Children Of Bodom am 01.10.2013 in der Live Music Hall in Köln

 

”20 Jahre und noch immer voll dabei!”

Band: Children Of Bodom

Tour: Halo Of Blood Over Europe Tour 2013

Vorbands: Medeia & Insomnium

Location: Live Music Hall, Köln

Homepage: http://livemusichall.de/children-of-bodom.686.html

Datum: 01.10.2013

Einlass: 19:00 Uhr / Konzertbeginn: 20:00 Uhr

Kosten: VVK: 25,00 €

Besucher: gefühlt 800 Gäste

Veranstalter: 1stDivision

Setlists:

Medeia
Insomnium
Children Of Bodom
  1. Cold Embrace
  2. Descension
  3. Iconoclastic
  4. Misery Prevails
  5. The Unseen
  6. We All Fail
  7. Abandon All
  1. Inertia
  2. Through The Shadows
  3. Only One Who Waits
  4. Down With The Sun
  5. The Killjoy
  6. Unsung
  7. Ephemeral
  8. One For Sorrow
  9. Mortal Share
  1. Transference
  2. Silent Night, Bodom Night
  3. Sixpounder
  4. Halo Of Blood
  5. Scream For Silence
  6. Bodom After Midnight
  7. Lake Bodom
  8. Hate Crew Deathtroll
  9. Shovel Knockout
  10. Dead Man’s Hand On You
  11. Are You Dead Yet?
  12. Blooddrunk
  13. Everytime I Die
  14. Towards Dead End
  15. Hate Me!
  16. Downfall
  17. In Your Face (Zugabe)

 

Es ist Oktober, genauer gesagt, der erste Oktober 2013 und als wir uns auf den Weg nach Köln machen, verabschiedet sich schon langsam die Sonne von ihrem heutigen Arbeitstag. Die Uhr sagt 18:30 Uhr und wir machen uns auf den Weg in die ca. 40 km entfernte Rheinstadt Köln, wo Children Of Bodom“ heute Abend zusammen mit Medeia und Insomnium die Live Music Hall zum Beben bringen sollen.

Vor der Türe angekommen, heißt es erst mal „Parkplatz finden“, denn da die Live Music Hall in unmittelbarer Umgebung zum Underground gelegen ist, taucht spätestens dann ein Parkplatzprobelm auf, wenn in beiden Hallen zur selben Zeit ein Event stattfindet. So auch heute, denn zeitgleich zur Hate Crew bespielt die deutsche Alternative-Band Abby das Underground. Doch man muss das Leben so nehmen wie es ist und so finden wir nach zwei bis drei Runden um den Block auch endlich einen Parkplatz, der zu unserem Glück auch noch kostenfrei ist.

Nach einem kurzen Fußmarsch und einem echt unproblematischen Einlass in die Location selbst, stehen wir nun auf dem relativ leeren Innenhof, der die eigentliche Halle mit dem Einlass und den Toiletten verbindet. Nach weiteren zwei Metern wird uns aber schnell klar, dass es sich auch aktuell nicht lohnt auf dem Hof zu stehen, denn in der Halle machen sich gerade Medeia fertig, um die Meute für Insomnium und den Headliner Children Of Bodom einzuheizen.

Bedingt gelingt es den sechs Finnen auch, denn durch die Resonanz des Publikums lässt sich darauf schließen, dass die Musik (die mir bisher unbekannt war) bei mindestens fünfzig Prozent der Gäste anzukommen scheint. Zu hören bekommt man einen gut abgemischten Alternative Death Metal, der durch seine Core-Elemente zwar nicht bei jedem Gast positiv ankommt, doch lässt sich ein Mitwippen und Mitbangen keinesfalls vermeiden. Etwas witzig ist aber auf jeden Fall, dass sich Sänger Keijo Niinimaa richtig Mühe bei den Ansagen gibt, man aber trotzdem kein einziges Wort davon versteht, was er da vorn ins Mikrofon brüllt.

