Volbeat auf Rewind, Replay, Rebound World Tour am 11.11.2019 in Hamburg

Die ausverkaufte Barcleycard-Arena feierte eine riesige Party

Eventname: Rewind, Replay, Rebound World Tour

Band: Volbeat

Support: Danko Jones, Baroness

Ort: Hamburg, Barcleycard Arena

Datum: 11.11.2019

Kosten: 81,50 € Stehplatz, 65,00 / 70,75 / 82,25 / 93,75 € Sitzplatz

Genre: Alternative, Indie, Punk

Besucher: 10.260 (ausverkauft)

Links: https://www.facebook.com/events/510818159454572/

Setliste Danko Jones:

  1. I Gotta Rock
  2. Fists Up High
  3. First Date
  4. I Think Bad Thoughts
  5. Burn In Hell
  6. Had Enough
  7. My Little RnR

Setliste Baroness:

  1. Kerosene
  2. March To The Sea
  3. Borderlines
  4. Tourniquet
  5. Can Oscura
  6. Front Toward Enemy
  7. Throw Me An Anchor
  8. If I Have To Wake Up (Would You Stop The Rain?)
  9. Fugue
  10. Shock Me
  11. Isak
  12. Take My Bones Away

Setliste Volbeat:

  1. Leviathan
  2. Lola Montez
  3. Pelvis On Fire
  4. Doc Holliday
  5. Sorry Sack Of Bones
  6. The Garden´s Tale
  7. Sad Man´s Tongue
  8. Black Rose
  9. When We Were Kids
  10. Slaytan
  11. Dead But Rising
  12. Fallen
  13. Die To Live
  14. Seal The Deal
  15. For Evigt
  16. Cloud 9
  17. Lonesome Rider
  18. Last Day Under The Sun
    Zugabe:
  19. The Devil´s Bleeding Crown
  20. Let It Burn
  21. I Only Want To Be With You
  22. Still Counting

Das ist es nun, das lang erwartete Volbeat Konzert. Sieben Städte, neun Shows – mehr Chancen gibt es nicht, die dänischen Elvis-Metaller in Deutschland auf ihrer Rewind-Replay-Rebound World-Tour zu erleben. Mit sieben Alben und etlichen Tourneen sind sie der absolute Export-Schlager aus Dänemark. Volbeat zählt derzeit zu den erfolgreichsten Rockbands der Welt. Sie haben gute Rhythmen und ihr einzigartiger Metal mit der einmaligen Stimme von Michael Schøn Poulsen macht einfach Spaß.
Wer in der Halle die üblichen schwarz gekleideten Metalfans erwartet, wundert sich. Schwarz gekleidet ja, jedoch hat man im Umlauf teilweise das Gefühl eines Familienausflugs. Generationsübergreifend wird sich mit Kaltgetränken oder Fast Food versorgt.

Danko Jones

Der Abend beginnt bereits um 18:45 Uhr mit Danko Jones. Der Kanadier, der nach dieser Support-Tour in Deutschland seine eigene Tour gleich hinten dran hängt, hat nur eine halbe Stunde, um zu überzeugen. Vom Stil her passt die Band perfekt zu Volbeat. Die aktuellen Radioplays sind in der Setlist nicht vorhanden, allerdings endet er mit seinem größten Hit My Little RnR. Der Bühnenhintergrund ist mit einem riesigen Banner abgedeckt, die Bühne ständig in ein rosarotes, leicht nebliges Licht getaucht. Showelemente sind scheinbar nicht erlaubt. Immerhin nutzt er die ganze riesige Bühne aus. Die Bühnenzunge erstreckt sich über das erste Hallendrittel. Die drei Jungs verlieren sich so etwas, lassen sich nicht irritieren und spulen professionell ihr Programm ab.

