Black’n’Thrash Inferno Germany 2014 vom 28.03.2014 bis 29.03.2014 in Essen

 ”Black’n’Thrash Inferno Germany 2014 vom 28.03.2014 bis 29.03.2014 in Essen!”
Bands: Darkness, Warhammer, Witchburner, Tulsadoom, Wortmord, Mortal Strike, In Weak Lights, Forgotten Tomb, Urfaust, Mgla, Angantyr, Mor Dagor, Darkmoon Warrior und Wrack

Location: Zeche Carl in Essen

Homepage: http://www.zechecarl.de

Datum: 28.03. – 29.03.2014

Kosten: VVK 2-Tages Ticket: 42 €, AK 2-Tages Ticket: 50 €, Tageskarte VVK: 25 €, Tageskarte AK: 30 €

Veranstalter: Catapult Promotion

Homepage http://www.catapult-promotion.com

Besucher: ca 400

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Freitag:

Pünktlich gegen 18 Uhr startet der Einlass der Zeche Carl in Essen, in der in den nächsten beiden Tagen das erste Black’n’Thrash Inferno Germany abgehalten wird. Vierzehn Bands zerlegen nacheinander die Stage und haben so manche Überraschung im Ärmel. Gestartet wird am heutigen Freitag mit sieben Thrash Metal Formationen, bei dem der Co-Headliner Assassin noch kurzfristig ausgefallen ist und von der einspringenden Band Warhammer ersetzt wird.

Die noch jungen Bengel von In Weak Lights aus Essen eröffnen pünktlich um 18:30 das Spektakel. Die lokalen Newcomer greifen einen Kreator ähnlichen Sound auf, der frisch aus der Anlage gedrückt wird. Eine wunderbare Möglichkeit bietet der Veranstalter, Catapult Promotion der Gruppe, um sich vor größerem Publikum zu beweisen. Viel ist noch nicht los, doch als Opener fungieren die fünf Musiker recht ordentlich. Ein mega Abriss wird, wie erwartet nicht vom Zaun gerissen, die Blicke des Publikums können sie dennoch an sich binden.

MortalStrike-1-Live-BlackThrashInferno2014-TimeForMetal

Im Anschluss dürfen Mortal Strike die Flagge hissen. Die Österreicher aus der Hauptstadt Wien springen ebenfalls auf die Kreator Schiene auf und mischen eine gute Portion Slayer mit in den Thrash Metal Brei. Mit verschmierten Gesichtern spielen sie eine gelungene Old School Version. Wie schon bei In Weak Lights bleibt das Publikum verhalten, zwei Dutzend Headbanger jedoch lassen sich zum Kopfschütteln hinreißen. Gesanglich kann Matthias überzeugen und auch seinen Job als Rampensau bewerkstelligt er zufriedenstellend. Der abschließende Track Jetzt Geht Es Rund zeichnet bei allen ein Lächeln aufs Gesicht, da haben Mortal Strike alles richtig gemacht.

Wortmord hauen auf die derbe Klischee Keule. Deutschsprachiger Thrash Metal aus Sodom und den Böhsen Onkelz Elementen dringt scheppernd aus den Boxen. Das Niveau ist dabei leider deutlich unter dem der ersten beiden Kombos. Die Texte kommen zwar bei dem ein oder anderen ganz gut an. Die technischen Probleme überschatten leider dann auch noch die ehe schon grenzwertige Leistung, das schlägt auch das Sodom Cover nicht wieder heraus.

Tulsadoom-1-Live-BlackThrashInferno2014-TimeForMetal

Tulsadoom die ebenfalls wie Mortal Strike aus Österreich kommen, verwundern die Besucher im ersten Augenblick rein optisch mit Pagan-üblichen Gewändern und Spandexhosen. Ihr Bonebreaking Barbarian Metal geht aber gut ins Ohr. Von Tulsadoom bislang noch nichts gehört, fällt vor allem der melodische Einschlag positiv auf. Frontmann King Totolva hat von Anfang an alles im Griff und weiß die gute Leistung seiner Kollegen klangvoll zu unterstreichen. Ein deutlicher Achtungserfolg lässt sich ohne Probleme außerhalb der Alpen im Ruhrgebiet einfahren.

