Kambrium – Shadowpath

“Orchestraler Metal mit einer gewissen Black Metal-Note“

Artist: Kambrium

Album: Shadowpath

Spiellänge: 50:28 Minuten

Genre: Epic/Progressive/Melodic Death Metal

Release: 25.11.2011

Label: Massacre Records

Link: http://www.kambrium-band.de

Bandmitglieder:

Gesang, Bass – Martin Simon
Gitarre – Julian Schenke
Gitarre – Karsten Simon
Keyboard – Jan Hein
Schlagzeug – Fabien Chmiel

Tracklist:

  1. A Sinner’s Remorse
  2. Shadowpath (Intro)
  3. Among The Lost
  4. Arming For Retribution
  5. Thanatos
  6. Feuer Gegen Feuer
  7. Hollow Heart
  8. Hiding In Sorrow
  9. The Eye Of Horus
  10. Dewfall

kambrium-shadowpath-cover

Als Kambrium bezeichnet man das Erdzeitalter vor 542 – 488,3 Millionen Jahren oder aber auch eine sehr variable Band aus Helmstedt, Deutschland. Da wir ja ein Metalmagazin sind, dreht sich heute alles um besagte Band und ihr Debütalbum Shadowpath, welches in zwei Tagen über Massacre Records erscheinen wird.

Wie ich auf der Seite der Band erfahre, wurde diese im Jahre 2005 gegründet und steht seit mittlerweile zwei Jahren in ihrer derzeitigen Formation. Ihre Musik bezeichnen die Fünf selbst als „epischen, progressiven, melodischen Death Metal“. Man darf also gespannt sein, was einen auf dem zehn-Song-starken Album erwarten wird.

Aber zuerst widme ich mich noch kurz dem Albumcover, welches doch recht interessant gestaltet ist. Mein ungeübtes Künstlerauge überlegt, ob es sich bei dem, was hier dargestellt sein soll, um ein lustiges Blubberblasen-Bild (kennt ihr vielleicht noch aus eurer Kindheit: viel Farbe auf ein Blatt, Strohhalm herbeigeholt und kräftig die Farben auf dem Blatt „durchgeblubbert“) oder um blau-schwarz eingefärbtes Körpergewebe handelt. Bandlogo sowie Albumname prangern klassisch in der Albummitte. Insgesamt – auch wenn ich nicht genau enträtseln kann, was hier dargestellt ist – sehr interessant.

Weiter geht es mit der Musik. Der Opener ist ein fast achtminütiges Stück mit dem Namen A Sinner’s Remorse. Es fängt mit einem ruhigen Zusammenspiel einiger Streicher an, kurz darauf steigen Schlagzeug, Bass und Gitarren ein. Ein wirklich sehr gelungener Beginn, der da den Weg in meine eher verwöhnten Ohren findet… doch … stopp! Was ist das? Der Gesang, der nun einsetzt, ist – um es nett zu sagen – schrecklich. Viel zu klar, viel zu schräg. Das passt nicht. Ahja, da setzt auch schon – zu meiner Erleichterung – der Growl-Gesang ein. Instrumental ist der Song durch sein Zusammenspiel mit klassischen und modernen Instrumenten ganz klar spitze, der Gesang ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Dabei meine ich sowohl den klaren Gesang als auch den Growl-Gesang, wobei mir letzterer doch wesentlich besser gefällt.

Interessant, auf den ersten Song folgt jetzt mit dem Namensgeber des Albums, Shadowpath, das Intro, welches komplett orchestral gehalten ist und direkt in den dritten Song, Among The Lost übergeht. Bei diesem Song überzeugt sofort der geile Gitarrenriff zu Beginn. Die Wechsel der Spielgeschwindigkeit sind mitreißend umgesetzt, zudem wird der Gesang in den schnelleren Passagen durch Rufe verstärkt, was wirklich gut ankommt.

Arming For Retribution beginnt mit orientalisch wirkenden Gitarrenklängen. Erinnert mich irgendwie an Dream Theaters In The Name Of God. Und ich werde wieder überrascht. Auf einmal höre ich deutschen Gesang. Damit hatte ich nicht gerechnet. Besonderen Gefallen finde ich daran, wie in diesem Lied die einzelnen Instrumente dargestellt werden – jedes für sich bekommt die Möglichkeit, sich zu präsentieren – schön gemacht!

Thanatos startet instrumental wieder 1a. Das Keyboard beginnt und schafft eine spannende Atmosphäre bis Schlagzeug und Gitarren hinzukommen und für Tempo sorgen. Es scheint, als diene dieser Song Gitarren und Keyboard, um einander das eigene Können zu beweisen.

Feuer Gegen Feuer ist ein schnelleres Stück, welches stark dem Thrash Metal angelehnt zu sein scheint. Leider ist diese Seite der Band nicht so ganz mein Geschmack und vermag daher nicht, mich mitzureißen. Aber ich denke, das ist mal wieder Geschmackssache, denn vielen wird gerade dies besonders gut gefallen. Auch die Flöte kurz vor Ende kann mich nicht überzeugen. Ich finde eher, dass diese hier nichts verloren hat und ihr kurzes Spiel eher überflüssig ist.

Oh nein, es ist wieder Zeit für den klaren Gesang. Hollow Heart hat klaren Balladencharakter, welcher durch den klaren Gesang, das vordergründige Keyboardspiel und die größtenteils eher zurückgestellten Saiteninstrumente bestätigt wird. Gegen Ende wird hier zwar noch mal mit heftigem Schlagzeugspiel aufgewartet, doch bleibt meine erste Einschätzung weiterhin bestehen – der Balladencharakter überwiegt.

Zum nächsten Stück Hiding In Sorrow brauche ich nicht viel sagen. Es handelt sich hierbei um ein rein instrumentales Stück, welches ruhig beginnt und zunehmend an Geschwindigkeit und Power zulegt und so in einem akustischen Feuerwerk endet.

Das vorletzte Stück, The Eye Of Horus hat erneut orientalischen Charakter, fällt aber neben dem ähnlich klingendem Arming For Retribution nicht sonderlich auf.

Das Finale des Albums wird von Dewfall eingeläutet. Ein kurzes und prägnantes Stück, bei dem mich die Zwischenrufe irgendwie an den Beginn von The Downfall Of Us All von A Day To Remember erinnern.

Fazit: Ich muss sagen, dass ich schon gespannt war, wie sich diese interessante Genrebeschreibung im Endeffekt anhören würde. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht, denn musikalisch sind Kambrium eine wahre Wohltat für die Ohren. Die Abwechslung, die geboten wird, ist wirklich unglaublich. Die einzigen Abzüge, die es gibt, sind durch den Gesang bedingt, der mir teilweise zu düster und zu sehr in Richtung Black Metal klingt - oder in den Clean Vocal-Phasen zu sehr nach Volksliedgesang. Aber es kann ja nicht immer alles nach meinem Geschmack sein. Insgesamt gibt es von mir für dieses Album eine klare Kaufempfehlung für Death Metal, Progressive Metal und Melodic Death Metal-Fans, die eine Note Black Metal durchaus interessant finden. Anspieltipps: Among The Lost, Hiding In Sorrow & Dewfall
Petra D.8.5
8.5

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