Relentless Aggression – A Shadow Of All Tings Broken

30 Jahre Thrash Metal Crossover

Artist: Relentless Aggression

Herkunft: Norwegen

Album: A Shadow Of All Tings Broken

Spiellänge: 37:10 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 24.01.2021

Label: Eigenproduktion

Link: https://relentlessaggression.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang –  Iver Sandøy
Gitarren und Bassgitarre – Finn Solemdal
Schlagzeug – Yngve Eide

Tracklist:

  1. Epitome Of Resentment
  2. My Wrath Prevails
  3. The Art Of Self Destruction
  4. Time To Die
  5. Flawed
  6. From Beyond
  7. End Of Religion
  8. Scorched Earth
  9. Living, Lying, Dying
  10. Miscreation

Bei Relentless Aggression handelt es sich um eine Old School Thrash Metal Band aus Bergen, Norwegen. Auch wenn diese Version der Band nur drei Jahre alt ist, wurde die Band ursprünglich Mitte der 80er-Jahre gegründet, unter dem Namen Hell Awaits. Wer mag da wohl Namensgeber gewesen sein? Der ursprüngliche Schlagzeuger war Erik „Grim“ Brødreskift (verstorben 1999), später eher bekannt als Schlagzeuger bei Black Metal Bands wie Immortal, Gorgoroth und Borknagar.

Nachdem sie sich fast dreißig Jahre lang auf andere Bands und andere Projekte konzentriert hatten, beschlossen Finn und Yngve, zwei der alten Songs aufzunehmen und auf Vinyl zu veröffentlichen. Einige der ursprünglichen Songs waren einfach zu gut, um an Altersschwäche zu sterben! Die sieben Zoll große Single wurde 2018 in einer sehr begrenzten Anzahl veröffentlicht und wurde schnell zu einem Sammlerstück. Der Prozess, die alten Songs aufzunehmen, war eine so großartige Erfahrung, dass die Band beschloss, ihren Weg im Thrash Metal fortzusetzen. Neue Songs wurden geschrieben und es war bald klar, dass ein komplettes Album gemacht werden musste. Die Band betrat das Solslottet-Studio mit Ingenieur und Produzent Iver Sandøy (Enslaved) und nahm drei alte und sieben brandneue Songs auf. Iver übernahm auch alle Schlagzeugsessions im Studio.

Alte Hasen hoppeln wieder mit. Das Spiel hört auf den Namen Thrash Metal. Dieses hört man sofort beim Opener Epitome Of Resentment. Während andere den typischen 80ger Thrash runterbeten, versuchen die beiden Hauptprotagonisten schon ein wenig anders zu klingen und bauen eine ordentliche Portion Punk mit ein. Außerdem werden sehr viele Hardcore Zitate verbraten, ebenso wie beim Nachfolger My Wrath Prevails. Das Riffing bzw. das Hauptriff ist dann natürlich im Thrash Metal angesiedelt und besonders beim zweiten Song auch recht melodisch. Trotzdem finde ich die beiden Songs nicht schlecht, aber sie catchen mich nicht so richtig.

So richtig los geht es für mich erst bei The Art Of Self Destruction. Schönes, langsames Midtemporiffing zu Beginn. Ja, das sitzt ordentlich. Die aggressiven Vocals werden mit Shouts ergänzt, der Song nimmt langsam so richtig Fahrt auf und kommt am Ende mit einen richtig geilen Old School Metallica Part auf, sowohl vom Riffing, als auch beim Drumming.

Time To Die ist dann wohl das Highlight. Auch hier werden Grüße von Metallica wach, aber auch Slayer lassen grüßen. Ah ja, welch ein Knaller. Auch hier arbeitet man wieder mit doppeltem Gesang und die Achtzigerjahre werden zum Leben erweckt. Fetter Song. Der wird aber so etwas von in meiner Radiosendung gespielt. Straight forward heißt die Attitüde. Natürlich muss ein wildes Solo dabei sein. Nach drei Minuten ist man auch schon am Ende und ich habe Bock auf mehr.

Flawed geht dann wieder vom Tempo runter. Langsames und druckvolles Midtemporiffing beschäftigt den Zuhörer. Hier zeigen sie wieder einmal, dass sie sich im Crossover zu Hause fühlen. Nach fast zwei Minuten kommt ein feines, langsam vorgetragenes, melodisches Riff und daraus wird ein Solo. Hm, auch nicht so mein Fall, aber gut gemacht. Relativ langweilig.

From Beyond kommt da schon wieder viel zackiger aus den Boxen. Das schnelle Drumming ist so etwas von lecker. Hinzu gesellen sich wirklich geile Riffs. Das Tempo wird variiert und ein geiles Solo mit eingebaut.

End Of Religion spielt mit dem Zuhörer. Los geht es sehr thrashig, dann nimmt man das Tempo ganz raus und baut den Song wieder sehr aggressiv auf. Coole Idee, irgendwie von der Art wie bei South Of Heaven von Slayer, obwohl Relentless Aggression hier verspielter rangehen und die Riffqualität natürlich nicht erreichen. Aber der Song schockt wohl.

Scorched Earth kommt mit klirrendem Gitarrenspiel, plätschert aber ansonsten auch irgendwie so vor sich hin, wie ich finde. Das ist definitiv nicht schlecht, aber nimmt mich eben nicht so mit. Das Basssolo und der sprechende Gesang sind eine gute Idee, zieht mich aber nicht in seinen Bann.

Living, Lying, Dying bietet dann wieder feine galoppierende Thrashriffs, die sitzen und vom Drumming gut in Szene gesetzt werden.

Miscreation klingt am Ende dann noch einmal sehr selbstständig. In bester Metallica-Balladentradition und flüsterndem Gesang legt man los und baut den Song so langsam auf, obwohl die Aggrostimme ein wenig anstrengend ist. Nach der Hälfte nimmt der Song dann richtig Fahrt, mischt wieder Thrash Metal und Hardcore und endet recht atmosphärisch. Kommt ganz geil und völlig was anderes.

Das Rad haben die Norweger nicht neu erfunden und hier und da rollt es auch nicht sehr schnell, aber ansonsten bieten sie schon eine gute Mischung aus Metallica, Slayer, Hardcore und Punk-Attitüde.

Relentless Aggression – A Shadow Of All Tings Broken
Fazit
Die alten Recken von Relentless Aggression bieten eine Mischung aus Thrash Metal, Hardcore und Punk und fühlen sich dementsprechend im Crossover zu Hause. Die Szene werden sie damit nicht umkrempeln, aber es sind einige wirklich geile Sachen dabei.

Anspieltipps: Time To Die und From Beyond
Michael E.
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