Witchburner-1-Live-BlackThrashInferno2014-TimeForMetal

Einen Achtungserfolg haben Witchburner nicht mehr nötig, das wird einmal mehr klar wenn man sich das Gedränge noch vor Beginn der Show vor der Bühne ansieht. Alben wie Bloodthirsty Eyes sind nicht nur bei uns in der Redaktion wie eine Bombe eingeschlagen, sondern haben die gesamte Szene erschüttert. Im Jahre 1992 in Fulda gegründet, ziehen sich seit zwanzig Jahren weite Kreise durchs Land. Zu Beginn wird bereits Hammer Of Destruction ins Rennen geschickt, ein melancloischer Song der den mustergültigen Abriss gepflegt einläutet. Pino beweist mit seinen Vocals seinen Status als charismatischen Sänger, der sich wie ein Messer durch weiche Butter schneidet. Der Sound ist knackig, die Riffs deftig und die Dampfwalze aus den Händen Witchburner kann kaum gestoppt werden. Bei Blood Of Witches, zudem die Band 2011 einen Videoclip gedreht haben, zieht der erste Mosh Pit durch die Zeche, ein genialer Auftritt, der in Erinnerung bleiben wird.

Deutlich schroffer gehen Warhammer zu Werke, die für die Abgesprungenen Assassin in den Kampf ziehen. Die Death Doom Brigade aus dem nahe gelegenen Gelsenkirchen stehen beim gleichen Label wie Witchburner unter Vertrag. Doch im Gengensatz zur anderen Band von High Roller Records setzten Warhammer auf schleppende Doom Metal Melodien, die durch Thrash und Death Metal Aktivitäten veredelt werden. Das Ergebnis der verschiedenen Genres ist ein nicht mehr ganz so zwingendes Songwriting, wie noch bei Witchburner. Hits wie Warriors Of The Cross kommen dennoch gut an und sorgen für entspanntere Nackenbewegungen, bis die Haare bei Darkness wieder ins Rotieren gebracht werden.

Darkness-1-Live-BlackThrashInferno2014-TimeForMetal

Diese zeigen sich als würdige Headliner und ziehen direkt zu Beginn alle Register. Frisch und motiviert agieren Darkness und wollen unbedingt in ihrer Heimat für Furore sorgen. Dieses gelingt ihnen prächtig, das Bühnenbild ist einladen, die Akkustik wird perfekt für die Truppe in Szene gesetzt und die angereisten Thrash Metal Jünger lassen sich die Party nicht nehmen. Kaum zu glauben, das sich Darkness bereits 1984 gegründet haben und 1989 wieder aufgelöst haben. 2004 fanden Mitglieder wieder zusammen und gründeten Eure Erben, die in dieser Region mittlerweile auch einen Namen haben. Daher ist die Darkness Show umso interessanter und macht einen Schritt in die tiefen deutschen Thrash Metal Anfänge zurück!

Der erste Abend des Black’n’Thrash Inferno Germany offenbart diverse Thrash Metal Facetten, die von den Formationen ansprechend in Szene gebracht wurden. Bis auf Wortmord bleiben keine negativen Eindrücke zurück, viel mehr spielen sich die beiden grandiosen Auftritte von Witchburner und Darkness ins Gedächtnis. Die meisten Leser dürften die Zeche Carl in Essen kennen, für alle anderen kann man diese Lokation nur empfehlen. Der Separate Trassenbereich neben der Bühne zum Abkühlen bzw. Rauchen, beschert dem Besucher kurze Wege. Gleiches gilt für den direkten Tresen in der Konzerthalle. Wer mal eine Pause braucht, kann jedoch einen kleinen Snack oder Drink an der am Eingang befindenen Bar nehmen. Mit Bierpreisen von 2,20€ und Longdrinks ab 4€ zeigt sich das Black’n’Thrash Inferno Germany recht preiswert. Die Entscheidung auf Becherpfand zu verzichten, kann man nur lobend ansprechen! Dem zweiten Abend, im Zeichen des Black Metals, steht also nichts im Wege.

