Artist: Black Space Riders

Herkunft: Münster, Deutschland

Genre: Alternative Rock, Heavy Rock, Psychedelic Rock, Space Rock

Label: Black Space Records / CARGO Records

Link: https://www.facebook.com/BlackSpaceRiders/

Bandmitglieder:

Gesang – SEB
Gesang und Gitarre – JE
Gitarre – SLI
Bassgitarre – MEI
Schlagzeug – CRIP

 

Black Space Riders @ Zentrum Altenberg 2017 12 01

 

Time For Metal / Heike L.:

Das ist jetzt das dritte Interview, das wir mit Euch führen dürfen. Dafür schon einmal herzlichen Dank! 🙂

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Sehr gerne.

Time For Metal / Heike L.:

Das Cover Eures letzten Albums Refugeeum bzw. auch der nachfolgenden EP Beyond Refugeeum konnte ich den Themen der Alben noch zuordnen. Bei Eurem neuen Werk Amoretum Vol. 1 habt Ihr einerseits diese schönen Blumenranken auf dem Cover, das Video zu Another Sort Of Homecoming spielt aber in der hochtechnisierten Welt der Raumfahrt, wobei es da ja wohl auch um Gefühle geht. Aber wie passt das zusammen?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Zum einen geht es auf Amoretum ja um einen Ort oder auch Zustand, in dem die Liebe gedeihen und beschützt werden soll, auch wenn sie Gefahren von außen und auch von innen ausgesetzt ist. Das transportiert das Cover, wie ich finde, sehr gut. Es beinhaltet Leben und Wachstum, auch Bewegung; auf der anderen Seite aber auch eine nicht direkt zu erfassende Bedrohung.

Im Song Another Sort Of Homecoming geht es nun darum, dass jemand, der ausgesandt wurde, um einerseits die Liebe zu verbreiten, andererseits aber auch die Gefahren und die Bedrohungen zu erkunden, wieder nach Hause will, weil er sich nach seiner Basis, seiner Heimat sehnt, um wieder Kraft zu tanken. Das schrie irgendwie nach Weltraum-Story; und so ganz können wir da auch unsere (alte) Liebe nicht vergessen.

Time For Metal / Heike L.:

Könnt bzw. wollt Ihr denn schon etwas zu Amoretum Vol. 2 verraten? Falls ja: Ist Vol. 2 tatsächlich als Fortsetzung zu sehen, d. h. die Songs nehmen nahtlos den Sound von Vol. 1 auf? Der ist ja, wie es von Euch nicht anders zu erwarten war, mal wieder nicht wirklich als „Einheitsbrei“ zu sehen. Kann man da auf Vol. 2 noch mehr raushauen, oder schifft das Album eher in ähnlichen Gewässern?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Amoretum Vol. 2 ist aus unserer Sicht die Fortsetzung von Amoretum Vol. 1 und wird auch entsprechend mit Chapter 3 starten. Vielleicht ist es ganz gut mit einem Buch vergleichbar, das aber nicht mit seinem erzählerischen Höhepunkt bis zum Schluss wartet, sondern eher als Anthologie verschiedener Geschichten zum gleichen Themenkomplex zu verstehen ist. Musikalisch hat Amoretum Vol. 2 schon einen anderen Vibe als Amoretum Vol. 1 und wird sicher für die ein oder andere Überraschung sorgen.

JE: Wir sind mit 22 fertig arrangierten Songs in’s Aufnahmestudio gegangen, und als uns nach Aufnahme und Mix klar wurde, dass wir die tatsächlich allesamt so sehr mögen, dass wir sie alle veröffentlichen wollten, standen wir dann vor der Frage, wie man knapp 2 Stunden neue Musik denn am besten auf die Menschheit loslässt. Wir hätten auch ein größenwahnsinniges 3-Fach-Vinyl-Album machen können, das hätte uns auch gut gestanden finde ich persönlich. Aber die wenigsten Menschen werden, können und wollen sich so lange am Stück auf eine Musikreise begeben. Und uns ist halt wichtig, dass unsere Hörer unsere Alben auch am Stück hören und den Flow genießen. So haben wir uns dann entschieden, zwei Teile zu veröffentlichen.

Time For Metal / Heike L.:

Für Eure Releaseshows in Marburg und Münster habt Ihr als Supportband Motorowl am Start. Wie seid Ihr denn auf die gekommen?

Black Space Riders / SEB und JE:

JE: Unser neuer Booker hat Motorowl unter seinen Fittichen und sie vorgeschlagen. Nach dem ersten Reinhören waren wir überzeugt, das ist ein rundes Paket und wir haben sie eingeladen. Ich betrachte sie auf Augenhöhe, als „Special Guest“ und nicht als klassische „Supportband“.

