CD Release Konzert – Call Of Charon & Support am 06.05.2017 im Haus der Jugend, Duisburg

„Wer nicht dabei war, hat was verpasst!“

Eventname: CD Release Konzert

Bands: Call Of Charon, Savior Of Death, Demon Seduction, Mortal Hatred, Sublevel

Ort:
Haus der Jugend, Duisburg-Rheinhausen

Datum: 06.05.2017

Kosten: 5,00€ AK

Genres: Deathcore, Death Metal, Hardcore, Metalcore, Melodic Death Metal

Veranstalter: Kernkraftritter Records (https://www.facebook.com/kkr666/)

Link: https://www.facebook.com/events/1284829101584524/

 

 

Nach einer sehr kurzen Anfahrt ein Mal über den Rhein sagt die Stimme aus dem Navi „Sie haben Ihr Ziel erreicht“, aber wie das so mit kleineren locations ist, erkennt man sie nicht immer auf Anhieb. Aus dem Auto ausgestiegen, höre ich aber schon die metallischen Klänge, die vom Soundcheck aus dem nahegelegenen Gebäude dringen und lasse mich davon leiten. Die Bands sind natürlich alle schon vor Ort, und kurze Zeit später kann es dann auch losgehen.

Genauso witzig, wie sich die Lektüre der Facebook-Seite von Sublevel gestaltet hat, geht es zwischen den Songs auch auf der Bühne zu. Zunächst mal wird man sich nicht ganz so einig, ob man nun eigentlich aus Duisburg oder aus Essen kommt. Auf das Statement „Duisburg“ von Fronter Marvin kommt sofort ein „Essen“ zurück, aber das wird dann nicht weiter vertieft. Los geht’s mit den Intro Revery und Disposition vom gerade am 01.04. veröffentlichten Album borders. Ich kannte Sublevel vorher ja nicht, aber bei der Show vergesse ich dann fast zu fotografieren. Marvin ist ein gnadenlos guter Shouter, und Bassist Chris fühlt sich vor der Bühne anscheinend genau so wohl, wie darauf. Immer wieder mal läuft er mit seinem Instrument durch den Zuschauerraum, während er die dicken Saiten weiter bearbeitet. Bei diesen Songs, die irgendwie das Ergebnis einer Liebesnacht zwischen Black Dahlia Murder und Kataklysm sein könnten, kann man aber auch die Leistung der gesamten Instrumentalfraktion nicht hoch genug würdigen. Mit einem neuen Song können Sublevel auch schon aufwarten, der hat allerdings noch keinen Namen. Ansonsten vergeht die Spielzeit mit den Songs vom Album borders viel zu schnell. Da aber noch vier Bands darauf warten, auftreten zu können, wird von Anfang an sehr darauf geachtet, dass der Zeitplan eingehalten wird. Also auf in die Umbaupause und zu sehr netten Gesprächen mit den Jungs von Sublevel.

Sublevel @ HdJ Duisburg 2017 05 06

Auch die zweite Band des Abends, Mortal Hatred aus Kreuztal, oder wie Fronter Freddy es beschreibt „aus der Gegend zwischen Köln und Siegen“, hatte ich live noch nicht erlebt. Aber nachdem man ja gemeinsam mit Call Of Charon die Split-EP The Takeover veröffentlicht hat, aus der es heute noch Songs auf die Ohren gibt, dürfen die fünf Männer auf der heutigen Party natürlich nicht fehlen. Seit zehn Jahren gibt es Mortal Hatred jetzt schon, und das merkt man, denn die Männer sind perfekt aufeinander eingespielt. Dass sie aber nach wie vor Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen und die Meute zum Moshen zu bringen, merkt man ihnen genauso an. Bei der Setlist hat man nach einer derartig langen Zeit die freie Wahl, und so gibt es sowohl ältere Tracks wie Impact oder Tempest Of Vengeance als auch neue Songs wie Traditional Godzilla Violence oder Sonnenkind (beide von der Split-EP The Takover) auf die Ohren. Aber egal, ob alt oder neu, die Fans haben neben ausgiebigem Moshen auch noch die Luft, jeden Song mitzusingen, die Fäuste zu recken oder direkt vor der Bühne in eifriges Headbangen einzusteigen. So blickt man dann auch nach dieser sehr kurzweiligen Show sowohl auf als auch vor der Bühne nur in zufriedene Gesichter.