Samstag:

Der heutige Samstag Abend wird ein brutales Geschoss aus Underground Black Metal, gemixt aus diversen europäischen Hochburgen. Das Black Metal im Pott geht, ist schnell zu erkennen, schon bei Wrack reicht das Publikum an die des Freitagsheadliner heran. Als Übermäßige Tötungsmaschine kann man die Bochumer nicht bezeichnen, machen ihren Job aber zu aller Zufriedenheit sehr gut. Leichte melancholische Einschläge, die wohl bedachten Tempowechsel und trotzdem einen guten Zug zur gradlinigen Härte machen Wrack zu einem gelungenen Eröffner!

DarkmoonWarrior-1-Live-BlackThrashInferno2014-TimeForMetal

Ein Highlight sind bereits Darkmoon Warrior die viele nicht auf dem Zettel haben. Ein Mix aus Darkthrone, Taake und Urgehal macht sich professionell angerührt breit. Das Publikum quittiert dieses mit entsprechender Aktivität vor der Bühne. Mit dieser brachialen Power ist der Start schon gegen 20 Uhr in den langen Abend perfekt geglückt. Wer die Möglichkeit hat in der Zukunft Darkmoon Warrior erblicken zu können, sollte diese Chance nutzen.

Im ähnlichen Style wie Darkmoon Warrior gehen auch Mor Dagor zu Werke. Da ist es schon selbstverständlich das die drei Musiker ebenso gut angenommen werden. Die Zeche wird in einen undurchdringlichen Panzer-Sound gehüllt, die Ketten der kreischenden Antriebe zermürbt alles was sich ihnen in den Weg stellt. Diese inszenierten Effekte steigern den Hörspaß und lassen Mor Dagor in einem guten Licht stehen, auch wenn diese Ausdrucksweise für die fast pechschwarze Bühne etwas fehlplaziert wirkt.

Angantyr-1-Live-BlackThrashInferno2014-TimeForMetal

Auf die Dänen Angantyr sind viele heiß, daher drängen sich noch vor dem ersten Riff viele Gesichter vor die gerade umgebaute Stage. Völlig unbekannt im Pott ist die Truppe nicht, da sie unter anderm bereits in der Helvete in Oberhausen gezockt haben. Mit einem fetten Set werden keine Gefangene gemacht! Ynleborgaz der Mastermind ist für die gesamte Musik und den Gesang zuständig. Die heute anwesenden Session-Musiker geben eine gute Figur ab. Blutverschmiert, riecht es vor der Bühne nach feuchtem Morast, welches der Bassist an seinem Körper verteilt hat. Zwei weitere Stücke hätten Angantyr noch vorbereitet gehabt, doch leider ist die Zeit schon vorbei und der Stagemanager muss die Dänen auf einen letzten Song hinweisen. Klar ist die Entscheidung schade, aber bei einem Festival müssen die Zeiten nun mal eingehalten werden, nicht das die letzte Gruppe erst spät in der Nacht spielt bzw. Abstriche am Set machen muss.

