EvilDead – United $tate$ Of Anarchy

Das Böse hat nie Feierabend!

Artist: EvilDead

Herkunft: USA

Album: United $tate$ Of Anarchy

Spiellänge: 35:38 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 30.10.2020

Label: Steamhammer / SPV

Link: https://www.facebook.com/Evildead.Official

Bandmitglieder:

Gesang – Phil Flores
Gitarre – Albert Gonzales
Gitarre – Juan  Garcia
Bassgitarre – Karlos Medina
Schlagzeug – Rob Alaniz

Tracklist:

  1. The Descending
  2. Word Of God
  3. Napoleon Complex
  4. Greenhouse
  5. Without A Cause
  6. No Difference
  7. Blasphemy Divine
  8. A.O.P. / War Dance
  9. Seed Of Doubt
  10. Planet Claire 2020 (B52 Cover) – nur auf LP

Ja, der härtere Metal erlebt in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung, keine Frage und die eine oder andere Band hat sich entschlossen, wieder etwas zu machen. Manchmal kann man es als gelungen bezeichnen, manchmal nur den Kopf schütteln – und zwar seitlich, nicht nach unten. Im Falle von EvilDead kann man definitiv von der ersten Variante sprechen.

Die Burschen haben sich 1987 gegründet, um ihren geliebten Thrash Metal zu zocken. Am 11.04.1987 hatte man den ersten Gig. Auf der Bühne standen ebenfalls Cryptic Slaughter, Dark Angel und Possessed. Das Billing kann sich sehen lassen, gar keine Frage. Das erste Demo wurde auf den Markt geworfen und 1988 unterzeichneten EvilDead einen weltweiten Vertrag mit SPV Records, die EP namens Rise Above folgte und zack, kam auch schon das Debüt, welches man heute wohl getrost als Klassiker bezeichnen könnte. Hervorragend. Annihilation Of Civilization ist auch heute noch ein Schmankerl.

Nach einigen Besetzungswechsel ging man 1989 mit Laaz Rocket auf Co-Headliner Tour und 1991 kam das zweite erfolgreiche Album namens The Underworld heraus.

1992 noch eben schnell ein Livealbum loswerden und dann löste man sich auf.

2009 kam man dann wieder, um einige Livegigs zu zocken. 2011 ging es dann noch einmal auf Co-Headliner Tour mit Sadistic Intent. Allerdings fehlte der damalige Sänger Phil Flores, der aber nun wieder am Start ist und so hat man eine schlagkräftige Alt-Herren-Truppe zusammen, die es noch einmal so richtig wissen will.

Noch ein paar Infos vorweg. Produzentenass Bill Metoyer hat das Teil produziert und Ed Repka ist für das Artwork zuständig. Was willste mehr? Und den Opa auf dem Cover erkennt man auch sofort – EvilDead are back!

Und wie, Freunde des Thrash, und wie. Der Opener The Descending kommt dermaßen wuchtig aus den Boxen geschmettert, da bleibt kein Auge trocken. Alles hervorragend in Szene gesetzt und musikalisch einwandfrei. Schöne Vorspieler und dann schnelle Uftata. Aggressive Vocals von Phil und Gangshouts. Das Drumming treibt das thrashige Riffing voran, Solo und dann fein in ein Midtempo Mitgrölrefrain. Jawohl – sitzt und macht Laune. Und so wiederholt man den Spaß und ein breites Grinsen kommt dem Reviewer ins Gesicht. Auf den Punkt gebracht, inklusive fettem Solo. Der groovende Part vor dem Refrain geht ab wie Zäpfchen. Sehr fett. Der Song bleibt sofort haften und man möchte jetzt schon die Repeattaste drücken.

Word Of God kommt nicht ganz so geil rüber wie der Opener, überzeugt aber auch mit straighten Thrash Metal Riffs und gutem Refrainpart und verspielten Soli. Gut bangen kann man hier auf jeden Fall auch.

Napoleon Complex kommt ebenfalls mit einem Vorspieler um die Ecke und bietet dann Midtempothrash der geilsten Art und Weise. Hier und da natürlich ein Slayerriff und die Bay Area lässt absolut grüßen. Der Refrainpart überzeugt mich wieder total und nimmt mich mit auf die EvilDead Reise und ich mag die aggressiven Vocals von Phil total. Läuft gut. Natürlich darf wieder ein verspieltes Solo nicht fehlen, dieses wird mit slayerlastigen Anschlägen kombiniert. Lecker Ding!

Greenhouse ist auch wieder so ein Beispiel dafür, dass die alten Herren es einfach draufhaben. Dabei machen sie nichts außergewöhnlich und das Riffing bei diesem Song ist nicht neu, aber der Song macht einfach nur Spaß. Geht gut ins Mark und man kann fein mitgrölen. Läuft.

Without A Cause haut gleich ein fettes Riff am Anfang raus und kommt dann neben den aggressiven Vocals mit Gangshouts um die Ecke. Der Song tümmelt aber so ein wenig vor sich hin. Es fehlt, mal abgesehen von dem Solo, ein wenig die Abwechslung und ein Überraschungseffekt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

No Difference beginnt mit einer Jazzsession. Man denkt, man wäre im falschen Film, aber sehr geil gemacht, denn dann geht es natürlich wuchtig und brutal in ein geiles Thrash Metal Riff und der Spaß nimmt seinen Lauf. Im Midtempo wird alles niedergewalzt. Kann man und darf man vor allem machen.

Das dreiminütige Blasphemy Divine kommt da schon etwas zackiger um die Ecke und man erhöht schön das Tempo. Volle Attacke, dabei dürfen typische Riffs aber nicht fehlen und die sind da. Gefällt mir neben dem Opener am besten. Auch hier gibt es natürlich Refrain und Solo. Genau mein Ding. Und ab! Fetter Song! Kleiner Groove zum Mitbangen! Sehr schön!

Ein bisschen mehr Tempo hätte ich mir auch bei A.O.P. / War Dance gewünscht. Der schleppt sich am Anfang auch ein wenig so hin, wird gegen Mitte etwas aggressiver, aber flutscht nicht so richtig in mein Ohr, auch wenn der doppelte Gesang recht gut kommt.

Seed Of Doubt beendet den Spaß, zumindest für den Erwerber der CD. Die LP Freunde können noch eine Coverversion von B 52 hören. Der Song liegt mir nicht vor. Seed Of Doubt ist aber ein ehrwürdiger Rauswerfer und besonders Freunde von Slayer dürfte der Song begeistern. Das Riffing ist schon teilweise in diese Richtung gehend. Schöne Tempowechsel bestimmen den Song. Macht Laune.

Und dann die Repeattaste, weil es einfach nur Spaß gemacht hat.

EvilDead – United $tate$ Of Anarchy
Fazit
Eine Reunion, die es in sich hat und wirklich lohnt. Musiker, die vor EvilDead bereits bei Combos wie Agent Steel und Abattoir tätig waren, können wahrscheinlich gar nicht schlecht. Klaro bieten sie nichts Neues und hier und da sagt mir nicht alles zu, aber ansonsten ist Album Nummer drei ein richtig fettes Ding geworden und jeder, der den Bay Area Thrash mag, sollte sich das Album zulegen.

Anspieltipps: The Descending und Blasphemy Divine
Michael E.
8.1
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
8.1
Punkte
Weitere Beiträge
Max Motherfucker – Max Motherfucker (EP)