Danko Jones – A Rock Supreme Tour 2019 am 22.11.2019 im Max Nachttheater, Kiel

Danko Jones bringen das Max Nachttheater in Kiel zum Kochen

Event: A Rock Supreme Tour 2019

Artist: Danko Jones

Vorband: Saint Agnes

Datum: 22.11.2019

Genre: Garage Rock, Blues Rock, Hard Rock

Besucher: ca. 850 – 900

Ort: Max Nachttheater, Kiel

Kosten: VVK 28,30 €

Links:  http://www.max-kiel.de/
https://www.facebook.com/dankojones/
https://www.facebook.com/wearesaintagnes/

Veranstalter: FKP Skorpio, Max Nachttheater, Mittendrin Veranstaltungs GmbH

Setlisten:

Saint Agnes:

  1. Welcome To Silvertown
  2. Dogg
  3. Daughters Of Lucifer
  4. Merry Mother Of God Go Round
  5. Diablo, Take Me Home
  6. Brother

Danko Jones:

  1. I Gotta Rock
  2. Fists Up High
  3. The Twisting Knife
  4. I’m In A Band
  5. First Date
  6. I Think Bad Thoughts
  7. Lipstick City
  8. Mango Kid
  9. Forget My Name
  10. Invisible
  11. Gonna Be A Fight Tonight
  12. Code Of the Road
  13. Full Of Regret
  14. Had Enough
  15. Burn In Hell
  16. Lovercall
  17. We’re Crazy
  18. My Little RNR

Zugaben:

  1. Sticky Situation
  2. Watch You Slide
  3. Rock Shit Hot

Danko Jones machen heute Abend Station im Max Nachttheater in Kiel. Als letztes Konzert ihrer A Rock Supreme Tour 2019 werden sie noch einmal richtig die Sau rauslassen, so verspricht es die vollmundige Vorankündigung ihrer Sponsoren Radio BOB! und KIELerleben auf Facebook. Parallel dazu sind sie auch noch als Vorband von Volbeat (Bericht: hier) unterwegs.

Wir machen uns also rechtzeitig auf den Weg, um nicht lange vor dem Max warten zu müssen. Die Lage sieht gegen 17:15 Uhr recht entspannt aus, es besteht also kein Grund zu Eile. Wir treffen noch einen weiteren Fotografen, den mein Teamkollege Norbert C. schon länger kennt. Gegen 17:30 Uhr geht es dann gemeinsam in Richtung Eingang. Schnurstracks steuern wir sogleich die Bühne an. Die Location ist schon erstaunlich gut gefüllt, obwohl das anhand der nicht vorhandenen Warteschlange kaum zu erwarten war. Bevor der Soundcheck losgeht, werfe ich noch schnell einen Blick auf die Merch-Stände. Bei dem von Danko Jones staune ich nicht schlecht – zusätzlich zu den üblichen Shirts und Hoodies kann man auch Becherhalter und Girlie-Shorts mit dem Bandschriftzug erstehen – und die verkaufen sich! Auf Nachfrage erfahre ich, dass Radio BOB! zehn 2er-Karten und die Rockstation Kiel zwei 2er-Karten zu diesem Event verlost haben. Einige Radiomoderatoren sollen heute Abend auch anwesend sein. Meinem Kollegen ist gerade René Dostal über den Weg gelaufen. Diese Werbekampagne hat in jedem Fall Wirkung gezeigt, so sind schlussendlich knapp 900 zahlende Besucher zu verzeichnen. Auf der Bühne schreiten die Vorbereitungen für die Vorband voran.

Kitty Arabella Austen

Etwas verspätet fangen Saint Agnes dann endlich an zu spielen. Sängerin Kitty Arabella Austen und ihre Mitstreiter Jon Tuffnell (Gitarre, Mundharmonika), Benn Bennett (Bass) und Drummer Andy Head wirken so, als kämen sie direkt von der letzten Halloween Party und hätten vorher keine Zeit gehabt, unter die Dusche zu springen und die Kostüme abzulegen. Ein Blick in die Fotogalerie ihrer Bandpage auf Facebook lässt schnell erkennen, dass die Garage Rock-Formation aus London ihren Horrorstyle im Schmuddel-Look liebt und lebt. Nach dem ersten Song Welcome To Silvertown kaut die Sängerin an ihrem Mikro-Kabel, als sei es ein Stück Lakritz, Zeit zum Essen war wohl offensichtlich vor dem Auftritt auch nicht mehr … Sie heizt dem Publikum mit lasziven Posen und Lauten weiter ein. Daraufhin schallen ebensolche Laute aus der Menge in Richtung Bühne zurück. Die Aktion wirkte für mich etwas daneben, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Bereits jetzt ertönen erste Danko Jones Rufe aus dem Saal – der Haupt-Gig wird offensichtlich herbeigesehnt.