Time For Metal / Heike L.:

Am Releasetag selbst gibt es die Show in Marburg, was ja doch nicht gerade in der Nähe von Münster liegt. Habt Ihr da besondere Beziehungen hin, oder kommt Ihr damit den Jungs von Motorowl, die ja aus Thüringen kommen, auf halbem Weg entgegen?

Black Space Riders / SEB und JE:

JE: Genau, wir haben unsere Heimatstädte in google maps eingegeben und ein Algorithmus hat uns dann genau die geographische Mitte ausgerechnetet. HarHar. Nein, quatsch, das hat sich beim Booking so ergeben, der Zeitvorlauf für’s Buchen der Shows war eher knapp, da passte das Angebot aus Marburg super, ist doch auch ’ne coole, nette Studentenstadt. Sonst wären wir in noch mehr Städten aufgetreten. Wird aber nachgeholt!

Time For Metal / Heike L.:

Gibt es denn einen oder mehrere Songs aus Eurer mittlerweile ja doch recht umfangreichen Diskografie, die wohl niemals von Eurer Setliste verschwinden und einfach bei jeder Show gespielt werden MÜSSEN?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Wir haben uns im kreativen und auch im wirtschaftlichen Bereich so aufgestellt, dass wir NICHTS müssen, alles dürfen, uns Freiräume nehmen und diese sogar ausweiten. Trotzdem würde ich persönlich mich wohl etwas schwer damit tun, einen Gig ohne Hide from the spacelight und Gravitation abzuliefern. Oder?

JE: Auf jeden Fall, SEB! Und wenn unsere geschätzte Interviewpartnerin Heike zu den Gigs kommt, müssen wir ja allein für sie schon Give Gravitation to the People spielen 😏.

Wir haben jetzt für die Releaseshow in Münster ein paar lange verschollene Perlen wieder ausgegraben. Wir haben ja inzwischen ca. 6 Stunden Musik veröffentlicht, da gibt es dann halt auch Stücke, die du selten bis nie live spielst.

Time For Metal / Heike L.:

Geht man eigentlich, wenn man so lange als Band unterwegs ist, wie Ihr, nach wie vor regelmäßig in den Proberaum, oder wird das nur vor Shows etwas häufiger?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Absolut regelmäßig. Das ist für uns sowohl im Hinblick aufs Songwriting als auch für Live-Shows von immenser Bedeutung, dass wir als Band zusammen eingespielt sind.

JE: Der Proberaum ist das Headquarter. Dort fängt alles beim Kreativprozess an und dort wird dann auch für die Shows „trainiert“. Auch für das Gruppengefühl und das Zusammenspiel ist uns wichtig, dass wir uns regelmäßig sehen und spielen und nicht nur phasenweise.

Time For Metal / Heike L.:

Wahrscheinlich wurde Euch diese Frage schon sehr oft gestellt, aber ich habe dazu noch nichts gefunden, also: Wie seid Ihr denn darauf gekommen, Eure Namen abzukürzen und so in Großbuchstaben zu schreiben, wie es überall zu lesen ist?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Das sind ja keine Abkürzungen, sondern unsere tatsächlichen (!!!) Namen im Kosmos der BLACK SPACE RIDERS. Irdische Namen wären und waren für diese Unternehmung definitiv zu klein, unbedeutend und überflüssig 😉

Time For Metal / Heike L.:

Ich habe es in Gesprächen mit anderen Bands schon oft gehört, dass die Bandmitglieder privat ganz andere Musik hören als die, die sie selbst spielen. Wie sieht das denn bei Euch aus?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Ich höre von Electronica über Shoegaze bis hin zu Black Metal sehr unterschiedliche Musik, von daher ist bei der Musik der BLACK SPACE RIDERS jetzt nichts dabei, was ich nicht auch hören würde, allerdings in solcher Form auch bei anderen Bands nirgendwo finde.

JE: Das gilt für alle.  Bei mir kommt neben dem vielleicht offensichtlichen Rockzeug z. B. noch Indie, SingerSongwriter, Country, Jazz, Reggae und auch immer wieder Elektrokrams auf den Plattenteller. Bei C.RIP eigentlich auch alles Mögliche, MEI hat neben einem anscheinend frühkindlich ausgelösten Doors-Faible einen Hang zu John Frusciante.  SEB, was ist eigentlich mit SLI? Hört der heutzutage noch irgendwas anderes außer Motorpsycho?

SEB: Ich bin mir da nicht sicher. Aber ist ja auch beileibe nicht die schlechteste Entscheidung.

