Event: Iggy Pop – Live 2025
Bands: Iggy Pop, Die Verlierer
Ort: Stadtpark Hamburg, Saarlandstr. 71, 22303 Hamburg
Datum: 17.06.2025
Kosten: VVK circa 85 € (je nach Gebühren), sold out
Zuschauer: ca. 4.000
Genre: Punk Rock, Alternative Rock, Post Punk, Proto Punk, Proto Metal
Links: https://www.stadtparkopenair.de/
Setlist Iggy Pop:
- T.V. Eye
- Raw Power
- I Got A Right
- Gimme Danger
- The Passenger
- Lust For Life
- Death Trip
- I Wanna Be Your Dog
- Search And Destroy
- Down On The Street
- 1970
- I’m Sick Of You
- Some Weird Sin
- Frenzy
- L.A. Blues / Nightclubbing
- Modern Day Rip Off
- I’m Bored
- Real Wild Child (Wild One)
- Funtime

Iggy Pop, Kultfigur, Kunstfigur und Ikone für viele Menschen, die die Ausrichtung Punk und Alternative bevorzugen. Wer sich etwas genauer mit der Diskografie des Herren beschäftigt, trifft in den späten 60ern auf eine Band mit Namen The Stooges. Bevor es Punk überhaupt gibt, spielt diese Band eine sehr aggressive Mischung aus Gesang, Gitarre, Bass und Drums. Iggy Stooge nennt sich der Sänger auf dem Debüt The Stooges. Besondere Aufmerksamkeit sollten metallisch orientierte Menschen auf I Wanna Be Your Dog legen. Das Riffing gilt neben Proto Punk auch als Proto Metal. Der Einfluss der frühen The Stooges-Diskografie auf die heutige Welt mit Metal, Punk und Rock ist beachtlich. Neben der Single I Wanna Be Your Dog gibt es auf der A-Seite einen mehr als zehnminütigen Track mit Namen We Will Fall. Kategorien und Grenzen haben Iggy Pop schon in jungen Jahren nicht interessiert.

Zurück zum heutigen Geschehen. Eine einflussreiche Ikone der Musik ist in die Jahre gekommen. James Newell Osterberg Jr., so der offizielle Name von Iggy Pop, ist bereits seit 78 Jahren auf der Welt und ist seit den späten 60ern musikalisch aktiv. Das sind circa 55 Jahre und selbst neue Alben legt der rüstige Herr noch auf den Tisch. Every Loser erblickte 2023 das Licht der Welt. Bei Livekonzerten ist die Erwartung aber, dass es vor allem um die Klassiker, vor allem auch von The Stooges, geht.
Das Stadtpark Open Air findet – wie der Name es schon sagt – im Stadtpark Hamburg statt. Hier gibt es eine Freilichtbühne, auf der aber Restriktionen bezüglich der Anwohnerschaft berücksichtigt werden müssen. Um 22 Uhr hat Ruhe zu herrschen, sodass Iggy ein paar Minuten nach 20 Uhr bereits auf der Bühne steht. Was ist die erste Handlung? Er schleudert sein Hemd durch die Luft und präsentiert seinen Oberkörper. Hier werden die Meinungen auseinander gehen. Unästhetisch? Kunstfigur? Reizfigur? Alles ist irgendwie passend oder eben auch nicht. Iggy Pop macht das, was Iggy Pop macht, egal ob es anderen Menschen passt oder nicht.

Überraschung: nicht etwa der Alternative-Part startet. Mit The-Stooges-Material und TV Eye sowie dem ersten Übertrack Raw Power legt der Herr los. Überraschend fit und agil präsentiert sich der 78-jährige Herr. Die Begleitband bleibt dabei im Hintergrund und der Fokus ist komplett auf die musikalische Ikone ausgerichtet. Dass aber der Anfang fast ausschließlich aus The Stooges-Songs besteht, überrascht und erfreut Menschen mit einem Interesse an Musikgeschichte.
Für den großen Chor sorgt jedoch The Passenger. Den Refrain kann jeder Mensch mitsingen und wahrscheinlich ist es der größte Hit in der Karriere von Iggy Pop. Lust For Live, gemeinsam mit David Bowie ursprünglich aufgenommen, folgt. Anschließend geht es mit der The Stooges-Show weiter, die über das bereits erwähnte I Wanna Be Your Dog, inklusive kurzes Crowd-Surfing von Iggy, 1970 und I’m Sick Of You weiter. Anscheinend hat der Altmeister damit sein Pulver verschossen und sitzt mehrfach auf der Bühne.

Frenzy und Modern Day Rip Off vom aktuellen Album befinden sich am Ende des Sets, wo The Real Wild Child der finale große Hit von Iggy ist. Der Schlusspunkt ist Funtime vom Album The Idiot, was das Motto von Iggy an diesem Abend ist. Knappe 90 Minuten beackert der ältere Herr die Bühne, dann endet der Auftritt im ausverkauften Hamburger Stadtpark.
Eine Vorband gibt es auch. Die kommt aus Berlin und nennt sich Die Verlierer. Das Fotografieren der Vorband ist für die Fotografenschar jedoch untersagt und der Fotograben entsprechend verweist. Sorgt dieser Sachverhalt bereits für Fragezeichen, so ist das fehlende Merch der Vorband auf dem Festivalgelände ein klares Zeichen. Während der Show gibt es einen Hinweis, dass die Band Merch aus einem Auto außerhalb des Festivalgeländes verkauft. Jedoch war die Band nicht außerhalb des Geländes auszumachen, vermutlich wegen fehlender Händlerlizenz. Dass es hier Ungereimtheiten zwischen Veranstaltungsteam und Band gab, liegt auf der Hand, sodass es bezüglich der Vorband nur Verlierer gibt.










