Never. My thoughts are with his family.

He was the best bass player I ever played with. The noise we made as a band was so powerful. From that moment in the summer of 1970 when set off on our Musical Odyssey the world opened up and the rollercoaster ride started! He eventually followed his heart and moved to the USA. First New York then LA.

Rest in Peace brother. All my love.

Andy

Weitere Beiträge
Massive Wagons: die britischen Chartstürmer veröffentlichen Raritätenkopplung über Bandcamp