Abbath – Outstrider 2020 European Tour am 05.02.2020 im Backstage in München

Ein gelungener Konzertabend mit vielen, tollen Überraschungen

Eventname: Abbath – Outstrider 2020 European Tour

Headliner: Abbath

Vorbands: Nuclear, Vltimas, 1349

Ort: Backstage, München

Datum: 05.02.2020

Kosten: 35,00 € VVK

Genre: Thrash Metal, Death Metal, Black Metal

Besucher: ca. 400 Besucher

Veranstalter: Doomstar Booking

Links: https://www.facebook.com/events/452980088789568/
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Setlisten:

1349:
1. Sculptor Of Flesh
2. Through Eyes Of Stone
3. Slaves
4. I Am Abomination
5. Striding The Chasm
6. Manifest
7. Atomic Chapel
8. Dødskamp
9. Abyssos Antithesis

Abbath:
1. Hecate
2. Count The Death
3. Bridge Of Spasms
4. The Artifex
5. Warriors
6. Ashes Of The Damned
7. Harvest Pyre
8. Against The Tide
9. One By One
10. Calm In Ire
11. Outstrider
12. In My Kingdom Cold
13. Winter Bane
14. To War

Was für ein aufregendes, turbulentes Jahr für Abbath. Im Sommer, am 05.07.2019, die Veröffentlichung des zweiten Albums Outstrider (hier geht´s zum Review). Konzert- und Tourabbruch bei dem südamerikanischen Teil der Outstrider Tour. Krankheit, personeller Wechsel am Bass. Aber jetzt erst einmal eins nach dem anderen. Nach dem desaströsen Auftritt in Buenos Aires und dem Abbruch der Abbath South American Outstrider Tour, nahm er sich erst einmal eine Auszeit und zog sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, um sich Zeit für die Genesung zu nehmen bzw. einem Entzug zu unterziehen und um sich seinem Alkoholproblem zu stellen, und in den Griff zu bekommen.
Nun kommen Abbath Anfang 2020 auf Europa Tour. Begleitet wird der Black-Altmeister von Vltimas und seinen Landsmannen 1349. Die drei segeln allesamt unter der Flagge von Season Of The Mist.

Auf den Tag genau sieben Monate nach dem Release von Outstrider, machen Abbath auch Halt im Münchner Backstage. Mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis, ob zwei Monate Pause und Entzug gereicht haben, geht es dann zum Konzert. Den Anfang machten Nuclear, die zwar eingeflogen, aber mit keiner einzigen Silbe auf den Konzertplakaten erwähnt wurden. So werden alle von einer Thrash Metal Band zwischen den Black/Death Metal Kombos überrascht.

Die Chilenen Nuclear beginnen also als Quasi-Überraschungsact um 19 Uhr mit Thrash den heutigen Abend, mit einer gelungenen Mischung aus der gesamten Diskografie. Mit Songs wie Confront, God Forsaken Life, E-Faith, No Light After All heizen sie dem Münchner Publikum ein, das auch direkt drauf anspringt, und bringen das Backstage sinnbildlich mächtig zum Beben.

In einer gut 30-minütigen Pause ist Zeit für einige Wortwechsel mit dem Gitarristen von Cemetery und dem Manager und Techniker der ebenfalls chilenischen Band Lefutray und Nuclear. Die sind weit angereist, um das musikalische Spektakel mitzuerleben.

Als zweite Band des heutigen Abends betreten Vltimas die Bühne. Die spielen einen wilden Death/Black Metal Mix, der sehr stark vom Mayhem Sound beeinflusst wird. Kein Wunder, Frontmann Rune „Blasphemer“ Eriksen war von 1995-2008 bei Mayhem aktiv. Sie legen eine brillante, technisch einwandfreie Show hin und überzeugen mit großer Spielfreude und Songs wie Monolilith, Everlasting, Last Ones Alive Win Nothing, Marching On und Truth And Consequence in ihrer gut 40-minütigen Show.

Halbzeit des heutigen Konzertabends. Kurz was zum Trinken holen und frische Luft schnappen. Mittlerweile ist die Luft in der fast ausverkauften Backstage Halle doch sehr stickig geworden. Die sticke Luft passt allerdings sehr gut zum Co-Headliner 1349. Der Name bezieht sich auf das Jahr, in dem in Norwegen die Pest ausgebrochen ist und die Bevölkerung stark dezimierte, was nach Aussage der Gruppe Norwegens „goldenes Zeitalter“ beendete. Nach dem Bühnenumbau wird es dunkel, neblig und die Halle wird in rot-orangenes Licht getaucht. Unter sehr viel Nebel betritt das norwegische Quartett die Bühne. 1349 bieten eine gigantisch grandiose Lichtershow, aber zum Fotografieren sind das nicht gerade die besten Bedingungen. Zum Anschauen allerdings eine großartige Kulisse und durch Songs wie Sculptor Of Flesh, Manifest, Atomic Chapel, Slaves und Through Eyes Of Stone auch zum Anhören. Es dauert nicht lange, bis sich die Halle in einen Hexenkessel verwandelt. Ihr nietenbesetztes Outfit soll auch keinesfalls unerwähnt bleiben, was noch das Tüpfelchen auf dem I ist, und das das klasse Bühnenbild abrundet. Das Publikum feiert die vier Norweger.

Eine großartige Show des Co-Headliners geht zu Ende und die Spannung steigt, ob die zweimonatige Pause und der Entzug gereicht haben. Wie fit und erholt ist Abbath wirklich nach der kurzen Zeit? Wie hat sich der Ausstieg von Mia Wallace auf die Band und die Tour ausgewirkt? Fragen über Fragen, die sie uns gleich selbst beantworten, wenn sie nach einer kurzen Umbaupause die Bühne betreten. Das heutige Programm, das Abbath spielen, besteht überwiegend aus Songs ihres im Juli 2019 erschienenen Album Outstrider und ein paar wenigen Songs aus dem Debütalbum Abbath sowie Klassikern aus seiner Zeit bei Immortal.

Voller Spannung betreten sie die Bühne und beginnen die Show mit Hecate. Spätestens nach Count The Dead ist klar, die Pause und der Entzug haben Abbath gutgetan. Er ist sehr motiviert, hat Spaß auf der Bühne, spielt mit dem Publikum, zieht Grimassen. Zwischendrin huscht auch das eine oder andere Lächeln über sein Gesicht. Er macht einen fitten Eindruck und strotzt nur so vor Spielfreude – alle Bedenken, dass er die Show nicht durchsteht, sind im Nu verflogen.

Das Publikum geht bei Songs wie Ashes Of The Damned und Harvest To Pyre direkt mit. Band und Publikum haben ihren Spaß bei Winter Bane, Calm In Ire, Bridge Of Spasms und haben in dem 60-minütigen fulminanten Musikspektakel ein gut harmonisierendes Zusammenspiel, was durch eine beeindruckende Lichtershow untermalt und abgerundet wird. Wäre es zuvor nicht so durch die Medien gegangen (das abgebrochene Konzert in Buenos Aires, die abgebrochene Tour, der Entzug), man wäre nie auf Idee gekommen, dass es um den Frontmann vor Kurzem noch so schlecht stand.

Fazit: Ein klasse Abend mit vier Bands, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, aber trotzdem ein super Gesamtbild abgeben. Ein bombastischer Abend mit einem fulminanten Musik- und Bühnenspektakel, wie man es sich für einen grandiosen Konzertabend wünscht. So machen Konzertbesuche Spaß und man freut sich direkt auf das nächste Mal.

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