Bereits um 19:30 Uhr geht es weiter. Nach dem Weggang von Bassist Summer Welch 2011 und dem Tourbus-Unfall im Jahr darauf wurde es ruhig um die amerikanische Band Baroness. Die neuen Veröffentlichungen wurden keine Megaseller. Auch heute eine Dreiviertelstunde, in der sie das norddeutsche Publikum nicht so recht zu überzeugen wissen. Auf der Bühne das gleiche Bild, wie bei Danko Jones. Der Bühnenhintergrund durch ein riesiges Banner abgehängt, die Beleuchtung exakt gleich geblieben. Aber immerhin stehen 12 Titel auf der Setlist der Amerikaner. Ihr Progressive Metal passt heute nicht zu dem Abend. Musikalisch einwandfrei, jedoch verliert man sich auf der großen Bühne. So macht man eher Negativwerbung für die eigene Sache.

Um 21:00 Uhr ist es dann endlich soweit. Ohne viel Gesabbel, in bestem Licht und mit einer unverhüllten Videoleinwand betreten die umjubelten Dänen das Parkett.

Michael Schøn Poulsen

Sie legen gleich ordentlich los. Leviathan, Lola, Pelvis On Fire und Doc Holiday wie aus einem Guss. Jon Larsen ist hinter seinem mit doppelter Basstrommel bespieltem Schlagzeug überhaupt nicht zu sehen. Sad Mans Tongue beginnt mit ein paar Noten von Ring Of Fire. Damit geben sie eine Hommage an die Country-Legende Johnny Cash ab, von dem sie sich haben inspirieren lassen. Michael Schøn Poulsen wechselt ständig seinen Standpunkt auf der Bühne. Mikrofone stehen ihm auf jeder Seite zur Auswahl. Bassist Kaspar Boye Larsen und der einzige Nicht-Däne, Ex-Anthrax Gitarrist Rob Caggiano wagen nur kurze Ausflüge an die Bühnenseiten. Wenn Danko Jones schon einmal da ist, kann man ihn auch spektakulär auf die Bühne zurückholen. Zum Titel Black Rose, bei dem beide Bands schon einmal zusammen gearbeitet haben, wird Danko in der Bühnenspitze mit einem Lift heraufgefahren und darf den Titel singen. Schnörkelloser, immer gleich klingender Mainstream Rock ’n‘ Roll steht im Vordergrund. Showelemente, wie die im Sicherheitsgraben stehenden CO2-Kanonen, werden nur sparsam eingesetzt.

Zu Die To Live wird wieder der Bühnenfahrstuhl bemüht. Zwei Gastmusiker mit Klavier und Saxofon werden emporgefahren. Leider ein kurzes Vergnügen, denn flugs nach ihrem Einsatz sind die beiden Musiker wieder im Bühnenboden versenkt. Seal The Deal endet danach abrupt mit einer CO2-Fontäne, bevor bei For Evigt gefühlt jeder der 10.260 Gäste mitsingt. Rot-weiße Papierschnipsel werden von Kanonen in die Halle geblasen. Ein eindrucksvolles Bild entsteht. Nach eineinhalb Stunden endet der offizielle Teil. Den Zugabenteil bestreiten Devil Bleeding Crown und Let it Burn vom 2016er-Album Seal The Deal & Let’s Boogie, bevor sich auch der letzte Gast aus seinem Sitz erhebt. I Only Wanna Be With You, der erste Megahit der Dänen, sowie Still Counting beenden den Abend. Schwarze Luftballons und rot-weißes Konfetti lassen die Bühne zum Schluss von den Rängen nur erahnen.

Und sonst? Eine gewohnt routinierte Abwicklung der Barcleycard-Arena, Staus bei der An- und Abfahrt von und zu den Parkplätzen und knallharte Preise für Verzehr in der Halle sind gewohnt. Merch zu dänischen Preisen war wie erwartet. Alles in allem ein rundum glatt geschliffenes, generationsübergreifendes Metalkonzert aus der ersten Liga.

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