Ehrlich, roh und ohne doppelten Boden. Genau so präsentieren sich Prong auf ihrem Live-Rundumschlag Live And Uncleansed und der Titel ist Programm.
Seit Ende der Achtziger stehen die New Yorker für eine eigenwillige Mischung aus Thrash, Hardcore, Industrial und Groove Metal. Bandkopf Tommy Victor (Gesang/Gitarre) hält den Laden bis heute zusammen und wird auf diesem Album von Christopher Dean (Bass) und Tyler Joseph (Drums) flankiert. Ein Trio, das klingt, wie eine Abrissbirne auf engstem Raum.

Aufgenommen an mehreren Shows der Jubiläumstour zu Cleansing (1994), fängt das Album die Band in einem bewusst ungeschönten Zustand ein. Hier wurde nichts nachpoliert oder Studiotricks angewandt. Hier darf es scheppern, knirschen und auch mal minimal wackeln, genau das macht den Reiz aus.
Der Einstieg mit Revenge… Best Served Cold setzt sofort ein dickes Ausrufezeichen. Sägende Riffs, ein stoischer Groove und Victors markantes Shouting. Mehr braucht es nicht. Klassiker wie Snap Your Fingers, Snap Your Neck oder Out Of This Misery zeigen eindrucksvoll, warum Prong bis heute als Groove-Maschine gelten.
Die Setlist konzentriert sich stark auf das Cleansing-Material, ergänzt um vereinzelte neuere Tracks wie The Descent. Das sorgt für Klarheit, kostet aber auch etwas Abwechslung. Die Atmosphäre leidet durch den Zusammenschnitt mehrerer Shows und wirkt leicht fragmentiert. Eine Live-Magie oder das echte Live-Feeling entstehen dadurch nicht.
Doch ich bin ehrlich. Wer Prong kennt, erwartet keine Hochglanzproduktion, sondern Druck. Und genau den liefert dieses Album in rauen Mengen. Die Reduktion auf drei Musiker sorgt für eine fast schon hypnotische Direktheit, die man heute nur noch selten hört.
Neben den digitalen Formaten im Download und Stream kommt die CD im Digipak daher. Für die Vinylfans ist eine schwarze Ausgabe vorgesehen.
Hier geht es für weitere Informationen zu Prong – Live And Uncleansed in unserem Time For Metal Release-Kalender.