Gewinner im T-Shirt Kontest sind definitiv Urfaust, für keine andere Band wurde auf Black’n’Thrash Inferno Germany mehr Flagge gezeigt. Die beim Kult Label Ván Records verankerten Niederländer zerlegen mit nur zwei Personen die Zeche. Weihrauch verräuchernd werfen Urfaust kompromisslos ihre Instrumente in die Waagschale. Eine Bühnenshow ist zwar nicht vorhanden, dafür überzeugen unsere Nachbarn aber mit einem hypnotischen Klangwerk. Mystische Melodien machen sich breit, der Gesang ist interessant, die gesamte Umsetzung wirklich Geschmackssache. In Essen gehen heute alle steil, Urfaust werden zum heimlichen Headliner empor gehoben und bekommen doch tatsächlich noch eine Zugabe, nachdem das Publikum einfach nicht von der Stelle weichen wollten. Absolut abgefahren was Urfaust an den Tag legen.

Finster verhangen ist bei Mgla nicht nur die Bühne, sondern auch die Gesichter der Musiker die durch schwarze Masken verdeckt sind. Für die Polen ist das Black’n’Thrash Inferno Germany der perfekte Einstieg in die Festival- Saison, die ihre Reise unter anderem zum legendären Inferno Festival nach Norwegen führt. Ungeschliffen lassen sich Mgla nicht die Butter vom Brot nehmen. Ihre Botschaft ist pure Gewalt, die in diesem Falle eine Stunde lang in Szene gesetzt wird. Wer dabei ruhig sitzen bleiben kann ist wirklich schmerzfrei!

ForgottenTomb-1-Live-BlackThrashInferno2014-TimeForMetal

Last But Not Least, die Italiener Forgotten Tomb die nicht als billiger Rausschmeißer fungieren, sondern noch einmal nach Mitternacht die Fäuste in die Luft recken lassen. Ihre Kunst bezeichnen sie selbst als Darkness In Stereo die sie in regelmäßigen Abständen über Agonia Records an den Mann bringen. Wer Forgotten Tomb schon einmal live gesehen hat, weiß die Südeuropäer zu schätzen. Leidenschaftlich wird frostige Kälte mit emotionalen Momenten, in undurchdringliche Atmosphären gehüllt. Die Brechstange lassen sie dabei meist außen vor und setzten auf die emotionale Zerstörung des menschlichen Geistes. Ein runder Abschluss des Black’n’Thrash Inferno Germany, der ohne Frage zurecht gefeiert wird.

Fazit: Das jungfräuliche Festival bietet, dank der guten Organisation viele positive Aspekte. Der groß geschriebene Underground Faktor wird gut hervorgehoben, die Location mit der Zeche Carl in Essen passt wie die berühmte Faust aufs Auge. Der Sound ist ansprechend, die Preise völlig in Ordnung und die musikalischen Highlights Witchburner, Urfaust,Darkness und Forgotten Tomb zeigen nachhaltig ihre Wirkung. Totalausfälle gab es soweit nicht, die ein oder andere Unmut bei der genauen Einhaltung der Stagezeiten ist zu verstehen, aber wird auf anderen Festival ebenso gehandhabt und sollte Catapult Promotion positiv und nicht negativ angerechnet werden. Der Raucherbereich nahe der Bühne ist in meinen Augen perfekt. Die Bar und der Merchandise Bereich entzerren gekonnt das Geschehen und sorgen für hervorragende Rückzugspunkte. Die Tatsache, dass die Veranstaltung ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr verlassen werden durfte, lag an der Auflage der Zeche Carl und nicht am Veranstalter Catapult Promotion. Klar kann man verstehen, das dadurch die Bewegungsfreiheit etwas eingegrenzt wurde, das reichhaltige Angebot hat jedoch sehr stattlich dagegen gehalten. Ob, wie in der ersten Auflage Thrash und Black Metal, durch die zwei Tage von einander getrennt werden sollten oder besser vermengt worden wäre, kann dahin gestellt werden. Pro spricht definitiv der Faktor, das jeder dafür bezahlt was er auf die Ohren bekommen möchte, für die Durchmischung spricht jeglich die Abwechslung. Wichtigste Erkenntnis bleibt beim Black’n’Thrash Inferno Germany das die Festival-Landschaft ein weiteres Event dazu gewonnen hat und einer erneuten Auflage nichts im Wege steht!

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