Triumpher am 02.04.2026 im Bambi Galore, Hamburg

Triumph auf kleiner Bühne

Event: Triumpher – Piercing The Heart Of Europe Tour 2026

Bands: Triumpher, Scavenger

Ort: Bambi Galore, Öjendorfer Weg 30A, 22119 Hamburg

Datum: 02.04.2026

Kosten: VVK 22 € plus Gebühren, AK 25 €

Zuschauer: ca. 120 Menschen

Genre: Heavy Metal, Epic Metal

Link: https://www.kph-hamburg.de/veranstaltungen

Setlist Triumpher:

  1. Arrival Of The Avenger
  2. Athena (1st Chapter)
  3. Black Blood
  4. Destroyer
  5. I Wake The Dragon (Promachos)
  6. The Mountain Throne
  7. The Blazing Circle (plus Drum-Solo)
  8. Blood Of My Enemies (Manowar-Cover)
  9. The Thunderer
  10. Storming The Walls
  11. Erynies

Wenn es im epischen und klassischen Metal eine Band gibt, die nach Covid wie Phönix aus der Asche emporstieg, dann dürfte der Name Triumpher schnell fallen. Zunächst stark im Fahrwasser von Manowar und Co., sind die Protagonisten spätestens mit ihrer aktuellen Platte Piercing The Heart Of The World in ihrer eigenen epischen Liga angekommen. Nach dem Release im März folgt eine Tour durch kleine Clubs. Mit im Gepäck sind Scavenger aus Belgien. Die Truppe veröffentlichte in den 80ern die Platte Battlefield. Eventuell sind der Name der Band und der Name der Platte unbekannt. Aber das Cover könnte in Erinnerung geblieben sein. Zumindest dürfte die Scheibe aus dem Jahr 1985 in der Manowar’schen Hässlichkeitsskala auf den vorderen Plätzen zu finden sein. Allerdings sind heute keine Bandmitglieder aus den frühen Zeiten mehr dabei. Den mittlerweile verstorbenen Sänger Jan Böcken ersetzt seit der Reunion Sängerin Tine Lucifera.

Scavenger und das klassische Metall

Es ist angerichtet für einen speziellen Osterspaziergang. Die Bude ist nicht bis auf den letzten Platz gefüllt, aber für das Osterwochenende und die damit verbundene Ferienzeit durchaus gut besucht. Um 19:30 Uhr öffnen sich die Türen, um 20 Uhr geht es mit Scavenger pünktlich los.

Scavenger – Bambi Galore, Hamburg – 2026

Mit der Vergangenheit halten sich Scavenger nicht lange auf. Klassischer Metal wie er in den 80ern mit zum Beispiel Ostrogoth oder Killer im Nachgang zur NWoBHM auf den Markt schwappte, gibt es auf die Ohren. Daran knüpft auch die 2024 veröffentlichte LP Beyond The Bells an, die keine neuen Räder erfindet, aber live eine gute Figur macht. Insgesamt zwölf Stücke liefert das Quintett, darunter mit Into The Fire, Battlefield und My Ears Are Ringing drei Nummern von der angesprochenen Platte aus den 80ern. Wer die Versionen im Original kennt, wird mit den Coverversionen wenig anfangen können. Sängerin Lucifera gibt zum Beispiel Into The Fire einen Doro-Touch zu Warlock-Zeiten. Das ist nicht schlecht, hat nur mit Scavenger aus den 80ern wenig zu tun.

Die Tracks von der aktuellen Platte machen eine deutlich bessere Figur und frönen dem klassischen Metal, ohne die ganz großen Akzente zu setzen. Ein mehr als ordentlicher Opener, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der Umbau ist schnell erledigt, dann ertönt das Intro von Spirit Invictus und Arrival Of The Avenger legt den Schalter sofort auf Vollgas. Sänger Mars Triumpher hat die Meute von der ersten Sekunde an im Griff und es entwickelt sich sofort die intensive Clubkonzertatmosphäre. Mit dem Wechsel zur aktuellen Scheibe dreht die Crowd mächtig am Rad. Black Blood und Destroyer sind gute Mitgrölnummern und der Bambi-Chor lässt sich nicht zweimal bitten.

Triumpher und der Triumphzug

Triumpher – Bambi Galore, Hamburg – 2026

The Mountain Throne zeigt auch live seine Qualität, wobei die zweite Gitarre heute fehlt. Trotzdem ist das Ding ein Kracher und die rasenden Saiten im weiteren Verlauf das Tüpfelchen auf dem i. Wer Triumpher zum Beispiel auf dem Keep It True Rising 2023 erlebt hat, kann sich an Blood Of My Enemies erinnern. Genau den Manowar-Schinken gräbt das Quartett heute Abend aus und die sowieso schon höchst intensive Atmosphäre holt nochmals kräftig aus. The Thunderer ist eigentlich der Schlusspunkt. Heute legen Triumpher aber nochmals nach und rocken circa 80 Minuten die kleine Bühne.

Triumpher – Bambi Galore, Hamburg – 2026

Dann ist die Live-Musik zu Ende und wenige Minuten später sind beide Bands im Club unterwegs und signieren Platten oder stehen für Bilder zur Verfügung. Hier ist eine Band auf dem Sprung. Schon mit der aktuellen Platte Piercing The Heart Of The World machen Triumpher einen Riesenschritt nach vorne. Live haben sich die Herren ebenfalls deutlich verbessert, obwohl heute nur eine Gitarre im Einsatz war, die zwischen Ross „The Boss“ Friedman und Thomas „Quorthon“ Forsberg jongliert. Wenn Triumpher so weitermachen, dann ist ein ähnlicher Weg wie bei The Night Eternal oder selbst Kanonenfieber denkbar. Wer auf episches Metall steht, sollte die Chance auf einen Triumpher-Gig in intensiver Clubatmosphäre nutzen. Vermutlich werden die Bühnen in naher Zukunft größer.

Irgendwann leert sich der Club und für die Menschen geht es wahlweise auf den Kiez oder in die heimischen vier Wände. Der vorösterliche Ausflug war ein voller Erfolg.