Time For Metal / Heike L.:

Ebenfalls sehr oft habe ich jetzt schon gehört, dass sich die Musik- bzw. speziell auch die Underground-Metalszene und auch die Fans vor Ort sehr verändert haben. Wie seht Ihr das denn speziell für den Raum um Münster herum? Ist es tatsächlich schwieriger geworden, noch Besucher zu den Shows zu kriegen? Ich selbst bin ja hauptsächlich in der Underground-Szene unterwegs und stehe leider sehr oft in locations, die nicht wirklich gut gefüllt sind…

Black Space Riders / SEB und JE:

JE:  Der Vergleich mit früher oder irgendeine Jammerei bringt doch eh nix, selbst wenn das früher mal besser oder einfacher gewesen sein sollte, jede Show findet halt im HEUTE statt … machste nix dran. Wir haben schon vor vielen Leuten gespielt, schon vor wenigen Leuten, klar, mehr wäre immer gut.  Aber auch wenn da nur 15 Leute vor der Bühne stehen sollten, haben wir den Anspruch, dass die sich nachher bewegen und Spaß haben. Und dazu musst Du selbst Spaß haben. Das merken die Leute. Dann haben sie Spaß. Und dann hast Du selber noch mehr Spaß. Energie-Ping-Pong. „Eigentlich“ ganz einfach.

Time For Metal / Heike L.:

Ihr seid online auf ziemlich vielen Kanälen vertreten. Gibt es da eine klare Aufgabenverteilung, wer für die Postings und Updates zuständig ist?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Das macht fast ausschließlich…
JE: Ich.

Time For Metal / Heike L.:

Euer ehemaliger Bassist SAQ war ja, und ich hoffe, damit liege ich nicht ganz falsch, ungefähr in der gleichen Altersklasse, wie der Rest der Band. MEI ist dagegen ja doch recht jung. Kriegt man da auch mal väterliche bzw. ritterliche Anwandlungen, oder ist sie gar nicht so ruhig und „schutzbedürftig“, wie sie auf der Bühne manchmal rüberkommt? Wie habt Ihr sie denn überhaupt entdeckt? Oder hat sie Euch entdeckt?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: …. ich muss jetzt erst mal Luft holen (lach) … Fängst du an, Ritter JE?
JE:  HarHar, ich hab‘ MEI noch nie als Burgfräulein oder Prinzessin betrachtet. Hoffentlich setzt sich das Bild jetzt nicht bei mir fest. Klar ist sie deutlich jünger als der Rest der Band. Sie selbst ist und war BLACK SPACE RIDERS-Fan, ihre Mutter ist BLACK SPACE RIDERS-Fan …. und so generationsübergreifend ist das ja auch insgesamt mit unserem Publikum. Da tanzt der 18-Jährige mit dem Kraftklub-Shirt neben dem headbangenden 40-jährigen Kuttenträger, daneben eine ausdruckstanzende 60-jährige Dame mit Batik-Montur.

Zurück zu MEI: „never judge a book by it’s cover“, ruhig ist sie, aber eher im Sinne von konzentriert und versunken als „schutzbedürftig“ (grins, ich komm nicht drüber weg). Das ist ’ne ganz coole selbstbewusste junge Dame. Wir kannten uns schon länger, aber oberflächlich. Als sich herumsprach, dass unser bisheriger Basser SAQ aussteigen wird, kam sie bei einem Konzert, das wir beide zufällig unabhängig voneinander besucht haben, direkt auf mich zu und sagte „Ich will bei Euch Bass spielen“.

SEB: …und ich will das Bild vom „Ritter & Burgfräulein“ aus meinem Kopf kriegen…

Time For Metal / Heike L.:

Ich hatte Euch ja schon gefragt, welcher BSR-Song nie von Eurer Setliste verschwinden wird. Aber wie sieht es denn mit Euren privaten Hörvorlieben aus? Gibt es einen Song, auf den Ihr niemals verzichten möchtet?

Black Space Riders / SEB und JE:

SEB: Nein, DEN einen Song gibt es da für mich nicht. Musik im Ganzen darf und wird nie fehlen.

JE: Zu viele, um sie zu benennen. Ich versuche es: Comfortably Numb (Pink Floyd), nee warte Exit Music (for a film) (Radiohead), Won’t back down (Tom Petty), The chase is better than the catch (Motörhead), Ashes to Ashes (David Bowie) …… aaaaaarrrrgh …. klappt nicht! Ich stimme SEB voll zu!

Time For Metal / Heike L.:

Und das war es auch schon von meiner Seite. Jetzt freue ich mich darauf, Euch am 27.01. zum dritten Mal live erleben zu dürfen und bin sehr auf die Show gespannt. Gibt es noch etwas, was Ihr abschließend sagen möchtet?

Black Space Riders / SEB und JE:

JE: Lieber nichts „abschließendes“, das fühlt sich so an, als ob es nachher nicht weiterginge. Vielleicht: Danke, tschüss, bis bald.

Kommentare

Kommentare

255Followers
382Subscribers
Subscribe
18,649Posts