Devil’s Gun – Sing For The Chaos

Ein gesundes Grundgerüst ohne starke Eckpfeiler

Artist: Devil’s Gun

Herkunft: Växjö, Schweden

Album: Sing For The Chaos

Spiellänge: 36:44 Minuten

Genre: Heavy Metal, Hardrock

Release: 12.04.2019

Label: Black Lodge Records

Link: https://www.facebook.com/DEVILSGUNSWE/

Bandmitglieder:

Gesang – Joakim Hermansson
Gitarre – Philip Nilsson
Gitarre – Jonatan Lavesson
Bassgitarre – Oliver Emanuelsson
Schlagzeug – Fredrik Johansson

Tracklist:

  1. Killer Machine
  2. Tear Down The Wall
  3. To The Devil
  4. Lights Out
  5. Sing For The Chaos
  6. Electrical Shock
  7. Queen Of Destruction
  8. Alligator Fuckhouse
  9. Bad To The Bone
  10. On The Road

Die Zeit vergeht und Devil´s Gun aus Schweden stehen mit einem neuen Album auf der Matte. Ihr Debüt Dirty ’N’ Damned von vor drei Jahren habe ich noch ganz gut im Kopf, weil sie brutal in die Old School Accept Kerbe schlagen und selbst Frontmann Joakim Hermansson darauf bedacht ist, als Udo Double zu fungieren. Was fehlt noch für einen guten Hard Rock/Heavy Metal Mix? Genau, eine gute Prise Judas Priest, ein paar Saxon Riffs und eine kleine, eigene Gangart. Von Lordi über Astral Doors bis hin zu Dirkschneider und den genannten Gruppen wird alles abgedeckt. Knackige Refrains, leichter Rock ’n‘ Roll im Blut und das typische Wasser, was in Skandinavien talentierte Rock- und Metalbands nur so wie Pilze aus dem Boden sprießen lässt.

Killer Machine ist genau das beste Beispiel – und das beim Opener. Mehr Accept inkl. Udo Dirkschneider geht nicht, da muss man echt noch mal auf die Besetzung blicken, ob der Deutsche nicht doch noch ein Projekt gegründet hat. Joakim Hermansson trifft damit die Ohren vieler Heavy Metal Jünger, die seit Jahrzehnten der Heavy Metal Kehle von den Lippen lesen. Die Umsetzung von Joakim kann sich sehen lassen. Es ist nicht so, dass er dem Großmeister platt eins zu eins nacheifert. Dass er eine ähnliche Gesangsfarbe besitzt und diese sich und Devil´s Gun zunutze macht, ist alles andere als verwerflich. Trotzdem vermisse ich was nicht Unerhebliches: den Killerinstinkt. Tear Down The Wall und To The Devil sind nicht schlecht, machen sogar Spaß, aber der Refrain ist keine krachende Zeitbombe, die mit ihren Splittern penetrant in der Schädeldecke hängen bleiben. Dass die Aufhänger der Stücke gerne diverse Male wiederholt werden, ist schon Standard – gut, ihre Genregegenspieler machen das genauso, manchmal darf es trotzdem etwas weniger sein, und zum Vergleich: Die Dirkschneider Kombos sind Weltstars und machen den ganzen Spaß seit Jahrzehnten. Doch was sollen die fünf Männer aus Växjö anders machen? Das bleibt die große Frage, schließlich sitzen sie dafür viel zu sattelfest in ihrer Materie und Sprünge in moderne Regionen würden völlig deplatziert wirken. Erweitert man das Spektrum noch mal, könnte man zu weit vom Thema abschweifen, also bleibt nur noch der Weg mitten durch die alten Heavy Metal Pfade der Achtziger in der Hoffnung, dass die Werke zünden. Fans der ersten Stunde könnten dafür schnell offen sein. Die Retrowelle auch im Heavy Metal Business spielt in die Karten, doch ob mit Queen Of Destruction oder Bad To The Bone der ganz große Wurf gelingt, bleibt fraglich.

Fazit
Devil's Gun kann man wunderbar aufdrehen. Die Stücke wurden alle eingängig aufgezogen, die Refrains dürften auch jemand mit schlechtem Gedächtnis spätestens im zweiten Durchlauf mitgrölen können und technisch wissen die Schweden, in welcher Epoche sie nur zu gerne wildern. Chorähnliche Passagen mit dem Backgesang kommen gut an, die Produktion ist wunderbar gewählt und legt den Sound Status ebenfalls auf frühere Jahrzehnte. Dadurch bleibt man bis in die Haarspitze authentisch. Viel schiefgehen kann da eigentlich nicht. Wenn da das Wörtchen eigentlich nicht wäre. Die Refrains nicht ganz totreiten und zwischen diesen für mehr Spannung sorgen, dann kann es mit dem nächsten Album noch ein Stück weiter nach oben gehen. Im Auge behalten sollte man die Jungs, da die Tendenz noch nicht klar einzusehen ist. Schlecht und belanglos ist jedenfalls auch eine völlig falsche Gleichung, wenn man da gegen Devil's Gun setzt.

Anspieltipps: Tear Down The Wall und To The Devil
René W.7
Leser Bewertung0 Bewertungen0
7
Punkte

Kommentare

Kommentare

Weitere Beiträge
Steel Prophet – The God Machine