The Blasphemic Warfare am 03.07.2021 im Helvete, Oberhausen

Bitte jeder nur ein Kreuz

Eventname: The Blasphemic Warfare

Bands: MNHG, Paragon Belial, Pestlegion

Ort: Helvete, Friedrich-Karl-Str.63,  46045 Oberhausen

Datum: 03.07.2021

Tickets: 5 €

Genre: Black Metal

Veranstalter: MNGH

Link: https://www.facebook.com/events

Das lang ersehnte Ende der Konzertabstinenz ist erreicht und ich mache mich auf nach Oberhausen ins altbekannte Helvete. Dort angekommen warten schon die ersten Besucher vor dem Laden.

Im Keller werden nach gewohnter Corona-Attitüde Personalien aufgenommen und die Negativität überprüft. Anschließend kann man sich seine Platzierung aussuchen. Ja, richtig gelesen, auch im Helvete muss eine „Sitzordnung“ gestellt werden. Jedoch wird zum Glück auf lästige Stühle verzichtet und nummerierte Kreuze auf den Boden geklebt, die man ohne Maske nicht verlassen darf. Ganz nach dem Motto „Jeder nur ein Kreuz“, aber hier darf man die Maske absetzen und auch entspannt sein Bier trinken.

Alles in allem doch gut gelaunt und voller Vorfreude erwartet ich in der Menge nun den ersten Akt des Konzertabends. Den macht direkt der Veranstalter Kain mit seiner neuen, aus der Asche der Vorgänger Thyrgrim wieder auferstandenen Band MNHG (Mundo Neco Humilio Genero). Die Jungs präsentieren ihr Debütalbum Mundare, das sich im Genre Black ’n‘ Roll bewegt.

Die Band legt direkt los und peitscht die Menge sofort auf. Eine gelungene Mischung aus brachialem Sound und melodischem Flow fegte durch die Halle, was die Leute absolut mitreißt und in Ekstase versetzt. Die in Rot/Blau gehaltene Bühnenbeleuchtung tut ihr Übriges, um das dämonische Auftreten der Band noch zu unterstreichen. Ausgelassene Stimmung, Gegröle und Headbangen ist an der Tagesordnung und zieht sich durch das Programm von MNHG.

Zum Leidwesen der Anwesenden ist jedoch ganz klar ein ausladendes Tanzen oder MoshPit untersagt. Allerdings sehen sich mehrere Personen vor der Bühne nicht in der Lage, einfachsten Vorgaben Folge zu leisten, wodurch sich Sänger Kain zum Ende des Auftritts gezwungen sieht, ein Machtwort zu sprechen, um die gerade freigegebene und lang erwartete Kunstfreiheit zu schützen. DANKE!

Es folgt eine Umbaupause von 30 Minuten, in der auch alle Gäste den Konzertraum verlassen müssen. Was eine gute Gelegenheit ergibt, sich etwas Neues zu trinken zu holen oder durch den Merchandisestand zu stöbern. Am Merch komme ich darüber hinaus mit einem netten Typ hinter dem Tresen ins Gespräch, der sich als niemand anderes als B. von Doom zu erkennen gibt. Seines Zeichens Bassist und Sänger der Band Pestlegion. Er erzählt mir, dass die Band mit einer Aktualisierung in den eigenen Reihen aufwartet. Ihr ehemaliger Dummer Tyyn wechselte zu Sodom und wurde ersetzt durch Daementhor, der schon bei Prostitute Disfigurment das Tempo vorgab. Weiter berichtet er von einem neuen Album, auf das wir uns bald freuen dürfen. Nähere Details will er zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht preisgeben. Das hebt doch gleich noch mal meine Vorfreude auf den Auftritt der Jungs später am Abend.

Als Nächstes sind aber erst mal Paragon Belial an der Reihe, dem Laden einzuheizen. Und die Veteranen im Business machen keinen Hehl daraus, dass sie genau wissen, wie man mit dem Publikum kommuniziert. Da werden unverblümt die Mittelfinger gezogen und ein Gruß an Satan geschickt und schon geht es los. Rein in ein Blitzgewitter aus hämmernden Base-Drums. Paragon Belial warten meiner Meinung nach zwar nicht mit viel Raffinesse auf, aber fahren eine solide Linie, die beim Publikum ankommt. Stumpf, geradeaus auf die Fresse schreddert sich das Trio durch den Abend, was in Kombination mit ihrer lockeren Bühnenpräsenz ein rundes Bild gibt.

Eine erneute 30-minütige Pause treibt mich erneut aus dem Saal. Es ist irgendwie lästig, jedoch gibt es auch die praktische Gelegenheit, auf Toilette zu gehen und sich mit den anderen Gästen zu unterhalten. Durch die personalisierten Kreuze kann jeder an seinen Platz zurück, wann er es möchte – was anstandslos funktioniert. An dieser Stelle noch mal Gratulation an Location und Veranstalter für die gelungene Organisation.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht nähern wir uns der letzten Band des Abends. Pestlegion sollen den Abend abschließen und das tun sie in eindrucksvoller Weise. In düsterer Atmosphäre prügeln die Jungs einen Track nach dem anderen in klassischer Black Metal Manier à la Marduk durch die Halle. Das ausgelassene Publikum ist kaum auf den Kreuzen zu halten und quittiert das Engagement und die Kreativität der Band mit ausladendem Geschrei und Headbangen. Im Nebel der Apokalypse zeigt die Band ihr ganzes Können und begeistert mit rundem Gesamtkonzept aus Gehämmer und melodischer Bosheit.

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