Aus Villach bzw. Wien in Österreich kommen Wildhunt und sind seit 2011 aktiv. Mit Descending veröffentlichte das Quartett 2016 via Metal On Metal Records sein Debüt. Zehn Jahre später folgt der zweite Streich mit Namen Aletheia. Ein neues Label gibt es mit dem schwedischen Jawbreaker Records ebenfalls. Geblieben ist die Vorliebe für metallische Musik, die über Thrash kommt und diverse weitere Einflüsse aufweist.
Aletheia und die Genregrenzen
Thrash Metal, Heavy Metal, Speed Metal – Wildhunt scheren sich nicht um Genregrenzen, und Stücke mit Laufzeiten von mehr als elf Minuten sind auf der Platte zu finden. Der Metallica-Vergleich ist trotzdem unbrauchbar. Hier treffen verschiedene Ansätze, allen voran vom Budget, aufeinander. Es geht um Undergroundklänge und ein Quartett, das eine Vorliebe für schnelle und komplexe Songstrukturen hat.
Bereits der Einstieg Touching The Ground macht klar, dass uns Wildhunt kein gewöhnliches Thrash-Metal-Album kredenzen. Das instrumentale Intro zieht sich über mehr als drei Minuten mit ruhiger Gitarrenmusik, die im hinteren Teil etwas an Fahrt aufnimmt. Mutig, trotzdem etwas zu sehr in die Länge gezogen. The Holy Pale vermischt Thrash mit klassischem Metal. Die Vocals von Wolfgang Elwitschger könnten gelegentlich etwas prägnanter sein. Er versteckt sich etwas hinter den Instrumenten und dem gelegentlichen Backgroundgesang.
Der Anfang von dem mehr als achtminütigen Made Man lässt bereits von der Saitenarbeit aufhorchen. Die steht bei dem speedigen Langläufer im Fokus, die Vocals kommen ähnlich rüber wie beim Vorgänger. Das Ausrufezeichen liefern Windhunt beim kompositorischen Ansatz, wo eigentlich noch mehr möglich ist. Die verschiedenen Rhythmuswechsel, das schnelle Gitarrenspiel und die längeren instrumentalen Passagen sind für eine Undergroundband aller Ehren wert.
Der nachfolgende Dreierpack mit dem Interlude Kanashibari, In Frozen Dreams und Aletheia ähnelt vom Ablauf den ersten drei Stücken. Die eingefrorenen Träume und der Titeltrack lassen das Pendel jedoch mehr zum klassischen Metal ausschlagen. Zum guten Schluss mehr als elf Minuten Sole Voyage, bei dem die Ansätze aus den beiden Dreipaketen vermischt werden, sich der Track aber insgesamt zu sehr zieht und sich das Gefühl einschleicht, dass Wildhunt nicht so richtig zum Punkt kommen.
Auf Bandcamp sind bereits zwei Nummern für eine Hörprobe verfügbar.
Hier geht es für weitere Informationen zu Wildhunt – Aletheia in unserem Time For Metal Release-Kalender.



