Artist: Castle Rat
Herkunft: Brooklyn, New York City, USA
Album: The Bestiary
Genre: Fantasy Doom Metal
Spiellänge: 48:39 Minuten
Release: 19.09.2025
Label: Blues Funeral Recordings (UK, EU) / King Volume Records (USA)
Link: https://castlerat.com
Bandmitglieder:
Gesang – „The Rat Queen” Riley Pinkerton
Bass – „The Plague Doctor” Charley Ruddell
Gitarre, Hintergrundgesang – „The Count” Franco Vittore
Schlagzeug – „The All-Seeing Druid” Joshua Strmic
Live Actor – „The Rat Reaperess” Madeline Wright
Tracklist:
- Phoenix I
- Wolf I
- Wizard
- Siren
- Unicorn
- Path Of Moss
- Crystal Cave
- Serpent
- Wolf II
- Dragon
- Summoning Spell
- Sun Song
- Phoenix II
Castle Rat machten bereits 2024 mit ihrem Erstling Into The Realm eindrucksvoll auf sich aufmerksam. Die Band vermischte auf erfrischende Weise Doom Metal, klassischen Rock ’n’ Roll und eingängige Pop-Elemente – eine Mischung, die nicht nur auf Platte überzeugte, sondern besonders live durch kraftvolle Bühnenpräsenz und starke visuelle Ästhetik funktionierte. Ich selbst hatte das Vergnügen, sie bei einem Auftritt in Bochum zu erleben – ein Konzert, das definitiv im Gedächtnis bleibt.
Nach einem Jahr voller positiver Resonanz legt die Formation nun mit ihrem zweiten Studioalbum The Bestiary nach, das am 19. September 2025 über die Labels King Volume Records (USA) und Blues Funeral Recordings (UK und EU) erscheint. Wie schon beim Debüt wird das Album auf CD, Kassette sowie auf Vinyl in mehreren Farbvarianten (darunter „Splatter“, „Phoenix“ und „Wolf“; über King Volume Records und „Siren Edition Splatter“, „Sun Edition Sunburst“ und „Dragon Edition Glitter“ über Blues Funeral Recordings) erhältlich sein. Die erste Pressung von Into The Realm war seinerzeit rasch vergriffen – es ist also zu erwarten, dass auch The Bestiary schnell vergriffen sein könnte. Sammler sollten schnell sein!

Ich möchte jetzt nicht auf jeden Track des Albums eingehen. Festzustellen ist allerdings, dass die Band sich stilistisch treu bleibt: Die bewährte Verbindung aus schwerfälligen Doom-Riffs und eingängigen Songstrukturen zieht sich weiterhin durch das Songwriting. Im Vergleich zum Debüt wirken die neuen Kompositionen jedoch durchdachter und dynamischer. Wo das erste Album noch eher direkt und minimalistisch klang, bietet The Bestiary mehr Tiefe, Detailreichtum und spielerische Variationen. Die Gitarrenriffs sind nuancierter, Lead-Parts ausgefeilter, und das Schlagzeug wartet stellenweise mit rasenden Doublebass-Passagen auf. Trotz der Schwere bleibt der Groove stets erhalten, und eingängige Refrains sorgen für hohe Wiedererkennbarkeit.
Riley Pinkertons (aka The Rat Queen) Gesang bleibt ein zentrales Element – mystisch, klar, mitreißend. Sie schafft es, ihre Texte mit einer Art magischer Aura aufzuladen, die perfekt zum Gesamtkonzept der Band passt.
Obwohl das neue Album insgesamt komplexer und technischer daherkommt, sind Castle Rat am stärksten, wenn sie sich auf klassische Heavy-Rock-Wurzeln konzentrieren – geradlinig, riffgeladen und emotional aufgeladen. Ein spürbarer Unterschied zum Vorgänger liegt in der Laufzeit: The Bestiary bringt es auf knapp 50 Minuten Spielzeit, während Into The Realm mit 32 Minuten deutlich kürzer ausfiel. Trotz der erweiterten Länge bleibt das Album konzentriert, abwechslungsreich und spannend, ohne in Monotonie zu verfallen.
Tracks wie Wizard sind Paradebeispiele für das, was Castle Rat auszeichnet: einprägsame Songstrukturen, starke Atmosphäre, fein abgestimmte Übergänge – und ein mitreißendes Gitarrensolo, das den Song zu einem echten Highlight macht.
Mit Serpent zollt man Dio offen Tribut. Das eröffnende Riff atmet klassischen Metal-Spirit, während Pinkertons Stimme den Song in mystische Sphären hebt. Die Kombination aus klassischem Rock-Gitarrenspiel und reduzierter Harmonisierung erzeugt eine simple, aber äußerst wirkungsvolle Struktur – gekrönt von einem weiteren Solo. Dazwischen streut die Band instrumentale Zwischenspiele, die teils filmischer, teils meditativer Natur sind. Stücke wie Wolf II, Summoning Spell, Path Of Moss sowie der atmosphärisch dichte Auftakt und Schlussakt Phoenix I und Phoenix II tragen viel zur mystischen Gesamtwirkung des Albums bei.
Mit Siren und Dragon liefern Castle Rat zwei echte Schwergewichte. Black–Sabbath-artige Gitarrenwände, kräftige Rhythmen und virtuose Leads von The Count machen diese Tracks zu zentralen Säulen des Albums – ein wahres Füllhorn an klassischen Metalriffs und hymnischen Momenten.
Die Produktion überzeugt durch Klarheit, Wärme und Detailtreue. Gitarrenlinien stehen im Zentrum, während Bass und Drums ein solides Fundament schaffen. Besonders bemerkenswert: die vielschichtige Gesangsproduktion, bei der Hall und Layering gezielt eingesetzt werden, um Riley Pinkertons Stimme noch weiter hervorzuheben.
Alles in allem dürfte The Bestiary Castle Rats Stellung im Jahr 2025 weiter festigen – und vermutlich dafür sorgen, dass ihr Name noch häufiger auf Line-Ups, in Playlists und unter den Favoriten von Heavy-Psych-Fans auftaucht.




