Darktroll Festival vom 10.05. – 12.05.2018 auf der Burgruine Schweinsburg in Bornstedt

„Darktroll Festival vom 10.05. – 12.05.2018 auf der Burgruine Schweinsburg in Bornstedt“

Festivalname: Darktroll Festival 2018

Bands: Bornholm, Odroerir, Unlight, Horn (Official), Ereb Altor, The Committee, Obscurity, Havukruunu, Skyforger, Krater, Trollort, Dynfari, Firtan, Crimfall, XIV Dark Centuries, Wederganger, Gernotshagen, Illdisposed, Shade Empire, Horna, Arkona, MartYriuM, Waldtraene, Soulline

Ort: Bornstedt

Datum: 10.05. – 12.05.2018

Kosten: 45 € Wochenendticket + 15 € Campingticket

Genres: Black Metal, Pagan Metal

Tickets: https://shop.in-fiction.eu/index.php?rb=1&set=1&set2=1

Link: http://www.darktroll-festival.de/

Runde 9 geht ins Rennen und das Dark Troll öffnet 2018 kurz vor Pfingsten seine Pforten. Der Sold Out kam sehr schnell, denn das Line-Up konnte für jeden so einige Glanzstücke mit sich bringen. Wir sind in diesem Jahr wieder vor Ort, um uns dieses wunderschöne Festival einmal genauer anzusehen und darüber zu berichten. Zuletzt durfte ich 2015 eintreten und die Burgruine Bornstedt rocken. Was hat sich also binnen drei Jahren verändert? Naja, so einiges. Darüber lest ihr gleich mehr.

Zu allererst geht es mit dem Donnerstag los. Ich bin weder Campingfan noch ein Fan von Campen und Parken getrennt. Ich liebe es im Auto zu schlafen. Leider ist dies beim Darktroll nur dann möglich, wenn man Nerven aus Drahtseilen hat oder so früh da ist, dass das Auto annähernd an der Burg selbst abgestellt wird. Ich bin gegen 12 Uhr vor Ort und darf mich damit befassen, wo ich denn nun parke. Die Situation ist unübersichtlich und die meisten potenziellen Plätze innerorts sind besetzt. Also gebe ich mich erst einmal damit zufrieden, eine halbe Stunde zu laufen. Später bin ich Pendelgast, da ich nur ca. eine Stunde nach Hause fahre. Ich werde das Festival wohl nüchtern erleben. Beschilderung zu den Campingplätzen oder ausgeschriebenen Parklätzen, die vorher angepriesen wurden, gibt es auch nicht, sodass sich viele Autos einige Runden im Ort im Kreis drehen. Neu ist hier, dass es drei Campingplätze gibt. A, B und C. A befindet sich auf der Burg selbst, direkt vor dem Eingang. An B kommt man zwangläufig vorbei, wenn man den Fußmarsch durchs Dorf vollzieht und C? C sehe ich nicht. Doch wie genau läuft es denn ab? Im Vorfeld müssen die Besucher Campingtickets kaufen, um auf die vorgegebenen Flächen zu gelangen. Anscheinend wird kontrolliert, wer genau wo sein Zelt aufbaut. Leute aus A und B zum Beispiel dürfen aber genau wie andersrum auf C als Besucher. Es wird schnell klar, dass dies einige ausnutzen und ihr Zelt irgendwie versuchen auf A zu bringen, da man dort ja nur fünf Minuten Laufweg zur Bühne hat. Demnach ist dieser Platz auch vollkommen überfüllt mit Zelten. Auch die Kontrollen lassen zu wünschen übrig. Besucher ohne Zeltplatzbändchen findet man sowohl auf A als auch B. Ein Chaos, dennoch ruhig und familiär ohne Zwischenfälle.

Los geht es mir Waldtraene. Naja, sagen wir – richtig los geht es mit ihnen. Davor wird noch eine Gitarreneinlage von einem älteren Herren eingelegt, der sein Auto mitten auf dem Platz parkt und später dem richtigen Opener im Wege steht. Viele sind also verdutzt als Knöpfchen und Horda anfangen und der große Van auch noch nach Minuten nicht beiseite fährt, um den Gästen freie Sicht zu bieten. Jedenfalls legen die beiden eine schöne mittelalterlich heidnische Show ein und verzaubern die noch mau besiedelte Zuschauerschaar. Wir halten uns eher im Hintergrund und gesellen uns zu Freunden an einen Tisch und lassen uns von der Musik im Nachgang beschallen. Irgendwie kommt noch keine richtige Festivalstimmung auf. Liegt es daran, dass noch alle halb im Anreisemodus sind? Mit Odroerir im Gepäck geht es also zügig weiter. Die Pagan Metal Band aus Thüringen, genauer gesagt Großraum Erfurt, heizt so richtig ein. Langsam füllt sich der Platz und auch die letzten Ankömmlinge entpuppt es aus ihren Löchern. Dicht gefolgt von Sojourner, die eine atmosphärische Black Metal Show liefern und extra aus Schweden anreisen, endet dennoch mein Abend. Ich bin etwas kaputt und möchte mich zum Verschnaufen am liebsten ein paar Minuten ins Auto legen. Da dies aber zu weit entfernt steht, beschließe ich auf die Headliner am Abend zu verzichten und vorerst abzureisen, um zu regenerieren. Das Wetter ist warm, fast zu warm und es schleift ins Gemüt.

