Glare Of The Sun – Theia

Sonnenlicht durchbricht erneut spärlich die Dunkelheit

Artist: Glare Of The Sun

Herkunft: Traunstein / Österreich

Album: Theia

Genre: Doom Metal, Post Rock, Shoegaze

Spiellänge: 66:35 Minuten

Release: 21.06.2019

Label: Lifeforce Records

Link: https://glareofthesun.com/

Bandmitglieder:

Bass – Tobias Schwab
Drums – Franz Ebert
Guitars – Gerald Huber
Guitars – Martin Baumann
Vocals, Sounds – Christoph Stopper

Tracklist:

1. I
2. II
3. III
4. IV
5. V
6. VI
7. VII
8. VIII
9. IX
10. X
11. XI
12. XII

Bei Glare Of The Sun handelt es sich um ein seit 2013 in dieser Zusammensetzung bestehendes deutsch-österreichisches Quintett. Im Juli 2016 buchten sie die Vato Loco Studios von Martin Schirenc (Pungent Stench), um ihr Debütalbum Soil aufzunehmen. Dan Swanö (Marduk, Opeth, Edge Of Sanity, Bloodbath) übernahm das Mastering. Da dies damals so gut funktionierte, machte man es beim aktuellen Album Theia erneut so. Martin Schirenc und Dan Swanö sind wieder mit an Bord. Die Veröffentlichung von Theia erfolgt erneut bei Lifeforce Records.

Theia wird als CD und in den Vinyl Versionen black (limitiert auf 150 Stück) und transparent brown marbled (limitiert auf 100 Stück) verausgabt. Da heißt es für Sammler schnell zugreifen, bevor die Vinylausgaben weg sind.

Das Line-Up der Band ist das gleiche wie beim Erstlingswerk Soil. Die Band besteht aus erfahrenen Musikern, die sich aus verschiedenen Genres zusammengetan haben, um die Fesseln zu brechen. Also keine Regeln und dies ohne Reue.
Die Reise der Musiker geht da weiter, wo sie bei Soil geendet hat. Wieder ist dabei ein total spannendes Album entstanden, irgendwie verflochten zwischen Doom, Shoegaze, Post Rock / Metal, Progressiv Anleihen und anderen Spielarten.

Die Mühe, den einzelnen Songs entsprechende Titel zu geben, haben sie sich nunmehr nicht mehr gemacht. Die Songs wurden einfach von I – XII (1-12) römisch durchnummeriert.

Glare Of The Sun schaffen mit Theia einen göttlichen Soundtrack. Im engsten Sinnen könnte man von der Geburt, dem Untergang und der Wiedergeburt einer Zivilisation/Welt sprechen. Dies mit allen Schicksalen und Gefühlen, die zumeist in einer Depression verhaftet sind, die sich wie ein roter Faden durch die Platte schlängelt.

Atmosphärisch verheißungsvoll beginnt das Album mit I, welches einem Intro gleichkommt. Depression und Melodie schimmern bereits hier durch.

Kraftvoll und mit Dominanz schließt sich II an, der eine Mischung aus Doom und Post Rock darstellt. Wie ein Stern wird er praktisch aus der Konstellation der Sterne herausgeschleudert.

Atmosphärisch und düster wird es mit III, während der Song von harsh Voices dominiert wird, aber immer auch hingehauchte clean Vocals zu vernehmen sind. Der Song spiegelt die Zerrissenheit in sich wieder.

Diese Zerrissenheit, aber auch die Depression und der Glaube an den Untergang nehmen wir im gesamten Album wahr.

An den größten Punkt an Melancholie kommen wir in IV. Etwas Weinerliches im Hintergrund führt uns zu einem Post Rock Song, der in clean Vocals und voller Wehmut gehalten ist.

Neben kompletten Songs gibt es mit VI auch ein Intermezzo, welches lediglich den Übergang zu VII einleitet.

Persönlich beeindruckend finde ich Songs wie zum Beispiel VIII oder IX, in denen neben den harsh Voices auch Cleangesang zu vernehmen ist. Dieser Cleangesang wird in der Regel mehr oder weniger hingehaucht und dient der atmosphärischen Situation. Das Ganze klingt dann wie ein Spagat zwischen Melancholie/Depression und Wut.

Manche Songs entwickeln sich in einer kaum geglaubten Gegensätzlichkeit von Geburt, Ende und Wiedergeburt.

Fazit
Glare Of The Sun bleiben sich auch bei ihrem Zweitwerk treu. Ein tolles Album, verflochten zwischen Doom, Shoegaze, Post Rock / Metal, Progressiv Anleihen und anderen Spielarten haben sie hingelegt und damit meine Erwartungen erfüllt. Die Spannung zwischen Geburt, Untergang und Wiedergeburt mit starken depressiven/ melancholischen Momenten ist recht bedrückend. Das nordische Element einiger Post Rock Bands ist durch die Zusammenarbeit mit Martin Chirenc und Dan Swanö immer noch da. Das Album ist nicht unbedingt eingängig, sondern eher sperrig. Darauf muss der Hörer sich einlassen können.

Anspieltipps: II, III und XIII
Juergen S.8.7
Leser Bewertung1 Bewertung9.8
8.7
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