Festivalname: Metal Franconia Festival 2026
Bands: Schlachtschüssel, Die Apokalyptischen Reiter, Depressive Age, Robse, Thormesis, Absorb, Terminal Carnage, On My Six, Thy Goat, Hypocrisy, Abbath, Vomitory, Vreid, Oceans, Morgarten, Sagrifire, Insanity Moments, Dark Absence
Ort: Geiselwind, Music Hall
Datum: 17.04. – 18.04.2026
Genre: Death Metal, Black Metal, Thrash Metal, Alternative Metal
Veranstalter: Trichter Events GbR
Link: https://www.metal-franconia.de/

„Wir fühlen uns schon so, als ob wir zur Familie gehören.“ Treffender als der Satz der Apokalyptischen Reiter kann man das Festival im fränkischen Geiselwind auch nicht beschreiben.
Die beliebte Band aus Weimar war schon öfter zu Gast in Franken – sei es Metal Franconia, Rock Mania oder Schlosshof Open Air. „Zum einen gibt es ja viele Thüringer in Franken„, so Sänger Fuchs, „und es gibt ja auch eine Sprachverwandtschaft“, kommt es verschmitzt rüber. Aus den Nähkästchen wird auch geplaudert und bei den wichtigsten Erlebnissen in 30 Jahren dürfen die Fast-Verhaftung des Managers oder die Nuss-Allergie des Doktors bei einem Geburtstag des ukrainischen Promoters nicht fehlen, die fast tödlich geendet wäre. Genauso wie ein Auftritt in der Ukraine, wo weder Sound noch Location passten und ein blonder Engel sich kurz nach den ersten Liedern seiner Kleidung entledigte – Sound egal, Hauptsache die Stimmung passt. Neue Musik steht auch in den Startlöchern und „muss nur noch aufgenommen werden.“ Wie lang es noch weitergeht? Darauf weiß Fuchs auch keine Antwort. „Keine Ahnung, wie es danach weitergeht, aber das neue Album hat jetzt Priorität.“ Und in Hinblick auf die Zukunft: „Solange ich Bock habe, was zu sagen, mach’ ich weiter“ und stößt mit einer seiner letzten Flaschen von ihrem Reitergold an, ein sehr spezielles Bier. Wie auch schon das Reiter Blut, einen Whiskey, wie er den Apos nicht gerechter sein könnte.
Es ist wie ein großes Klassentreffen, bei dem man Freunde und Bekannte trifft, die man schon lange nicht mehr gesehen hat. Harmonie wird einfach großgeschrieben, die Stimmung ist immer gut, und wenn es in diesem Jahr auch nicht die üblichen 1000 Gäste sind – die Bands merken bei ihren Auftritten keinen Unterschied. Einfach jeder wird beim Metal Franconia, das jetzt am Wochenende über die Bühne geht, gefeiert, sei er noch so klein oder unbekannt. Das spricht für das Festival mit dem „Wohlfühlcharakter“, das immer wieder mit musikalischen Highlights für das Publikum aufwartet.
Und die gibt es genug: Während am Freitag Thy Goat (Melodic Death aus Würzburg) um 15:30 Uhr das Festival eröffnen, schließen sich ihnen On My Six (Alternative Metal aus Kronach), Terminal Carnage (Death Metal aus Forchheim) und Absorb (Death Metal aus Erlangen) an. Erst bei Thormesis (Post-Black-Metal-Band aus Rothenburg) gegen 19:10 Uhr wird die Halle etwas voller, die ersten Fans tauchen auf und feiern die Band aus Rothenburg. Um 20:10 Uhr ist ein guter, alter Bekannter vor Ort – Robse. Der Mann, der wirklich schon in fast jeder Band gesungen oder ausgeholfen hat, konzentriert sich jetzt nur noch auf seine Combo und seine Songs, wo Harlekin Und Krieger, Hey Sturm, Amenthes, Karawane oder Von Der Schenke Zur Taverne nicht fehlen dürfen. Vor den Apos dürfen dann noch Depressive Age ran. Musikalisch gar nicht meine Richtung, aber die Fans feiern das Programm von den Thrash Metallern aus Berlin gut ab. Mittlerweile ist es 22:15 Uhr. Als Rausschmeißer nach den Apos dürfen dann Schlachtschüssel ran. Die Coverband eines der Veranstalter des Festivals, Klaus Gehr, steht für harte Songs und schnelle Nummern und kann den Fans auch zur Nachtzeit – gegen 0:45 Uhr – noch gut einheizen.