Am Freitag reise ich erneut ins Grüne. Die Autofahrt ist entspannt und an diesem Tag ist das Wetter auch vollkommen im Rahmen. Es ziehen ab und an ein paar Wolken auf, aber von Regen ist nichts zu sehen. Pünktlich zu Krater, die ich auf dem langen Weg nach oben zur Burg vernehme, geht es im Anschluss direkt mit Crimfall weiter. Symphonischer Power Metal aus Finnland. Kaum zu glauben aber die Masse hebt es ab. Die Jungs, die schon seit elf Jahren existieren, trumpfen auf. Mit einigen Songs aus ihrem letztem Album geht das Publikum steil. Eine wirklich grandiose Show. Im Anschluss hebt es Bornholm aus der Erde. Die Jungs, welche sich nach einer Insel Dänemarks benannt haben, reisen extra aus Russland an, um hier ihre Show zu spielen. Feinster Black Metal mit einer guten Performance. Kurz drauf folgt mein absolutes Highlight. Havukruunu! So lange habe ich mir gewünscht diese Band einmal live zu erleben und da sind sie nun. Die Finnen, welche man nur selten sieht, haben es endlich zu uns geschafft. Schon alleine das Inro lässt Gänsehaut unter meine Haut fahren. Mit Jo Näkyvi Pohjan Portit läuten sie das Spektakel ein und lassen meine Haare zu Berge stehen. Zumindest sinnbildlich. Ich bin geflasht und zugleich zu glücklich, um dies in Worte zu fassen! Wer diese Band nicht kennt und auf Black Metal mit Paganeinfluss steht, sollte sich unbedingt Kelle Surut Soi anhören. Es gehört zu meinen absoluten Favoriten 2017. Horna bilden am heutigen Tag meinen Abschluss. Leider habe ich die Jungs anders in Erinnerung. Das, was sich hier bietet, ist die abgespeckte Version von der wahren Trance der Band. Kaum zu vergleichen mit Ekstaseshows wie Erfurt 2015. Wenigstens gibt es Klassikersongs, die sie spielen, aber dennoch, zumindest mich, nicht mitreißen.
Auch an diesem Abend verzichte ich wegen der langen Autofahrt auf die großen Headliner, obwohl ich gerne noch Horn vernommen hätte, und reise frühzeitig ab.

Samstag. Das Wetter wieder viel zu launisch und übermäßig warm. Parkplatzsituation wieder so, wie an den anderen Tagen. Ich bin ausgelaugt, fühle mich schlimmer, als hätte ich mit den anderen Freunden gesoffen. Heutiges Highlight sollte normalerweise Illdisposed sein, aber schon am Mittag wusste ich, dass ich es so lange nicht aushalte. Ein kurzer Abstecher zu Trollort, ein kurzer Blick zu Unlight und eine ebenfalls kleine Extase bei Obscurity. Zu mehr bin ich am heutigen Tage nicht zu gebrauchen. Freunde berichten mir im Nachgang, dass ich bei Arkona und Wederganger wohl ziemliche Flashs verpasst habe… doch zu dieser Zeit liege ich schon lange im heimischen Bett und strecke alle Vier von mir.

Fazit: Das Darktroll ist ein Festival, welches man ins Herz schließt oder es einfach nicht besucht. Dass die Parkplatzsituation binnen drei Jahren so eskaliert und zu den normalen Tickets noch Tageskarten verfügbar sind, die das Ganze dramatisieren und verschlimmern, hätte ich nicht gedacht. Die Location ist der Hammer, das Essen und die Vielfalt toppt kaum ein anderes Festival in dieser Größe und auch die Atmosphäre lässt nichts zu wünschen übrig. Bandauswahl in diesem Jahr einfach top. Besser geht es nicht, zumindest für meinen Geschmack. Trotz der Ausgelaugtheit bin ich froh, ein kleiner Teil dieses Familienfestes gewesen zu sein. Es verlief im Großen und Ganzen sehr ruhig. Die Besucher waren allesamt sehr lieb und offen. Wir haben viele Freunde wieder getroffen und nette Gespräche vernommen. Auch dass die Veranstalter die ganzen Tage präsent und für Fragen offen standen ist einfach erleichternd.

Vielen Dank, dass wir dabei sein durften bei diesem teils anstrengenden aber auch überaus schönen Festival! Wir sind gespannt, was das 10-jährige Jubiläum bereithält!

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