Abiotic – Ikigai

Amerikaner im Land der aufgehenden Sonne unterwegs

Artist: Abiotic

Herkunft: USA

Album: Ikigai

Spiellänge: 50:33 Minuten

Genre: Technical Death Metal

Release: 12.02.2021

Label: The Artisan Era

Link: https://abiotic.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Travis Bartosek
Gitarre – Matt Mendez
Gitarre – Jonathan Matos
Bassgitarre – Kilian Duarte
Schlagzeug – Anthony Lusk-Simone

Trackliste:

  1. Natsukashii
  2. Ikigai
  3. Covered The Cold Earth
  4. Smoldered (Feat. Chaney Crabb Of Entheos)
  5. The Wrath
  6. If I Do Die (Feat. Brandon Ellis Of The Black Dahlia Murder)
  7. Souvenir of Skin (Feat. Trevor Strnad Of The Black Dahlia Murder)
  8. Her Opus Mangled (Feat. Jared Smith Of Archspire)
  9. The Horadric Cube (Feat. Scott Carstairs Of Fallujah)
  10. Grief Eater, Tear Drinker (Feat. Jonathan Carpenter Ex-The Contortionist)
  11. Gyokusai

Die Band Abiotic stammt aus den USA, zockt seit 2010 zusammen und und haute bis 2015 zwei Alben raus. Dann wurde es ein wenig ruhig um die Band, bis im Jahre 2019 eine Single erschien. Im Jahre 2021 wollen sie noch einmal angreifen und werden das dritte Album veröffentlichen. Abiotic bedeutet so viel wie ohne Leben bzw. leblos. Ob das auch für die Musik gilt, werde ich gleich herausfinden.

Wie man ja bereits am Cover erkennen kann, hat die Band ein Faible für Japan. Thematisch geht es natürlich auch darum. Ikigai bedeutet so viel wie Grund des Seins und darum geht es.

Wenig überraschend, aber dafür sehr interessant und cool kommt dann natürlich das Intro aus den Boxen gequollen. Sofort wird man in das Land der aufgehenden Sonne entführt, Popcorn raus und Shogun gucken. Das Intro endet aber sehr abrupt, um dann mit Ikigai starten. Das Intro wird kurz mit eingebaut und der Song wird sinnlich aufgebaut, geht dann aber nach kleinen technischen Spielereien in einen schnellen Part über. Man wechselt in einen corelastigen Part über, der sehr technisch vorgetragen wird. Das Tempo bleibt langsam, der screamende Gesang und die Growls übernehmen und sorgen für ein gewisses Aggressionslevel, während im Hintergrund eine beruhigende und beschauliche Atmosphäre herrscht. Break. Klavierklänge, japanische Töne und ab in einen Midtempopart. Die japanischen Klänge laufen im Hintergrund weiter. Wieder Break und ruhig und besinnlich auf japanische Art endet dieses Stück.

Covered The Cold Earth legt vor mit einem guten Death Metal Part, baut dann wieder japanische Elemente mit ein und geht in einen Deathcorelastigen Song rüber, mit Tempowechsel, wilden Soli und technischen Parts. Ist mir persönlich zu durcheinander. Man kommt wieder zum Punkt und das Ganze klingt auch hart und besonders das Drumming ist sehr aggressiv, ist mir aber zu viel Wildheit. Sorry. Da muss ich den Spruch anbringen. „Haben Sie Angst vor Asiaten – ja panische.“ So viel dazu. Passte hier irgendwie.

Smoldered liefert gutes deathmetallisches Riffing und das Drumming haut alles kaputt. Nach dem Break wird man wieder sehr technisch, die Screams sind absolut brutal und dann holt Gevatter Anthony mal wieder den Blast raus. Break und dann ein absolut geiles melodisches Solo. Ja, das läuft. Wechsel in einen Corepart, wieder sehr verwirrend und technisch. Liegt mir nicht so. Kurzes Solo und wildes Geballer. Das liegt mir schon mehr, aber auch hier teilweise wieder sehr verwirrendes Riffing. Am Ende von Smoldered hauen sie dann aber einen sehr fetten Groovepart raus.

Aufgrund des modernen Materials ist die Produktion natürlich auch sehr glatt, aber absolut transparent und jedes Instrument kommt hier zur Geltung. Muss es auch, denn jeder darf sich so richtig austoben. Die Instrumente beherrschen die Member absolut, keine Frage, mir ist das Ganze aber teilweise zu viel. Aber dieses liegt definitiv an meinem Geschmack.

The Wrath ist so ein Stück, welches ein wenig direkter ist, und das finde ich dann echt stark.

The Horadric Cube fängt mit einem kurzen Klavierpart an und wird dann total wild – wer auf geilen Gesang abfährt, der muss hier unbedingt reinhören. Die totale Bandbreite wird hier von Travis abgedeckt. Respekt!

Grief Eater, Tear Drinker überzeugt mich total, obwohl Cleangesang verwendet wird, aber musikalisch und gesanglich ist das auf ganz hohem Niveau. Wer auf technischen Death Metal abfährt, muss hier absolut reinhören. Zwar auch ein wenig wild, aber absolut druckvoll und zerstörend. Der cleane Gesang, der melodische Part und die durchrasselnde Doublebass. Lecker!

Abiotic – Ikigai
Fazit
Abiotic bieten textlich eine interessante Variante an und die japanische Idee wird auch musikalisch verarbeitet. Der Death Metal wird technisch vorgetragen und sehr corelastig. Zudem geht man melodisch vor. Ein interessantes Album, welches mir persönlich hier und da überladen ist, aber ansonsten überzeugen kann.

Anspieltipps: The Wrath, The Horadric Cube und Grief Eater, Tear Drinker
Michael E.
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