Headliner: Thrice
Support: Coilguns
Ort: zakk, Düsseldorf
Datum: 24.06.2025
Kosten: 38,15 € VVK
Genre: Emo, Hardcore, Alternative
Besucher: ca. 500 Besucher
Veranstalter: zakk
Setliste Thrice:
- Firebreather
- Blood Clots And Black Holes
- A Branch In The River
- The Artist In The Ambulance
- Hurricane
- Silhouette
- Death From Above
- Still Life
- Yellow Belly
- Stare At The Sun
- Deadbolt
- Paper Tigers
- Summer Set Fire To The Rain
- In Exile
- Black Honey
- The Window
- The Earth Will Shake
Zugaben:
- Music Box
- Beggars
Thrice. Der Name, der seit Anbeginn meiner Metalhörphase immer mal wieder irgendwo auftaucht, aber wo nie ein Zugang da war. Dann im Jahr 2024 den ersten Song aktiv gehört, weil der Rest der eigenen Band Of Dust And Nations von Thrice covern möchte. Scheinbar haben auch bekannte Kollegen wie Architects den Song schon gecovert, also muss da ja was dran sein. Was auffällt: Eingängige, eigentlich eindringliche Gitarrenmelodien, emotionaler Gesang, der verbindet und ein fancy Bass, der aber gar nicht so auffällt. Richtig gut geschrieben, Verarbeitung von Erfahrungen aus dem Leben und besonders trotz Einfachheit. Kein Wunder, dass ich mir das Ganze dann mal im Original, live und in Farbe angucken möchte und zwei andere Bandmitglieder auf die Reise in deren Vergangenheit bis Gegenwart begleite.
Die Bahn hatte, wie so oft, keine Lust. Da fällt der Umstieg aufs Mietauto leicht, um rechtzeitig in Düsseldorf anzukommen. Ich war gefühlt zehn Jahre nicht mehr im zakk, aber man merkt, wie diese Bastion der alternativen Szene in Düsseldorf immer noch standhält. Das Publikum drinnen ist eine Mischung aus alten Emo-Veteranen, Kuttenträgern und ein paar wenigen überraschend jungen Leuten, die Thrice wahrscheinlich erst in den letzten Jahren entdeckt haben.

Als Opener sorgt die Schweizer Hardcore-Punk-/Noise-Rock-Band Coilguns für ordentlich Lärm, im wahrsten Sinne. Krach, Chaos, Wut, aber auch viel Liebe, wie der Frontmann uns mehrfach kommuniziert. Alles auf einmal. Nicht ganz mein Sound, aber definitiv eine Band, die auf der Bühne alles gibt und versucht, das Publikum mitzunehmen. Die Ansprache des Sängers auf der Bühne zum Thema „die Welt steht kopf, aber wir hier sind verbunden durch die Musik und durch Liebe“ wirkt sympathisch, aber so schnell geht das mit der Liebe bei mir auch nicht. Auch die zwei Besuche des Sängers im Publikum machen die Suche nach Verbindung deutlich. Mich wundert dabei nur, dass das Kabel des Mikrofons überlebt hat. Auch das Hände der Leute schütteln und umarmen finde ich persönlich immer unangenehm, aber auch dieser Kelch geht an mir vorbei.
Dann ist es Zeit für Thrice. Ohne langes Intro geht es direkt los. Die ersten Töne von Firebreather erklingen und die Stimmung ist sofort da, alle tauchen sofort mit ein und man spürt eine Verbindung durch den ganzen Raum. Der Sound ist druckvoll, Dustin Kensrues Stimme ist kraftvoll und man hört, wie lange diese Menschen schon tun, was sie tun. Blood Clots and Black Holes schieben direkt nach und spätestens bei The Artist In The Ambulance singen alle um mich herum mit. Das Energielevel ist durchweg hoch, der Sound sehr gut und ich bin sichtlich beeindruckt. Nicht drüber, nicht drunter, einfach genau richtig und authentisch.

Die Setlist scheint eine gut gewählte Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart zu sein. Jedes Album der inzwischen 27-jährigen Bandgeschichte ist vertreten. Neben den Klassikern wie Silhouette, Stare At The Sun oder Deadbolt finden sich auch mit In Exile und Death From Above seltenere Einträge auf der Setlist sowie aktuelle Songs wie Summer Set Fire To The Rain.
Bei Still Life wird es plötzlich ganz still. Die Halle hört zu, fast ehrfürchtig. Ein schöner Kontrast zu den lauten Momenten davor. Generell ist das Publikum extrem aufmerksam. Niemand drängelt, niemand nervt, niemand ist übermäßig betrunken und pöbelt. Alle scheinen einfach froh zu sein, dass sie diesen Abend erleben dürfen.
Dass Thrice nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich Substanz haben, merkt man schnell. Die Texte sind nie belanglos. Und auch außerhalb der Musik engagieren sie sich immer wieder für soziale Projekte. Ohne große Worte, aber mit Haltung. Seit ihrer Gründung 1998 hat sich die Band stetig weiterentwickelt, ohne sich selbst zu verlieren.
Nach gut 90 Minuten endet das Konzert mit den zwei Zugaben Music Box und Beggars. Nur das von mir so sehnlich erwartete Of Dust An Nations gibt es leider nicht zu hören.
Draußen ist es inzwischen kühler, aber die innere Wärme des Konzerts begleitet uns nach Hause. Beim nächsten Mal bin ich sicher wieder dabei und habe dann auch zu Hause mehr Thrice gehört.






