My Decadence – How to Forget

“Ein Erlebnis ganz besonderer Art“

Artist: My Decadence

Album: How To Forget

Spiellänge: 21:75 Minuten

Genre: Deathmetal/Thrashmetal

Release: 28.05.2010

Link: http://www.my-decadence.de/

Klingt wie: Artas, neue Stilrichtung

Band Mitglieder:

Gesang/Gitarre – Fabian Reiter
Gesang/Gitarre – Roman Ruminski
Bass – Christian Schaeffer
Schlagzeug – Max Schnettler

Trackliste:

  1. Discreation
  2. Bury Me
  3. How To Forget
  4. A Place I Never Went To
  5. March Of The Puppets

Nach der ersten EP No More Silence folgt nun die zweite EP How To Forget der Aachener Band My Decadence. Die Verschmelzung von Thrash, Metalcore und schwedischem Deathmetal schafft eine neue eigene Richtung, die so noch nicht oft zu hören ist. Eine moderne und druckvolle Produktion, die einiges zu bieten hat. Durch die Verwendung mehrerer Genres ist hier für jeden Metaller etwas dabei und es wird genug Abwechslung geboten.

Der erste Song Discreation wartet direkt mit einem melodischen Teil auf. Der langsame Tempoaufbau steigert die Spannung und wird durch das allmähliche Einsetzen der Gitarren verstärkt. Nach dem ersten Scream von Fabian wird es sehr kraftvoll und schnell. Ein gutes Konzept bietet auch das Wechselspiel beider Stimmen. Der tiefe Growl Romans greift die Aggressionen auf und der Screamgesang Fabians übernimmt diese und baut sie weiter aus. Die ursprüngliche Melodie bleibt im Background bestehen, schafft aber Lebendigkeit durch einen Rhythmuswechsel. Die ruhigen Abschnitte sind im klassischen Melodic Deathmetal gehalten und komplettieren diesen ersten Titel. Am Ende wird das Augenmerk deutlich auf das Schlagzeug gelenkt und sehr brachiale Drums sind zu hören.
Bury Me wird von Beginn an sehr schnell gespielt, aber klingt dennoch etwas sphärischer. Hervorgehoben werden die Gitarren und die Musik klingt eher fröhlich. Dies wird durch den vorrangigen Screamgesang durch den ganzen Song getragen. Selbst wenn die Textpassagen Anderes vermuten lassen. Das eingebettete Solo ist in einer höheren Tonlage angelegt und nimmt ebenso die fröhliche Stimmung mit. Auch wenn das Schlagzeug einen schnelleren Takt vorgibt, ist dieser Song im Ganzen doch etwas ruhiger und melodischer gehalten.
Der Albumtitel How to Forget ist ein Powersong, der viel Kraft und Druck mitbringt. Schrillere Gitarren sind anfangs zu hören und die Stopps bauen Spannung auf. Auch hier ist wieder das Wechselspiel beider Sänger zu finden. Der Refrain ist sehr melodisch gehalten und deutlich zu verstehen. Abwechslung bietet der Rhythmuswechsel, der mit tiefen Gitarren eingeleitet wird. Der Abschluss ist genauso kreativ gestaltet. Der nicht ganz so schnelle Song nimmt hier noch einmal Fahrt auf und bietet den Drums genug Platz für sehr kraftvolles Spiel.
Der nächste Song A Place I Never Went To geht deutlich in die Thrashrichtung. Brutal und gewaltig herrscht ein sehr hohes Tempo von Anfang an. Der Growl von Roman hat hier deutlich mehr Anteil und erzeugt eine spürbare Aggression, die durch die kurzen Screamparts verstärkt wird. Die eingesetzten Breaks nehmen die Stimmung auf und erhöhen diese zusätzlich. Die Melodie dient nur zur Untermalung und wird nur im Background genutzt. Ein kurzer melodischer Abschnitt ist dann doch zu finden und rundet das gesamte Stück hab.
Als Abschluss des Albums ist ein ruhigerer Song gewählt worden. March Of The Puppets ist im Deathmetalstil gehalten und hat lediglich durch das Schlagzeug seinen rasanten Charakter. Die zweistimmigen Gitarren passen in den ruhigen Anfang und langsam baut sich das Tempo auf. Während des Gesanges unterstützen schnelle Drums den tiefen Growl, jedoch bleibt die Melodie eher sanft. Aber Roman kann nicht nur growlen, sondern besitzt auch eine eingängige Gesangsstimme; so kann man hier eine neue Seite von My Decadence entdecken. Kreativ umgesetzt wurde der kleine instrumentelle Abschnitt, in dem verzerrter Sprechgesang verwendet wird. Das Ausklingen der Instrumente beendet den Track.

Fazit: My Decadence bieten ein neues Klangerlebnis, welches in dieser Form recht neu ist. Sind sind schwer mit bekannten Künstlern zu vergleichen, da kaum Gruppen mit ähnlicher Musik vorhanden sind . Ideenreich und Stimmgewaltig tritt diese Band auf und kann mit spielerischem Können sowie viel Lebendigkeit überzeugen. Die Vereinigung vom melodischen Deathmetal bis hin zu lauten Thrashpassagen ist mehr als gelungen. Eintönig ist die EP sicher nicht und so lohnt auch ein Konzertbesuch in jedem Fall.
Nadine S.
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