Mortal Hatred @ HdJ Duisburg 2017 05 06

Tja, und dann kommen die für mich mittlerweile schon vertrauten Gesichter. Als nächstes entern die Jungs von Demon Seduction die Bühne, und man merkt insbesondere Fronter Kevin wieder mal an, dass er froh ist, jetzt endlich ran zu dürfen. Vor kurzem haben Demon Seduction ihr Debüt-Album Dissolution aus dem Jahr 2015 re-released, mit dessen Songs die Setlist dann auch bestückt ist. Sei es Over And Done, Dissolution oder Red Ground, die Jungs auf der Bühne geben wieder mal alles und können die moshwütige Meute vor der Bühne damit auch ordentlich fordern. Die sehr gelungene Mischung aus Death Metal und Trash Metal trifft hier natürlich auf offene Ohren und sehr bewegungsfreudige Besucher. Und sogar die Oma von Kevin, die heute nun doch endlich mal gucken muss, was der Enkel eigentlich so treibt, wenn er wieder mal mit seiner zweiten Familie, nämlich der Band, unterwegs ist, ist mit ihren 73 Jahren direkt in der ersten Reihe mit vollem Einsatz dabei, reckt fleißig die Pommesgabel in die Höhe und strahlt über das ganze Gesicht. Dass Eltern beim Auftritt ihres Nachwuchses dabei sind, habe ich ja schon des Öfteren erlebt, aber Großeltern habe ich bei solchen Shows noch nie getroffen. Eine sehr nette Dame, der das Ganze, wie sie auch hinterher noch einmal versichert, sehr viel Spaß gemacht hat. Uns anderen Besuchern auch, aber auch hier hängt die Zeit im Nacken. Noch kurz der Hinweis von Kevin, dass dies die vorletzte Show von Demon Seduction vor der Sommerpause ist, die letzte findet am 20.05. im Emscherdamm in Oberhausen statt. Und später wird Kevin ja auch noch einmal auf die Bühne zurückkehren…

Demon Seduction @ HdJ Duisburg 2017 05 06

Auch wenn heute die Veröffentlichung des Albums Long Forgotten Memories von Call Of Charon gefeiert wird, haben die Jungs den Platz der letzten Band des Abends an Savior Of Death abgetreten. Also bauen jetzt die Jungs von Call Of Charon auf, kämpfen noch mit einigen technischen Schwierigkeiten, weil die Monitore nicht so funktionieren, wie sie sollen, gehen dann aber mit These Shining Stars, dem sechsten Track des Albums, gleich mal in die Vollen. Zuletzt durfte ich Call Of Charon beim Moshroom Festival im August 2016 in Krefeld live erleben. Damals war es eigentlich viel zu heiß für den Deathcore, den die fünf Jungs da von der Bühne ballern. Dementsprechend wenig Aktion fand dann auch vor der Bühne statt. Das ist heute anders, denn die besonders moshwütigen Besucher haben erstaunlicherweise immer noch nicht genug und auch noch die Luft, sich auszutoben. Man kennt sich natürlich, und so gibt es einige launige Zwischenrufe aus dem Publikum, die Patrick aber ebenso charmant wie gekonnt kontert, was stellenweise für lautes Gelächter sorgt. Weiter im Programm, nach Eternal Cleansing gibt es mit Coffin Nails einen Track von der Split-EP The Takeover. Da muss dann natürlich Freddy von Mortal Hatred noch einmal mit auf die Bühne, und mit lautstarker Unterstützung aus dem Publikum ist gemeinsames „Absingen“ angesagt. Aber nicht nur Freddy hat seinen Gastauftritt. Mit den beiden letzten Songs der Setlist, Days In Desperation und A Tale Of Woe, bedient man sich zum einen noch einmal vom gerade veröffentlichten Album Long Forgotten Memories und von der Split-EP, und zum anderen darf Kevin noch einmal auf die Bühne, um sich gemeinsam mit Patrick durch die Tracks zu shouten. Auch die Fans sind begeistert von diesem Duett, und die Egoriser geraten oft ins Schwanken. Verletzt wird allerdings niemand, und vollkommen schweißgebadet gehen die Jungs von Call Of Charon und auch die Moshwütigen in die letzte Umbaupause.

Call Of Charon @ HdJ Duisburg 2017 05 06

Um die Duisburger Riege zu komplettieren, kommt jetzt mit Savior Of Death die letzte Band des Abends. Gegangen ist, bis auf die Oma von Kevin, augenscheinlich niemand, alle harren der letzten Show entgegen. Im SPH Bandcontest sind Savior Of Death berechtigterweise mittlerweile bis ins Stadtfinale vorgedrungen, und wer die Band um Shouterin Jenni und Shouter/Bassist Yannik noch nicht live erlebt hat, dem klappt jetzt definitiv die Kinnlade runter. Bei der sehr energiegeladene Show, die die Fünf mal wieder liefern, sehe ich dann auch das ein oder andere anerkennende Kopfnicken, und die Fans, die teilweise extra noch für Savior Of Death gekommen sind, sind sowieso begeistert. Wer das bei Songs wie Endless War, Hellgate oder der „Bandhymne“ Stay Heavy nicht ist, kann dann auch kein Fan von melodischem Death Metal sein. Die gute Stimmung vor der Bühne treibt Savior Of Death dann auch noch weiter an – wenn das überhaupt noch möglich sein sollte – und wie immer hält es Jenni auch nicht auf der Bühne. Der letzte Moshpit des Abends wird von ihr gestartet, und es ist doch noch ein größeres Grüppchen, das begeistert mitmacht und auch nicht aufhört, als Jenni schon längst wieder auf der Bühne ist. Die „Zugabe“-Rufe können leider nicht erhört werden, Aushilfs-Tontechniker Marcel schüttelt energisch den Kopf.

Savior Of Death @ HdJ Duisburg 2017 05 06

So gab es denn heute wieder mal fünf richtig gute Bands, die sich auf der Bühne den A… aufgerissen haben und den Abend zu dem gemacht haben, was er ist: Ein Abend, an den man noch lange und vor allem gern zurückdenkt.

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