Stray From The Path – Internal Atomics

Mit dem Kopf durch die Wand und das mit Verstand

Artist: Stray From The Path

Herkunft: New York, USA

Album: Internal Atomics

Spiellänge: 31:50 Minuten

Genre: Hardcore, Punk

Release: 01.11.2019

Label: UNFD

Link: https://myspace.com/strayfromthepath

Bandmitglieder:

Gesang – Andrew Di Jorio
Gitarre – Tom Williams
Bassgitarre, Gesang – Anthony Altamura
Schlagzeug – Craig Reynolds

Tracklist:

  1. Ring Leader
  2. Kickback (Feat. Brendan Murphy)
  3. The First Will Be Last
  4. Fortune Teller
  5. Second Death
  6. Beneath The Surface
  7. Something In The Water
  8. Holding Cells For The Living Hell
  9. Double Down (Feat. Matt Honeycutt)
  10. Actions Not Words

Die Hardcore mit Punk Attitüden versehende Band Stray From The Path ließ im November abermals den politischen wie sozialkritischen Knüppel aus dem Sack. Seit dem Debüt People Over Profit aus dem Jahre 2002 zog es die New Yorker insgesamt zehn Mal in Studio. Die neuste Errungenschaft ist Internal Atomics, die zum Jubiläum mit diversen wütenden Riffs versehen wurde. Die teils HipHop ähnlichen Gesänge machen das Quartett musikalisch gesehen sehr breit. Die Zielgruppe ist eine Jugend, die nicht weiß, wo sie mit ihrem Hass hin soll und die Trauer nur mit krachenden Breaks bewerkstelligen kann. Man kann der Gruppe viel vorwerfen, nur nicht, dass sie nicht alles dafür tun ihre Kunst an den Mann zu bringen. Unzählige Touren, Festivals Shows und eben Veröffentlichungen ebnen den Weg durch gerade einmal zwei Jahrzehnte.

Die erste Runde eröffnet der Paukenschlag Ring Leader. Die kurzen drei bis vier Minuten wollen nicht lange in der Luft liegen, sondern kurz und präzise die Missstände unmissverständlich deutlich machen. Groovend, mit den Händen in den Taschen, bewegen sie ihre Oberkörper im Takt hin und her. Die aufgeblähten Screams sollen Volumen erzeugen. Mit elektronisch verzerrten Lyrics rumpelt Andrew Di Jorio weiter durchs Songwriting. Die Punkeinflüsse übernehmen gut 50% der Struktur von Stray From The Path. Frech, ohne Hemmungen, schießen sie gegen alles und jeden. Immer im Gepäck: die Up and Down Beats – eine einfache Waffe, die selbst im Jahre 2020 noch dazu reicht, eine gute Schar Interessierte einzufangen. Verzweifelt: Kickback (Feat. Brendan Murphy), der auf eine drückende Stimmung setzt. Die scharfen Basskanten liegen einem wie ein Stein im Magen. Mit dem Kopf durch die Wand und das mit Verstand könnte man als Motto von Internal Atomics stehen lassen. Anthony Altamura setzt aber nicht nur Merkmale mit seinem Bass, auch mit den Backvocals bringt er sein Können ein. Wachsam und hungrig wie ein abgerichteter Kampfhund ziehen Stray From The Path im stählernden Zwinger ihre Kreise. Was stört und leider viel ausmacht, ist die zu einfache Handschrift. Zwar sind die Amerikaner gewillt, nicht nur den roten Faden zu spannen und versuchen auch Höhepunkte zu generieren, diese verpuffen meistens leider wie eine einzelne Silvesterrakete am kristallklaren Nachthimmel. Der zweite tödliche Zusammenprall hört auf den Titel Second Death. Eine wilde Nummer, die ohne Rücksicht auf Verluste flink voranprescht. Im Ansatz bleibt alles gut anzuhören, Internal Atomics verliert nur blitzschnell das Interesse, nach wenigen Umdrehen darf es auch gut gewesen sein. Einen Dauerbrenner bilden die zehn neuen Nummern nur bei absoluten Anhängern. Der Rest kommt kurzzeitig auf seine Kosten!

Stray From The Path – Internal Atomics
Fazit
Das Genre lebt weiter - wie oft wurden Punk und auch Hardcore schon tot geschrieben? Wie in allen Bereichen hat auch dieser Sektor starke Schwankungen, die einfach dazugehören. Große Acts mit Klasse bleiben bestehen, kleinere suchen den Platz in der Mitte und andere versinken in ihren billigen Versuchen, irgendwie dem Klischee zu entsprechen. Stray From The Path gehören irgendwo in den schmalen Grad zwischen Top Act und breite Masse. Ihr Zuspruch beweist, dass sie kein Schulband-Niveau auffahren - die ganz großen Würfe bleiben zumindest im zehnten Studioalbum verwehrt. In allen Belangen gut, aber kein Nackenbrecher, der über Monate in aller Munde ist. Meiner Meinung nach funktionieren die sympathischen New Yorker eh am besten auf einer Bühne.

Anspieltipps: Kickback (Feat. Brendan Murphy) und Something In The Water
Rene W.
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