Masterplan am 29.04.2026 im Knust, Hamburg

Heimspiel für Roland Grapow mit Gästen

Event: Masterplan – Metalmorphosis Tour 2026

Bands: Masterplan, Cave

Ort: Knust Hamburg, Neuer Kamp 30, 20357 Hamburg

Datum: 29.04.2026

Kosten: VVK circa 34,60 €, AK 37 €

Zuschauer: ca. 200 Leute

Genre: Power Metal, Heavy Metal, Melodic Metal, Hard Rock, Melodic Rock

Link: https://knusthamburg.de/

Setlist Masterplan:

  1. Chase The Light
  2. Enlighten Me
  3. Spirit Never Die
  4. Lost And Gone
  5. Crimson Rider
  6. Back For My Life
  7. Through The Storm
  8. Kind Hearted Light
  9. Keep Your Dream Alive
  10. Crystal Night
  11. Shadow Man
  12. Soulburn
  13. Heroes
  14. Crawling From Hell
  15. The Time Of The Oath
  16. The Dark Ride

Lang ist es her. The Dark Ride ist vom Albumtitel passend. 2001 endete der Ritt von Roland Grapow bei Helloween. 1989 ersetzt er Kai Hansen und ist auf Platten wie Pink Bubbles Goes Ape oder Master Of The Rings zu hören. Das ist 25 Jahre her. Seit 2001 ist Grapow mit seiner eigenen Band unterwegs. Masterplan kündigen für 2026 nach neun Jahren Pause das neue Album Metalmorphosis an, das aber erst Ende Juni veröffentlicht wird. Trotzdem trägt die aktuelle Tour bereits den Titel des Albums. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den gebürtigen Hamburger Grapow und seine Band, der seit einigen Jahren in der Slowakei beheimatet ist. Neben Grapow sind der langjährige Keyboarder Axel Mackenrott, der ehemalige Stratovarious-Bassist Jari Kainulainen sowie Rick Altzi für den Gesang mit auf der Bühne. An den Drums gibt es eine Aushilfe. Marcus Dotta unterstützte Masterplan bereits auf der Tour in Südamerika und sitzt auch heute an den Kesseln.

Masterplan – Knust, Hamburg – 2026

Es ist eine Art Klassentreffen. Wenn Helloween nicht gerade selbst auf Tour in den USA wären, hätten wir noch weit mehr bekannte Gesichter als zum Beispiel Jan-Sören Eckert (ex. Masterplan und Iron Savior, Thomas Nack (ex. Gamma Ray und Iron Savior) oder Matthias Lange (Metalium) im Publikum gefunden. Aber es gibt eine andere Information. Wer auf Rockabilly steht und den Helloween-Drummer Dani Löble und den Bassisten Markus Grosskopf am Kontrabass hören möchte, sollte mal die Social Medias checken. Sänger dort ist Jan-Sören Eckert. Manche Ideen klingen zunächst wie Schnapsideen, werden aber dann doch Realität.

Kennt noch jemand Chinchilla? Das ist eine Power-Metal-Band aus Böblingen, die zwischen 1997 und 2005 fünf CDs veröffentlichte. Wer die Bandbesetzung von der bisher letzten Veröffentlichung Take No Prisoners kennt, nimmt den Keyboarder Udo Gerstenmeyer raus und Chris Lorey von Ivanhoe mit dazu. Damit wären wir bei der Bandbesetzung von Cave, die offiziell aus Ludwigsburg stammen. Filip Kuzanski (Violet) gehört auch zur Band, ist aber aktuell nicht  mit auf Tour.

