Shadows‘ Grey im Interview

Band: Shadows‘ Grey

Genre: Melancholic Gothic Metal

Label: Twilight Zone Records

Myspace: http://www.myspace.com/shadowsgreyband

Rene:
Moin Shadows`Grey, ich freue mich, dass Ihr Zeit gefunden habt, über Euer Debütalbum und weitere interessante Themen zu sprechen.
Bevor man jedoch ein Album aufnehmen kann, muss man erst einmal eine Band haben. Wie kam „Shadows´ Grey “ zustande?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Unsere Band ist aufgrund von nur 2 Songs entstanden. Meine damalige Lebensgefährtin und ich erwarteten Zwilinge, einen Sohn hatten wir bereits, und da dachte ich bei mir selber: Mein Leben als Musiker sei schon vorbei, bevor es überhaupt angefangen hatte. Also wollte ich zumindest noch 2 Songs professionell aufnehmen. Dazu brauchte ich zu allererst ein Studio, einen Gitarristen, einen Drummer, einen Sänger, eine Band halt. Ein Freund aus Steyr hatte ein Studio, der schlug mir Dominik (Thirdmoon, Edenbridge) als Session- Gitarristen vor und ich kannte unseren bis heute treuen Studiodrummer Martin Zeller (ex-Thirdmoon, ex-Astaroth; dzt. Live Engeneer von vielen namhaften Bands) schon ewig. Als Sänger musste ein Freund von mir herhalten und fertig war die erste Mischung, die noch unter dem Namen SCARGOD fungierte. Während der Aufnahmen zu den beiden Songs, lernte ich Martina kennen, die sich als Chorsängerin anbot und die mir gesanglich so gefiel, dass ich sie vom Fleck weg engagierte. Ursprünglich wollte ich die „Band“ wieder auflösen, jedoch erhielten wir so positive Reaktionen von der Presse, dass ich es nicht schaffte, dies zu beenden und nach einem weiteren Demo und einem Sängerwechsel (Robert Bogner – In Slumber) , waren wir, zwar noch immer als Ein-Mann-
Projekt, geboren! Danach schafften wir sogar unseren ersten Deal mit einem griechischen Label, der aber sehr schnell wieder in die Brüche ging, da, von Seiten des Labels nichts eingehalten wurde.
Wir verloren unseren Bandnamen SCARGOD und mussten uns umbenennen. Nach langer Pause und zwischenzeitlicher Bandauflösung fanden wir dann gemeinsam als richtige Band und erneutem
Sängerwechsel, den Namen SHADOWS´GREY, der für uns die hellen und dunklen Seiten des Lebens bedeutet. Nun sind wir bereit die Welt mit unserer Musik zu erobern.
Rene:
Für ein Debütalbum muss ich sagen hat mich „Bonjour Tristesse“ wirklich überzeugt. Die Struktur ist klar gegliedert, das Songwriting ist solide und an Spielspaß wird auch nicht gegeizt. Wer zieht bei Euch die Strippen? Oder geben alle ihren Anteil zum Fertigstellen des Albums dazu?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Ich danke dir, für deine positiven Worte. Die Songs werden von mir als Basics geschrieben, am Computer verfeinert und dann dem Dominik im Studio präsentiert. Der krempelt wieder alles um und wenn wir beide einen gemeinsamen Nenner gefunden haben, dann sind wir bereit die Songs auf die Menschheit loszulassen. Wir beide sind also fürs Songwriting zuständig. Die Texte schreibe ich zu 90% alleine. Den Spielspass bringen alle Bandmitglieder mit, weil es einfach im Studio Spaß macht. Wenn ich Dominik zusehe, wie der seine Sachen einspielt… So voller Leben und Leidenschaft. Gigantisch. Das muss jeder auf dem Album doch spüren…!
Rene:
Ein Punkt, der mich ebenfalls überrascht hat, ist die relativ lange Spielzeit. Meist haben die Bands zum Start ihrer Karriere nicht allzu viel Material – bei Euch hat es hingegen auf eine Spielzeit von über einer Stunde gereicht! Könnt Ihr unseren Lesern einmal berichten, wie lange und in welcher Form Ihr am Album gearbeitet habt?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Also uns war es gar nicht bewusst, dass wir über eine Stunde Spielzeit haben, bis die CD als Listening Copy im CD Player landete. Wir haben einfach unsere Songs komponiert, ohne auf die Zeit zu achten… Wenn du beginnst, auf Zeiten zu achten, oder auf Songarrangements, die hitverdächtig klingen mögen… Da verlierst du jedes Gefühl. Das spürt der Hörer. Wir haben einfach das gemacht, was uns gefiel. Das ist das Wichtigste. Wir haben am Album insgesamt über Monate gearbeitet, da wir ja alle arbeiten müssen und daher oft nur am Wochenende daran arbeiten konnten, oder als der Song bereits fertig war, fiel dem einen oder
anderen noch was ein… Es dauerte fast ein Jahr, bis alles fertig war. Nun wollen wir das alles anders angehen. Weniger Studioarbeit. Mehr Arbeit miteinander von zu Hause aus. Verringert auch die Kosten..
Rene:
