Annihilationmancer – The Involution Philosophy

„Sonniger Thrash aus dem Süden“

Artist: Annihilationmancer

Album: The Involution Philosophy

Spiellänge: 48:19 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 25.03.2011

Label: Pure Underground Records

Link: http://www.annihilationmancer.com/

Klingt wie: Death Mechanism, Surrealist

Band Mitglieder:

Gesang/Gitarre – Bruno Masulli
Bass – Luca Coppola
Schlagzeug – Andrea Cannata

Trackliste:

  1. Antimateria
  2. Etero
  3. The Involution Philosophy
  4. Apolide
  5. Impoverishment God Existence
  6. Corner Of The Answers
  7. Reflected In Her Life
  8. Mind Surrounds, The Cavities Of Fear

Das Erste, das beim italienischen Trio Annihilationmancer auffällt, ist ihr Hang zu langen Namen. So ist nicht nur der Bandname schon sehr lang, auch der Albumbezeichnung ist nicht gerade kurz und ebenso die Titel plus Längen. Das muss an dieser Stelle mal festgehalten werden, als ersten Eindruck. Nach der erschienenen Promo 2009 wurde jetzt das neue Werk The Involution Philosophy vorgestellt. Das Cover ist nicht wirklich auffällig und zeigt im Hintergrund den „vitruvianischen Menschen“, den man sonst in Wirtschaftsbüchern findet. So wird eher der Musik mehr Bedeutung zugemessen.
Das Intro Antimateria ist schon sehr wirr und unruhig. Es klingt etwas, als würde jedes der Instrumente einfach das spielen, worauf es Lust hat. Es endet auch abrupt. Diese Musikführung wird direkt mit hinüber gekommen in den Track Etero, der sich nach kurzem Wirrspiel aber in einem Grundtakt einfindet. Auch der Gesang setzt hoch, aber klar verständlich, sofort ein. Etwas ruhiger ist der Anfang und man kann das Bassspiel sehr genau heraushören. Die Gitarren laufen eher in schnellem Tempo im Hintergrund, dennoch bleibt der Bass eher dumpf und langsam. Dann nimmt man Fahrt auf und spielt Thrash. Auch der Gesang ändert sich eher in Richtung Scream, bevor das ganze Arrangement in die anfängliche Melodie zurückfällt. Zeitweise erinnert der Song etwas an Metallica – gerade in den Cleanparts, wenn das Tempo gedrückt ist. Den Abschluss gestaltet eine Gitarre, die den Song ausklingen lässt. Nach einem relativ kurzen Stück kommen nun die langen zum Einsatz. So ist auch der gleichnamige Albumtitel The Involution Philosophy mit gut neun Minuten dabei. Hohe Gitarren, die schon etwas schnellere Gangart erfordern, stimmen den Hörer ein. Sehr aggressiv klingt der instrumentale Einstieg. Das Tempo wird komplett herausgenommen und ein Keyboard, welches sehr mystisch spielt, kommt kurzzeitig zum Einsatz. Doch daraufhin geht’s dann rasant los und der Gesang, der hier wieder clean und hoch ist, setzt ein. Auch der Song wirkt eher unruhig, weil es keinen richtigen Fluss gibt. Viele Stopps und Breaks erzeugen diese Impression zusätzlich. Dennoch ist hier ein Wechselspiel von melodischen Abschnitten zu schnelleren Passagen zu beobachten. Gerade der melodische Thrash ist sehr mitreißend und tief.
Auch Apolide ist ähnlich aufgebaut. Harte Riffs leiten ein und haben keine Ruhe im Spiel. Sehr wechselhaft wird es also auch hier. Ein schnellerer Tempoaufbau ist allerdings hier verwendet worden und doch bleibt dieses stetige Unterbrechen immer bestehen. Einzig der Gesang ist eine Konstante, die nicht soviel Veränderung aufweist. Ein eingängiger melodischer Abschnitt ist auch hier zu finden, in den der Gesang sich einbettet. Die Intonation ist eher weicher gehalten und hat nicht das Potential besonders laut und aggressiv zu sein. Somit bleibt der instrumentale Anteil größer und bekommt mehr Raum. Sehr auffällig ist auch das erneut hervorgehobene Bassspiel. Ein sehr ruhiger Part, der hoch gesungen ist und doch überrascht, findet ebenso Platz. Der Teil erzeugt auf jeden Fall Emotionen und passt etwas in die Heavy Metal Richtung. Dazu wird ein schrilles Gitarrensolo gespielt, welches die Impressionen zunächst mitnimmt, aber schon währenddessen wird das Tempo angezogen.
Um das spielerische Können noch einmal in Szene zu setzen, wurde ein Instrumentalwerk ins Album aufgenommen. Reflected Her Life beginnt mit akustisch gestimmter Gitarre und ist äußerst ruhig. Zusätzlich spielt eine zweite Gitarre kleine Melodien und die Soli.
Alles in sehr seichter und hoher Tonlage gehalten. Eine Interpretation, die zwar nicht ins typische Thrash Metal Muster passt, aber dennoch eingängig und schön ist. Ebenso ergibt das Werk einen Fluss und ist nicht so unruhig wie die restlichen Tracks des Albums.

Fazit: Die Band Annihilationmancer als reine Thrash Metal Kombo zu bezeichnen, wäre sicher nicht ganz richtig. Natürlich ist der Grundgedanke Thrash, aber es finden sich auch genug Elemente des Hardrocks oder Heavy Metals. So ist schon die hohe Stimme des Sängers eher anderen Genres zuzuordnen, als eben dieser. Dennoch sind die Songs in einer Machart gehalten und wirken doch alle sehr unruhig. So ist man als Höher zunächst irritiert, weil es überraschend gestaltet ist. Abwechslung und Kreativität kann man den Italienern aber zuschreiben und abschließend sagen, dass das Album gut gelungen ist und einfach mal etwas anderes bietet. Anspieltipps: Apolodi, Reflected Her Life
Nadine S.
6.5
6.5
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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