Artist: Griffin L.O.G.

Album: Breathe Into Me

Genre: Modern Gothic Dark Metal

Link: http://www.griffinlog.de

Bandmitglieder:

Gesang – Griffin
Gitarre – Fell
Bass – Bine
Schlagzeug und Keyboard – Leif „The Machine“

Time For Metal / Rene:
Moin Griffin L.O.G..,

zum Start unseres kleinen Gespräches könntet ihr euch einmal kurz unseren Lesern vorstellen? Zudem möchte ich mich natürlich für die Interview-Möglichkeit bedanken!

Griffin L.O.G / Griffin:
Nichts zu danken, sehr, sehr gerne! Der Dank geht quasi postwendend zurück an Dich.
Griffin L.O.G. bestehen derzeit aus Bine am Bass, Fell an der Gitarre und mir, Griffin, am Gesang. Außerdem gibt es da noch unsere Schaufensterpuppe Leif alias The Machine, der auf der Bühne Schlagzeug und Synthesizer repräsentiert. Allerdings würden wir den gerne gegen Musiker aus Fleisch und Blut ersetzen – Leif klaut nämlich und lässt nie jemanden ausreden. Entstanden ist Griffin L.O.G. im Jahr 2004 als mein Soloprojekt zur Verwirklichung von nichtmetallischen Ideen. Als dann kurz darauf meine anderen Projekte nach und nach vor die Hunde gegangen sind, wurde das Projekt konsequent durchmetallisiert und wurde schließlich durch Mitmusiker aufgewertet.

 

Time For Metal / Rene:
„Breathe Into Me“ heißt euer neues Album, welches Ende dieses Jahres veröffentlicht wird. Habt ihr schon ein genaues Release-Datum dafür?

Griffin L.O.G / Griffin:
Unglaublich, aber wahr: in dem Moment, in dem ich hier antworte, ist das Album verfügbar geworden! Wir hatten keinen genauen Releasetermin, weil nicht ganz klar war, wann die fertige CD geliefert wird, aber sie ist seit heute da und kann für 8 Euro direkt bei uns oder über unsere Internetpräsenzen erworben werden. Soll heißen: einfach anschreiben, dann machen wir das.

 
Time For Metal / Rene:
Wir von Time For Metal durften bereits reinhören und müssen sagen, dass die Eigenproduktion sehr gelungen ist!

Griffin L.O.G / Griffin:
Vielen Dank, das freut uns natürlich sehr! Wir sind auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis, allerdings hat es auch lange genug gedauert. Egal, die Songs sind schön ausgereift, der Sound ist klasse, wir sind rundum glücklich mit der Scheibe. Was die Produktion angeht, freue ich mich besonders, dass die Zusammenarbeit mit unseren Gästen so gut funktioniert hat. Mr Davis von Asylum hat mit seinem unmenschlichen Organ „Crows“ in den Arsch getreten, und ambivalent spielt das Mädchen in „The Nightmare Suicider“ sowie das seltsame Geschöpf in „Crows“ hervorragend. Außerdem hat sie Bine, Fell und mich beim Marschieren in eben diesem Song unterstützt.

 
Time For Metal / Rene:
Von uns gab es positive Kritik, aber es werden sicher auch mal negative Sätze über euch geschrieben werden. Wie geht ihr mit Kritiken allgemein um bzw. beeinflussen sie eure musikalische Entwicklung?

Griffin L.O.G / Griffin:
Hahaha, allerdings, negative Kritik gibt es durchaus. Das ist auch zu erwarten, wenn man sich mit der Musik so hemmungslos zwischen die Stühle setzt wie wir – den Extrem-Metallern sind wir zu poppig-melodisch, den Melodiefanatikern sind wir zu derb. Grundsätzlich hat Kritik aber eigentlich keinen großen Einfluss auf die Musik, ich bin da ein ziemlich eigensinniger Querkopf und mache ohnehin, was mir passt. Das heißt nur nicht, dass konstruktive Kritik nicht doch den einen oder anderen Effekt auf zukünftiges Material haben kann. Bei unserem letzten Album „Viva La Inquisición“ wurde in meinem Bekanntenkreis mehrfach geäußert, die eingängigen Passagen und Melodien seien verschwunden, und diese Kritik kann ich nun, im Nachhinein, nachvollziehen. Bei „Breathe Into Me“ habe ich dann vermehrt darauf geachtet, Melodien einzubinden. Und natürlich freuen wir uns über positive Worte wie Euer Review.

 
Time For Metal / Rene:
Mir sind beim Songwriting einige Parallelen zu bereits bekannteren Bands aufgefallen, dennoch schafft ihr es, ein eigene Note mit einzubringen, was nicht selbstverständlich ist. Viele Musiker empfinden die Vollendung einer neuen Scheibe wie die Geburt eines Kindes. Welche Gefühle hattet ihr, als „Breathe Into Me“ komplett fertig in euren Händen lag?

