Die Krupps – Vision 2020 Vision

Industrial Pioniere mit neuem Album und düsterer Vision

Artist: Die Krupps

Herkunft: Düsseldorf, Deutschland

Album: Vision 2020 Vision

Spiellänge: 56:41 Minuten

Genre: Post Industrial, EBM, Groove Metal

Release: 15.11.2019

Label: Oblivion

Link: https://www.diekrupps.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Keyboard, Gitarre – Jürgen Engler
Synthesizer – Ralf Dörper
Gitarre – Marcel Zürcher
Gitarre – Nils Finkeisen
Schlagzeug – Paul Keller

Tracklist:

1. Vision 2020 Vision
2. Welcome To The Blackout
3. Trigger Warning
4. Wolfen (Her Pack)
5. Extinction Time
6. The Carpet Crawlers
7. Fires
8. Obacht
9. DestiNation Doomsday
10. Alllies
11. Fuck You
12. Active Shooter Situation
13. Human

DVD -Live At Wacken Open Air / August 5, 2016
14. Intro
15. The Damned
16. The Dawning Of Doom
17. Isolation
18. Battle Extreme
19. Alive In A Glass Cage Featuring – Andreas Dörner*
20. To The Hilt
21. Metal Machine Music
22. Nazis Auf Speed
23. Fatherland
24. Bloodsuckers

Pünktlich zum bevorstehenden 40. Bandjubiläum kommen die Pioniere des deutschen Industrial mit dem 12. Studioalbum auf den Markt. Die Historie von Die Krupps ist schon durchaus spannend und interessant zu lesen. Mastermind Jürgen Engler spielt u.a. bis heute auch in der Punk Band Male. Sicherlich nicht sehr oft, aber die Band existiert nach wie vor. Jürgen lebt mittlerweile in Austin/USA. Prägend für den Sound der Krupps ist ein sogenanntes Stahlophon. Hier kommen Eisenstäbe als Drumsticks für Stahlrohre zum Einsatz. Der Name Krupps stammt eigentlich von einer Industriellen Familie aus Essen. Bei der Namensfindung hatte man ggf. ja schon die Vision 1998. In diesem Kalenderjahr fusionierte das Düsseldorfer Stahlunternehmen Thyssen mit Krupp aus Essen. Das neue Album gibt es als Hardware mit einer DVD, welche den Auftritt von Die Krupps auf dem W:O:A 2016 zeigt.

Kommen wir zum Inhalt der CD: Die Krupps teilen uns gleich im Opener der Scheibe ihre Vision 2020 mit. So heißt es hier u.a.:
Wir können jetzt klar sehen
Wir sehen die Spannung wachsen
Wir sind nicht bereit, uns zu verbeugen
Barrikaden türmen sich auf den Straßen
Alle haben es satt mit sinnlosen Tweets
marodierende Horden kämpfen ums Überleben
Plünderungen werden zu einer Lebenseinstellung
Die Revolution steht unmittelbar bevor
Wir sind im Jahr der Unzufriedenheit

Textlich zeichnet die Band ihre düstere Version für das neue Jahrzehnt an den Industrial/EBM Himmel. Den passenden Sound zu ihrer Vision liefern die Herren Engler und Dörper natürlich auch. Düster und hart kommt der Einstieg ins Album daher. Eigentlich schon viel mehr Metal als Industrial. In dem Takt geht es dann auch mit Welcome To The Blackout weiter. Hier sind auch wieder verstärkt die Klänge des Synthesizers zu vernehmen. Trigger Warning ist deutlich elektronischer und es geht mehr in die EBM Richtung. Ralf Dörper kann hier sein Können hervorragend zur Geltung bringen. Titel Nr. 4 Wolfen (Her Pack) erinnert mich vom Einstieg fast mehr an Neue Deutsche Härte als an Die Krupps. Das verändert sich aber nach ein paar Sekunden und Jürgen Engler übernimmt den Gesang. Eine gesunde Härte bringen die beiden Gitarren mit rein und es gibt einen Mix aus EBM und Metal mit einer sehr ausdrucksvollen Stimme. Ein sehr gelungener Song meines Erachtens. So geht es auch mit Extinction Time gleich weiter. Der Mix ist sehr ähnlich und es geben sich elektronische Klänge, harte Riffs, Shouts und Klargesang die Hand – auch hier mach das Zuhören Spaß. Die nächsten zwei Songs sind Coverversionen (einmal Genesis The Carpet Crawler und Arthur Brown mit Fire). Allerdings eher als Synthi Pop Variante. Da bevorzuge ich eindeutig jeweils das Original. Für mich wirken die beiden Titel eher deplatziert. Mit Obacht geht es aber auf den EBM Pfad zurück – allerdings zur Abwechselung auf Deutsch und weit mehr elektronisch als bei den ersten fünf Songs. Der Vergleich in Richtung Rammstein liegt da auf der Hand. Auch der Track überzeugt mich nicht. Der neunte Song ist DestiNation Doomsday. Hier knüpft man musikalisch wieder an die ersten fünf Titel auf dem Werk an. Düstere Grundstimmung, elektronische Elemente und Gitarrenriffs laufen flüssig durch und sind angenehm zu hören. So geht es dann auch weiter. Allies, Fuck You (mit der U.S. Nationalhymne als Einstieg und als „Loblied auf den King des Desasters“ gedacht), Active Shooter Situation und Human machen genau dort weiter wo DestiNation Doomsday aufhört. Gesunde Härte in allen Songs und ein runder Mix mit Synthesizer, harten Gitarrenriffs und Stahlophon Grundsound.

Die Krupps – Vision 2020 Vision
Fazit
13 Songs, davon zehn absolut gelungen. Das für mich sowohl musikalisch als auch textlich. Da werden als Vision 2020 textlich schon einige dunkle Wolken an den Musikhimmel gemalt. Die Band legt schon den Finger in die richtigen Wunden. Ohne die beiden Coversongs und dem deutschsprachigen Obacht wäre es ein Top Album. Eventuell wäre hier weniger sogar mehr gewesen. Nichtsdestotrotz bleiben zehn sehr schöne Titel und ein gelungenes Werk.

Anspieltipps: Vision 2020 Vision, Fuck You und Wolfen (Her Pack)
Jürgen F.
8
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Pro
Contra
8
Punkte
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