Veritates – Killing Time

Gelungenes neues Metal Projekt

Artist: Veritates

Herkunft: Deutschland

Album: Killing Time

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Spiellänge: 43:37 Minuten

Release: 16.01.2020

Label: Pure Steel Records / Doc Gator Records

Link: https://veritates.bandcamp.com/releases

Bandmitglieder:

Gesang – Andreas V. Lipinski
Gitarre – Tom Winter
Bass – Jörg Belstler
Schlagzeug – Markus Kniep

Tracklist:

1. The Past Is Dead
2. Killing Time
3. Jerusalem Syndrome
4. Awakening
5. Hangmen Also Die
6. The Wild Hunt
7. Discovery
8. Hasta La Muerte

Bereits im Januar dieses Jahres haben Veritates ihr Album Killing Time veröffentlicht. Veritates sind nun keine neue Band, die sich am Horizont des Metals erhebt, vielmehr ist Veritates ein Projekt von Musikern, die in anderen Bands bereits ihr Unwesen treiben. Am bekanntesten dürften dabei wohl Drummer Markus Kniep (Grave Digger) und Sänger Andreas V. Lipinski (Wolfen) sein. Im Herbst 2018 hatten die Musiker die Idee, dieses Projekt zu starten. Zwischen November 2018 und Mai 2019 entstand dann mit Killing Time ein Album mit klassischem Heavy Metal bzw. Power Metal.

Acht Songs fanden ihren Weg auf die Platte, von denen sieben Eigenkompositionen sind und mit Discovery noch ein Mike Oldfield Cover Platz auf dem Longplayer fand.

Zahlreiche Gastmusiker, vor allen an der Leadgitarre, bereichern das Konzept von Veritates auf Killing Time. An der Leadgitarre sind Mario Stracuzzi, Andreas Lützeschwab, V.O. Pulver (Gurd/Poltergeist), Shasank Venkat (Against Evil), Andreas Doetsch (Wolfen/Steelpreacher) und Niclas Stappert (Reinforcer) zu hören. Beim Gesang wirken zudem noch André Grieder (Poltergeist) und Logan Lexi (Reinforcer) mit.

Erhältlich ist die Scheibe als CD (Pure Steel Records) und als limitierte hochwertige 180 Gramm Vinyl beim kleinen, aber feinen Schweizer Label Doc Gator Records. Der Sammler hat die Wahl zwischen den Farben Weiß (100 Stück) und Schwarz (200 Stück). Auf Wunsch gibt es das Vinyl sogar von der Band signiert.

Ob die Band nun auf Killing Time nur Wahrheiten (deutsche Übersetzung des lateinischen Veritates) unter die Fans bringt, sei mal dahingestellt, auf jeden Fall haben das gemeinsame Interesse der Musiker an Heavy Metal und Power Metal das Projekt Veritates wahr gemacht. Entstanden ist mit Killing Time ein spontanes und nicht überfrachtetes Album.

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich etwas skeptisch war, als in das erste Mal von diesem Projekt hörte. Nach erstmaligem Hören der Platte ist diese Skepsis dann schnell gewichen.
Manchmal muss man die Vergangenheit oder in meinem Fall die Skepsis einfach auch einmal hinter sich lassen. Spätestens, wenn die Sologitarre von Wolfen’s Andi „The Wicked“ Dötsch in The Past Is Dead eingreift, bin ich mittendrin. Der Song nähert sich mir im Verlauf immer mehr an, die anfängliche Skepsis weicht.

Die Sologitarren von Gastmusikern einspielen zu lassen, zeigt sich als überaus kluge Idee. Der Titelsong Killing Time geht noch mehr in epischen Power Metal Strukturen auf. Hier darf sich Shasank Venkat, vielen wohl durch die letztjährige Tour der indischen Heavy Metal Band Against Evil bekannt, an der Gitarre beweisen.

Jerusalem Syndrome ist dann ein tolles Stück melodischer Power Metal, bei dem erneut Andi „The Wicked“ Dötsch an der Sologitarre glänzen darf. Ich finde, dass gerade bei diesem Song Andreas V. Lipinski besonders glänzt.

Mit Jerusalem Syndrome kommt es praktisch zu einem Erwachen der Platte, welches dann im folgenden Song Awakening weiter zur Geltung kommt. Die Band steigert sich mit jedem Song und kann gefallen. Selbst mir, der nicht so unbedingt der Heavy Metal/Power Metal Die Hard Fan ist, gefällt das Ding spätestens jetzt immer mehr und es macht Laune, dem Album zu lauschen.

Mit großem Pathos und epischer Breite kommt das elfminütige Hangmen Also Die daher und bleibt trotz seiner Länge sehr spannend. In den langsamen Teilen dieses Songs spielt Andreas V. Lipinski aus meiner Sicht seine Stärken aus. Mir persönlich gefällt er am meisten, wenn er in tieferen Passagen unterwegs ist, aber das dürfte natürlich Geschmacksache sein.

The Wild Hunt ist musikalisch nun nicht unbedingt die extrem wilde Jagd oder ein Ritt durch Gelände, sondern ein Song mit starker Power Metal Struktur, wobei er trotzdem ein wenig Fahrt aufnimmt.

Das Mike Oldfield Discovery Cover hat einen gewissen Charme, gerade weil Andreas V. Lipinski gesanglich entfernt von Originalsänger Barry Palmer agiert. Dadurch und auch die etwas kräftigere Instrumentierung gewinnt Discovery einen energiegeladeneren Eindruck, als im Original.

Der Rausschmeißer Hasta La Muerte ist zu guter Letzt ein Song, der mit seinem thrashigen Anteil richtig reinhaut. Hier dürfen sich die Poltergeist Gäste V.O. Pulver und André Grieder nach dem Motto: „Die Geister, die ich rief“ richtig schön austoben und geben dem Song einen gewissen Kick.

Veritates – Killing Time
Fazit
Ansprechendes Heavy Metal/Power Metal Album der Band Veritates, die ja eigentlich nur ein Projekt ist. Wer Metal im Stile von Iced Earth oder auch mit Nuancen à la Blind Guardian und den alten Kamelot mag, liegt bei Killing Time von Veritates genau richtig. Die Musiker verstehen ihr Handwerk und haben hier mit Hilfe von exzellenten Gastmusikern ihre Ideen ansprechend umgesetzt. Für Sammler dürfte das Vinyl an erster Stelle stehen.

Anspieltipps: Jerusalem Syndrome, Awakening und Hasta La Muerte
Juergen S.
8.6
Leser Bewertung2 Bewertungen
9.5
8.6
Punkte
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