Griffin L.O.G / Griffin:
Naja, ich habe noch keine Geburt erlebt außer meiner eigenen, und die Erinnerungen daran sind eher blass und verschwommen. Außerdem werde ich dank Y-Chromosom wohl nie in den Genuss dieser Erfahrung kommen. Abgesehen davon würde ich aber dem Vergleich durchaus zustimmen: Erleichterung mischt sich mit Stolz, das hat schon was von Geburt. In diesem Fall dauerten allein die Wehen fast ein Jahr. Zu den Vergleichen mit anderen Bands muss ich sagen, dass ich sie immer wieder interessant finde, weil ich sehr oft die genannten Gruppen gar nicht kenne. Du beziehst Dich zum Beispiel auf Tanzwut, die mir nur dem Namen nach bekannt sind. Cradle Of Filth und Megaherz kann ich dagegen irgendwo nachvollziehen, und der Dornenreich-Vergleich ehrt mich sehr. Ich liebe diese Band seit „Bitter Ist’s Dem Tod Zu Dienen“.

 
Time For Metal / Rene:
Zu „Breathe Into Me“ wurde die Bonus-CD „Ashes“ erstellt. Wird diese direkt mit dem Album ausgekoppelt oder werden mehrere Versionen veröffentlicht?

Griffin L.O.G / Griffin:
Die Bonus-CD bleibt vorerst der Promo-Version des Albums vorbehalten, von der nicht mehr viele Exemplare übrig sind. Für „Breathe Into Me“ wurden insgesamt 15 Songs produziert, von denen 10 auf dem Album gelandet sind. Die Auswahl wurde dabei von einer ausgewählten Jury aus Fans getroffen, die jeweils die einzelnen Songs bepunktet haben; die 10 bestgewerteten bilden jetzt, erweitert um das Intro „Ante Scriptum“, das Album. Die 5 übrigen Tracks, unter denen übrigens mein persönlicher Favorit „Asche“ ist, befinden sich auf der Bonus-CD gemeinsam mit einigen alternativen Versionen und ähnlichem. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass die Songs, oder Teile davon, in Zukunft nochmal umgearbeitet und zu neuen Songs verarbeitet werden.

 
Time For Metal / Rene:
Wenn ihr zurückschaut: was denkt ihr über die musikalische Veränderung von eurer ersten EP „Sleep Gargoyle“ im Jahre 2005 bis zum aktuellen Silberling „Breathe Into Me“, bei dem auf sechs Jahre Erfahrung zurückgeblickt werden kann?

Griffin L.O.G / Griffin:
Eine schwierige Frage. Es ist bei uns ja so, dass im Grunde jeder Song stilistisch für sich steht, wenn auch immer unsere Handschrift erkennbar ist. Aber ich denke, dass die Entwicklung insgesamt eine sehr logische ist, die sich vor allem in der Qualität des Songwritings, der Komplexität der Arrangements und natürlich der Stilfindung äußert. Unser erstes Album „The Sting Of Life“ war ja tatsächlich noch sehr chaotisch, da gab es Thrash, Punk, Pop, Black Metal und Rock mit jeweils eigenen Songs. Die Elemente sind heute immer noch vorhanden, aber sie fügen sich leichter zu einem großen Ganzen zusammen.

 
Time For Metal / Rene:
Tiefgründige Songs voller Emotionen haben auch für die Musiker enorme Bedeutung. Welche verbindet ihr mit den einzelnen Songs auf „Breathe Into Me“? Habt ihr gar selber Favoriten?

Griffin L.O.G / Griffin:
Musikalisch ist mein Favorit „Asche“, wie ich ja bereits erwähnt habe; der Text dazu ist allerdings eher kryptisch-philosophischer Art und eignet sich weniger zur emotionalen Bewegung. Ansonsten verarbeite ich in den meisten Texten vor allem imaginäre Einzelschicksale, weshalb ich auch schon überlegt hatte, dem Album den Untertitel „9 tragedies and one inferno“ zu geben. Trotzdem findet sich natürlich ganz Persönliches im einen oder anderen Text. Die mysteriöse, fast vampirische Figur in „Traumtrinker“ ist der Archetyp des Ausgestoßenen, der Erzähler in „Das Leben Ist Schön“ durchlebt eine Situation von Ausweglosigkeit und Verzweiflung, die wohl jeder, wenn auch in geringerem Maße, schon erlebt hat, und wer noch nicht so halt-, hemmungs- und hirnlos geliebt hat wie der „Amorprometheus“, hat einfach etwas verpasst. Auch wenn man sich nicht unbedingt gleich anstecken sollte.

 
Time For Metal / Rene:
Inferno ist für mich persönlich eines der Highlights. Könntet ihr vielleicht unseren Lesern kurz erläutern, welche Prozesse der Song vom Grundgedanken bis zur Fertigstellung durchlaufen ist?

