Agrypnie – Aetas Cineris

“Von Recycling und Bewährtem“

Artist: Agrypnie

Herkunft: Deutschland

Album: Aetas Cineris

Spiellänge: 77:25 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 15.03.2013

Label: Supreme Chaos Records

Link: https://www.facebook.com/agrypnie.official

Bandmitglieder:

Gesang, Gitare, Keyboard – Torsten
Gitarre – Martin
Gitarre – Eklatanz
Bass – Nathanael
Keyboard – Flange
Schlagzeug – Rene Schott

Tracklist:

  1. Trümmer / Aetas Cineris
  2. Dezember
  3. Zurück
  4. Kosmos [Alpha]
  5. Gnosis
  6. Ewachen
  7. Sinnflut
  8. Asche

Agrypnie -  Aetas Cineris

Frontmann Thorsten scheint ein echtes Arbeitstier zu sein: Im März erschien die aktuellste Scheibe seiner Hauptband Nocte Obducta mit knapp 70 Minuten und auch das hier zu behandelnde Werk Aetas Cineris mit sogar annähernd 80 Minuten Spielzeit. Scheinbar ist auch nach knapp 20 Jahren noch lange nicht alles gesagt und alles gespielt, was gesagt und gespielt werden sollte.

Wer die EP Asche von 2011 sein Eigen nennt, wird mit dem Album schnell warm werden: Es setzt genau da an, wo die EP aufgehört hat und reiht sich nahtlos zu den von dort bekannten Liedern ein. Naja, eigentlich leitet es zu den Liedern der EP über, immerhin finden sich Gnosis und Erwachen auch dort wieder. Nimmt man noch das Ambientstück Kosmos [Alpha], welches atmosphärisch passt, aber sicherlich nie gezielt gehört wird, hinzu, sind über 25 Minuten entweder schon bekannt oder kein „richtiges“ Agrypnie-Lied. Bleiben aber immer noch ungefähr 55 Minuten übrig, die komplett neues Material beinhalten, was immer noch mehr ist, als bei einem Großteil der Veröffentlichungen. Und die Spiellänge sagt bekanntlich nichts über die Qualität aus. Trotzdem ist es ärgerlich, dass hier mit älteren Stücken aufgefüllt wird. Eine EP ist nun einmal keine Demo und Anhänger der Band bezahlen quasi für einen Teil der Lieder doppelt.

Beim neuen Material stechen vor allem Trümmer / Aetas Cineris, Dezember und Zurück heraus (die in dieser Reihenfolge auch auf der CD zu finden sind), welche mühlelos an die Qualität von Erwachen und Gnosis herankommen, wenn nicht sogar ebenbürtig sind. Sinnflut und Asche könnten mit ein paar kleineren bis mittleren Änderungen auch auf die neuste Nocte Obducta-Platte Umbriel (Review: Hier) gepresst werden: Nach knapp sechs Minuten ist bei Sinnflut schicht mit dem Gesang und es folgt ein ausgiebiger Instrumentalpart, der sich bis in die neunte (!) Minute von Asche zieht. Wer bei Umbriel schon seine liebe Mühe damit hatte, wird auch bei Aetas Cineris mit dem Ende der CD nicht glücklich und darf weitere knapp 15 Minuten abziehen. Womit aus den 80 Minuten 40 Minuten werden, wenn man es extrem pessimistisch betrachtet.

Fazit: Zwar ist Aetas Cineris ein gutes Album geworden, allerdings wirkt es künstlich aufgebläht. Von den knapp 80 Minuten sind ungefähr 20 Minuten von der 2011er EP Asche, 8 Minuten purer Ambient und weitere 15 Minuten rein instrumental im Stil der neusten Nocte Obducta-Veröffentlichung Umbriel. Das macht ungefähr, grob über den Daumen, die Hälfte der CD aus, die einigen Fans nicht zwangsläufig zusagen wird. Die andere Hälfte hingegen ist auf dem Niveau der EP. Und die war bekanntlich gut. Anspieltipps: Dezember, Zurück und Gnosis
Gordon E.
8
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