Audrey Horne – Devil’s Bell

Haben an Strahlkraft eingebüßt

Artist: Audrey Horne

Herkunft: Bergen, Norwegen

Album: Devil’s Bell

Spiellänge: 48:12 Minuten

Genre: Hardrock, Heavy Rock

Release: 22.04.2022

Label: Napalm Records

Link: https://de-de.facebook.com/AudreyHorneOfficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Torkjell „Toschie“ Rød
Gitarre – Arve Isdal
Gitarre – Thomas Tofthagen
Bassgitarre – Espen Lien
Schlagzeug – Kjetil Greve

Tracklist:

  1. Ashes To Ashes
  2. Animal
  3. Break Out
  4. Return To Grave Valley
  5. Danse Macabre
  6. Devil’s Bell
  7. All Is Lost
  8. Toxic Twins
  9. From Darkness

Am Freitag, dem 22.04.2022, hat die Heavy Rock Fraktion Audrey Horne aus Bergen im schönen Norwegen ihre neuste Platte Devil’s Bell veröffentlicht. Vier Jahre nach Blackout geht es für die Männer um Frontmann Torkjell „Toschie“ Rød mit dem siebten Studioalbum weiter. Seit Youngblood stehen sie bei Napalm Records unter Vertrag und haben diese familiäre Bindung mit in die neuen neun Werke genommen. Wie es der Titel schon fast vorgibt, haben die fünf Skandinavier ein dunkles Artwork gewählt. Der Leuchtturm wirkt dabei als Fels in der Brandung, der nur sehr schwer dem starken Wellengang trotzen kann. Das Line-Up bildet seit 2007 eine feste Konstante und geht mit dem gewohnten Quartett in die Vollen.

Schnell weht dem Hörer eine Mixtur aus 70er- und 80er-Rock und NWOBHM um die Ohren. Der Heavy Rock hat einen festen Anker im Hardrock und versucht permanent, prägnante Melodienfolgen abzufeuern. Schnell drehen Audrey Horne mit dem Opener Ashes To Ashes auf. Vieles läuft über den Sänger Torkjell „Toschie“ Rød, der immer wieder Hand in Hand mit den beiden Gitarristen Arve Isdal und Thomas Tofthagen agiert. Der erste Track rollt langsam an und braucht bis zur Entfaltung fast zwei Minuten. Danach flitzen die Norweger vorm inneren Auge flink über die Bühne. Wer die Truppe mal live gesehen hat, dürfte wissen, wovon ich spreche. Stets agil und mit viel Power ausgestattet, zelebrieren die fünf Musiker ihre Sessions ausgiebig. Leicht punkig rückt Animal in den Vordergrund. Ohne den Anschluss zu verlieren, knüpft die zweite Nummer nahtlos an und bringt Party Rock Moves auf den Silberling, den man sonst von Stadionrock Bands kennt. Einzig und alleine der sehr glatte Sound kann negativ ausgelegt werden. Die immer wieder deftigeren Hooks täuschen darüber nicht hinweg. Die moderne Produktion setzt eher auf ein harmonisches großes Ganzes als unnötig die Ecken und Kanten abzuwetzen. Gefangen zwischen Pure Heavy und Blackout muss der neuste Output seinen eigenen Weg in die Ohren finden. Break Out nimmt die Kurve in kernigeren Rock, ohne das Konzept der Vorgänger über Bord zu werfen. So düster das Design auch auf die Augäpfel drückt, desto geerdeter zelebrieren die Musiker um Bassist Espen Lien und Schlagzeuger Kjetil Greve ihre Kunst. Völlig unaufgeregt läuft Devil’s Bell seine Kreise und spuckt weitere kleine Höhepunkte wie den Titeltrack oder Toxic Twins aus. Starke Refrains lassen Toschie glänzen. Im Vergleich mit den letzten Platten hat Devil’s Bell dennoch das Nachsehen, das wiederum liegt an der Qualität der letzten Studioaufenthalte. Möglicherweise braucht man für die neuen neun Kompositionen einfach mehr Zeit, dass sie voll durchschlagen. Toxic Twins schafft dieses recht schnell, nur der Rest hat auch nach dem fünften Durchlauf noch minimal Nachholbedarf. Die Messlatte ist, wie ihr merkt, hoch, schließlich haben Audrey Horne immer wieder begeistert. Das können sie auch mit den Titeln All Is Lost oder From Darkness – nur der große Wurf zu den Heavy Rock Sternen bleibt aus.

Audrey Horne – Devil’s Bell
Fazit
Kleinkariert, mit dem Rotstift durch Devil’s Bell geflitzt, kann man Kleinigkeiten bemängeln. Was jedoch hier deutlich gemacht werden muss, die Hürde wurde für Audrey Horne hochgelegt, da der Anspruch gewachsen ist. Die lockeren Hymnen machen Spaß, schnellere Passagen reißen die Wolkendecke auf, während dunkle Gedanken die Wellen gen Küste drückt. Alles in allem ein gutes Konzept, das nur mit den großen Soundexplosionen geizt. Hört am besten selber rein - vielleicht zündet Devil’s Bell schneller bei euch als bei mir.

  Anspieltipps: Animal und Toxic Twins
René W.
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