Ein Album ohne Sicherheitsnetz
Violet Skies erscheint am 13.02.2026 als Vinyl-Eigenveröffentlichung. Die Release-Party findet am 21.02.2026 im Hirsch-Q in Dortmund statt, begleitet von Kardeathian. Ein passender Rahmen für ein Album, das nicht auf Nostalgie setzt, sondern auf Zuspitzung.
Stargo haben sich Zeit gelassen (fünf Jahre nach der letzten Veröffentlichung) und sie nutzten sie. Violet Skies klingt nicht nach Experiment, sondern nach Entscheidung. Die Band hat hörbar Ballast abgeworfen und ihre Musik neu ausgerichtet: weniger Schwebezustand, mehr Fokus; weniger Jam, mehr Aussage. Was bleibt, ist ein dichtes, schweres Album, das Druck aufbaut, ohne sich in Lautstärke zu verlieren. Komfort spielt hier keine Rolle mehr.
Vom Stoner-Umfeld zur eigenen Sprache
Seit der Gründung 2008 bewegen sich Stargo – Karsten (Schlagzeug), Stefan (Bass/Synth) und Nordin (Gitarre/Gesang) – im Dortmunder Stoner-Rock-/Metal-Umfeld. Mit den Veröffentlichungen Parasight (2020) und Dammbruch (2021) setzten sie die ersten Fußabdrücke und fanden ihren eigenen Stil. Dammbruch fand bei mir direkt als Vinyl seinen Platz – mitgenommen nach einem intensiven Auftritt in der Bochumer Location Die Trompete, wo Stargo im vergangenen Sommer Castle Rat unterstützten.

Spannung statt Eskapismus
Violet Skies verweigert klassische Erleichterung. Die Songs bauen Spannung auf, halten sie und lassen sie oft bewusst ungelöst. Der eröffnende Track Interstellar arbeitet mit Zurückhaltung und Weite, ohne sich im Atmosphärischen zu verlieren. Spätestens mit Shine Like Diamonds wird klar, dass das Album in einem kontrollierten, metalgeprägten Koordinatensystem verankert ist: präzise Riffs, straffe Rhythmik, klar geführte Strukturen.
Auffällig ist der Umgang mit Gesang. Die Vocals sind nicht länger schmückendes Element wie in früheren Werken, sondern funktionaler Bestandteil der Komposition. Tiefer und präsenter fügen sie sich in die Mechanik der Songs ein. Stücke wie Left For Dead oder The Artist leben genau von dieser Balance zwischen emotionaler Distanz und innerer Spannung. Mit dem zehnminütigen Tharsis erlaubt sich das Album eine instrumentale Öffnung, die weniger Freiheit als vielmehr Konsequenz demonstriert. Der abschließende und mit knapp zwei Minuten recht kurze Track The Great Machine verweigert schließlich jede Form von Auflösung – kein Finale, sondern ein Zustand.
Klangbild & Konsequenz
Die Produktion ist dicht, direkt und bewusst reduziert. Raum und Hall werden sparsam eingesetzt, zugunsten eines kompakten Gesamtbilds, das Nähe und Druck erzeugt. Alles wirkt kontrolliert, ohne steril zu sein. Violet Skies klingt nicht nach Studiooptimierung, sondern nach klarer Vorstellung.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Stargo – Violet Skies in unserem Time For Metal Release-Kalender.