Jon Tuffnell

Die psychedelisch angehauchten Rocknummern von Saint Agnes kommen genauso schräg rüber, wie ihre Kostüme. Fasziniert hat mich besonders Bassist Benn Bennett im rosa Schweinchenkostüm, ein Kerl mit blonden Engelslocken, dessen „Brustpelz“ keck aus dem Ausschnitt ragt. Der Schweinskopf von diesem Kostüm thront leicht blutbesudelt auf dem Equipment – was für ein skurriler Anblick! Als Kitty Arabella Austen und Gitarrist Jon Tuffnell während eines Duetts die Köpfe zusammenstecken, verschmelzen ihre Frisuren zu einer. Leider war ich mit meinem Handy nicht schnell genug, um einen Schnappschuss von diesem faszinierenden Moment einzufangen. Fotograf Norbert C. hat aber die gleiche Idee und hält diese Szene im Bild fest. Das Quartett gibt sich alle Mühe, die Fanschar zum Mitmachen zu animieren. Dies gelingt ihnen auch zumeist, selbst wenn ihre Performance an diesem Abend nicht so ganz überzeugen kann. Mit dem sechsten Song Brother beenden Saint Agnes ihr heutiges Set. Hierbei fordert die Sängerin die Fans auf, nach ihren Anweisungen hinzuknien und dann auf Kommando aufzuspringen. Das Publikum lässt sich nicht lange bitten und macht willig mit. Schnell wird noch das ein oder andere Foto geknipst, danach verlassen die Bandmitglieder bei einem lang anhaltenden, schrillen Piepton zügig die Bühne. Ein Tontechniker setzt diesem „Sound-Hänger“ kurzerhand ein Ende, danach wird zügig umgebaut.

Danko Jones

Um 19:18 Uhr erklingen die ersten Töne des Soundchecks vom Hauptact Danko Jones. Dann passiert eine gefühlte Ewigkeit nichts – es tut sich schlichtweg gar nichts mehr. Weder Equipment noch Deko wird hin oder her geschoben. Lediglich das Schlagzeug für den Drummer platziert die Crew, ansonsten bleibt die Bühne kahl und wirkt wie leergefegt. Um 19:30 Uhr ist es dann soweit, pünktlich betritt das kanadische Trio die Bühne. Sänger Danko Jones sowie Bassist John Calabrese und Drummer Rich Knox tragen einheitlich schwarze Jeans und T-Shirts. Ihr Auftreten ist so schlicht und puristisch, wie ihr Garage Rock / Blues Rock, den sie spielen. Das heutige Konzert steht im Zeichen des neuen Studioalbums A Rock Supreme. Sie haben ein umfangreiches Set mit an Bord und wissen die anderthalb Stunden Spielzeit mehr als zu füllen. Los geht es mit I Gotta Rock aus ihrem 2017er-Album Wild Cat. Danko und John posen, was das Zeug hält, Rich hat hinter der Schießbude reichlich zu tun, sodass die Arme nur so wirbeln. Die Fans gehen vom ersten Moment an voll mit. Nach The Twisting Knife ertönen erneut Danko Jones Schlachtrufe aus der begeisterten Menge – im Saal kocht die Stimmung schon wie in einem Hexenkessel!

John Calabrese

Sänger Danko verspricht den Fans den besten Freitagabend seit Langem und zeigt sich großzügig mit lockeren Sprüchen und auch einer großen Portion Humor. Nach 40 Minuten ist er dann schon komplett durchgeschwitzt. Die Kanadier sind aufgezogen, wie die Duracell-Hasen, liefern einen Kracher nach dem andern und bedanken sich höflich bei ihrem Sponsoren Radio Bob!. Hits wie Fists Up High, Gonna Be A Fight Tonight (Are you ready to rumble?) über Burn In Hell werden frenetisch vom Partyvolk zelebriert. Ein weiblicher Fan spricht mich an und meint, dass ich lieber das Handy weglegen und stattdessen das Konzert genießen sollte. Sie hat ja eigentlich recht, aber ich muss dennoch irgendwie meine Notizen für den Bericht machen. Es sind auffällig wenige Handys im Einsatz, was für die Qualität dieses Konzerts spricht. Rund 900 Gäste feiern heute ihren besten Freitagabend seit Langem, so wie es Sänger Danko zu Beginn versprochen hat. Nach My Little RNR verschwindet das Trio erst mal hinter die Bühne. Nach 18 Songs am Stück wird es Zeit für eine Pause, die sie sich auch mehr als redlich verdient haben. Es dauert kaum fünf Minuten, bis die Jungs auf die Bühne zurückkehren. Das hat bestenfalls für einen Schluck zu trinken und ein trocknendes Handtuch gereicht. Vor der Bühne branden wieder Danko Jones Schlachtrufe auf. Die Fans fordern lautstark nach Zugaben. Mit Sticky Situation, Watch You Slide und dem Klassiker Rock Shit Hot setzten Danko Jones dem Abend das Sahnehäubchen auf. Das war mal ein geiles Konzert!

Fazit: Für knappe 30 Euro Eintritt wurde hier ein Abend der Extraklasse geboten. Saint Agnes haben ihren Supporter-Job bestmöglich erfüllt. Danko Jones verwandelten als Headliner das Max Nachttheater in Kiel zu einem wahren Hexenkessel. Es war der krönende Abschluss ihrer A Rock Supreme Tour 2019, den sie zu einem großen Ereignis für ihre Fans gemacht haben. Heute Abend geht keiner enttäuscht nach Hause.

P. S.: Wir stopfen uns am Ausgang noch schnell die Taschen mit den ausgelegten Naschis voll – das Zeug soll ja schließlich nicht schlecht werden.

Die Bilder des heutigen Abends stammen von Norbert C.

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