Doomsday Apocalypse 2012 im Phönix – Moormerland

”Geisterspiel im frostigen Ostfriesland!”

Band: Arroganz und Discreation

Vorbands: Fetocide , Friesenblut, Path of Betrayal und Redestruction

Location: Phönix – Moormerland

Homepage: http://www.phoenix-moormerland.de/

Datum: 08.12.2012

Einlass: 17:00 Uhr / Konzertbeginn: 18:00 Uhr

Kosten: AK: 13 €

Besucher: ca 40

Heute heist es wieder im Phönix Moormerland Köpfe kreisen lassen. Die erst Auflage des Doomsday schlägt in Ostfriesland zu, welches in dieser Form an die großen Tagesfestivals erinnert. Bereits um 17 Uhr öffnen die Pforten des Jugendzentrums, aus dem gegen 18 Uhr schon die ersten harten Klänge dringen.

Ins Innere der gemütlichen Location angekommen zockt bereits die im Nordwesten Deutschlands angesiedelte Band Redestruction. Nach einem kurzen Blick wird klar, dass zu dieser frühen Stunde noch kaum ein Metalhead den Weg ins etwas abgelegene Phönix gefunden hat. Vereinzelt zischen die ersten Besucher ein kaltes Bier oder bedienen sich an einem warmen Kaffee für schmales Geld. Auf der Bühne geben sich die Musiker jedoch Mühe, auch wenn die ganze Darbietung nicht durch eine verdiente Atmosphäre gewürdigt wird. Schnelle Riffs, keifende Growls und interessante Songstrukturen können sich definitiv schon mal hören lassen!

Path of Betrayal, die Death Metal Band aus Oldenburg, darf sich beim ersten Doomsday das allererste Mal Live beweisen. Wer jetzt an einen holprigen Start denkt wird eines besseren belehrt: die Huntestädter lassen es in Evocation bzw. Kataklysm-Manier krachen. Heftige Shouts wehen durch die kalte, ostfriesische Abendluft und einsetzender Schneefall lassen Path of Betrayals Live-Debüt zu einer frostigen Angelegenheit heranschwellen. Vor der Bühne wirken die meisten Metalheads noch leicht eingefroren und hauptsächlich die mitgebrachten Freunde hauen auf die Kacke. Einziger kleiner Knackpunkt der Band ist, dass ohne einen Bassisten der gewünschte Druck in der Musik fehlt! Wer sich also berufen fühlt kontaktiert die sympathische Band doch einfach unter: http://www.facebook.com/poboldenburg/info

Nach einer zu langen Umbaupause dürfen die lokalen Pagan Black Metaler Friesenblut ihre Duftnote versprühen, die kurzfristig den Weg ins Line-Up gefunden haben. Die Stimmung ihrer CD-Release Party an gleicher Stelle von vor ein paar Wochen können sie nicht wiederholen. Freunde und Bekannte sind weitestgehend fern geblieben und auch das Publikum von etwa 25 Mann ist nicht bereit, sich auf die heidnische Black Metal Ausrichtung einzulassen. Der Band wiederum ist kein Vorwurf zu machen: sie machen das Beste aus der Situation, die nicht viel mehr hergibt!

Mit der vierten Kappele [Fetocide/b], die in Tech Death Metal Regionen wildert, kommt das erste Ma,l wenn man es so sagen möchte, Stimmung auf. Die Power von [B]Aborted wird mit technische Fähigkeiten von Necrophagist gemixt. Gesanglich schlägt Malte Peters in selbige Abwechslung und kann in allen Gesangsfarben punkten, so dass vor der Bühne ein kleiner Mosh-Pit entsteht. Nach dieser Dampfwalze gönnen sich die meisten noch ein kühles Bier, rauchen ne Kippe und warten auf die beiden Headliner des Abends. Wer gedacht hätte, dass wie gewöhnlich gegen 22 Uhr noch diverse Nachzügler antanzen, wird enttäuscht. Ob es die nicht optimalen Straßenverhältnisse sind, lässt sich schwer sagen; an den Bands kann es jeden Falls nicht liegen.

Daher bleibt Discreation aus Hanu in Hessen nur der schwere Gang auf die Bühne, wo sie wohl nicht wie gewohnt gefeiert werden. Wobei man dieses in dem gewählten Wortlaut nicht stehen lassen kann. Die anwesenden Besucher und Bands sind bei der starken Performance der Band völlig aus dem Häuschen. Endlich wehen die ersten Haare vor der Bühne, es wird zufrieden nach jeden der Stücke applaudiert und die Hessen zeigen, warum sie im Underground in Deutschland als ein der schlagkräftigsten Bands gehandelt wird. Wie mit vollem Haus legen sie mit Liberation los, dem neue und alte Songs folgen sollen. Zudem wird die neu EP vorgestellt, die auf ihrer Homepage kostenfrei heruntergeladen werden kann! Das abschließende Breeding Terror und die Tatsache, dass Discreation in den nächsten Tagen im Soundlodge Studio ein neues Album aufnehmen werden, stimmt trotz anhaltender Mikrofonproblemen alle gnädig.

Arroganz aus Cottbus kann da einem nur Leid tun. Mit 600 km Anreise in den Knochen wirken sie frischer als jeder der noch verbleibenden Doomsday-Gänger, von denen sich viele nach Discreation aus dem Staub gemacht haben. Eigentlich sollte Ketzer das Phönix verwüsten, allerdings mussten diese leider absagen. Was Arroganz dafür erwartet ist wohl der schrecken jeder Band! Keine Leute, keine Stimmung und die Black Thrash Metal-Attacken versickern im leeren Konzertsaal. Da ist es schon ein Wunder, dass die Musiker nicht total angepisst ihre Instrumente auf die Seite werfen, um sich wenigstens den Abend schön zu trinken. Ein kleiner Trost für alle Beteiligten der ostdeutschen Hasskapelle: das neue Werk wird in den nächsten Tagen aufgenommen und wird eure Gehörmuscheln verwüsten. Ansonsten bleibt Arroganz nicht viel Positives die für dieses Desaster, für dass sie selber nicht viel können.

Fazit: Leider wird das erste Doomsday nicht musikalisch, sondern von einer gespenstisch leeren Kulisse, geprägt, dass außerdem unter dem schlechten Wetter mit Schneefall und Glatteis leidet. Mit dazu spielt vielleicht die schlechtere Lage des Phönix im Moormerland, welches ohne Auto nicht zu erreichen ist. Ein Gegenargument zu meinen Vermutungen ist das volle Haus beim Eastfrisian Gore Fest, welches zweimal im Jahr am gleichen Ort stattfindet. An der Bandauswahl, soviel sei gesagt, kann es nicht liegen und bei 13 Euro für sechs Bands kann man einfach nicht meckern. Möglich ist auch, dass durch diverse Events die ostfriesische Szene überlaufen ist. Diese Problematik fürs Doomsday zu klären ist jedenfalls nicht einfach. Fakt ist: Bands, Veranstalter und Location können mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Um noch einmal ausdrücklich zu wiederholen: Alle Bands haben ordentlich gespielt und waren trotz des geringen Interesses gut aufgelegt!

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