Cryptic Shift – Visitations From Enceladus

Phenomenal Technicological Astrodeath

Artist: Cryptic Shift

Herkunft: England

Album: Visitations From Enceladus

Spiellänge: 46:35 Minuten

Genre: Thrash Metal, Death Metal

Release: 04.05.2020

Label: Blood Harvest

Link: https://www.facebook.com/crypticshift

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Xander Bradley
Gitarre – Joe Bradley
Bassgitarre – John Riley
Schlagzeug – Ryan Sheperson

Tracklist:

  1. Moonbelt Immolator
  2. (Petrified In The) Hypogean Gaol
  3. The Artic Chasm
  4. Planetary Hypnosis

Die Engländer aus Leeds, die von 2012 – 2015 unter dem Banner von Cryptic Shift unterwegs waren, haben bis dato schon einiges veröffentlicht, aber kein Full Length Album. Demos, Single, Demo, Split, Single, EP, Single und nun also mithilfe des Labels Blood Harvest das Debütalbum Anno 2020.

Kurz geschaut. Okay. Death – Thrash. Angemacht. Hä, vier Songs, doch wieder eine EP? Was, Spielzeit über 46 Minuten? Was denn nun los, da muss man ja am Ball bleiben. Okay und Death Thrash ist auch nur teilweise richtig, denn die Band selber bezeichnet ihre Musik als Phenomenal Technicological Astrodeath. So viel dazu.

Mir war die Band im Vorfeld nicht bekannt und ich denke, ich bin nicht der Einzige.

Normalerweise gehe ich ja auf Songs einzeln ein, aber aufgrund der Länge und der Komplexität des Albums dieses Mal nicht bzw. teilweise.

Playtaste und ab geht es. Was nun? Irgendwie war mir nach fünf Minuten klar, das wird nicht mein Lieblingsalbum. Geschmäcker sind verschieden und jedes Review ist subjektiv. Wieder mal eine Band für die Musikerpolizei, die aber nichts zu lachen hat, denn die Burschen verstehen ihr Handwerk, so viel vorweg.

Mit Verwirrungen geht es los. Eine Gitarre erklingt. Puh, vertrackt und verzwickt. Das Schlagzeug setzt ein und es erklingen Dissonanzen, die ich so nicht mag. Nicht meine Welt. Natürlich hat das alles seine Daseinsberechtigung und man muss es ja auch spielen können. Es zieht sich hin und erinnert mich ein wenig an Cynic, bin da aber auch nicht der Experte. Nach vier Minuten geht das Geschehen so richtig los, der Gesang setzt ein, der Song geht im Midtempo absolut vertrackt weiter. Auf einmal schönes Uftatadrumming und irgendwie ein cooler Part, zwar auch technisch ganz oben, verspielt, aber ein wenig nachvollziehbar und er bleibt hängen. Aber man geht total verwirrend vor, zumindest für mich. Für Musiker wahrscheinlich eine Offenbarung. Necrophagist oder Obscura kommen einem in den Sinn, aber irgendwie noch einen Tick verspielter. Der Opener geht 25 Minuten und es sind immer wieder neue Parts. Zumindest empfinde ich es so, dass nur ganz wenig wiederholt wird. Hat man sich erst einmal an das Chaos gewöhnt, klingt es irgendwie heftig. Nach acht Minuten wird es dann richtig merkwürdig, Gitarren klirren nur noch im Hintergrund und machen Geräusche. Kranker, cleaner Part geht durch die Reihen und man denkt, der Song neigt sich dem Ende zu, aber dem ist natürlich nicht so. Weiter geht der Reigen der Freude. Jazzige Klänge kommen einem entgegen. Muss man echt mögen. Mir ist das zu viel. Dann auf einmal voll das verträumte Metalsolo, welches richtig geil klingt und gut im Kontrast zur gesamten Eskalation steht. Puh, echt starker Tobak. So eiert man noch eine zeitlang vor sich hin.

Moonbelt Immolator nimmt dann wieder Fahrt auf. Und ab dann gefällt mir der Song schon besser. Man hat sich wahrscheinlich an das Chaos tatsächlich gewöhnt, mag aber dran liegen, dass das Tempo ein wenig variiert und auch Uftata Parts mit auftauchen. Das Drumming macht es für mich einfacher, aber ich muss mich immer noch anstrengen zuzuhören. Echt schwer.

Nee, Leute, das ist nichts für mich, da bin ich raus. Ich habe es mir gegeben und einige Sachen kommen echt geil rüber, aber das ist mir eine Spur zu viel. Natürlich bin ich ein Old Schooler, habe aber gegen progressive Ansätze nichts einzuwenden. Veränderungen und Weiterentwicklungen sind immer gut, aber Cryptic Shift sind mir persönlich echt eine Spur zu heftig.

Gitarristen dieser Welt werden sicherlich ihre Freude haben, denn was die Burschen hier zaubern, ist schon echt eine Leistung, aber mir fehlt persönlich die rote Linie. Obwohl es schon im Ganzen ganz schön krank klingt, denn sie haben immer wieder mal böse Parts mit drinne.

Cryptic Shift ist der Beweis für Genie und Wahnisnn. Ich kann da wahrlich nur wenig mit anfangen. Auch nach drei Mal durchhören habe ich keine Idee, wie ich da durchsteigen soll. Kompositorisch null Nachvollziehbarkeit. Dieses spricht natürlich für Überraschungen und die erlebt man echt genug. Das Ende des Openers gefällt mir, schön krank und brutal, hier und da hört man einige Morbid Angel Anleihen, aber ansonsten sind mir zu viele Dissonanzen und komplizierte Parts vorhanden. Die nachvollziehbaren Parts sind dann richtig fett, so wie bei (Petrified In The) Hypogean Gaol, aber leider absolut in der Unterzahl.

Cryptic Shift – Visitations From Enceladus
Fazit
Death und Thrash Metal Fans der direkten Art sollten die Finger davon lassen. Wer auf Bands wie Gorguts, Cynic, Voivod, Obscura oder Necrophagist abfährt, sollte dieses Album abchecken.

Anspieltipps: (Petrified In The ) Hypogean Gaol und The Artic Chasm
Michael E.
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