Cave – Knust, Hamburg – 2026

Zwei Alben hat die Truppe in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht und Album Nummer drei ist bereits geschrieben. Fehlende Motivation oder Kreativität liegt auf jeden Fall nicht vor, und stilistisch sind Cave nicht gänzlich anders unterwegs als Chinchilla, wobei die Bandbreite eine ganz andere ist. Da pumpt der Bass mal im Style von Alternative Rock, lädt die Ballade Like A True Father zum Träumen ein und Power Of Rock frönt der Rockmusik zwischen melodischem Stadionrock und kernigem Hardrock. Power Metal, US Metal, aber kein Death oder Black Metal. Grob fliegen Cave über alle Spielwiesen der metallischen und rockigen Welt, wobei Gitarrist Chris verrät, dass er großer Falling In Reserve-Fan ist. Wer sich Falling In Reserve meets Brainstorm vorstellen kann, sollte Cave antesten.

In Hamburg hat das Quartett einen schweren Stand, da sich das Klassentreffen rund um Roland Grapow vor und nach der Show abspielt und viele Fans nicht zur Vorband den Weg in den Saal finden. Eine Hörprobe gibt es selbstverständlich:

Umbaupause und Zeit, dem Klassentreffen nachzugehen. Gegen 21:30 Uhr geht das Licht aus und es ist Zeit für den Masterplan. Bereits während des Soundchecks und der Vorbereitungen für den Gig begrüßen viele Menschen den langjährigen Helloween-Gitarristen. Die Atmosphäre knistert und ist erwartungsfroh, aber für die Truppe auf der Bühne mehr als positiv.

Masterplan – Knust, Hamburg – 2026

Der Anfang könnte kaum unterschiedlicher sein. Chase The Light vom anstehenden Album und Enlighten Me vom Debüt Masterplan trennen fast ein Vierteljahrhundert. Trotzdem wirken die beiden Stücke sauber und gut abgestimmt und greifen ineinander. Grapow steht im Mittelpunkt und seine Saitenarbeit trägt immer noch die bekannte Handschrift aus den 90ern, wo Helloween mit Andi Deris den Turnaround nach dem Abgang von Sänger Michal Kiske hinlegte.

Sachen wie Spirit Never Die, Kind Hearted Light oder Soulburn kennt jeder und sie bedürfen keiner weiteren Vorstellung. Es ist ein nostalgischer Abend, an dem der Schwerpunkt auf der noch zur Veröffentlichung anstehenden LP und dem Debüt Masterplan liegt. Klassentreffen? Jan-Sören Eckert war für fast zehn Jahre bei Masterplan aktiv und übernimmt für eine Nummer den Bass von Jari Kainulainen, der heute  Geburtstag hat und anschließend entsprechend von Band und Fans an seinem Ehrentag gefeiert wird.

Masterplan – Knust, Hamburg – 2026

Zugabe: Crawling From Hell mit jeweils kurzen Soli der Musiker auf der Bühne, wo verschiedene Snipsets dargeboten werden, von Burn bis zu Save Us. Dann ist Zeit für den Rückspiegel und Time Of The Oath, das in der Masterplan-Variante nicht nur an den Saiten überraschend gut rüberkommt. Grapow muss zwischendurch seine Gitarre wechseln, da ihm eine Saite gerissen ist. Fleißige Hände sorgen dafür, dass er zu den Helloween-Klassikern das gute Stück wieder in den Händen hält.

Der Abschluss ist The Dark Ride, wo nochmals die Ähnlichkeit der Masterplan-Stücke zu den Helloween-Tracks aus den 90ern deutlich wird. Helloween ist damals kein Happy Metal. The Dark Ride kommt nicht von ungefähr und Masterplan haben diesen Stil nicht nur auf dem Debütalbum weiter fortgeführt. Knapp zwei Stunden Konzert gehen zu Ende. Viel mehr geht nicht. Kritikpunkt ist der schwache Besuch. Die beiden Bands hätten mehr Publikum verdient. Hier gibt es den Bass auch im Power Metal live gespielt und es kommen 200 Leute bei Masterplan in Hamburg zum Heimspiel von Roland Grapow? Wer sich nicht auf den Weg gemacht hat, verpasste einen großartigen Konzertabend, an dem viele Erinnerungen an den Hamburger Power Metal neu erwacht sind.