Rolling Stone: keine Konzerte und Festivals vor Herbst 2021

Das Ende für Wacken, Summer Breeze, Bang Your Head & Co?

Das Coronavirus hat die Welt fest im Griff und noch immer ist unklar, wie lange sich die Pandemie hinziehen wird. Nach all den Konzert- und Tourabsagen in den letzten zwei Monaten trudeln nun auch fast täglich neue Hiobsbotschaften ein, denn es geht den geliebten Sommerfestivals an den Kragen. Die gesamte Veranstaltungsbranche liegt derzeit brach und Bands, Veranstalter, Liveclubs … kämpfen um ihre Existenz. Ein Ende ist offenbar längst noch nicht in Sicht.

Erst heute berichtet das Musikmagazin Rolling Stone über die Ansichten des US-amerikanischen Gesundheitsexperten Zeke Emanuel, der wagt vorauszusagen, das Konzerte und Festivals sicherlich nicht vor Herbst 2021 wieder stattfinden können (hier zum nachzulesen).

Der Bericht stützt sich auf ein kürzlich von der New York Times veranstaltetes Expertengespräch, bei dem sich auch der Bioethiker und Professor für Gesundheitsmanagement Zeke Emanuel äußerte, er habe keine Ahnung, wie Musikveranstaltungen später im Jahr stattfinden sollen und wie Veranstalter das für eine durchführbare Lösung halten können. Angesichts der anhaltenden Pandemie, deren Höhepunkt noch nicht erreicht ist, seien seiner Meinung nach Konzerte und Festivals erst wieder im Herbst 2021 möglich – frühestens! Größere Zusammenkünfte wie Sportveranstaltungen, Konferenzen, Konzerte … werden die Letzten sein, die nach dem Shutdown zurückkehren werden. Eine wahrhaft apokalyptische Voraussage für die gesamte Veranstaltungsbranche.

Ob es tatsächlich so kommen wird, das weiß momentan wohl niemand so recht. Woher auch, das Coronavirus ist neu und Erfahrungsberichte dazu fehlen. Jedoch wäre es sehr blauäugig, weiterhin zu glauben, dass in diesem Jahr noch Festivals stattfinden werden, so meine ganz persönliche Einschätzung. Sicherlich werden die Einschränkungen in den nächsten Wochen zurückgefahren, die Schulen und Geschäfte werden wieder öffnen dürfen und vielleicht sind gegen Ende des Jahres auch wieder kleinere Konzerte unter 1000 Besuchern möglich, doch alles andere wäre zu optimistisch gesehen. Keine Behörde wird die Verantwortung dafür übernehmen, wenn bei einem Festival in den nächsten Monaten Tausende Leute auf engstem Raum zusammen feiern. Offenbar sehen das auch eine ganze Reihe von Veranstaltern so, denn viele Festivalmacher versuchen gar nicht erst Ersatztermine später im Jahr zu finden und verlegen gleich auf 2021.

Erst heute Morgen gab Gisbert „Gisi“ Hiller, der Veranstalter hinter den MPS-Veranstaltungen (Mittelalterliches Phantasie Spektakulum) in einem Statement bekannt, dass in diesem Jahr ziemlich sicher kein einziges MPS mehr wird stattfinden können. Bisher gab sich Hiller sehr optimistisch, dass alle MPS-Termine in diesem Jahr stattfinden können, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr, doch dieser Optimismus ist ihm, laut Hiller, von den Behörden aus dem Leib geprügelt worden.

Wie auch immer es kommt, wir werden es nehmen müssen, wie es kommt, denn die Sicherheit und Gesundheit aller muss Priorität haben!

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