Becerus – Homo Homini Brutus

Italienische Huldigung amerikanischer Klänge

Artist: Becerus

Herkunft: Italien

Album: Homo Homini Brutus

Spiellänge: 24:58 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 30.04.2021

Label: Everlasting Spew Records

Link: www.facebook.com/becerus

Bandmitglieder:

Gesang – Mario Musumeci
Gitarre und Bassgitarre – Giorgio Trombino
Schlagzeug – Paul Bicipitus

Tracklist:

  1. Foggy Dimension
  2. Primeval Ignorantia
  3. Grotesque Parsifal Sucurandus
  4. Circular Deficiency
  5. Balordicus
  6. Latent Primordium
  7. Hymn To Ungainly Corpulence
  8. Incapacity
  9. Marginal Presence
  10. Bifolcus

Viele Infos über Becerus liegen mir nicht gerade vor. Ich weiß nur, dass das Trio aus Palermo stammt und dass es sich bei Homo Homini Brutus um ihr Debütwerk handelt. Reicht ja auch aus. Zuviel Infos verirren auch nur.

Schon nach den ersten Sekunden wird klar, dass sie es sehr brutal mögen. Death Metal steht auf der Tagesordnung, zwar old schoolig, aber keine schwedische Variante, die ja gerade ziemlich angesagt ist, sondern eher die amerikanische.

Nach einem irgendwie nach industriell klingenden Intro geht es in knappen 100 Sekunden bei Primeval Ignorantia mal so richtig zur Sache. Ein Midtempogroove läuft 15 Sekunden lang, gepaart mit Corpsegrinder ähnlichen Vocals und dann ein Break, Scream und Blastbeatattacke. Ja, da bin ich dabei. Feine Doublebassattacke und doppelter Gesang. Kurz wieder ins Midtempo und ein verspieltes Solo nachschieben. Noch einmal Midtempogroover und dann Scream mit Blastbeats und melodischen Leads. Feierabend. Alles gesagt und alles gewonnen. Zumindest meine Aufmerksamkeit.

Grotesque Parsifal Sucurandus schleppt sich am Anfang durch die Botanik, erhöht das Tempo und bietet feinstes Riffing an. Richtig schnell wird man nicht. Aber richtig brutal. Besonders diese heiseren Screams sind richtig geil. Ein Übersong ist es jetzt nicht gerade, kommt aber sehr eindringlich und bietet kleine technische Spielereien.

Bei Circular Deficiency nimmt man sich es erst gar nicht vor, Gefangene zu machen. Sofort gibt es eine Blastbeatattacke und der Song bietet sowohl Cannibal Corpse Fans als auch Monstrosity Fans die Möglichkeit, sich zu freuen. Dabei kommt man mit echt gutem Riffing aus, teilweise sehr technisch. Nach einem Break holt man zu einem mörderischen Schlag aus. Man groovt ohne Ende und dann ist leider auch schon Schluss. Schade, hätte man noch weiter verarbeiten können.

Um Abwechslung ist die Band auch bemüht. Ein etwas anderes Gesicht zeigt sie bei Balordicus, zumindest zu Beginn, und dann wird doch wieder die Keule geschwenkt – und wie. Ja, geil, gute Idee. Langsam beginnen, eher im Slammodus die Leute in Sicherheit wiegen. Dann schnelle Vorspieler, und man denkt, jetzt bricht die Hölle ein und dann doch nicht und paar Sekunden später startet ein Scream mit Blastbeatattacken. Genau mein Ding. Am Ende wird dann wieder die Slamgeschichte gefahren. Das Ende kommt, wie sehr oft, ziemlich abrupt.

Der Gesang, der wie ein diabolisches Gelächter klingt und das geile, melodische Solo stechen beim Song Latent Primordium heraus. Aber auch das restliche Riffing und die schnelle Uftata sind geil. Schockt. Auch hier gibt es zum Ende hin wieder ein typisches Cannibal Corpse Geriffe. Herrlich.

Ich mag das Album. Die Songs sind schön kurz gehalten. Nur zwei Songs überschreiten die Drei-Minuten-Grenze. Das Riffing ist sehr eingängig, aber auch technisch anspruchsvoll. Die groovenden Momente drücken, gleichen sich aber sehr oft. Das ist vielleicht das einzige Manko. Ansonsten echt ein geiles Brett. Weiß gar nicht, warum keiner diese Band auf dem Schirm hat. In knappen 25 Minuten bieten sie vor allem alten Hasen eine gute Show.

Wer auf Bands wie Cannibal Corpse, Broken Hope, Malevolent Creation und Monstrosity abfährt, der sollte sich Homo Homini Brutus unbedingt zulegen. Death Metal Victory.

Becerus – Homo Homini Brutus
Fazit
Wer auf alten, brutalen, amerikanischen Death Metal abfährt, sollte seine Ohren spitzen und sich dieses Debüt der Italiener zulegen. Ziemlich geiles Teil. Eine Huldigung an die alte Zeit mit sehr eingängigen Riffs, teilweise gorry und einem Händchen fürs Songwriting. Die Gitarrenarbeit ist echt ziemlich geil. Und wieder spuckt der Underground eine Perle aus. So soll es sein.

Anspieltipps: Primeval Ignorantia und Latent Primordium
Michael E.
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