Lucifer – Lucifer III

Lucifer zum dritten mit Vintage Rock

Artist: Lucifer

Herkunft: Berlin, London, Stockholm (International)

Album: Lucifer III

Spiellänge: 39:27 Minuten

Genre: Heavy Rock, Doom Metal, Rock, Stoner Rock

Release: 20.03.2020

Label: Century Media Records

Link: www.lucifer.church

Bandmitglieder:

Gesang – Johanna Platow Andersson
Schlagzeug – Nicke Platow Andersson
Gitarre – Linus Björklund
Gitarre – Martin Nordin
Bass – Harald Göthblad (bass)

Tracklist:

  1. Ghosts
  2. Midnight Phantom
  3. Leather Demon
  4. Lucifer
  5. Pacific Blues
  6. Coffin Fever
  7. Flanked By Snakes
  8. Stay Astray
  9. Cemetery Eyes

Für mich waren Lucifer eine der Entdeckungen 2018. Bereits im Mai des Jahres habe ich Lucifer das erste Mal live beim DesertFest in der Arena Berlin gesehen und bin dort im Pressebereich Johanna und Nicke begegnet. Da sie da gerade auf dem Weg zum Flughafen waren, blieb leider nicht allzu viel Zeit. Nachgeholt habe ich das dann im Oktober 2018 beim WDR Rockpalast Crossroads Festival in der Harmonie in Bonn. Dort war dann genügend Zeit, sich mit den beiden und dem Rest der Band zu unterhalten.

Gegründet wurde die Band Anfang 2014 von der The Oath Frontfrau Johanna Sadonis, die zunächst Musiker von Cathedral, Angel Witch und Ladytron um sich scharte. Schnell folgte das Album I im Jahre 2015, bevor es 2018 mit II und einem kompletten Line-Up Wechsel weiterging. Bemerkenswertes neues Bandmitglied und eine feste Größe am Schlagzeug ist seitdem Nicke Andersson (u.a. Death Breath, Entombed, Hellacopters). Mittlerweile sind die beiden unter Lucifers Segen den Bund der Ehe eingegangen und führen den Namen Platow Andersson. Herzlichen Glückwunsch noch nachträglich von meiner Seite! Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle auch noch Martin Nordin, den ich schon sehr oft live gesehen habe. Ein netter Kerl, der bei Lucifer die Gitarre schwingt und bei Dead Lord den Bass malträtiert.

Nun nach II also mit III logischerweise das dritte Album von Lucifer, welches erneut bei Century Media erscheint. Bei Century Media kann man immer wieder feststellen, dass sie ihre Bands lieben. Das zeigen sie auch dieses Mal bei Lucifer III. Erscheinen wird es neben der CD-Version auch auf Vinyl. Neben der schwarzen Version wird III als Ltd. transp. sun yellow (100 Stück) und als Ltd. lilac Version erhältlich sein. Den Vinylversionen liegt jeweils eine CD bei.

Nach dem Wechsel hin zu mehr Vintage Rock auf dem zweiten Album (das erste war doch wesentlich doomlastiger) verfolgt man den Weg auf III nun konsequent.

Manche werden die Mucke, die Lucifer auf III von sich geben, als Vintage Rock oder auch als Retro Rock, vielleicht auch als Proto oder sogar Stoner Rock bezeichnen. Ich sage es mal so: Lucifer servieren uns auf III genau das, was sie so auf II schon eingeschlagen haben: Heavy Magic Doom Metal Rock! So bezeichne ich es jedenfalls, auch wenn der Doom immer weiter zurückgeht. Lucifer spielen herrlichen authentischen Rock der Gegenwart, jedoch tief verwurzelt in den Ursprüngen der Siebziger. Einflüsse solcher Bands wie Black Sabbath, Deep Purple, Blue Öyster Cult, Lucifer’s Friend, Steppenwolf oder gar Fleetwood Mac sind nicht zu verleugnen.

So, wie man sich der Anziehungskraft einer Stevie Nicks nie entziehen konnte, geschieht es hier mit dem Gesang der blonden Lucifer Johanna Sadonis bzw. jetzt Johanna Platow Andersson.

Bereits der Opener Ghosts zeigt den Spirit der Platte. Straighter Seventies Sound, den man auch in solchen Songs wie Lucifer oder Flanked By Snakes vorfindet. Tolles Gitarrenspiel und halt die klasse Stimme vom blonden Lucifer Johanna.

Eine gewisse Mystik bringt Midnight Phantom in die Platte, bei dem Johannas Stimme praktisch die gesamte Performance des Songs ausmacht, bevor sie dann quasi den Leather Demon in einem Black Sabbath anbetet.

Nicht nur ein Dämon wird angebetet, auch der Leibhaftige wird nicht ausgelassen. Und wie die Johanna den Lucifer hier hinhaucht, ist hörenswert.

Heavy Blues Feeling kommt mit Pacific Blues auf, bei dem die Gitarristen sich eindeutig in Szene setzen dürfen.

Der Doom ist der Musik der Band doch nicht ganz entschwunden. Das zeigen Lucifer mit Coffin Fever. Da brennt regelrecht der Sarg. Für mich eine sau starke Nummer!

Flanked By Snakes ist, wie bereits vorhin schon erwähnt, erneut so eine straighte Seventies Nummer. Auf diese Nummer folgt mit Stay Astray ein Song, der wieder etwas mehr das Tempo anzieht, klasse Gitarrenarbeit und sich den Hard rockigen Seventies sehr verbunden zeigt.

Das abschließende Cemetery Eyes beendet ein starkes Seventies angehauchtes rockiges Album mit einigen Facetten.

Lucifer – Lucifer III
Fazit
Der blonde Lucifer Johanna zeigt auf III mit ihrer Band erneut eine großartige stimmliche Performance. Die Gitarristen dürfen ihrem Seventies Feeling richtig frönen. Der Weg von II, sich noch mehr zu einer Vintage Rock Band zu entwickeln, wird auf III konsequent weiter gegangen. Lucifer kredenzen uns ihren Heavy Magic Doom Metal Rock mit einer Hingabe, die man hört. Leider wird der Doom erneut ein Stück weit zurückgefahren. Das mag für mich etwas bedauerlich sein, anderen wird es sicherlich gefallen. Wer mehr Doom mag, muss halt zu anderen Ufern (Bands) hin.

Anspieltipps: Pacific Blues, Coffin Fever und Cemetery Eyes
Juergen S.
8.3
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