Griffin L.O.G / Griffin:
Die Entstehungsgeschichte von „Inferno“ ist sogar relativ kurz. Mir war schon kurz nach „Viva La Inquisición“ klar, dass das nächste Album sich mit dem Feuer beschäftigen würde, und weil ich auf kleine Traditionen stehe, musste entsprechend auch ein Monstersong her, der mit Feuer zu tun hat. Irgendwann hatte ich dann die ersten Verse im Kopf, und daraus ist der Text entstanden, den man übrigens durchaus versuchsweise mal metaphorisch auslegen darf; Stichwort: Pandemie. Jedenfalls verlangte der Text nach geradliniger Dampfhammermusik, und die hat er auch bekommen. Irgendwann kam mir dann noch die Idee, dass im Refrain eigentlich die im Text angesprochene Instrumentierung umgesetzt werden sollte: „es sengt die Saiten an“ verweist auf die Gitarre und findet sich in den Akustikgitarren umgesetzt, „es brennt den Flügel lahm“ spielt auf den Flügel im Sinne von Klavier an.

 
Time For Metal / Rene:
Live konnte man eure Werke erst zwei Mal bewundern. Wird die Live-Präsenz in der Zukunft gesteigert oder bleibt Griffin L.O.G. eher ein Studioprojekt?

Griffin L.O.G / Griffin:
Oh, wir hoffen doch, deutlich öfter auf die Bühne zu können. Unser Problem ist hauptsächlich, dass wir live auf ein Teilplayback von Drums und Synths angewiesen sind und daher mit Clicktrack spielen müssen, was in vielen kleinen Locations technisch nur schwer umsetzbar ist. Wie aber eingangs schon erwähnt, suchen wir eine/n Schlagzeuger/in und eine/n Keyboarder/in, die Bock hätten, mit uns zu arbeiten: Interessenten wenden sich bitte an mail@griffinlog.de oder schreiben uns bei facebook an. Prinzipiell sind wir aber für Angebote jederzeit offen, wir sind richtig heiß darauf, unsere dark.rock.music auf der Bühne zu zelebrieren.

 
Time For Metal / Rene:
Wenn ihr euch eine Band aussuchen könntet, mit der ihr zusammen auf der Bühne stehen könntet, welche wäre das?

Griffin L.O.G / Griffin:
Oh, das wird aber eng auf der Bühne… ich brauche viel Platz! Spaß beiseite, wir sind offen für Vieles, zumal ja kaum eine Band wirklich hundertprozentig musikalisch zu uns passt. Ich persönlich bin ein großer Fan von Dornenreich, The Vision Bleak, Secrets Of The Moon, Night In Gales (auf deren bald erscheinendes neues Album ich schon irre gespannt bin!) und Agrypnie. Darüber hinaus würde ich mich freuen, wenn wir mal mit meinen Freunden von Funeral Throne, Necrotize, Lost God und/oder Towers Of Flesh spielen könnten.

 
Time For Metal / Rene:
Wie für viele Bands seid ihr ebenfalls im Internet vertreten. Wie wichtig ist die Präsenz in diesem Medium?

Griffin L.O.G / Griffin:
Für eine Band ohne Plattenvertrag, ohne große Werbebudgets und mit nur wenigen Auftrittsmöglichkeiten ist das Internet von unschätzbarem Wert. Es bietet die Chance, die eigene Musik über den unmittelbaren Bekanntenkreis hinaus zu verbreiten und Kontakte zu knüpfen. Allerdings wird es langsam schon anstrengend, die ganzen Portale noch im Überblick zu behalten, vor allem für Technikpfosten wie mich. MySpace, YouTube, Facebook, LastFM, ReverbNation… irgendwann ist mal gut! Oh, da fällt mir ein: auf LastFM kann man übrigens den gesamten Backkatalog von Griffin L.O.G. kostenlos hören und runterladen! www.lastfm.de/music/Griffin+L.O.G.

 
Time For Metal / Rene:
Zwischen der ersten EP und dem heutigen Tage ist bereits geraume Zeit verstrichen. Über welche besonders positiven oder negativen Geschehnisse kann Griffin L.O.G berichten?

Griffin L.O.G / Griffin:
Ich klopfe auf Holz, bislang war nichts dabei, was so schlecht gewesen wäre, dass es nicht vom Guten überstrahlt worden wäre. Ärgerlich war, als bei unserem Open Air-Auftritt auf dem Mondblau Festival dieses Jahr unser Playback-Computer seinen Geist aufgegeben und dann, als das Ersatzsystem lief, unsere InEar-Anlage das Zeitliche gesegnet hat. So einen Halbplayback-Auftritt ohne Taktgeber zu spielen und quasi sämtliche Einsätze zu erraten ist ganz schön ätzend. Spaß gemacht hat der Gig trotzdem.

 
Time For Metal / Rene:
Zum Schluss bekommt ihr noch einmal die Möglichkeit, ein Wort an unsere Leser zu richten!

Griffin L.O.G / Griffin:
Wer Bock hat auf teils heftigen Metal mit jeder Menge Melodien und einem ungewöhnlichen Sound, der darf gerne mal bei uns reinhören – ach, alle anderen auch! Nehmt Euch die Zeit, hört Euch ein paar Songs an und bildet Euch Euer eigenes Urteil, wir sind echt toll! Vielen Dank nochmal für das Interview, HORNS UP AND ROCK!!!

 
Time For Metal/ Rene:
Ich wünsche alles Gute und macht weiter so!

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