Phase Reverse – Phase IV: Genocide

Fans von Kyuss oder Monster Magnet dürfen mal reinhören

Artist: Phase Reverse

Herkunft: Griechenland

Album: Phase IV: Genocide

Spiellänge: 47:00 Minuten

Genre: Stoner Metal, Southern Metal

Release: 11.12.2020

Label: ROAR! Rock Of Angels Records

Links: www.facebook.com/phasereverseband

Bandmitglieder:

Schlagzeug – Alex Alexiou
Gesang – Takis Mark
Bass, Gesang – Tas Ioannidis
Gitarre – Kostas Kotsikas
Gitarre – John Chief Stergiou

Tracklist:

1. The Return
2. Destruction On Demand
3. Genocide
4. Copy 10-4
5. Know Thy Shit
6. Die And Let Live
7. Delete
8. Eat What You’re Served
9. Sound Of My Stone
10. Martyr Of The Phase

Es ist immer wieder ein Rätsel, warum Bands einzelne Songs eines Albums vorab veröffentlichen, die sich stilistisch vom Rest der Songs abheben. Will man damit die Hörerschaft bewusst in die Irre führen? Bloß zu welchem Zweck? Merkwürdig genug, wenn das eine bekannte Band macht. Bei einer relativ unbekannten Truppe wie den in Berlin lebenden Griechen Phase Reverse ergibt das noch weniger Sinn. Beim vorab bei YouTube geposteten und überaus mitreißenden Track Delete könnte man denken, dass die Band Thrash Metal mit Southern Metal und Stilmitteln aus der Countrymusik vermischt. Quasi Country Thrash zockt. Aber nö, weit gefehlt. Der Rest des Albums geht in die Richtung Stoner Metal vermischt mit Southern Metal, Grunge Rock, Alternative. Als Referenzbands sind Alice In Chains, Kyuss, Monster Magnet, Black Label Society und Fu Manchu zu nennen.

Nach dieser unnötigen Verwirrung muss man erst mal damit klarkommen, dass die Herren nicht wie bei Delete schön das Gaspedal drücken und für flotte Bewegungen des Kopfes sorgen, sondern auf Groove, Groove und noch mal Groove setzen. Das kommt alles recht gekonnt rüber und die vier Jahre Pause zum Vorgängeralbum wurden offenkundig auch für das Einarbeiten einiger Details genutzt. Der Sound ist ebenfalls top, erdig-trocken und druckvoll.

Die Songs zu Beginn des Albums kommen leider nicht wirklich aus dem Quark. Nach einem zu langen Intro bollert sich Destruction On Demand zwar sehr modern und mit mehreren Soundschichten durchs Gebälk, jedoch steuert der Song irgendwie die ganze Zeit zu einem Klimax, der dann doch nicht kommt. Stattdessen wird komplett entschleunigt und die Band scheint erst mal ein paar Joints oder was auch immer durchzuziehen. Genocide fängt schön Western-mäßig an, bis er zum brachialen Refrain übergeht, um dann wieder den gerade gezeigten Wumms rauszunehmen. Das wirkt zusammengestückelt. Auch Copy 10-4 kann trotz bratender Gitarren und gelungenem Solo-Mittelpart nicht überzeugen. Die Chorusline funzt einfach nicht so wirklich.

Aber es wird ja beständig weitergebraten. Mit Track Nummer fünf Know Thy Shit kann auch durch eine Temposteigerung zum Ende raus nicht darüber hinwegtäuschen, dass man diese Nummer nicht gebraucht hätte. Einfach nur dröge. Bisher also kein guter Song dabei. Die And Let Live (was eine originelle Wort-Umplatzierung) macht es nicht viel besser, sondern wabert belanglos vor sich hin. So was in der Art hat man von den oben genannten Bands schon viele Male besser gehört. Nach dem tollen, aber im Gesamtkontext fehlplatziert wirkenden Delete, kommen mit Eat What You’re Served und Sound Of My Stone seltsamerweise die stärksten Songs des Albums. Was nicht nur an einer größeren Tempovarianz liegt, sondern schlicht auch an den besseren Melodien. Erneut fragt man sich: Was soll das? Warum die besten Songs ans Ende des Albums? Das finale Martyr Of The Phase wabert drogengeschwängert vor sich hin und ist noch okay, wenn man generell so etwas leiden mag.

Phase Reverse – Phase IV: Genocide
Fazit
Liebhaber von Southern Metal und Stoner Metal der Marke Kyuss oder Monster Magnet sowie mit Abstrichen Fans von Alice In Chains können das neue Album von Phase Reverse auf ihre Checkliste schreiben. Zumindest die zwei vorletzten Songs des Albums können was, der Rest ist zumindest kein Totalausfall und hat auch ein paar gelungene Augenblicke. Der Sound ist gut, der Sänger modern und gekonnt, die Instrumentenfraktion hat auch was auf dem Kasten. Originell ist das alles aber nicht. Oft wirkt es eher ziellos. Metalheads, die eher auf Thrash Metal stehen, sollten wenigstens (aber auch ausschließlich) den Song Delete hören. Dieser Uptempo-Track ist so weit weg vom restlichen Songmaterial, dass die Band sich vielleicht überlegen sollte, derartige Songs lieber in einem anderen Bandprojekt unterzubringen, mit dem man sicher auch mehr Erfolg hätte.

Anspieltipps: Sound Of My Stone, Eat What You're Served, Martyr Of The Phase und Delete
Tobias K.
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