Porta Nigra – Schöpfungswut

Die Porta Nigra steht diesmal in Koblenz, täuscht mit dem Standort und erschöpft recht schnell  

Artist: Porta Nigra

Herkunft: Koblenz, Deutschland

Album: Schöpfungswut

Genre: Black Metal

Spiellänge: 46:39 Minuten

Release: 17.01.2020

Label: Soulseller Records

Link: https://www.facebook.com/PortaNigraBand

Bandmitglieder:

Schlagzeug, Gesang – O.
Gitarre, Bass – Gilles de Rais
Gesang –  Tongue

Tracklist:

  1. Die Kosmiker
  2. Das Rad Des Ixion
  3. Die Augen Des Basilisken
  4. Die Entweihung Von Freya
  5. Unser Weg Nach Elysium
  6. Schöpfungswut

Am 17.01.2020 ist mit Schöpfungswut das dritte Werk der Koblenzer Black Metal Band Porta Nigra über Soulsellers Records erschienen. Erhältlich ist es als CD und als limitiertes schwarzes Vinyl (300 Stück).

Schöpfungswut ist nach Fin De Siècle (2012) und Kaiserschnitt (2015) das dritte Album der seit 2010 existenten Band. Bei den Vorgängeralben noch als Duo auftretend, haben sie sich nun mit Sänger Tongue (Chaos Invocation) verstärkt.

Offiziell als Avantgarde Black Metal bezeichnet, würde ich einfach in diesem Fall mal fragen, wieso hier Avantgarde steht. Vielleicht, weil die Bezeichnung Avantgarde zunächst einmal beeindruckt und sowohl den Rezensenten, als auch die Hörer vorwitzig machen?

Na ja, ich persönlich sage einmal: Ich weiß es wirklich nicht, wieso in diesem Fall der Begriff Avantgarde benutzt wird. Ganz zu meinem Leidwesen plätschern die Songs in einem melodischen Gleichklang nur vor sich hin.

Der Opener Kosmiker hat mit dem Intro des Songs (gesprochenes Porto Nigra) beinahe etwas unfreiwillig mittelalterliches Komisches. Daran können auch die Harsh Voices kaum etwas ändern. Spannung kommt kaum auf, womöglich am ehesten durch ein Gitarrensolo. Bestätigt wird diese unfreiwillige Komik durch das stöhnende Outro des Songs.

Die Schöpfungswut hält sich auch bei den weiteren Songs in Grenzen. Das Rad Des Ixion ist eine Humpa-Humpa Nummer mit abwechselnden Clean und Harsh Voices. Auch dieser Song endet mit einem unzusammenhängenden Gestöhne.

Ich könnte jetzt einfach so weitermachen, will es aber dann doch nicht. Die einzelnen Songs empfinde ich persönlich recht wenig inspirierend, da sie doch zu sehr stereotyp ablaufen. Schmachtende Gitarren, böse Gitarren und ein unspektakuläres Geknüppel des Schlagzeuges. Das mag dem romantischen Black Metal Hardliner zwar gefallen, berechtigt jedoch in diesem Falle in keiner Weise von Schöpfungswut zu reden.

Die Cleanvocals werden in der Regel wie eine Litanei heruntergebetet und mit hallendem Chor versetzt. Beispielhaft beim vorletzten Song Unser Weg Nach Elysium nachzuhören. „Mein Reich komme – Mein Wille geschehe!“ Oh Gott lass uns zu Ende kommen, erbitte ich hier Beistand. Am Schluss erleben wir dann noch einmal die volle unspektakuläre Breitseite Schöpfungswut.

Da frage ich mich wirklich: Musste der Kaiserschnitt sein, um nach weiteren fünf Jahren diesen Akt von Schöpfungswut hervorzubringen?

 

Porta Nigra – Schöpfungswut
Fazit
Porta Nigra täuschen mit ihrem neuen Werk Schöpfungswut gleich zweimal. Erstens steht die Porta Nigra / das schwarze Tor nicht in Koblenz. Zweitens handelt es sich bei diesem Werk keinesfalls um eine Schöpfungswut. Das Ding ist aus meiner Sicht einfach zu sehr eingefahren und wenig inspirierend. Es erschöpft den Hörer doch recht schnell. Bisweilen besitzt dieses Werk sogar noch etwas unfreiwillig Komisches.

Anspieltipps: Die Augen Des Basilisken, Unser Weg Nach Elysium, Schöpfungswut
Juergen S.
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