Am Samstag gleiches Spiel wie letztes Jahr: Das traditionelle Weißwurstfrühstück von 10 bis 12 Uhr mit dem Bläserchor Ippesheim. Weitaus rockiger geht’s dann um 14:45 Uhr weiter mit Dark Absence (Melodic Death aus Würzburg). Insanity Moments bescheren uns Alternativ-Rock-Momente, Sacrifire sind eines der Highlights am frühen Abend, gegen 16:35 Uhr. Sie überzeugen mit atmosphärischem Metal und sehr viel Gefühl in ihrem großartigen Spiel – ein Geheimtipp! Vor den Hauptbands sind noch Morgarten (Black Epic aus der Schweiz) und Oceans (österreichisch-deutsche Nu-Metal-Post-Band) am Zug, bevor die Vorbands der Tour vor Hyprocrisy gegen 19:35 Uhr die Bühne erobern.
Dieses Jahr sind als Headliner zum einen die Apokalyptischen Reiter mit an Bord (Freitag), zum anderen rocken Hypocrisy mit ihren Tour-Kollegen Vreid, Vomitory und Abbath die Bühne am Samstag.
Kurzum: Musikalisch ist für jeden etwas dabei und die Bands liefern auch gekonnt ab.
Während die Apokalyptischen Reiter hauptsächlich Songs aus ihrer Jubiläumstour Freie Republik Reitermania am Freitag ab 22:45 Uhr wie Volle Kraft, Wilde Kinder, Es Wird Schlimmer, Der Weg oder Die Sonne Scheint präsentieren, steht der Samstag ganz im Zeichen von Hyprocrisy und Co. Vreid setzen gegen 19:35 Uhr auf Extreme Metal aus Norwegen, Vomitory stehen ab 20:35 Uhr für schwedischen Death Metal und Abbath natürlich für Black Metal. Der Ex-Immortal-Sänger und Gründer der Band, Abbath Doom Occulta, ist einfach die Lichtgestalt des Black Metals und läuft heute Hyprocrisy um 21:45 Uhr – zumindest teilweise – den Rang ab.
Die Beliebtheit der Band ist einfach noch immer unbestritten, und so oft sieht man den Künstler, der auch beim Metal Franconia super inszeniert, auch nicht auf den heimischen Bühnen. Drum ist er an diesem Samstag auch der Superstar des Festivals und kann die Fans mit Songs wie Count The Dead, Hecate, Acid Haze, Dream Cull, Ashes Of The Damned oder Tyrants verzaubern.
Hyprocrisy setzen dem Ganzen kurz vor Mitternacht die Krone auf und rocken mit dem Publikum um die Wette. Ein Melodic-Death-Reißer nach dem anderen wird abgefackelt und in die Menge geschleudert. Diese hält eisern durch – man will ja auch nicht den Meister himself, Peter Tägtgren, enttäuschen: They Will Arrive, Fire In The Sky, Inferior Devoties, Chemical Whore, Carved Up oder Children Of The Gray sind nur einige der Songs, zu denen gemosht und gesungen wird. Ein würdiger Abschluss des Metal Franconia Festivals, das schon seine Schatten aufs Jubiläum im nächsten Jahr vorauswirft. 15 Jahre schon unter der gleichen Regie und mit einer Crew, die mehr eine Familie ist. Da kann wirklich nichts mehr schiefgehen.













