Um das Album abzuschließen, muss auch das Äußere stimmen. Das Cover gefällt mir persönlich gut. Könnt Ihr mehr Infos zum Hintergrund und Künstler geben?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Das Cover hat unserem Label zuerst gar nicht gefallen. Da wurde dann auch ein anderes vorgeschlagen, zumindest sollten wir es änderen, aber da es uns so gut gefiel, haben wir es gelassen. Allen Unkenrufen zum Trotz. Aus diesem Grund: Danke, dass es dir gefällt. Zum Hintergrund kann ich folgendes sagen: Wir bzw. ich war auf der Suche nach einem Cover, dass die Stimmung der CD und des Themas der Trauer widerspiegelt. Gleichzeitig sollte es auch aussagen, dass die Band musikalisch nicht leicht einzuordnen ist und viele verschiedene Gefühle und Themen auf der CD vorherrschen, die aber letztendlich alle in einem großen Thema wieder zusammengefasst werden konnten. Daher so viele Details über die Trauer, den Tod, den Abschied, die Liebe… Die Liebe ist eben auch das umfassende Thema der Texte in diesem Album! Das Coverfoto haben wir aus dem Internet und den Rest hat Robert Bogner, der ja auch 2 Songs auf dem Album singt, gestaltet. Also leider keine Infos zum Künstler.
Rene:
Fürs Debüt „Bonjour Tristesse“ konntet Ihr gleich hochwertige Gastmusiker von „In Slumber“ gewinnen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Wir haben ja nicht nur Gastmusiker von In Slumber… Ich sag dir mal welche:
Also: Dominik, fixes Bandmitglied ist von Edenbridge und Thirdmoon. Albert, unser Sänger, ist DJ und arbeitet viel mit Simple Minds (war mit denen auf Tour als Roadie und Manager) sowie hatte vor ein paar Jahren mit einem Sänger namens Lawrence Collins einen Nr.3 Single Chart Hit in Frankreich. Als Gäste auf dem Album hatten wir dann Robert Bogner (In Slumber, Olemus); Wolfgang Rothbauer (Disbelief, Thirdmoon, In Slumber… ) Martin Zeller, unser Studio Drummer, ist als Live-Engeneerer mittlerweile bei Bands wie Belphegor, Graveworm usw. untergebracht. Aber Namedropping ist so eine Geschichte. Wir sind alles Freunde und helfen uns wo es geht und wenn es Spaß macht.
Und doch muss ich von Glück sprechen, dass ich immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, wer weiß, ob ich je so gute und freundliche Menschen getroffen hätte, die auch noch musikalisch so viel draufhaben…
Rene:
Von einer Österreichischen Gothic/Metal- Szene habe ich noch nie etwas gehört – handelt es sich hier eher um eine Randgruppe im Österreichischen Metal- Zirkel?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Also, ich sehe es so, dass es einfach mehr Death/ Black- Melodic Death und Symphonic Metal Bands in Österreich gibt. Und noch dazu sehr gute! Bands aus der Gothic Szene, also Bands, die ich wirklich so bezeichnen würde, kenne ich kaum. Bitte, liebe Leser, korrigiert mich, falls ihr das anders seht. Ich sehe es so wie du, dass es sich um eine Randgruppe handelt. Ich kenne nur eine Band, die ich zwar auch nicht in den reinen Gothic Sektor geben würde, aber immerhin aus Österreich stammt: L´ame Immortelle! Selbst wir, spielen keinen reinen Gothic Metal! Unsere Musik nenne ich auch Melancholic Gothic Metal mit progressiven Einflüssen. Kurz PROTHIC METAL!!
Rene:
Welchen Stellenwert hat die deutsche Szene für Euch? Oder seht Ihr eher in andere Nachbarländer?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Ich sehe es so, dass der Markt in Deutschland ein sehr großer ist, für alle Musikrichtungen. Willst du groß werden und wirklich zu einem Namen kommen, musst du fast nach Deutschland auswandern. Nur geht das nicht so einfach… L´ame Immortelle haben das gemacht, bzw. pendeln hin und her. Andere Länder, wo du noch hin könntest wären die Skandinavischen Länder. In Österreich, wenn du nicht jeden Tag in der Presse stehst und keine Kontakte zu den Nachbarn pflegst, gehst du früher oder später unter, obwohl es hier treue Anhänger der Szene gibt. Kaum kommt eine Band aus Deutschland, Finnland, Schweden oder
Norwegen wird die ja schon in den Himmel gehoben…
Rene:
Ein immer wieder sehr wichtiger Punkt für unsere Hörer, die nicht nur gern Musik von der Platte hören, sondern sich gerne auch Bands live ansehen: Sind Shows in eurer Heimat und Deutschland geplant?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Nein, leider nicht. Aus mehreren Gründen: Dominik ist durch seine anderen Bands sehr eingespannt, Albert, als DJ ist jeden Tag im Einsatz. Wenn Albert nicht in seinem Studio hockt oder eben DJ ist, verdient er nichts. Ich selbst habe 3 Kinder, die ich nur ungern für längere Zeit alleine lasse und außerdem habe ich mir schon vor einiger Zeit die linke Hand verletzt und wenn ich spiele, dann habe ich nach ca. 15 Minuten bereits Schmerzen und muss entweder Schmerzmittel nehmen oder aufhören zu spielen. Falls wir jedoch ein wirklich gutes Angebot bekommen, werden wir nicht „Nein“ sagen, da werde ich mir schon überlegen ob ich nicht unter Schmerzen spielen werde und meine Kinder aus dem Kindergarten nehme.

