Devil May Care: neues Video „Calm Waters“ – Wenn Kinder unter der Sucht der Eltern leiden

Etwas mehr als eineinhalb Jahre nach dem Szeneerfolg ihres Albums Echoes (März 2019, Uncle M Music) meldet sich die aufstrebende Würzburger Postcore-Band Devil May Care mit ihrer neuen Single Calm Waters zurück.

Einige Mitglieder der Band sind schon in früher Kindheit mit den Problemen einer (Drogen-)Alkoholsucht im engen Familienkreis in Berührung gekommen. Doch erst Jahre später können sie verstehen, was wirklich in der eigenen Familie vorgefallen ist, können mit Abstand über die Verhältnisse reflektieren und diese Erlebnisse in der Musik verarbeiten. In ihrer neuen Single Calm Waters bekommen wir einen Eindruck davon, wie es ist, wenn in Kindertagen das Thema (Drogen-)Alkoholsucht der Eltern ein täglicher Begleiter ist und wie die Band aus heutiger Sicht damit umgeht.

Devil May Care hinterfragen das Selbstverständliche. Calm Waters, der erste neue Song der Würzburger Post-Hardcore-Band seit über einem Jahr, thematisiert auf eindrückliche Weise das Thema Alltagsalkoholismus und hinterlässt damit musikalisch wie inhaltlich tiefschürfende Spuren. Zwischen Screamo und Emo, zwischen klassischem Rock und Hardcore haben Devil May Care ihren ganz eigenen, kraftvollen Sound gefunden, der Freunde von Bands wie Thrice, Boysetsfire und Silverstein tief ins Herz treffen wird.

Das dramatische Thema Alkoholismus kommt in Calm Waters nicht von ungefähr, sondern hängt direkt mit den Erfahrungen der Band zusammen. „Das Thema Alkoholsucht ist uns allen schon im engeren Familien- und Bekanntenkreis begegnet“, berichtet Devil May Care Sänger Tim Heberlein über den Inhalt des Songs. „Schon als Kinder haben wir die Probleme mitbekommen, die in der eigenen Familie entstehen, wenn ein Elternteil alkoholabhängig ist. Aber erst viele Jahre später realisiert man, was damals wirklich los war und wie diese Probleme einen als Kind doch auch unterbewusst beeinflusst und betroffen haben.“ Der Song startet klanglich dabei so, wie sein Titel verspricht. Nur ein vorsichtiges Beben kündigt sich geradezu balladesk an, bevor sich die klanggewordene Verzweiflung kraftvoll entlädt. Geprägt von Hilfeschreien und druckvollen Gitarren wird hier schließlich eine Geschichte der Selbstzerstörung sehr direkt vertont. „Genauso unterschwellig wie die Sucht sich im Alkoholkranken ausbreitet, ebenso unterschwellig bekommt man die daraus entstehenden Zerwürfnisse als Kind mit“, erklärt Heberlein die Gedanken hinter der Vertonung. „Dieses Brodeln unter der Wasseroberfläche wird im ersten Teil des Songs beschrieben. Erst wenn der große Knall kommt, versteht man so langsam, was vor sich geht. Die Sucht verschlingt den Süchtigen und alle um ihn herum. Sich als Familie aus diesem Strudel zu befreien gleicht einem Kampf. In meinem Fall wie auch im Song geht dieser Kampf verloren.“

Über 100 Konzerte haben Devil May Care in den letzten zwei Jahren gespielt. Eine Europa-Tour an der Seite der Cancer Bats sowie Shows mit Stick To Your Guns, Itchy oder Blackout Problems, haben Devil May Care immer enger zusammenwachsen lassen und dafür gesorgt, dass sie sich eine treue Fanbase erspielen konnten. Mit ihrem zweiten Album Echoes kämpften sie sich 2019 auf das Cover der Schwer & Laut-Playlist von Spotify Deutschland und sind auch in der Presse auf offene Ohren gestoßen: „Geben Devil May Care weiter so Gas wie auf Echoes, dann werden sie Rise Against irgendwann sicher den Rang ablaufen.“ (Ox Magazine) Gesellschaftskritische Gedanken und persönliche Emotionen in Musik zu verpacken gehört zu den großen Talenten der Band, was sie nicht nur auf der Platte, sondern vor allem Live unter Beweis stellen. „Es ist ebenjene Verwundbarkeit und jene Ehrlichkeit, die das Herzstück und damit auch das gesamte Album so großartig machen.“ (Album der Woche)

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