Aber halb so wild, denn nach sieben Songs und nur ca. fünfzehn minütiger Umbauphase, bauen sich die Jungs von Insomniumbereits auf der Bühne der Live Music Hall auf. Mit den Songs Inertia, Through The Shadows und Only One Who Waits startet die Band genauso wie bei ihrem Auftritt 2012 auf dem Wacken Open Air. Auffällig ist, dass Insomnium ebenso wie bei ihrer Headlinertour 2012 eine enorme Bühnenpräsenz zeigen und es schaffen, das Publikum ab dem ersten Song an sich zu binden. Passend zur neuen EP Ephemeral gibt es den besagten Song auch direkt auf die Ohren. Doch weiter bleiben die vier Finnen aus Joensuu größtenteils bei ihrer letzten LP und bieten dem Publikum mit The Kill Joy und dem letzten Song Mortal Sorrow einen kleinen Rückblick zu dem im Jahr 2006 erschienenen Release Above The Weeping World. Dieser (und vor allem Above The Weeping World) wird auch im Vergleich zu den relativ neuen Songs vom Publikum gehörig gefeiert.

Während der etwas längeren Pause (ca. zwanzig Minuten), in der die Bühne für die Headliner umgebaut wird, wird das Bühnenbild immer weiter klar. Den Hintergrund zieren drei weiße Kästen, die von roten Rahmen umgeben sind, das Schlagzeug und das Keyboard gehören zusammen mit den Boxen, die auf der rechten Seite stehen, zum vorderen Hintergrund, während die beiden Gitarristen Roope Latvala, Alexi Laiho und Bassist Henkka Seppälä im Bühnenvordergrund ihren Platz finden und schon geht es pünktlich los.

Den Anfang macht ein Alarmsignal, das durch auf die Kästen projizierte Alarmlampen, optisch unterstützt wird. Man fühlt sich in die Situation reinversetzt, als 1960 die Leichen der drei am Lake Bodom ermordeten Jugendlichen gefunden wurden – Gänsehautfeeling. Als ersten wirklichen Song spielt die „Hate-Crew“ die aktuelle Auskopplung Transference ihres brandneuen Albums Halo Of Blood. Während die Band die Bühne betritt, fängt das Publikum an zu toben. Jetzt wird erst richtig klar, dass die Gäste selbst bei Insomnium auf Sparflamme gefeiert haben und die letzten Reserven herausgehauen werden. Nach dem bündig angeschlossenen zweiten Song Silent Night, Bodom Night, gibt es für die Band und das Publikum erst einmal eine Verschnaufpause, in der Sänger und Gitarrist Alexi Laiho sich erst mal für sein Kranksein entschuldigt, denn auch wenn er nicht krank ausschaut, scheint er sich nicht allzu gesund zu fühlen. Es folgen eine Mischung aus „Fuck You“ und „Awesome, thank you very much“, die in den kommenden Ansagen immer wieder für ein leichtes Schmunzeln bei den Zuschauern sorgen. Die wirkliche Stimmgewalt von Alexi ist das, was man beim nächsten Lied Sixpounder geboten bekommt, denn hier beweist der Finne, dass man trotz Krankheit 150% geben kann. Ich finde auch, dass die Abmischung der Instrumente hier ein wenig besser gelungen ist als bei den beiden Vorbands, doch das kann natürlich auch Geschmackssache sein, denn wirklich schlecht war der Sound bei Medeia und Insomnium jetzt auch nicht.

Weiter geht es dann mit Songs des Touralbums Halo Of Blood, zu dem die drei weißen Kästen jetzt mit einer anspruchsvollen Beamershow beschienen werden. Mal ist eine Nahaufnahme des Gitarrenhalses von Alexi eingeblendet, mal werden die Leinwände mit dem Songtext (wie zum Beispiel zum Song Are You Dead Yet?) oder wie beim Hit Blooddrunk mit einer virtuellen blutverschmierten Wand und Horrorbildern gefüllt.

Fazit: Nach sechzehn Liedern und einer Zugabe endet das heutige Konzert mit dem Song In Your Face, was man wirklich wörtlich nehmen kann, denn Children Of Bodom haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch wenn Keyboarder Janne Wirman eher gelangweilt wirkte als dass er Spaß an der Sache hatte, machten er und seine Jungs der Band alle Ehre. Der Auftritt war dank Beamershow und guter Arbeit an den Mischpulten echt genial und die Hate-Crew hat bewiesen, dass sie nach zwanzig Jahren Bandgeschichte noch immer zu den Top-Live-Bands des Genres Melodic Death Metal gehört. Das Publikum war gut gelaunt und der ein oder andere Moshpit sorgte für reichlich Bewegung unter den Metalheads. Also wenn Children Of Bodom noch mal in der Nähe sind, weiß ich genau, wer auch vor Ort ist – ICH!

 

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