Mittlerweile werden wir immer öfter gefragt und seit wir das Video zur „GONE“ zusammen gemacht haben, ist die Saat sowieso gesät…
Rene:
Ich habe am Rande mitbekommen, dass Ihr den ersten Videodreh hinter Euch habt. Wann und Wo wird das Video zu sehen sein? Und welche Erfahrung habt Ihr aus dem Dreh mit nach Hause genommen?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Das Video gibt es zur Nummer „GONE“.
Es wird auf jedem Musikkanal im Internet zu sehen, FB, youtube, tape.tv usw. und wir werden versuchen, es auch zu dem ein oder anderen Musiksender zu bringen. Die Erfahrung war, dass wir mehr wollen, noch ein Video und noch eins… 😀 Vor allem aber konnten wir feststellen, dass wir live gut zusammenpassen und von daher schon gerne was machen würden. Dank der Firma insane4frame.com konnten wir unsere Ideen verwirklichen und es ist schon wunderbar, wenn du eine visuelle Geschichte zu einem deiner Songs hast.
Rene:
Wenn wir Euch einen Wunsch erfüllen würden, was würdet Ihr auf den Wunschzettel schreiben?

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Wir wollen von der Musik leben können! Wenn ihr uns einen Wunsch erfüllen möchtet, dann wären wir dankbar, dass ihr uns ein wenig fördert, jetzt und in der Zukunft, denn auf eines kann man sich bei uns verlassen: Es kommt alles wieder zurück.
Rene:
Ich bedanke mich für das Interview und wünsche noch viel Erfolg mit „Bonjour Tristesse“!

Shadows´ Grey/Martin Moser:
Ich sage Danke, auch im Namen der ganzen Band und wünsche euch noch viele Jahre Erfolg und Bestehen! Bis Bald…

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